[In Arbeit] Jenny's Magic Chamber

Area52

Novize
In dieser Geschichte teilen sich mehrere Teenager dieselbe Leidenschaft: Musizieren. Im Zentrum der Ereignisse steht Jenny, aus deren Perspektive erzählt wird. Wir erleben, wie sich nach und nach die Mitglieder einer Band zusammenfinden und begleiten sie bis zu ihrem ersten großen Auftritt. Das wird sich über einen längeren Zeitraum erstrecken, da werden sicherlich 7 bis 8 Kapitel draus. Wie? Das klingt voll langweilig? Da kann ich euch beruhigen. Natürlich interessieren sich die jungen Leute nicht nur für Musik, sondern auch füreinander. Na gut, auch das ist noch nicht welterschütternd. Deshalb habe ich noch eine Portion Magie mit eingebaut. Wie diese von den Beteiligten entdeckt und genutzt wird, da möchte ich noch nichts drüber verraten.

Im ersten Teil lernt Jenny den etwa gleichaltrigen Julian kennen. Für die, die eine Inhaltswarnung benötigen: Es gibt Masturbation, Petting, Oral- und Geschlechtsverkehr. Aufgrund des Alters unserer Helden sollte ich wohl noch Lolicon und Shotacon mit aufnehmen. Das Alter wird nirgends explizit erwähnt, anhand der "Begleitumstände" können wir aber von 13 bis 14 Jahren ausgehen. Die Fantasy-Elemente kommen in diesem Teil bereits vor, werden von den Beteiligten aber noch nicht als solche erkannt und daher nicht weiter thematisiert. Viel Spaß, ich hoffe es gefällt Euch, denn es ist die erste Geschichte, die ich überhaupt irgendwo veröffentliche.

Hier geht es zum Diskussionsthread.

Ich bin Jenny und gehe in Sindeln zur Schule. Ich kann nicht gerade von mir behaupten, eine Trendsetterin oder Cliquen-Glucke in meiner Klasse zu sein, aber zu den Außenseitern zähle ich mich auch nicht. Ich mache nicht jeden Scheiß mit, aber lasse mich auch mal auf die anderen ein, um nicht als ultimative Spaßbremse dazustehen. Die anderen in der Klasse wissen, was sie an mir haben und auch, dass ich alles gebe, wenn ich Bock auf etwas habe. Aber eben auch, dass ich nicht alles mit mir machen lasse. Ich sehe mich intellektuell etwas über dem Klassendurchschnitt und brauche mich nicht durch übertriebenes Styling oder freche Sprüche hervorzutun. Ohne Sprüche geht es aber natürlich auch nicht. Das Maß halten, ohne meine eigentliche ruhige und selbstbewusste Art zu verleugnen, das ist notwendig, um von den anderen wahrgenommen und respektiert zu werden. Wenn es aber allzu übertrieben und albern wird, dann halte ich doch lieber Abstand. Das wird mir sonst sehr schnell zu nervig. Ich habe zwar verstanden, dass viele dieses "pubertäre Gehabe", wie es die Erwachsenen gerne nennen, gar nicht vermeiden können um sich auszuprobieren oder durchzusetzen. Für mich haben sich irgendwie immer direktere oder besonnenere Wege ergeben, um Ziele zu erreichen. Vielleicht kann ich auch einfach nur froh sein, dass es mich nicht so massiv getroffen hat.

Jetzt in den Ferien war ich gerade ein wenig auf mich allein gestellt. Meine Freundin Lena würde erst in ein paar Tagen von einer Urlaubsreise zurückkommen und viele andere aus meinem Freundeskreis waren auch nicht zugegen. Wirklich schlimm fand ich das eigentlich nicht. Ich habe viele Interessen und während der Schulzeit muss ich mir schon genau überlegen, womit ich mich in meiner freien Zeit beschäftige. Nun war die Gelegenheit mich also mal ungehindert in die Dinge zu vertiefen, die sonst zu kurz kamen. Schwimmen war eines davon. Nun gibt es in Sindeln leider kein Schwimmbad. Aber mit dem Bus kommt man gut die 12 Kilometer weiter nach Kurzbach. Entsprechend wenig Badbesucher kannte ich hier. Und das war vielleicht gar nicht so schlecht. Manchmal bekomme ich im Wasser so einiges mit - wenn ich mich mit meiner Schwimmbrille so umschaue. Sei es mal ein Pärchen, das Spaß unter Wasser hat, oder ein Junge, der sich von den teilweise gewagten weiblichen Anblicken etwas abreagieren muss. Sollte ich dabei mal offensichtlich etwas zu viel mitbekommen, war das nicht schlimm. Die anderen kannten mich nicht und ich sie nicht - es musste keiner befürchten, dass ich etwas ausplaudere. Aber - ich muss zugeben, dass ich es an diesem Dienstag durchaus darauf angelegt hatte, möglichst viel davon mitzubekommen. Aber was ich letztendlich damit losgetreten hatte, das hätte ich mir so nicht träumen lassen.

Mir war warm. Einen Kilometer hatte ich bestimmt schon hinter mir. Das Wasser im Sportbecken war zwar etwas kälter als in den anderen Anlagen, aber wenn man stetig in Bewegung ist, kommt man eben doch ins Schwitzen. So viel Sport mache ich nicht, aber wenn, muss es Spaß machen. Ich liebe es, durch das Wasser zu gleiten, eine stetige Vibration am Körper zu spüren. Andere gingen Joggen oder ins Fitness-Studio. Das war aber irgendwie nichts für mich, auch wenn es sicherlich viel einfacher einzuplanen ist. Meinem Körper sah man es leider auch an, dass er eher weniger sportlich beansprucht wurde. Ich fand mich aber nicht dick oder hässlich. Mein rundes Gesicht mit den braunen Kulleraugen und meine schulterlangen braunen Haare waren durchaus ein Blickfang für viele Jungs aus meiner Schule - ich wurde deutlich öfter angelächelt als andere. Um meine Oberweite war es weniger bestellt - aber ich hatte Hoffnung, dass sich da noch einiges tun würde. Darunter wurde es dann doch etwas praller - was mich letzten Endes dazu angespornt hatte, endlich wieder öfters das Schwimmbad aufzusuchen.

Ich stieg aus dem Sportbecken und suchte das Spaßbecken auf um etwas abzuspannen. Doch als ich in der anderen Halle ankam, musste ich feststellen, dass sich dort gerade eine Horde pubertierender Jugendlicher tummelte. Sicherlich aus Kurzbach, denn ich kannte niemanden von ihnen. Da waren die Klassengrazien, die herablassend in ihrem Trend-Bikini durchs Becken stolzierten und die Macho-Sprüche über sich ergehen lassen mussten, die die Jungs herausposaunten und dazu zweideutige Bewegungen machten. Andere neckten die Jungs aber erst recht und zupften sich gegenseitig an ihren Ober- und Unterteilen herum, bis dann immer wieder einer der Kerle darauf ansprang und Hand anzulegen versuchte, was die Mädels dann kreischend abwehrten. Das ganze hatte zwar durchaus eine Freizügigkeit, die anregend hätte sein können, wenn sich denn nicht alle so affig dabei verhalten hätten. Das wollte ich mir jetzt eigentlich nicht antun. Mein Blick schweifte aber noch durch den Rest des Beckens.

In der Ecke stand ein einzelner Junge und sein Gesichtsausdruck sprach Bände. Er erinnerte mich an den meines größeren Bruders, wenn er vor Geilheit gegen seine "Anspannung" ankämpfte. Der Junge mochte vielleicht gerade so alt sein wie ich. Und sah eigentlich ganz sympathisch aus. Schlank, aber nicht drahtig, ein sanfter Blick und kurze, blonde Haare. Scheinbar hinterließen die Mädels im Becken einen reizenden Eindruck bei ihm. Beteiligen wollte er sich an der Orgie aber wohl nicht und fühlte sich nun sichtbar unwohl. Er war gefangen in seiner Ecke. Wenn er das Becken verlassen hätte, wüssten sicherlich alle sofort Bescheid, was er für ein Problem hatte. Schöner Mist. Eigentlich hätte es mir ja egal sein können. Irgendwann hätte sich die Szenerie bestimmt aufgelöst. Er tat mir aber irgendwie leid. Und auch noch aus einem anderen Grund war mein Interesse geweckt...

Ihr wisst ja vielleicht wie das ist, wenn jemandem schlecht ist und man Zeuge davon wird, wie derjenige sich übergeben muss, dann wird einem selbst auch schlecht und man könnte sich glatt dazustellen. Bei mir ist es ähnlich, wenn ich miterlebe, dass jemand geil ist. Also richtig erregt und nicht einfach nur so pubertär albern, wie die anderen Jungs sich hier gerade gaben um das Angraben zu üben. Wie oft kam es schon vor, dass meine Eltern sich in ihrem Schlafzimmer vergnügten und ich nebenan in meinem Zimmer alles mitbekam. Es passierte auch schon, dass sie sich im Haus allein wähnten, während ich still und leise von Lena zurückkam und meine Augen immer größer wurden, als ich sah, wie meine Mutter im Wohnzimmer auf dem Sofa in 69'er-Stellung meinen Vater mit dem Mund bearbeitete und er ihr währenddessen mit den Fingern durch ihre Spalte fuhr. Andere hätten sich vielleicht in diesem Moment peinlich berührt oder angeekelt verzogen, aber mir lief ein wohliger Schauer über den Rücken und meine Hand wanderte dabei wie selbstverständlich in meine Hose und glitt über meine eigene Spalte, die sicherlich in diesem Moment genauso feucht war wie die meiner Mutter. Als beide dann ein wenig später ihren Höhepunkt herausstöhnten, musste ich mächtig aufpassen, mich nicht durch Geräusche meinerseits zu verraten.

Von meiner älteren Schwester bekam ich hingegen nie viel mit, die hing meistens bei ihrem Freund herum. Mein Bruder hingegen, der nur zwei Jahre älter war als ich, verwöhnte sich sehr regelmäßig in seinem Zimmer. Auch er hatte sich schon das ein oder andere mal unbeobachtet gewähnt, weil er früh Schulschluss hatte und alle anderen noch ausgeflogen waren. Aber auch bei mir fällt mal eine Stunde aus, und dann werde ich hin und wieder Zeuge, wie er sich sein bestes Stück vornimmt. Auch dabei kann ich schlecht die Finger von mir lassen, wenngleich mein Bruder nicht so leidenschaftlich vorgeht wie meine Eltern. Ich hatte tatsächlich schon daran gedacht, mich ihm mal zu offenbaren, aber ich habe die Befürchtung, dass das eher nach hinten losgehen würde. Er lebt irgendwie in seiner eigenen Welt und würde danach vermutlich komplett dicht machen - und sich so schnell nicht mehr erwischen lassen. Aber eine Verbündete hatte ich dann doch. Vor meiner Freundin Lena hatte ich keine Geheimnisse. Wir hatten uns vor einiger Zeit quasi zusammen und gegenseitig entdeckt und dabei schon sehr viele schöne und geile Momente verlebt. So schön das auch war, wir fanden Jungs ebenso interessant und waren uns einig, dass auch diese irgendwann erforscht werden sollen. Ergeben hatte sich das bislang aber noch nicht aus Ermangelung an ansprechenden und willigen Kandidaten Nun war Lena aber schon fast zwei Wochen lang verreist und ich musste mir wohl nun eingestehen, dass meine Hormone mich gerade doch ein wenig auf den Kopf stellten. Somit übte dieser Junge im Becken eine mächtige Anziehungskraft auf mich aus.

Aber ich sah in den Augen des Jungen nicht nur Geilheit. Ich sah auch, dass es in seinem Kopf arbeitete. Er war nicht im Becken, um dieses Schauspiel zu genießen. Er wäre lieber woanders, konnte sich den gebotenen Reizen aber wohl nicht genug widersetzen. Er wägte ab: Warten, oder raus aus dem Becken. In diesem Moment fasste ich einen Entschluss. Ich würde ihn da rausholen. Ich ging am Beckenrand entlang in die hintere Ecke und stieg die Keramikstufen neben ihm am Beckenrand hinunter. Bislang hatte er noch keinerlei Notiz von mir genommen. Nun sah ich recht deutlich, wie seine Hände an seiner Sportbadehose lagen. Wenn es denn wenigstens Bermuda-Shorts gewesen wären. Mit denen hätte er unauffällig aus dem Becken steigen können. Ich hüpfte durchs Wasser und kam zwischen ihm und der Schülertruppe zum Stehen.

"Hallo. Alles klar bei Dir?"
Sein Kopf drehte sich irritiert zu mir, seine Hände ließen von der Hose ab und er blickte mir in die Augen. "Äh, hi", stotterte er, "ähm, ja, absolut".
"Na, ich weiß ja nicht", sagte ich und setzte ein Lächeln auf. Mehr oder minder ohne Vorwarnung legte ich meine Hand auf seine kritische Stelle. Er zuckte zusammen und schnappte nach Luft. "Hey, nicht so auffällig. Sonst kriegen doch gleich alle mit, was hier läuft." Sein Mund schloss sich wieder und er atmete einmal tief durch. "Dachte ich mir doch, dass es hier einen Notfall gibt." Ich habe sicherlich keine Zauberhände, auch wenn ich in diesem Augenblick sehr deutlich spüren konnte, wie sich die Beule in seinem Stoff zu einer knallharten Latte aufbäumte. "Na, das sollten wir doch schnell in den Griff kriegen." Ich kam noch ein wenig dichter und meine Hand glitt unter den Zug seiner Hose, wo ich seine Stange zu fassen bekam und nach oben richtete. Er atmete wieder ganz tief durch und schloss kurz die Augen. Langsam schob ich meine Finger nach unten und wieder hoch. Ich spürte seinen Schwanz pochen. Dann schob ich meine Hand gemächlich ab und wieder auf, immer weiter. Irgendwann zog ich auch seine Vorhaut mit und spürte seine glatte pulsierende Eichel an meiner Handinnenfläche.
"Scheiße...", entfuhr es ihm leise.

Dasselbe musste ich mir allerdings innerlich auch sagen. Nach außen hin wirkte ich möglicherweise cool und selbstsicher. Aber das war ich nicht. Eigentlich hatte ich nur die Situation erkannt und spontan ausgenutzt, die mich jetzt dahin brachte, wohin ich schon länger wollte: Einen Jungen an seiner empfindlichsten Stelle spüren. Weil ich neugierig war. Weil ich aufgeregt war. Weil ich wusste, dass es mich auch erregen würde. Ich hatte bislang nicht mal darüber nachgedacht, ob es auch hätte schief gehen können. Ob er mich vielleicht angeschrien oder sich einfach abgewendet hätte. Oder ob wir uns durch zu viele offensichtliche Bewegungen im Becken verraten. Dieser Gedanke ließ meinen Puls in diesem Moment aber nur noch höher steigen. Meine andere Hand war schon wie von selbst unter meinen Badeanzug gerutscht und versuchte, das äußerst angenehme Pulsieren zwischen meinen angeschwollenen Lippen noch wohliger anfühlen zu lassen. Einen kurzen Augenblick vergaß ich, dass nur knapp zwei Meter hinter mir irgendwelche Teenager ausgelassen albern durchs Wasser stoben. Und dann merkte ich auch schon, wie sein Ding heftig zuckend meinen Griff zu sprengen versuchte. Er atmete die Anspannung tapfer weg und kam dann langsam wieder zur Ruhe. "Boah, das war unglaublich..." Ich merkte, wie er an Härte verlor. Vorsichtig drehte ich ihn wieder nach unten und zog langsam meine Hand hinaus.

Tja, das war zumindest das, was sich in meinen Gedanken abgespielt hatte. In Wirklichkeit stand ich immer noch am Beckenrand und versuchte mir zurechtzulegen, wie ich mit dem Burschen in Kontakt treten sollte. Ihm einfach in die Hose fassen... Das wäre tatsächlich unsagbar geil gewesen. Aber die Unsicherheit, die eben schon meine Phantasie unterwandert hatte, ließ mich schnell zur Erkenntnis gelangen, dass die Rettungsaktion eher unspektakulär ablaufen sollte. Mein Blick fiel auf die Regalwand hinter dem Becken, die dafür gemacht war, dass die Gäste dort ihre persönlichen Sachen ablegen konnten. Auch meine Sporttasche mit meinem Handtuch stand darin. "Das sollte funktionieren", sagte ich leise zu mir und stieg dann tatsächlich in das Becken hinab. Langsam streifte ich durch das bauchhohe Wasser, an dem Jungen vorbei, während ich Blickkontakt zu ihm suchte. Er erwiderte kurz meinen Blick, lächelte verlegen und schaute wieder zu der Horde hinüber.

"Was ist denn hier los?", fragte ich unschuldig. Dann schaute ich ihn wieder an, damit er es auch wirklich als Ansprache verstand.
Tatsächlich reagierte er. "Äh, keine... Ahnung."
"Muss man nicht haben, oder?" Er schaute mich wieder kurz an und schüttelte den Kopf. Jetzt kam mein Angriff. "Dann lass uns doch woanders hin. Sollen wir rüber in den Whirlpool?"
"Ähm... ich, äh, weiß nicht so recht..."
Ich schaute ihn etwas irritiert an. Natürlich gespielt. Dann wanderte mein Blick dramatisch langsam an ihm herunter. Sein Atem wurde schlagartig nervöser. Ich versuchte, möglichst beruhigende Töne hervorzubringen. "Verstehe... Das... kann doch jedem passieren... Wir kriegen dich schon unauffällig hier raus." Kleine Kunstpause. "Pass auf, ich gehe jetzt aus dem Becken raus, und komme gleich mit einem großen Handtuch an die Treppe. Okay?" Er grübelte etwas, dann nickte er und schien erleichtert. "Ich bin übrigens Jenny."
"Äh, ich... bin... Julian."
"Okay, bis gleich", zwinkerte ich ihm zu.

Gemächlich machte ich mich wieder auf zum Beckenrand, nahm die Stufen und ging zum Regal hinüber. Ich öffnete meine Tasche und zog das Handtuch heraus. Ich entfaltete es und ging wieder zum Becken zurück. Dabei wuschelte ich damit im Gesicht und meinen Haaren herum. Ich sah, wie Julian langsam auf die Stufen zukam und diese dann erklomm. In dieser Hallenecke hielt sich gerade sonst niemand auf. Dennoch zögerte er einen Moment, ganz aus dem Becken zu steigen. "Am besten steigst du einfach aus. Das ist am unauffälligsten... Ich schaue auch nicht hin." Er machte etwas verzögert den letzten Schritt aus dem Becken. Ich hielt ihm das Handtuch hin. Er nahm es dankend und trocknete sich damit ebenfalls die Haare und das Gesicht. Es war groß genug, dass es ihm bis zu den Knien reichte. Ich setzte mich dann in Bewegung.

Julian folgte mir langsam zurück in die große Halle - sich dabei weiterhin Haare, Gesicht und Brust abrubbelnd. In einem abgetrennten Bereich warteten mehrere kleine Whirlpools auf Besucher. Viel war an diesem Vormittag nicht los und daher standen auch noch zwei der vier Becken komplett leer. Ich wählte eines aus und ließ mich langsam hineingleiten. Kurz darauf kam auch Julian angetrottet, legte das Handtuch auf die Sitzbank direkt neben dem Pool und gesellte sich schnell - immer noch mit etwas verlegener Miene - zu mir. Ich lächelte ihn wieder an. Er war ein wenig länger als ich, hatte blaue Augen. Seine Frisur war jetzt nicht ungepflegt, aber man merkte, dass das nicht wirklich im Fokus für ihn stand. Eigentlich störte mich das nicht, es war nur ein Indiz dafür, dass er es nicht darauf anlegte, um jeden Preis über sein äußeres Erscheinungbild bei den anderen ankommen zu wollen. Es war auf jeden Fall sein Blick, der mich irgendwie gefangen nahm. Jetzt fiel es mir noch deutlicher auf. Diese Geilheit war nur eine Komponente, die jetzt offenbar ein wenig abgeflaut war. Es war noch etwas anderes 'Angestrengtes' in ihm zu sehen. Als ob ihn viele andere Gedanken umtrieben. Vielleicht konnte ich an ihnen auch teilhaben, anders als mein Bruder, den man gar nicht aus der Reserve locken konnte. Mein Blick schien Julian aber jetzt doch etwas nervös zu machen. Er atmete tief durch und ergriff dann zu meiner Überraschung das Wort. "Ich weiß gar nicht, wie ich dir danken soll, Jenny. Mir war das total peinlich. Die kennen mich alle. Ich hatte das Gefühl, dass die genau wussten, was Sache ist - so wie du es ja offenbar auch sofort gesehen hast. Ich konnte da nicht weg. Es hätten doch gleich alle grölend auf meine Hose gezeigt." Er seufzte einmal.

"Und? Geht es jetzt wieder?"
"Also... ein wenig im Pool sollten wir noch bleiben...", erwiderte Julian ein wenig jammernd. Eigentlich hätte ich mich dafür schämen sollen, aber ich konnte mir eine Portion Schlüpfrigkeit nicht verkneifen.
"Kann ich dir noch irgendwie helfen?" Dabei versuchte ich meine Augen so groß wie möglich zu öffnen und schob meine Zunge ein wenig aus dem Mund, um meine Lippen zu befeuchten. Auch Julians Augen wurden immer größer und schauten mich beinahe panisch an.
"Was... äh... hast du denn vor...?!"
Ich begann zu kichern. "Ich mach' doch nur Spaß... Sorry."

Und wieder musste Julian einmal tief durchatmen. "Vielleicht... könnten wir lieber mit der Ablenkungstechnik arbeiten?" Ich schaute ihn fragend an. Er fuhr aber direkt fort. "Also... Du bist mir in der Schule noch nie aufgefallen. In welche Klasse gehst du?"
Ahhh... Wir lenken das Gespräch auf etwas Unaufregendes. "Ähm... ich... gehe gar nicht in Kurzbach auf die Schule. Ich komme aus Sindeln..."
"Oh... okay... Und dann fährst du einfach so in den Ferien schwimmen... alleine ?!"
"Naja... Ich schwimme halt gerne. Und Kurzbach ist nun mal die nächste Möglichkeit. Ich mache das viel zu selten. Sieht man mir sicherlich auch an... Deshalb wollte ich jetzt eigentlich ein wenig öfters kommen. Ich war seit Ferienbeginn auch schon so ziemlich jeden zweiten Tag hier! Und du?" "Ich... äh... bin jetzt nicht so oft hier. Eigentlich hat mich nur jemand aus der Schule überredet mitzukommen. Und meine Eltern sagten auch, ich sollte mir mal einen Ruck geben und mich mit anderen treffen... Vielleicht hätte ich doch lieber zuhause bleiben sollen."

Das war schon seltsam. Da war jemand, der ähnlich leicht in Erregung zu geraten schien wie ich. Aber während ich es beinahe gerade darauf angelegt hatte, in eine schlüpfrige Situation zu stolpern, versuchte er scheinbar sich davon fern zu halten. Vielleicht lag das auch in der Natur der Sache. Mir konnte man die Erregung schließlich nicht so leicht ansehen, bei ihm war das natürlich anders. Aber vielleicht auch nicht. Möglicherweise war ihm das grundsätzlich unangenehm. Ich fand das ganze wirklich gerade sehr interessant und wollte gerne genauer erfahren, wie Julian so tickte. Andererseits war da aber auch die Hoffnung, mit ihm noch etwas aufregendes erleben zu können. Wobei mir das aber jetzt doch schon etwas unheimlich vorkam. Ich war bislang nicht so versessen darauf, mit einem Jungen anzubandeln. Was so um mich herum "Versautes" passierte, fand ich zwar schon immer interessant, aber dass ich jetzt aktiv auf Tuchfühlung ging, war auch für mich neu. Lag das daran, dass Julian mich irgendwie besonders beeindruckte? Oder fehlten mir einfach nur die Intimitäten, die ich ansonsten mit Lena austauschte?

Jetzt musste ich mich aber entscheiden, was mir in Bezug auf Julian wichtiger war. Ich hatte vielleicht die Gelegenheit, mich mit einem sehr netten Jungen anzufreunden, was viel tiefgreifender werden konnte als ein kurzgedachter Flirt. Dafür musste ich mich aber auch ernsthaft auf seine Gefühlslage einlassen und meine Begierde beiseite schieben. Ich traf jetzt eine Entscheidung: Ich wollte Julian wirklich kennenlernen und ihn nicht vergraulen. Das Gesprächsthema steuerte aber nun gerade erneut auf die Sackgasse zu, die er gerade verlassen wollte.

"Wieso denn? Triffst du dich denn nicht gerne mit anderen?"
Julian wirkte, als müsste er über diese Frage erst genauer nachdenken. "Irgendwie... kann ich mit anderen tatsächlich nicht so wirklich etwas anfangen. Also wenn ich ehrlich bin, klang es erstmal verlockend, als mich Basti fragte, ob ich nicht mal mitkommen will. Ins Schwimmbad. Die ganzen Mädels wären auch dabei, und wollen förmlich angegrapscht werden. Normalerweise schauen die mich nicht mal an. Und dann... Habe ich doch schnell gemerkt, dass das einfach nicht meine Wellenlänge ist. Ich kann nicht so locker und spontan sein wie die alle und hab mich dann nur noch fehl am Platze gefühlt... Mich interessieren ganz andere Sachen, da fühle ich mich überhaupt nicht kompatibel... Was hätte ich denn jetzt davon, wenn ich mitgemacht hätte? Selbst wenn ich es geschafft hätte, einem der Mädels an den Hintern zu fassen. Vielleicht hätte sich das aufregend angefühlt. Ich möchte aber doch eigentlich jemanden kennenlernen, der sich für das interessiert, was ich sonst so mache. " Er schaute resignierend nach unten.

"Ach komm... Der Tag ist doch noch nicht gelaufen. Das schlimmste ist erstmal vorbei... und... vielleicht gibt es ja doch jemanden, der dich kennenlernen möchte..." Ich lächelte ihn an.
Jetzt schaute Julian mich skeptisch an. "Warum bist du zu mir gekommen?" Ohoh, jetzt hatte er mich. Ich hätte absolut nichts dagegen gehabt, wenn er mir an den Arsch gegrapscht hätte, überrascht hätte es mich dann aber doch. Das konnte ich ihm aber jetzt doch nicht so direkt sagen...
"Nun ja...", fing ich zu stammeln an. "Mir... ist etwas langweilig in den Ferien und ich wollte mal wieder was erleben und auch ein wenig Kontakt knüpfen?" Ich kicherte, um klarzustellen, dass es nur eine Verlegenheitsantwort war. Er schielte mich von der Seite an und hob erwartungsvoll die Augenbrauen. Aber dann versicherte ich ihm: "Nein, du bist kein Pausenfüller für meine Langeweile. Ich... habe da im Becken jemanden gesehen, der mich interessiert hat. Der anders war als diese albernen Pickelgesichter... Und wenn ich ehrlich bin..." Ich entschloss mich jetzt tatsächlich, mich zu outen. "Ich hab nicht erst im Becken gemerkt, was mit dir los war. Aber... ich bin wirklich nicht nur aus Mitleid zu dir gekommen. Das war vielmehr der Aufhänger, auf dich zuzugehen. Du hast den starken Eindruck gemacht, dass du da nicht hingehörst. Das hat mich neugierig gemacht. Und jetzt bin ich erst recht gespannt, was das für Themen sind, die dich beschäftigen..." "Okay..." Jetzt wirkte er doch etwas perplex. "Wenn das so ist... Hast du Lust, gleich ein Eis mit mir zu essen? Bald sind meine zwei Badestunden ohnehin um."
Irritiert schaute ich auf die Uhr in der Halle. "Oh. Ich habe tatsächlich die Zeit aus den Augen verloren. Ich muss auch gleich raus." Mein Gott, wie cool war das denn? Jetzt hatte er sogar die Initiative ergriffen. Meine Pumpe ging sofort einen Gang höher. Schnell beantwortete ich seine Frage. "Ja, ich hätte Lust auf ein Eis".
Er strahlte. "Okay. Dann lade ich dich gleich zu mir nach Hause ein. Ich wohne nicht weit weg. Treffen wir uns vorne am Eingang?"
"Ja, gerne." Wir stiegen wieder aus dem Becken, ich nahm mein Handtuch und wir steuerten das Regal und die Umkleidekabinen an. Ich schlüpfte durch die Tür mit dem Damen-Logo und winkte ihm zu. "Bis gleich".
"Bis gleich", erwiderte er lächelnd.

Puuh, dachte ich, während ich unter der Dusche stand. Das versprach nun wirklich ein interessanter Tag zu werden. Ich blickte an mir herunter. Meine Brüste, die im vergangenen Jahr etwas an Größe gewonnen hatten. Mein rundlicher Bauch. Ja, rundlich! Nicht dick. Ich war kein Strich in der Landschaft wie noch einige der Mädels aus meiner Klasse, die mit entsprechender Kleidung zwischen den Jungs kaum auffallen würden. An der Taille ging es links und rechts etwas weiter auseinander. Und vorne lugte der Venushügel über den Bauch hinaus. Das Wasser rann warm den Bauch und die Beine hinunter, Schultern und Rücken entspannten sich wohlig in dem warmen Schauer. Ich drückte etwas Duschgel auf meine Hand und ließ sie über den Bauch nach unten gleiten. Dann kamen meine Finger über dem Hügel zum Stehen. Der Mittelfinger drückte auf den Kitzler, Zeige- und Ringfinger zogen die Schamlippen leicht auseinander. Ich spürte die Feuchtigkeit vom Wasser, es fühlte sich genauso an, als ob ich von innen heraus feucht geworden wäre. Und sofort stellte sich eine bekannte Erregung ein, die ich mir sonst nur zu gerne zuhause in meinem gemütlichen Bett zuführte. Die Bilder, die ich vorhin noch gedanklich zur Seite geschoben hatte, kamen nun wieder. Meine Hand in Julians Hose. Sein pochendes Ding in meiner Hand, das immer mehr spannte. Meine Hand, die an seiner Stange auf und ab glitt. Die selben Bewegungen machte meine Hand jetzt wieder. Ich spürte es immer mehr kribbeln. Nicht nur meine Hand bewegte sich, die Muskulatur entwickelte immer weiter ein Eigenleben. Das Pochen spürte ich jetzt auch am Finger, dann an der ganzen Hand, die immer schneller über die Spalte rubbelte. Plötzlich wurde mir bewusst, dass ich lauter Geräusche produzierte. Neben dem Plätschern des Wassers hörte man ein intensives Schmatzen. Dazu kam ein leises Stöhnen über meine Lippen. Diese ganze Geräuschkulisse stachelte mich noch weiter an. Glücklicherweise war ich gerade ganz alleine im Duschraum. Es zog immer mehr. Meine Beine fingen an zu zittern und ich musste dagegen steuern um nicht plötzlich zusammenzusacken. Und dann war es soweit. Das Pochen überwältigte mich, als ob meine Schamlippen meine Finger zerquetschten. Wie von selbst hatte ich mich zur Wand gedreht und mich mit meiner linken Hand abgestützt. Das Pochen wanderte durch den ganzen Körper und mündete schließlich in der Herzgegend. Innerlich stieß ich einen Schrei aus und atmete danach tief durch.

Für einen Moment hatte mich dieses intensive geile Gefühl ganz aus meiner Umgebung gerissen. Nun wurde mir wieder gewahr, dass ich nackt in der Damendusche stand und gleich ein Date mit einem Jungen hatte. Irgendwie wirkte das gerade witzlos, so als hätte ich jetzt erstmal mein Pulver verschossen. Und nun war die "Lust" erstmal weg. Vielleicht war das auch gut so. Eigentlich wäre das sonst ziemlich unfair Julian gegenüber gewesen. Er war mir sympathisch und hatte sicherlich viel mehr zu bieten als nur die Befriedigung meiner Gelüste. Jetzt konnte ich ihn ganz unbefangen kennenlernen, und ich wollte wirklich wissen, wer er war, wo er wohnte und wofür er sich interessierte.

Aber nun wollte ich Julian nicht länger warten lassen. Ich duschte mich schnell fertig, schnappte mir mein Handtuch und meine Tasche und bereitete mich in der Umkleide auf meinen Abgang vor. In der Eingangshalle stand er schon und lächelte mich etwas verlegen an. "Da bist du ja. Wollen wir?" Ich nickte und er ging voraus, hielt mir die Tür auf. Ich schlüpfte schnell hindurch und schaute mich dann fragend um. "Ich wohne nicht weit weg. Wir gehen einfach an der Bushaltestelle vorbei, dahinter geht ein kleiner Fußweg rechts rein. Und dann sind's auch nur noch etwa 200 Meter."
"Das ist ja praktisch. Da bin ich fast ein wenig neidisch... Schwimmen ist wirklich mein Hobby. Ich mag es, Bahnen zu ziehen und dabei ins Schwitzen zu kommen und meine Zeiten zu verbessern." "Bist Du im Verein?"
"Nicht mehr. Da war ich fast ein Jahr, aber irgendwie fühlte ich mich da nicht so wohl. Es war schon anspruchsvoll, aber irgendwie viel zu steif. Ich kannte auch gar keinen, und sonderlich gesprächig war niemand."
"Du kanntest gar keinen? Warst du denn die einzige aus Sindeln?"
"Ja, mit Schwimmen als Hobby bin ich da irgendwie ein Exot. Aber eigentlich möchte ich es dort nicht missen. Ja, eine eigene Schule haben wir. Einkaufen und 'ne Pizza essen ist auch drin. Aber für ein wenig Sport und Kultur müssen wir fahren. Daher bin ich jetzt echt gespannt was mich gleich bei dir erwartet... Ich hoffe, Du enttäuscht mich nicht!", sagte ich grinsend.
Julian bekam große Augen. "...äh, also, ich arbeite gerade an dem besten Eis der Welt. Die Plattensammlung von meinem Vater kann sich auch sehen lassen. Und..." Er überlegte. "Vielleicht kann ich dir auch etwas auf dem Klavier vorspielen." Das wurde ja immer interessanter mit Julian. Es ist nämlich so, dass insbesondere Musik eines meiner Steckenpferde war. "Oh, das klingt vielversprechend. Ich spiele auch ein bisschen Klavier, aber hauptsächlich Geige."
"Echt? Das ist ja cool!"
"Ich bin auch gerade ein wenig platt... Da hat sich bisher niemand wirklich für interessiert, außer meine Eltern und mein Musiklehrer. Naja, und Lena natürlich und die anderen aus unserem Schulorchster. Wobei ich aber auch nicht sicher bin, wieviel Bock die da wirklich drauf haben." "Lena?"

Inzwischen waren wir an einem Haus mit Vorgarten angekommen und Julian bog auf einen Pflastersteinweg ab. "Wir sind da." Er kramte in seiner Tasche und zog einen Schlüssel hervor. "Lena ist meine beste Freundin. Wir sind in einer Klasse, aber kannten uns schon vor der Schule. Wir spielen zusammen in der Orchester AG an unserer Schule. Und probieren auch sonst einiges zusammen aus." Hmm, das konnte man auch anders deuten… Da kam wieder ein Anflug von trockenem schlüpfrigen Humor über mich. Schnell fügte ich leise hinzu: "Wir haben uns auch schon zusammen einen gefingert..." Julian hustete und der Schlüssel glitt ihm aus der Hand. Ich musste erst kichern, aber dann hätte ich mich fast dafür ohrfeigen können. "Oh, Entschuldigung. Ich versuche, mich etwas zurückzuhalten."
Julian hob den Schlüssel wieder auf, sah mich dann aber doch grinsend an. "Und das auf leeren Magen. Ich habe wohl gerade Glück, dass Lena heute nicht auch noch dabei ist, oder?"
"Wieso?", fragte ich gespielt erstaunt. "Reicht dein Eis nicht für drei?"
Jetzt gabs kein Halten mehr. Julian musste laut auflachen und der Schlüssel fiel ihm dabei wieder fast herunter. "Oh man... " Er schüttelte den Kopf, atmete tief durch und nahm einen letzten Anlauf, den Schlüssel ins Schloss zu schieben. Mir lag schon fast der nächste Spruch auf den Lippen, so was wie 'Pass auf beim Reinschieben'. Aber da wurde mir selbst bewusst, dass ich mich gefährlich dem Niveau näherte, dem wir vorhin aus dem Spaßbecken entflohen waren. Einen tollen Lacher hatten wir. Noch ein Witz würde nur alles kaputt machen und wenn ich ehrlich war, gefiel er mir selbst nicht und wäre nur ein krampfhafter Versuch gewesen, die gerade gelockerte Stimmung am Laufen zu halten. Nein, das haben wir nicht nötig. Julian stand nun bereits im Flur und deutete mir an, ihm zu folgen. "Komm rein... Stell hier vorne einfach alles hin, Schuhe bitte ausziehen. Willst Du mir gleich beim Eis helfen?"
Ich stellte meine Schuhe in die Ecke. "Okay, wenn Du meinst. Ist das denn so schwer, eine Packung Eis aufzumachen?" Und schon wieder hätte ich mir auf die Zunge beißen können. Wie böse provozierend. Wieso konnte ich das einfach nicht lassen?! Für einen Moment befürchtete ich, dass mich Julian gleich genervt wieder aus seiner Wohnung schmeißt. Aber er behielt doch die Fassung.
"Ich lad' dich doch nicht ein, nur um eine Packung Eis aufzureißen. Ich mache das natürlich selbst. Eine Vanillecreme habe ich schon vorbereitet." Ich folgte ihm in die Küche, die sich gleich rechts an den Flur anschloss. Er öffnete den Kühlschrank und holte eine Schüssel heraus und stellte sie auf den Tisch. "Es muss jetzt nur noch Schokolade hineingeraspelt werden."
"Selbstgemachtes Stracciatella-Eis?! Geil!" Ich war baff. Der meinte das wirklich ernst. Jetzt erst wurde mir voll bewusst, wie anders und eigentümlich Julian war. Ein Junge, der Klavier spielt und sich mit gekauftem Eis nicht zufrieden gibt. Und einen Ruhepol ausstrahlte, obwohl ich ihn ständig trietzte. Fuck, er war nicht wie die Jungs aus meiner Klasse, mit denen man so reden musste, um die Oberhand zu behalten. Mein Herz pochte unangenehm. Auf diese Weise hatte er mich wirklich nicht verdient. Eine Stimme in mir machte mich gerade sehr kleinlaut. Sei doch einfach nett zu ihm. Du bist doch eigentlich selbst auch nicht so obercool, wie du dich gibst. Für dich selbst bist du doch nicht viel anders als er. Du brauchst dich nicht zu verstellen. Lass dich endlich auf seine ruhige Art ein!

Er nahm den Schüsseldeckel ab und ein genialer Geruch verbreitete sich. "Das ist eine Mischung aus Milch, Sahne, Ei, Zucker und echter Vanille." Er öffnete eine Schranktür und nahm eine Reibe heraus, die er mir in die Hand drückte. "Auf dem Tisch liegt schon eine Tafel Schokolade. Magst du die in die Schüssel raspeln? Das hatte ich noch nicht gemacht, damit die Schokoladenstücke nicht matschig werden, sondern noch knackig bleiben."
"Okay..." Während ich die Schokolade auspackte und vorsichtig Riegel für Riegel über die groben Reibelöcher in die Schüssel beförderte, machte Julian sich am Gefrierschrank zu schaffen, holte eine dicke Metallschale heraus, platzierte sie auf die Küchenzeile, nahm eine Kiste aus dem Schrank und baute die Teile darin zu einem Rühraufsatz zusammen. Dann stellte er ihn neben die Schüssel und steckte den Stecker in die Steckdose. Ich reichte ihm die Schüssel mit der fertigen Mischung. Er rührte sie mit einem Schaber durch und goss sie vorsichtig in die Schale, setzte den Aufsatz drauf und schaltete das Rührwerk an.
"So, das dauert jetzt ein wenig, bis die Masse fest wird."
"Prima, dann kannst du mir ja jetzt dein Klavier zeigen."

Julian schaute mich mit großen Augen an. "Echt jetzt? Mein Klavier? Das interessiert sonst niemanden!"
"Ja, unbedingt", versuchte ich ihn anzustrahlen. "Ich habe zuhause nur ein Keyboard. Da experimentiere ich immer mal mit herum, aber so wirklich toll klingt das nicht."
"Naja, ein ECHTES Klavier haben wir auch nicht. Nur ein E-Piano. Aber das habe ich in meinem Zimmer stehen."
"Jaa, das würde ich gerne mal sehen. Das ist bestimmt viel näher an einem echtem Klavier dran als meins."
"Okay, dann gehen wir hoch in mein Zimmer." Er verließ die Küche wieder und ging zur Treppe. Ich folgte ihm neugierig. Die Stufen knarrten unheimlich. "Das Haus haben meine Großeltern schon in jungen Jahren gebaut."
"Oh, aber die wohnen hier jetzt nicht mehr, oder?"
"Nein, die wohnen in der Seniorenresidenz am Park. Treppensteigen könnten sie jetzt gar nicht mehr. Aber ansonsten sind sie noch gut drauf. Einmal pro Woche sehe ich sie mindestens. Entweder besuchen wir sie oder wir holen sie ab zum Kaffee."
Oha, an so ein Thema hatte ich bislang noch gar nicht zu denken gewagt. So alt waren meine Großeltern noch nicht. Aber so im Raume stehen lassen wollte ich das auch nicht. "Das ist doch schön, wenn es ihnen noch gut geht und ihr euch noch viel seht. Das kann ja auch ganz schnell vorbei sein."

Wir waren nun oben in einem langen Flur und gingen auf die Tür ganz am Ende zu. "So, hier ist mein Zimmer."
Ich schaute mich noch im Flur um. "Hast Du eigentlich noch Geschwister?"
"Ja, einen Bruder und eine Schwester. Aber die wohnen hier nicht mehr, die sind beide schon über 20. Komm rein und setz dich..."
"Äh, okay." Ich setzte mich an den Schreibtisch. Er hatte inzwischen die Abdeckung von seinem Piano hochgeschoben und setzte sich auf seinen Pianohocker. "Tja, was hätte ich denn anzubieten... Kennst du die Reise der Pinguine?"
"Äh, ganz dunkel... Das war doch... so ein Dokumentarfilm?"
"Ja, genau! Mit ganz viel melancholischer Musik. Da war eine Szene, da hat die Musik mich richtig gepackt. Eigentlich ein Orchesterstück. Das habe ich versucht, als Solonummer auf dem Klavier zu arrangieren. Pass auf..."

Seelenruhig fing er mit Akkorden an, die er mit einzelnen Tönen ergänzte. Ganz rudimentär konnte man darin eine Melodie erkennen. Das löste er dann mit einem Begleitmuster der linken Hand ab. Ein langsamer Walzer. Irgendwann kamen einzelne Töne mit der rechten Hand dazu, die sich dann zu einer durchgehenden Melodie verdichteten. Es klang wunderschön. Ich hatte wieder die Filmszene vor Augen, in denen die Pinguine durch die karge Einöde der Antarktis watschelten. Dann kam ein Zwischenspiel, eine Innehalten, das kurz danach wieder zum Melodiethema zurückkehrte und schließlich sehr hymnisch endete. Ich klatschte. "Hey, das war wirklich schön. Ich habe zwar das Original nicht mehr im Ohr, kann mir aber gut vorstellen, wie es als Orchesterstück klingen müsste. Gefällt mir. Hat sich doch gelohnt, hierhin zu kommen." Verschmitzt lächelte ich Julian an.

"Du hast vorhin gesagt, dass du gerne mal auf deinem Piano herumexperimentierst. Was spielst du denn so?"
"Mir sind immer mal ein paar Textfragmente eingefallen. Ich habe versucht, mir eine Melodie dazu auszudenken und das dann mit dem Piano zu begleiten. Aber so wirklich weit bin ich damit noch nicht..."
"Ach, das klingt spannend. Kann ich mal hören?"
"Ich weiß ja nicht..."
"Komm schon, ich hab dir ja auch was vorgespielt." Er machte mir Platz. Mein Herz fing an zu pochen. Mir zuhause selbst beim Singen zuzuhören fand ich schon grenzwertig. Und der Gedanke, dass jetzt noch jemand anderes dabei zuhört, war irgendwie gar nicht angenehm. Dann fiel mir aber wieder ein, dass ich hier bei ihm wirklich wie ich selbst sein durfte. Und ich hatte das Gefühl, dass ihn das wirklich interessierte. Das nahm mir in diesem Moment meine Aufregung. Wie in Zeitlupe setzte ich mich auf den Hocker. Nach gefühlt endloser Zeit fing ich an, die Akkorde zu spielen, die ich mir für das Lied zurechtgelegt hatte. Die erste Runde machte das Klavier alleine. Dann setzte ich sehr schüchtern meinen Gesang an. Es war ebenfalls ein sehr ruhiges, melancholisches Lied. Es ging um ein Mädchen, das von ihren Mitschülern immer nur oberflächlich betrachtet wurde. Gerade von einem Jungen in der Klasse, von dem sie mehr Empathie erwartete, wünschte sie sich, dass dieser sich von dieser Oberflächlichkeit löst, worauf sich dieser aber nicht einlassen wollte. Zwei Strophen hatte ich bislang verfasst, die ich nun gerade so ruhig wie möglich über meine Lippen brachte. Dann kam schließlich die Refrainzeile.
"Mensch, was ist denn mit dir los?
Gib dir endlich einen Stoß.
Was hast du denn zu verlieren?
Das kann ich echt nicht kapieren.
Guck zu mir und schau mich an.
Schau – mich – wirk -lich - an"

Danach setzte ich aus. Ich wagte mich gar nicht zu bewegen und erwartete, dass Julian laut loslachte. Dann drehte ich mich langsam zu ihm. Er starrte mich mit offenem Mund an.
"Äh, ich habe den Text jetzt nicht so wörtlich gemeint..."
"Das... war... genial."
"Quatsch."
"Doch. Im Radio gibt es unzählige Lieder, die irgendwie dasselbe Thema haben. Das allermeiste davon ist so langweilig, abgegriffen und unpersönlich. Aber der Text ist sehr tiefsinnig und nachdenklich. So wie du das singst, nimmt man es dir voll ab. Und… du hast irgendwie eine beinahe engelsgleiche Stimme..."
Puuh, ich hatte das Gefühl, gerade knallrot zu werden. "Danke..."
"Es wäre mir eine totale Ehre, mit dir etwas zusammen zu machen."

Jetzt wusste ich erstmal nichts weiter zu sagen und fummelte etwas nervös mit meinen Fingern an den Zetteln herum, die auf dem Piano lagen. Dabei blickte ich auf ein Blatt ausgedrucktes Notenpapier. "Was... ist das denn hier?", fragte ich staunend.
"Oh, ich versuche auch gerade, ein Stück zu schreiben..."
"Oh, echt? Kann ich mal hören?"
"Naja, das ist noch nicht fertig. Ich komme da nicht so recht weiter."
"Ach, spiel doch einfach mal. Meins ist doch auch noch nicht fertig gewesen."
Julian zögerte. "Na gut." Ich machte ihm wieder Platz und stellte mich gespannt hinter ihn. "Warte mal... "
Er stellte an den Knöpfen herum, hielt einen Moment inne und fing an zu spielen. Was dann kam, haute mich regelrecht um.

Es war kein reiner Klaviersound, sondern ein wenig aufgemotzt mit Streichern oder Orchesterklang, damit es etwas bombastischer klingt. Er spielte eine flinke Figur mit der linken Hand. Die Figur wiederholte sich ein paar Mal, bevor sie variiert wurde. Dann spielte er einzelne Töne mit der rechten Hand dazu, irgendwann zeichnete sich daraus ein Thema ab. Es klang wunderschön. Sehr verträumt, aber doch so ungewöhnlich, dass es dabei überhaupt nicht kitschig herüberkam. Erstaunlicherweise steigerte sich das Stück noch weiter, die Melodie wurde immer dichter und der Klang voller... Es hätte mich nicht gewundert, wenn gleich noch ein richtiges Orchester dazu eingesetzt hätte. Meine Nackenhaare stellten sich auf, es kribbelte auf meiner Haut und ich merkte, wie sich langsam Tränen in meinen Augen bildeten. Dann hörte Julian auf zu spielen.

"Weiter weiß ich noch nicht." Dann merkte er, wie ich ihn mit großen Augen anstarrte. "Alles gut?" "Das war... " Mit fehlten regelrecht die Worte. "...unglaublich. So was habe ich noch nie gehört, ehrlich. Das steigert sich in einem fort, ich bekomme regelrecht ne Gänsehaut..."
"Mama sagte gestern noch, ich solle nicht immer so eine Pinkelmusik spielen." Ich schluckte. "Pinkelmusik? Die hat ja überhaupt keine Ahnung. In diesem Stück kann man sich echt verlieren. Das hat so ein Potential. Ich hab da gerade schon weitere Instrumente in Gedanken drangehängt..."
"Okay... Und... was spielen die?" Die Melodie hatte sich tatsächlich in mir eingebrannt. Ich hörte mich gerade in Gedanken selbst meine Violine dazu spielen.
"Pass auf... Kannst du das nochmal spielen? Dann versuche ich mal, da einzusteigen..."
"Oh, sehr gerne. Da bin ich mal gespannt!" Er rückte ein wenig auf dem Hocker nach links zur Seite und bot mir an, sich neben ihn zu setzen. Vorsichtig ging ich um den Hocker herum, schob mein linkes Bein unter den Korpus und nahm neben ihm Platz.

Julian begann erneut und ich ließ dieses wunderschöne Stück nochmals auf mich wirken. Dann war er an der Stelle angelangt, an der er nicht weiter kam. "Kannst Du diesen Lauf in der linken Hand bitte noch ein paar Mal wiederholen?" Er nickte, und spielte eine Dauerschleife. Zunächst spielte ich die Melodie, die er zuvor schon mit der rechten Hand am Wickel hatte, erneut. In der nächsten Runde spielte ich nur einzelne Töne dieser Melodie, betonte diese aber dabei besonders. Julian schaute andächtig zu mir hinüber. Dann hatte er selbst einen Geistesblitz und ergänzte einige meiner bewusst eingebauten Lücken mit tiefen, lauten Tönen, die wie kleine Paukenschläge wirkten. Wir spielten das nochmal, dann mussten wir uns gegenseitig anschmunzeln - wir hatten eine weitere Steigerung in Julians Stück eingebaut. Die Stelle klang so traumhaft, dass ich demonstrativ meine Augen schloss. Wir wiederholten das Thema nochmal. Es war fast wie ein Frage- und Antwort-Spiel. Ich spielte meine neu erdachte Tonfolge, und Julian ergänzte sie. Ich änderte daraufhin die Töne ein wenig - Julian spiegelte sie adäquat mit seiner linken Hand. Dann plötzlich fiel Julian etwas Neues ein. Er spielte seinen durchgehenden Lauf etwas dezenter. Dazu suchte er mit der rechten Hand nach einem passenden Akkord und spielte dessen einzelne Töne rauf und runter. Das hörte ich mir ein- oder zweimal an, dann antwortete ich darauf und ersetzte seinen gewählten Akkord durch einen anderen. Julian spielte seinen Lauf aber weiter. Nun schwebten also zwei unterschiedliche Läufe nebeneinander durch den Äther und bildeten einen eher zurückhaltenden Kontrast zu der vorher etwas mehr bombastischen Passage. Ich weiß nicht mehr, wie ich auf diese Assoziation kam, aber es war ein wenig so, als würde ein Flugzeug von einer Rollbahn abheben. Das noch eben durchdringende Gerumpel des Räderwerks wich einer nun gewonnenen Leichtigkeit. Sie verebbte aber nicht vollständig, man spürte immer noch einzelne Ruckler bedingt durch die ungleichförmig verteilten Luftmassen um das Flugzeug herum.

Ebenso begannen auch meine Gedanken zu schweben. Ich hörte nicht nur, was Julian und ich spielten, sondern sah es auch vor meinem geistigen Auge. Ich sah Julian von der Seite, wie er seine Figur spielte - obwohl ich immer noch meine Augen geschlossen hatte. Langsam änderte sich aber der Blickwinkel. Als ob ich durch sein Zimmer schwebte, umrundete ich ihn, kam näher an seine Finger, sah ihn dann von oben. Ob ich auch sehen kann, wie er selbst das Spiel wahrnimmt? Ich sank auf Augenhöhe herab, und auf einmal... verschwamm alles vor meinen Augen. Als ob ich in Wasser getaucht wäre. Nach und nach wurde das Bild wieder klarer. Wie merkwürdig - ich schaute jetzt wirklich aus dem Wasser. Nach einigen Augenblicken erkannte ich die Schwimmhalle, in der ich am Morgen noch meine Runden gezogen hatte. Um mich herum hörte ich typisches Teenagergelaber. Ich befand mich auf dem abgeteilten Bereich im Sportbecken. Drei Bahnen waren für die Sportschwimmer vorgesehen, die letzten beiden Bahnen am Rand waren nicht mehr unterteilt, sondern boten eine freie Schwimmfläche. An deren Beckenrand hielt ich mich wohl gerade auf. Ich sah auf der Schwimmbahn direkt nebenan jemanden auf mich zukommen. Ein Mädchen. Sie erreichte den Beckenrand, nur zwei Armlängen von mir entfernt. Sie tauchte auf, hielt sich an der Mauer fest und verschnaufte. Sie hatte eine Schwimmbrille auf. Mein Modell. Moment mal... Das war ich! Das Mädchen schaute nach oben auf die Hallenuhr und checkte ihre Zeit. Ich erinnerte mich daran. Ich wollte auf das Ende der angebrochenen Minute warten, um die nächsten Runden zu starten. Ich wischte mir das Wasser aus dem Gesicht, hielt meine Augen noch etwas geschlossen und versuchte, ein paar Mal entspannt durchzuatmen.

Aber... wieso beobachtete ich mich selbst? Sah ich diese Szene etwa in den Augen von Julian? War er vielleicht in diesem Moment auf der Bahn nebenan gewesen? Ich versuchte instinktiv, die Perspektive zu wechseln. Langsam wanderte der Blick weiter auf meine Bahn, auf mich, ich kam mir selbst immer näher... Und plötzlich war ich wieder ich selbst. Ich hielt mich immer noch am Beckenrand fest. Ich drehte mich um zur Nachbarsbahn. Ein paar Mädchen kletterten gerade aus dem Becken, die Jungs hechteten hinterher. Aber ein Junge verweilte noch am Beckenrand und schaute mich direkt an. Es war Julian. Er schien erschrocken zu sein, wie ertappt. Hatte er mir schon längere Zeit beim Schwimmen zugesehen? Ich setzte mich in Bewegung, tauchte unter dem Bahntrenner hindurch und neben ihm wieder auf. Ich lächelte ihn an. Er erwiderte das Lächeln etwas unsicher. Dann hob er vorsichtig seine Hände und strich mir durch die Haare. Er führte sie hinunter bis auf meine Schultern. Ich wollte es ihm gleichtun, schob meine Arme hinter seinen Rücken und zog mich etwas an ihn heran. Ich spürte seine Nähe, seinen warmen Körper, an dem das Wasser abperlte. Jetzt drückte er mich an sich, strich mit seiner Wange an meine. Ich hörte ihn genießerisch durchatmen. Dabei bemerkte ich auch etwas Hartes an meiner Schamgegend...

Irritiert schlug ich meine Augen wieder auf. Es dauerte einen Moment, so als ob ich aus dem Schlaf gerissen wurde, bis ich realisierte, dass ich immer noch neben Julian auf seinem Klavierhocker saß und meine Finger auf den Tasten hielt, wie er auch. Er schaute mich aber genauso erschrocken an wie ich ihn. Was für ein verrückter Tagtraum! Mein Wunsch, mit ihm intim zu werden, war einfach nicht beiseite zu schieben. Und obwohl ich mich vorhin unter der Dusche erst erleichtert hatte, kribbelte es jetzt schon wieder gewaltig in mir. Es war aber irgendwie anders, als vorhin in der Schwimmhalle. Es fühlte sich intensiver an. Nicht nur in der Schamgegend, sondern im ganzen Oberkörper. Seine wunderschöne Komposition spielte in mir weiter, ließ im wahrsten Sinne des Wortes mein Herz höher schlagen. Fühlte es sich vielleicht so an, wenn man sich verliebt hatte? Es war seit unserem Aufbruch ja nicht viel Zeit vergangen, aber ich hatte das Gefühl, schon so viel interessantes von Julian erfahren zu haben, das mich wirklich beeindruckt hat. Als ob ich einen Goldschatz gefunden hatte. Ich hatte das große Verlangen, ihn jetzt zu umklammern und nicht mehr loszulassen. Und als ob ich das ausgesprochen hätte, kam Julian jetzt wirklich mit seinem Gesicht immer näher. Er legte seine Arme um meine Schultern. Ich schloss die Augen und führte meine Lippen an seine.

Ich genoss den warmen, leicht feuchten Druck auf meinem Mund. Dann merkte ich, wie seine Zunge vorsichtig meine suchte. Ich erwiderte und unsere Zungen betasteten sich langsam und zärtlich. Ich merkte bereits wie alles durch meinen Körper strömte, von den Beinen über meinen Schoß bis in die Herzgegend. Es kribbelte überall, und in meinem Schoß begann eine ungeheure Spannung zu wachsen. Seine Hände fuhren dezent über meinen Rücken, dann suchten sie den Weg unter mein T-Shirt. Langsam kamen sie dann vom Rücken weg nach vorne. Mir wurde heiß. Wie selbstverständlich packte ich mein T-Shirt, zog es mir über den Kopf und ließ es auf den Boden fallen. Ich blickte nach unten, sah, wie seine Hände langsam über meinen Bauch zu meinen Brüsten glitten. Ich schloss die Augen und atmete tief durch. Ich habe natürlich schon oft meine Brüste gestreichelt, an meinen Nippeln geziept, aber das war etwas ganz anderes. Julian nahm sich die Zeit, jeden Millimeter meines Oberkörpers zu erschließen, zu ertasten und genau darauf zu achten, was es mit mir machte. So bekam ich auch nicht mit, wie sich sein Mund meinen Warzen näherte. Plötzlich überkam eine feuchte Hitze meine Brustwarzen. Ich hätte abheben können. Ich wurde unruhig und meine Hände bekamen das Bedürfnis, in das Geschehen einzugreifen. Zuerst streichelte ich ihm sanft durch die Haare, dann arbeitete ich mich zum Rücken vor um ihm dann schließlich ebenfalls sein T-Shirt abzustreifen.

Julian hielt inne und musterte mich nochmals von oben bis unten. Sein Mund öffnete sich, seine Worte brauchten aber etwas, bis sie ihm vorsichtig über die Lippen krochen. "Das klingt jetzt irgendwie doof... Aber... du siehst echt wahnsinnig schön aus... Darf ich dich... ganz ansehen? Ich... habe noch nie ein Mädchen so direkt aus der Nähe sehen dürfen." "Okay..." Innerlich musste ich etwas über diese Frage schmunzeln. Auch ohne diese wäre genau das als nächstes passiert. Aber seine Schüchternheit sprach nur für ihn und machte ihn irgendwie nur noch süßer. Ich stand langsam vom Hocker auf und stellte mich vor ihm hin. Dann öffnete ich den Knopf meiner Jeans und drückte den Reißverschluss nach unten. Ich hielt inne. Julian zögerte dann aber überraschenderweise nicht lange, legte seine Hände an meine Taille und schob die Hose langsam nach unten, bis sie den Rest zu meinen Knöcheln alleine herunterrutschte und ich einfach hinaussteigen konnte. Er atmete tief durch und seine großen Augen wanderten nach und nach über meinen ganzen Körper. Er umarmte mich und setzte wieder seine wunderbare Zunge an meiner Brustwarze an. Währenddessen wanderten seine Hände an meinem Rücken hinunter bis in meinen Slip. Er knetete zärtlich meine Hüften und meinen Po und kam auch mit seinem Gesicht immer weiter runter. Seine Hände auf meinem Hintern ließen mich immer schwerer atmen. Ich hatte das Gefühl zu schmelzen und immer weiter nach unten zu sinken. Nicht nur die Muskeln im Po kribbelten unter seinen Händen, das Kribbeln verteilte sich in alle Richtungen und mein Puls wurde in mir drinnen immer lauter und schneller. Als er mit den Lippen den Bauchnabel erreicht hatte, merkte ich, wie er mein Höschen nach unten streifte.

Was für ein Blick nach unten. Mein freigelegter Venushügel und Julian, der seine Lippen darüber gleiten ließ. Ich hätte sterben können, mir wurde schummrig und ich hatte auch keine andere Wahl mehr, als das mit Stöhnlauten zu verkünden. Julian war nun auch noch mit seinen Fingern an meinem Heiligtum angekommen. Er fühlte und tastete, rieb und drückte, leckte und küsste, und es war definitiv nicht seine Spucke, die das alles feucht hielt. Ich konnte nicht mehr stehen. Julian merkte das und schob mich zu seinem Bett. Dort legte ich mich lang auf den Rücken und er kam dazu und fuhr fort damit, mich zu verwöhnen. Schließlich war er kurz davor, mit seinen Fingern in meine Spalte einzudringen. Er hielt inne. "Ist das okay?" Am liebsten hätte ich geschrien, er solle bloß nicht aufhören. Schreien konnte ich aber irgendwie nicht mehr. Statt dessen stammelte ich nur noch. Jetzt schaute er mich noch fragender an, also sammelte ich mich wieder und holte etwas aus.

"Also... ich... bin ehrlich gesagt nicht mehr so ganz unerfahren. Ich hab meine Freundin Lena ja schon erwähnt. Ich habe mit ihr schon so einiges ausprobiert. Ihre Finger hatte ich auch schon in mir..."
Julian schaute mich wieder mit großen Augen an. "Äh... du hast es also schonmal mit deiner Freundin gemacht. Du bist aber jetzt nicht... lesbisch... oder so?"
Ich lächelte. "Nein. Bestimmt nicht. Nur sehr neugierig. Lena war schon immer meine beste Freundin, wir konnten über alles reden und waren auch sehr neugierig aufeinander. Das heißt aber nicht, dass wir uns nicht auch für Jungs interessieren. Bis jetzt bin ich aber noch keinem Jungen begegnet, den ich auch wirklich interessant fand... Also, bis heute morgen jedenfalls." Er lächelte. "Also", fuhr ich fort, "ich bin wirklich gespannt, was mich jetzt noch erwartet." Mir wurde erst nach ein paar Momenten bewusst, was ich da gesagt hatte. "Also... ich meine natürlich... ich erwarte gar nichts. Ich bin nur gespannt, wie sich das anfühlt... Wie du dich anfühlst..." Julians Mundwinkel gingen ein wenig nach unten. Er wirkte nachdenklich. "Ist das denn auch für dich okay?", fragte ich ihn vorsichtig. Er atmete tief durch. "Hast du denn schon Erfahrungen gemacht?" Er schüttelte fast unmerklich seinen Kopf. "Und alleine? Du hast es dir doch bestimmt schonmal selbst gemacht?"
"Also..." Julian druckste etwas herum. "Nicht so wirklich..." Jetzt runzelte ich meine Stirn. "Also... ich habe vor einiger Zeit mal einen Porno angeschaut. Das fand ich irgendwie sehr schräg... Als ich gesehen habe, wie dick die Schwänze von den Männern waren, wie die gezuckt haben, wie die Typen dabei gestöhnt haben, als ob das sonst wie weh tut... Und was dann alles aus denen herausgequollen ist... Immer, wenn ich mal einen... äh, Ständer hatte, habe ich mich dann gar nicht wirklich getraut, groß an dem herumzufummeln. Es war schon irgendwie schön, ihn ein wenig anzufassen. Das habe ich dann auch genossen... Aber viel mehr ist nie passiert."
"Okay..."
"Aber in der letzten Zeit ist es immer häufiger passiert, dass der Ständer so einfach nicht mehr weg wollte."
"Okay, und was hast du dann gemacht?"
"Naja, zum Glück habe ich ja mein Klavier... Das hat mich dann abgelenkt."
"Wärst du denn auch neugierig, wie sich das für dich anfühlt, wenn wir es zusammen machen?" Julian atmete durch. Ich versuchte, ihn etwas zu beruhigen. "Bis gerade eben hatte ich jedenfalls den Eindruck, dass du genau wusstest, was du willst… und was ich will. Oder täusche ich mich da?"
"Nein… ich bin tatsächlich bis jetzt einfach meiner Intuition gefolgt. Und es ist so aufregend zu sehen, dass du genau so darauf anspringst. Aber nun kommen mir doch Bedenken, dass das irgendwie weh tun könnte."
"Ich glaube nicht, dass das weh tut. Weder für mich, noch für dich. Ich glaube, das wird sich richtig schön anfühlen. Und wenn es für dich doch unangenehm wird, dann sagst du einfach Bescheid, dann hören wir auf. Okay?"
Julian nickte etwas erleichtert. "Okay... Ich bin auch echt aufgeregt. Ich könnte mir gerade nichts schöneres vorstellen, als mit dir weiterzumachen. Aber..."
"Ja?"
"Müssen wir nicht noch irgendwie an das Thema Verhütung denken? Auch, wenn ich nicht glaube, dass da bei mir viel passiert..."
Tja, das Thema war wohl nicht ganz wegzudiskutieren. Aber da hatte ich noch ein Ass im Ärmel. "Ich... denke, dass wir uns da keine Sorgen machen brauchen. Ich hatte meine erste Periode noch nicht... Bei mir passiert also auch noch nichts. Also brauchen wir nicht vorsichtig sein." Julian dachte kurz darüber nach, signalisierte dann aber, dass das so okay für ihn war.

Oh mein Gott... Es war soweit. Ich hatte so einen süßen Jungen an meiner Seite, und gleich würde ich das intimste Erlebnis mit ihm teilen, was es überhaupt gibt... Erwartungsvoll sah ich Julian an. Er stand auf und zog langsam seine Hose aus. Bei der Unterhose zögerte er dann. "Na los, ich weiß doch schon so ungefähr, was mich da erwartet." Langsam stülpte er den Stoff über seinen bereits prächtig aufgerichteten Ständer und stieg hinaus. Er hielt inne und schien noch nicht so richtig zu wissen, wie er jetzt weitermachen sollte.

"Darf ich mir das dann mal genauer ansehen?" Julian nickte. Ich setzte mich auf die Bettkante und zog ihn zu mir heran. Es war faszinierend. Er war steil aufgerichtet wie ein Pflock. Es verführte förmlich dazu, ihn in meine Hand zu nehmen. Erst blickte ich Julian vorsichtig an, dann umklammerte ich langsam seinen Penis. Er war tatsächlich steinhart. Ich drückte ein wenig meinen Daumen und Zeigefinger zusammen und zog die Vorhaut langsam nach unten. Er quittierte das mit einem Grunzen. Unter der rosafarbenen Haut kam nun die tiefrote, glatte Eichel zum Vorschein. Sein Atem ging schwer, während ich Stück für Stück den blanken Kopf freilegte. Je weiter runter ich kam, desto mehr spürte ich einen Widerstand. Dann sah ich, wie sich oben an der Spitze ein Tropfen bildete. Fasziniert tippte ich mit dem Finger meiner anderen Hand darauf und zog einen schleimigen Faden in die Höhe. Dann massierte ich den Schleim vorsichtig auf die Umgebung. "Ach du Scheiße... Was machst du da?!"
"Ich glaube so geht es besser." Und tatsächlich, nachdem ich am Hautrand angekommen war, ließ es sich etwas leichter weiterschieben. Julian stöhnte dafür noch heftiger und sein Ding wippte leicht im Gleichtakt zu seinem Puls, den ich inzwischen gut an den Adern seines Schaftes spüren konnte. Schließlich war es vollbracht. Die glänzende Eichel stand nun komplett frei. In Gedanken sah ich bereits, wie sie langsam zwischen meine Schamlippen glitt und hatte intuitiv schon zwei Finger an ihnen. Ich sah mich kurz am Kopfende seines Bettes um und schob seine Kissen dorthin. Dann setzte ich mich davor und lehnte mich zurück. Ich wollte genau sehen, was nun passiert. "Komm", forderte ich Julian auf, winkelte dabei meine Beine an und hob dann meine Oberschenkel mit meinen Händen leicht an. Seine Augen wurden immer größer, dann wurde mir selbst klar, wie ich mich ihm gerade präsentierte und musste lachen. Julian lächelte, kniete sich auf das Bett und arbeitete sich langsam zu mir vor.

Dann war es endlich soweit. Sein Schwanz lag nun auf meiner Spalte und er schob ihn langsam etwas hin und her und nahm meine Feuchte auf. Dann führte er die Spitze langsam an den unteren Rand der Schamlippen und drückte sie dazwischen. Wie geil war das denn?! Meine Finger waren nichts dagegen! Das Ding flutschte hinein. Ich kann das kaum beschreiben. Finger haben Spitzen und Kanten, die man mal hier und mal da fühlt, aber das... Ich spürte ihn überall. Als ob die Finger in alle Richtungen gleichzeitig fühlen. Wenn er ihn wieder rauszog, war es, als ob man ein Video bei voller Lautstärke rückwärts laufen ließ. Und dann ging es wieder von vorne los. Ich lag da wie gelähmt und sah nur noch alles verschwommen. Mein Herz pumpte mit jedem Stoß von Julian schneller. Mein Unterlaib begann von selbst zu zittern und mir quollen unkoordinierte Stöhngeräusche aus dem Mund. Unsichtbare Hände schienen mich anzuheben und meine Beine auseinander zu drücken, immer höher, immer kräftiger. Dann ging es los. In mehreren Wellen durchschüttelte es mich, und ich schrie die Anspannung aus mir heraus. Mir war es, als knallte der Korken einer Sektflasche und alles sprudelte heraus. Weit entfernt hörte ich Julian rufen. "Oh mein Gott..." Die Wellen gingen noch weiter durch meinen Körper, wurden aber allmählich schwächer und allmählich spürte ich wieder, dass ich auf einem Bett lag. Langsam kam ich wieder zu mir und sah in die weit aufgerissenen Augen von Julian. "Geht's dir gut?"
"Alles gut", jammerte ich, "das war... so... geil." Ich griff nach seinen Armen und zog ihn zu mir hinunter. Er legte sich an meine Seite und kuschelte sich an meine Brust. Als er mich anblickte, drückte ich ihm einen langen Kuss auf den Mund. Dann erst merkte ich, dass an meinen Oberschenkeln alles nass war. "Ach du Scheiße, was... Bin ich ausgelaufen?! So viel war das noch nie! Ich bin auch noch nie so heftig gekommen."
"Ist doch nicht schlimm. Ich hole gleich ein Handtuch. Das war so aufregend..."
"Bist du auch...?"
"Nein, noch nicht... Es war so faszinierend, dich zu erleben, da habe ich gar nicht mehr auf mich geachtet..." Er richtete sich auf, schwang die Beine aus dem Bett und beugte sich zu einer Kommode, die gegenüber dem Bett stand. Er öffnete die oberste Schublade und zog ein Handtuch hervor. Damit setzte er sich wieder zu mir und trocknete mir ganz selbstverständlich die Beine. Ein bisschen unangenehm war mir das aber jetzt doch. "Findest du das gar nicht eklig?"
"Nein. Obwohl es so aussah, als hättest du… ähm… pinkeln müssen. Es hat aber natürlich nicht danach gerochen, und so fand ich es auch überhaupt nicht schlimm. Im Gegenteil, du musst ungeheuer erregt gewesen sein. Und das wegen mir… Das…"
Eigentlich brauchte er nicht weiter reden. Sein Ding stand immer noch aufrecht und fing sogar noch an zu zucken, während er über meinen Orgasmus sinnierte.

"Wir sind auch noch nicht fertig", sagte ich. Er schaute mich etwas nervös an. "Ich möchte doch auch sehen, wie du kommst. Leg dich bitte wieder hin." Ich drehte mich zur Seite und machte ihm Platz auf dem Bett.
"Okay..." Er gehorchte und legte sich auf den Rücken neben mich. Ich schwang ein Bein über seinen Körper, so dass ich mit dem Rücken zu seinem Gesicht auf seiner Brust saß. Jetzt hatte ich sein bestes Stück in voller Größe vor mir. Ich beugte mich nach vorne und ging auf die Knie, die ich noch ein wenig nach hinten schob, so dass sich ihm hoffentlich ein atemberaubender Anblick bot. Auf jeden Fall hörte ich ein tiefes Durchatmen hinter mir. Ich nahm sein Glied in die Hand und massierte es vorsichtig, schob die Haut wieder nach unten, die sich inzwischen teilweise über seine Eichel gerollt hatte. Jetzt kam das Tüpfelchen auf dem i, das ich unbedingt noch erleben wollte. Vorsichtig legte ich die Lippen über die Spitze und ließ die Zunge darauf kreisen. Julian quiekte. Langsam schob ich die Lippen weiter runter, bis ich schließlich die komplette Eichel in meinem Mund hatte. Ich erkannte meinen eigenen etwas salzigen Geschmack, den ich schon oft gekostet hatte. Dazu kam ein leicht säuerlicher Geschmack, den ich Julian zuordnete. Es war ein Aroma, für das ich tatsächlich keinen Vergleich hatte, aber unangenehm war es nicht. Während meine Zunge weiter auf der aalglatten Eichel spielte, spürte ich, wie Julian seine Hände über meine Pobacken legte und mich zu massieren begann. Mit seinen Daumen strich er dabei über meine Schamlippen und meinen Kitzler und ich merkte, wie mir wieder ein wohliger Schauer durch den Schoß ging und meine Spalte erneut glitschig wurde. Es kribbelte in mir, und meine Hand massierte als Gegenleistung immer intensiver Julians Schaft, während meine Lippen immer kräftiger auf die Eichel drückten. Plötzlich griffen seine Hände um meine Taille und zogen meinen Hintern herunter. Und schon spürte ich seine Zunge zwischen meinen Beinen. Es war wie ein elektrischer Schlag, der nur dazu führte, dass ich noch wilder an seinem Ding saugte. Sofort machte sich wieder die Welle bemerkbar, als ob sie nur jemand kurz ausgeschaltet hätte. Und sie kam so unvermittelt heftig, dass ich spürte, dass sich mir der nächste Orgasmus unwiederbringlich näherte. Und nach dem Gezitter und Gestöhne von Julian zu urteilen, konnte es bei ihm auch nicht mehr lange dauern. So bearbeiteten wir uns gegenseitig weiter, bis mich das heftige Pochen an meiner Spalte erfasste. Ich musste mit dem Mund von meinem Dauerlutscher ablassen, sonst hätte ich vielleicht noch hineingebissen. Und so schallte mein Schrei mitten durch das Zimmer. Ganz so intensiv wie die erste Welle war diese dann aber doch nicht, und meiner Hand, die immer noch den Schaft umklammerte, entging dabei nicht das heftige Zucken. Ich schaute nach unten und sah auf einen knallroten, bebenden Vulkan. Und im nächsten Augenblick kam die Eruption. Eine weiße Masse schoss nach oben in mein Gesicht und Julian ächzte laut. "Ach du Scheiße...", entfuhr es mir und ich musste unwillkürlich lachen. Ein weiterer Schub quoll aus der Spitze und rann hinunter über meine Hand. "Ist das geil...", kommentierte ich erschöpft das jüngste Geschehen und merkte dabei, wie Julians Bewegungen erstarben und er unter mir zusammensackte.

Auch ich legte mich für einen Moment auf die Seite, bevor ich mich dann herumdrehte und in Julians Augen blickte, die wiederum völlig entgeistert in mein bespritztes Gesicht schauten.
"Hey, was ist denn?"
"Entschuldige... Das tut mir echt leid. Das wollte ich wirklich nicht..."
"Ist doch alles gut! Die Ladung musste sich offenbar erstmal freikämpfen." Ich lächelte ihn an. "Du musst dir wirklich keine Gedanken machen... Ich fand das richtig geil..."
Ich kroch zu ihm hoch und drückte ihm einen Kuss ins Gesicht. Dabei merkte ich, wie ich versehentlich sein Sperma auf seine Wange verteilte. Gleichzeitig strich ich mit meiner verschmierten Hand über seine Brust.
"Iihhh", zuckte er.
"Stell dich nicht so an... alles Bio!", fuhr ich ihn an. Dann mussten wir beide laut loslachen. Nachdem wir uns etwas beruhigt hatten, fragte ich ihn: "Wie war es denn für dich?"
"Unglaublich... Das hätte ich nie im Leben gedacht. Du bist echt die..." Er verstummte.
"Na, was bin ich?", kicherte ich. "Sag schon, dreckiger kann ich nicht werden..."
"Die geilste Schnecke ever!" Wieder lachten wir beide los und ich sackte auf Julian zusammen.

Etwas später hob er das Handtuch auf, das inzwischen auf dem Boden gelandet war und wischte uns notdürftig sauber. Dann kam mir ein erschreckender Gedanke. "Ich hoffe, deine Eltern sind nicht inzwischen heimgekommen und haben irgendwas gehört."
"Nein, keine Sorge. Die sind beide arbeiten und nicht vor 17 Uhr hier. Wir können ganz in Ruhe duschen, Eis essen und noch ganz viel Klavier spielen. Oder noch eine Runde machen."
"Das hättest du wohl gerne. Das schaffst du doch gar nicht mehr."
"Hm, da könntest du recht haben. Dann müssen wir uns in den Ferien nochmal treffen." "Unbedingt. Nichts lieber als das. In zwei Tagen ist Lena auch wieder da."
"Oh nein, ich weiß nicht, ob ich zwei von euch schaffe."
"Da musst du jetzt durch. Das ist dann reine Übungssache."
"Neeein..." Julian grölte. "Es hätten so erholsame Ferien werden können."

Der Rest des Nachmittags verging wie im Fluge. Zunächst führte Julian mich ins Bad, wo wir uns ausgiebig säuberten. Wir waren zwar nackt, wuschen und betrachteten uns gegenseitig, aber diesmal ohne eine hocherotische Spannung. Wir nahmen uns in den Arm, drückten und küssten uns und genossen einfach, zusammen zu sein. Bis wir schließlich seltsame Geräusche vernahmen. Die Eismaschine verkündete, dass Julians ambitionierte Stracciatella-Mischung fertig war. Wir zogen uns wieder an, Julian füllte zwei Becher ab und verstaute den Rest im Gefrierfach. Dann setzten wir uns auf die Terrasse und genossen sein Eis bei strahlendem Sonnenschein. Es schmeckte köstlich. "Wie beim Italiener" wäre falsch zu sagen. Es hatte eine ganz eigene Note. An der Eisdiele habe ich meist nach zwei Kugeln keine Lust auf mehr, aber Julians Eis hätte ich immer weiter verschlingen können. Wobei es gar nicht ums Verschlingen ging, dafür war es viel zu schade. Ich ließ jeden Löffel ganz sachte in meinem Mund schmelzen und langsam in meinen Rachen gleiten, um möglichst viel vom Geschmack mitzunehmen. Julian freute sich, wie ich sein Eis genoss. "Du solltest nicht so oft Eis machen." Er schaute mich fragend an. "Sonst hat man nämlich gar keine Lust mehr auf andere Abenteuer." Er verdrehte die Augen.

Wir saßen noch ein wenig in der Sonne, ich hatte es mir zwischen Julians Beinen gemütlich gemacht, und er seine Arme um mich geschlungen. Ich fühlte mich rundherum glücklich, wie es sich so noch nie vorher angefühlt hat. Es war jemand da, der mit mir, meinem Körper, meinen Gedanken und meinen Ergüssen etwas anfangen konnte, und sogar alles genau so besonders wahrnahm, wie ich selbst. Als ob alles, was ich bislang nur für mich gemacht hatte, erst jetzt einen Sinn ergab, weil es geteilt, bestätigt und gewürdigt wurde. Nun gut, auch Lena interessierte sich dafür, wir tauschten alles miteinander aus. Aber das war irgendwie noch etwas anderes. Das "Problem" war vermutlich, dass ich Lena schon aus der Sandkiste kannte. Sie war immer da gewesen. Das war wie selbstverständlich. Sie war eine ganz liebe. Ich kannte sie und ihren Körper in- und auswendig und wir hatten uns schon so oft gegenseitig liebkost. Das war schön und vertraut. Wir wussten immer, was die andere dachte und fühlte. Wir waren Seelenverwandte. Wir waren uns so verbunden, dass ich sie gar nicht mehr als eigenständige Person wahrnahm. Je länger ich darüber nachdachte, desto stärker wurde das Gefühl, dass ich Lena gerade mächtig unterschätzte. Sie war gerade zwei Wochen weg und ich hatte das Gefühl, dass mir die Decke auf den Kopf fällt. Bis heute. Aber das mit Julian... Das besondere ist, dass es so von 0 auf 100 zwischen uns gefunkt hat, und das auf allen Ebenen. Und auch wenn Lena zuckersüß und verführerisch ist, Julians Reize waren ganz neu und anders und deswegen so aufregend für mich. Aber noch ein anderer Grund wurde mir gewahr. Lag das vielleicht daran, dass sozusagen meine biologische Uhr tickte? Also nicht so, wie man das üblicherweise bei reiferen Frauen vor der Menopause zitiert. Ich meine das so: Lena hatte bereits diese lästige Periode, die das Herumexperimentieren mit den Jungs doch reichlich verkompliziert. Ich war bislang noch davon verschont geblieben und hatte das Gefühl, das irgendwie noch ausnutzen zu müssen, bevor es zu spät war. Mit Lena habe ich natürlich auch schon reichlich aufregende Erfahrungen sammeln können, sodass ich bis vor einiger Zeit tatsächlich gar nicht so scharf darauf war, das andere Geschlecht herauszufordern. Und nun, wo Lena gerade nicht da war... Irgendwie hatte ich jetzt doch wieder das Gefühl, dass nur meine Notgeilheit dazu geführt hatte, dass ich Julian "gefunden" hatte. Aber andererseits... Die anderen Jungs im Schwimmbad hatten mich nicht die Bohne interessiert, und von denen hatte sicherlich auch jeder zweite einen Ständer. Und auch wenn Julian wirklich nur gelangweilt im Becken gestanden hätte, wäre ich vielleicht auf ihn aufmerksam geworden und wir wären aus Langeweile aus dem Becken geflüchtet.

"Sag' mal, das ist doch eigentlich ein ganz großer Zufall gewesen, dass wir uns heute begegnet sind, oder? Wenn ich nicht zu dir ins Becken gekommen wäre, wann wären wir uns dann über den Weg gelaufen?"
"Tja, gar nicht so einfach. Ich denke aber doch, dass wir uns auch begegnet wären, wenn ich da nicht schwitzend im Kinderbecken gestanden hätte."
"Hm... vielleicht... ja. Ich bin ja extra rübergegangen, um im kleinen Becken ein wenig abzuspannen. Begegnet wären wir uns sicherlich. Aber hätten wir auch miteinander geredet?" "Auch dann hätte ich sehr sympathisch ausgesehen. Du hättest dann bestimmt mit deiner Schwimmbrille gespannt." Er gluckste.
"Hm. Ja, okay. Aber... Was wenn ich es mir heute anders überlegt hätte und vielleicht erst am Nachmittag schwimmen gegangen wäre?"
"Okay... Dann war es vielleicht doch Schicksal. Andererseits... Ich hatte schon überlegt, ob ich im großen EDEKA einen Aushang mache."
"Was?! Einen Aushang? Suche Zuckermaus, die mich im Schwimmbad aus misslicher Lage befreit?", grölte ich.
"Tsss. Nein, ich möchte gerne Musik mit anderen machen. Bei mir an der Schule hatte ich schonmal mit dem einen oder anderen was versucht. Aber so wirklich auf einen Nenner sind wir nicht gekommen."
"Okay... Die Anzeigen bei EDEKA, wenn wir da mal sind, habe ich mir noch nicht angesehen. Aber meine Mutter schaut da immer drauf. Die hätte mich da bestimmt drauf aufmerksam gemacht. Ich hatte übrigens überlegt, ob ich Klavierstunden nehmen soll. Du hast doch bestimmt auch Unterricht, oder?"
"Ja, beim Hofmann. Der unterrichtet in der Musikschule. Allerdings bin ich privat bei ihm, weil mein Vater ihn gut kennt. Der wohnt auch außerhalb, sogar in Richtung Sindeln. Aber in Sindeln gibt es doch auch einen, oder?"
"Ach, den Böttcher, bei dem war ich schon. Der ist uralt, und außerdem grapscht er gerne an den Mädchen herum. Das habe ich ganz schnell wieder aufgegeben. Meine Eltern hatten das dann auch von anderen gehört, dass der ganz eklig ist. Dann finde ich das mit dem Hofmann schon interessanter."
"Siehst du, dann wären wir uns vielleicht spätestens über ihn begegnet. Denn er macht regelmäßig Musikabende mit allen seinen Schülern." Nach einer weiteren Minute gemütlicher Stille fing Julian plötzlich an herumzudrucksen. "Du… Jenny..."
Ich löste mich etwas irritiert aus seiner Umklammerung, hockte mich dann neben ihn und drehte mich zu ihm. "Ja?"
"Also… das mit Lena… Sie ist doch nicht nur deine beste Freundin, sondern auch irgendwie deine… Liebhaberin, oder?"
Oh je. Julian machte sich gerade ähnliche Gedanken wie ich selbst vorhin. "Ja… also… das kann man schon so sagen. Aber keine Sorge. Lena und ich waren uns immer einig, dass wir unbedingt beide unseren Traumtypen finden müssen."
"Ich hoffe, dass ich jetzt der Traumtyp bin."
"Das bist du! Und so was von!"
"Aber sicherlich auch nur dein Traumtyp und nicht ihrer…"
"Hast du Angst, sie könnte eifersüchtig sein?"
"Naja, es wäre mir total unangenehm, wenn das mit uns jetzt irgendwie zu Problemen oder Streit bei euch führen würde."
"Das kann ich natürlich verstehen. Und ich bin auch gespannt, wie Lena dich findet. Ich kann mir aber wirklich nicht vorstellen, dass Lena damit ein Problem hat. Sie hat mir selbst schon bei dem einem oder anderen Jungen vorgeschlagen, dass ich mal auf Tuchfühlung gehen sollte. Was allerdings nicht passiert ist, weil ich die dann doch irgendwie komisch fand. Ich habe halt auf einen Volltreffer wie dich gewartet!" Ich strahlte Julian an. Aber der schaute mich immer noch verhalten an. "Glaub mir, alles wird gut. Und selbst, wenn sie etwas neidisch wird, auch für sie finden wir noch jemanden. Oder…" Jetzt wurde ich allerdings auch etwas nachdenklich. "Fändest du es nicht gut, wenn Lena und ich immer noch sehr innig wären, obwohl du jetzt an meiner Seite bist?"
"Also, wenn ihr wirklich schon immer beste Freundinnen und mehr wart, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass sich das ändern wird. Und eigentlich würde auch ich das nicht wollen. Hauptsache, ich habe überhaupt eine Chance ihr gegenüber."
Oh je. Julian gab sich wirklich unglaublich bescheiden. "Ich lass dich nicht mehr gehen. Das kannst du mir glauben. Da würde ich alles für tun." Wie selbstverständlich drückte ich mich wieder an ihn, und gab ihm einen saftigen Kuss auf seinen Mund. Das erwiderte er direkt und wir vertieften uns bestimmt über eine Minute in eine leidenschaftliche Intimität, bis wir uns tief durchatmend wieder voneinander lösten.

Schließlich schlug ich vor, dass wir uns wieder etwas der Musik widmen, denn ich war neugierig, was Julian sonst noch so spielte. Er zeigte mir daraufhin im Wohnzimmer einige Notenhefte, mit denen er sich auseinandergesetzt hatte. Einiges kannte ich, und hatte es auch auf der Geige einstudiert. Ich beschloss, beim nächsten Mal auf jeden Fall mein Instrument mitzunehmen, damit wir ein Duett machen konnten. Ich blieb aber erstmal bei einem Heft von Grieg hängen. Von dem hatte ich auch schon mal etwas gespielt, die Stücke in diesem Heft kannte ich nicht, hatten aber alle interessante Titel, wie "Die Bremse und die Fliege" oder "Solfager und der Würmerkönig". Während ich mich noch über die Titel amüsierte, kam Julian mit einem Vorschlag.
"Warte, von Grieg habe ich noch irgendwo ein Klavierduett, das ist gar nicht so schwer, glaube ich... Hier, in der Halle des Bergkönigs."
"Klingt auch lustig. Kennt man das?"
"Ja, das ist aus Peer Gynt, wie die Morgenstimmung, die wohl so ziemlich jeder kennt." Er ging hinüber zur Musikanlage seiner Eltern und fischte eine Platte aus dem Schrank, die er auflegte. Es ging mit einem geheimnisvollen Pizzicato, also zupfenden Streichinstrumenten, los, das immer schneller, lauter und schräger wurde und schließlich im wilden Chaos endete. Natürlich kannte man das Stück, ich hörte aber nochmal genau hin um abzuschätzen, was mich gleich am Klavier erwartete. Die Noten waren wohl von Grieg selbst auch als Klavierduett verfasst, bekannt ist aber natürlich vor allem die Orchesterversion.

Julian hatte die tiefe Lage auf dem Klavier bereits mal probiert. Die hohe, etwas leichtere Stimme bot er mir an. Ich kam auch tatsächlich schnell rein, wobei es ein großer Vorteil ist, wenn man bereits weiß, wie es klingen soll. Die Melodien wurden zudem von meinen beiden Händen gedoppelt, so dass gar nicht so viel Neues zu erarbeiten war. Nach einer knappen Stunde mit viel Spaß, Gelächter und körperlicher Neckereien, klang das ganze schon ganz brauchbar. Vor allem gab es auch Stellen, an denen sich unsere Stimmen überkreuzten und die Arme ineinandergriffen, was zu Beginn immer in die Hose ging.

Ich fragte mich, wie ich das wohl zuhause ohne seine Begleitung üben konnte, vielleicht mit einer Smartphone-Aufnahme. Da kam plötzlich ganz viel Energie in Julian, ich hatte damit wohl genau sein Thema getroffen und er referierte mir dazu in aller Ausführlichkeit und mit Leuchten im Auge. Audioaufnahmen auf dem Smartphone klängen nicht nur bescheiden, sondern seien auch eher unhandlich. Wenn man dazu rauskommt, muss man immer wieder von vorne anfangen, man kann das Tempo nicht umstellen, und so weiter. Aufnahmen im Speicher eines Keyboards seien schon besser, der Klang ist identisch zu dem vom eigenen Spiel, man kann das Stück auch von der Geschwindigkeit anpassen, wenn man es zunächst langsamer üben will. Ich warf dann ein, dass ich den Speicher blöd fand, weil die Stücke immer weg sind, wenn man das Keyboard ausschaltet und ich es daher möglichst anlasse. Außerdem gibt es nur ein paar wenige Spuren, so dass man sich immer gut überlegen muss, welche man zugunsten einer neuen Aufnahme löscht. Falls ich dort Ideen festgehalten hatte, musste ich sie mir dann doch irgendwie mit dem Smartphone aufnehmen. Und wie sollte ich überhaupt seinen Part auf mein Keyboard bekommen. Aber auch dafür hatte er eine Lösung. Vielleicht seien mir ja schonmal die runden Buchsen am Keyboard aufgefallen, dass sind die MIDI-Anschlüsse. Diese Technik gibt es schon seit den 80'er Jahren, also fast, seit man sich als Normalsterblicher ein Keyboard leisten konnte. Damals musste man sich aber zusätzlich für teures Geld spezielle Geräte kaufen, um die Anschlüsse benutzen zu können. Heute hingegen gibt es dafür zahlreiche kostenlose Software für den Laptop oder inzwischen sogar Apps für das Smartphone. Von der Idee her ist das ähnlich wie der Keyboard-Speicher. Während man spielt, zeichnet die Software einfach auf, welche Töne man wann, wie lange und wie laut drückt. Und die Software kann später diese Aufzeichnung auch wieder an das Keyboard zurückschicken, und man hört exakt das, was man gespielt hat. Und nicht nur das, mit der Software kann man das Stück anpassen, also zum Beispiel, langsamer abspielen, transponieren, Stimmen ausblenden, aber auch falsche Töne löschen oder korrigieren. Das ist natürlich super, weil man bei Aufnahmen ja fast immer kleine Fehler macht und immer kirrer wird, je öfter man es nochmal versucht. Die Dateien, die dabei entstehen, sind viel kleiner als Mp3s, da sie ja nicht mehr Informationen enthalten als ein Notenblatt und lassen sich damit auch unkompliziert mit Freunden teilen. Julian könnte mir also seinen Part als MIDI aufnehmen und mir über Whatsapp zuschicken. Dann verließ er kurz den Raum und kam mit einer Kiste wieder, in der allerhand Kabel, Stecker und CDs lagen. Dies sei die "Grabbelkiste" seines Vaters, der Entwickler bei einem namhaften Hersteller von Audiogeräten war. Das Material benötigte er nicht mehr, dieses war aber noch voll funktionstüchtig und es war explizit erlaubt und gewünscht, dass Julian es verwendete oder an Mitschüler oder Freunde weitergab, wenn er Projekte mit ihnen anging. Er suchte ein MIDI-Kabel mit USB-Anschluss am anderen Ende heraus. Das könnte ich an einen Laptop oder PC anschließen. Mit einem Adapter, den er ebenfalls aus der Kiste fischte, ließ es sich auch mit dem Smartphone verbinden. Danach installierten wir auf meinem Smartphone eine App, mit der man MIDI-Dateien aufnehmen und abspielen konnte. Eine weitere App zeigte er mir, die war in der Lage, eine Datei als Noten anzuzeigen. Das fand ich richtig klasse. Wie oft hatte ich mir ältere Aufnahmen von meinen Ideen angehört und wusste einfach nicht mehr, wie ich die gespielt hatte. Bei der Gelegenheit machte ich auch gleich noch ein Selfie von Julian und mir, vor dem Piano sitzend.

Aber etwas verwundert war ich dann doch, denn die Apps konnten die Noten nicht nur auf das Piano von Julian schicken, sondern auch auf dem Telefon selbst abspielen. "Wenn in den Dateien doch nur steht, welche Töne ich gespielt habe, woher weiß die App, dass sie eine Klavierstimme verwenden soll?!"
"Nun ja, dazu musst du wissen, dass jeder Computer mit Soundchip oder Soundkarte, egal ob Smartphone oder Hochleistungs-PC, einen eigenen Synthesizer eingebaut hat, also Klänge von verschiedenen Instrumenten im Bauch hat. Je nach Güte des Soundchips ist die Qualität der Sounds mal besser oder mal schlechter. Hier schau, ich habe in den Einstellungen hinterlegt, dass ein Piano-Sound zum Abspielen genommen werden soll. Man kann das aber auch in der Datei selbst festlegen. So mag es vielleicht wie ein guter Piano-Sound klingen, weil der Lautsprecher von deinem Smartphone nicht viel hergibt und eine gute Klavieraufnahme nicht viel besser klingen würde. Aber wenn du einen Kopfhörer nimmst, wirst du hören, dass der Sound eigentlich nicht soo toll ist."

Ich war schwer beeindruckt von Julians Wissen. Eigentlich bin ich gar nicht so technisch versiert, aber er konnte mir das alles ganz verständlich erklären und mir genau die praktischen Tipps geben, die ich längst gebraucht hatte und jetzt nicht mehr missen will. Er hatte mich also schon wieder mit einem Schlag ungeheuer glücklich gemacht. Aber nun war es auch genug, für mehr war ich nicht mehr aufnahmefähig und bat darum, lieber nochmal etwas zu spielen. Und während wir den Bergkönig nochmal durchgingen, hörte ich Geräusche vom Flur her. Kurz darauf öffnete sich die Tür und eine Frau schaute neugierig zu uns rein.

"Hallo Julian, das klingt ja schon toll. Oh, hallo, wen hast du denn da zu Gast?!"
"Hallo, Mama, das ist Jenny. Wir sind uns heute morgen zufällig im Schwimmbad begegnet. Dabei haben wir festgestellt, dass wir beide Musik machen und nun probieren wir hier einiges aus. Ich hoffe, das ist okay."
"Hey, das ist ja eine Überraschung. Hallo, Jenny, herzlich willkommen bei uns. Ich bin Tina." Sie kam auf mich zu und gab mir die Hand. "Natürlich ist das okay. Komm vorbei wann immer du magst. Ich freue mich." Und dann flüsterte sie mir zwinkernd ins Ohr: "Vor allem, dass er sich mal mit anderen beschäftigt und nicht nur mit seinen Büchern und Gerätschaften."
Ich grinste. "Da werde ich auf jeden Fall ein Auge drauf haben!" Tina lachte. "Das ist schön. Bleibst du noch zum Abendbrot? Mein Mann wird auch gleich kommen, und dann essen wir."
Ich überlegte kurz. "Ja, gerne. Ich melde mich nur kurz bei meinen Eltern, damit die sich keine Gedanken machen. Mein letzter Bus fährt um halb 8, den muss ich auf jeden Fall noch bekommen." "Nanu, wo wohnst du denn?!"
"In Sindeln."
"Ach. Das ist ja spannend. Dann kann ich dich nachher mitnehmen, ich habe noch einen Termin in Behmstadt, da fahre ich durch Sindeln."
"Oh, prima. Dann fahre ich gerne mit."
"Okay. Ich sage gleich Bescheid, wenn das Essen fertig ist."

Als Tina draußen war, fiel mir wieder siedend heiß das Chaos ein, das wir im Bett hinterlassen hatten. Durch das Eis und die Musik hatte ich das völlig aus den Augen verloren. Dann fiel mir aber zu meiner großen Erleichterung auf, dass Julian das Bett bereits abgezogen hatte. Er bemerkte meinen Blick.
"Keine Sorge. Als du ins Bad gegangen bist, habe ich das Bettzeug gleich in die Waschmaschine gesteckt. Morgen hat meine Mutter frei, da ist immer unser großer Wasch- und Einkaufstag, an dem ich auch mithelfen muss. Mama wird sich freuen, dass ich vorausschauend schon heute meine Bettwäsche gereinigt habe..."

Einen kurzen Augenblick später rief Tina uns bereits zum Essen. Da lernte ich auch gleich Ralf, Julians Vater kennen. Seine Eltern waren echt nett. Vor allem Ralf interessierte sich dafür, was wir am Klavier alles probiert hatten. Schließlich kam die Frage, was wir denn noch vorhatten und wann wir uns wieder treffen. Ich sagte, dass mir Julians neues Stück sehr gut gefallen habe und ich das vielleicht mit meiner Violine ergänzen könnte. Julian fand das eine tolle Idee und lud mich gleich für den Donnerstag wieder ein. Am nächsten Tag, dem Mittwoch, ging das leider nicht, denn wie schon erwähnt, hatte Tina ihren freien Tag, an dem eingekauft, gewaschen und die Großeltern versorgt und besucht wurden, und das mit Julians Hilfe. Nach dem Essen verteilte Julian noch stolz sein selbstgemachtes Eis, das auch bei seinen Eltern sehr gut ankam.

Schließlich machte sich dann Tina mit mir auf den Weg und lieferte mich um kurz nach 7 zuhause ab. Meine Mutter nahm mich auch sofort in die Zange und wollte wissen, was denn heute passiert sei, dass ich jetzt erst nach Hause kam. Erst war sie sehr skeptisch, aber als ich dann die Aufnahmen abspielte, die Julian mir noch über Whatsapp zugeschickt hatte (seinen Part vom Bergkönig, und auch sein eigenes Piano-Stück), war sie einigermaßen beruhigt.
"Wie hieß die Mutter doch gleich?"
"Tina. Und auf dem Türschild stand 'Frey'."
"Warte mal... Tina Frey... Das sagt mir irgendwas... Richtig, die gibt einen Kurs an der Volkshochschule, über Kreatives Schreiben. Ich hatte tatsächlich überlegt, dorthin zu gehen. Und weißt du was? Das mache ich jetzt. Das geht nämlich heute los in Behmstadt. Ich habe auch nichts weiter vor heute abend."
Ich musste kichern. "Hätte ich das gewusst, hätte ich Tina noch einen Moment warten lassen, damit du dazusteigen kannst..."
Mama grinste. "Ja, lustig wäre das gewesen. Aber vielleicht ergibt sich das ja noch ein anderes Mal. Willst du auch mit?" Ich wollte mich gerade herausreden, dass ich mich lieber wieder der Musik widme, um am Donnerstag vielleicht Julian schon etwas Neues präsentieren zu können. Aber dann dachte ich mir: Warum eigentlich nicht? Mit Mama alleine etwas zu machen ist eigentlich ganz schön. Das machen wir immer seltener. Schreiben war außerdem ein Punkt, der auch auf meiner Ferienliste stand. Und es wäre natürlich lustig, gleich wieder bei Tina auf der Matte zu stehen. Üben konnte ich noch den ganzen nächsten Tag. Eigentlich war es fast ein wenig peinlich, auf dem Weg hierher hatten wir nur über Julian und Musik geplaudert, ich hätte wenigstens mal fragen können, was sie denn nach Behmstadt verschlägt. "Na, das scheint ja eine schwere Entscheidung zu sein." "Ach nein, ich glaube, ich komme mit. Das interessiert mich doch."

Kurz vor acht betraten wir die Schule in Behmstadt und folgten der Beschilderung für den Kurs. In dem Klassenzimmer, in dem der Kurs stattfand, saßen noch drei weitere Personen, interessanterweise alles Frauen, jedoch gemischten Alters. Tina blickte zu uns und bekam große Augen.
"Nanu, Jenny, da bist du ja wieder! Wenn ich das gewusst hätte, dann hätten wir ja auch zusammen weiterfahren können."
"Nee, das passt schon. Ich musste erst noch meine Mutter überreden mitzukommen."
Mama stieß mich lachend in die Seite. "Na, wer hat denn hier wen überredet? Hallo, ich bin Katharina, Jennys Mutter. Also, wir haben uns doch relativ spontan entschieden zu kommen. Das VHS-Programm hatte ich schon etwas länger auf dem Tisch liegen."
"Hallo, Katharina. Das freut mich. Na, dann schauen wir doch mal, ob das was für euch ist."

Die nächsten 90 Minuten waren tatsächlich sehr spannend und machten wirklich Lust auf mehr. Wir bekamen neue Ideen, an das Schreiben heranzugehen, wie das bildliche Hineinversetzen in Situationen oder das Suchen nach Begrifflichkeiten. Auch das Arbeiten in Gruppen ist dabei ein wichtiger Ansatz, und das sollte an drei weiteren Abenden im Kreis der Teilnehmer noch eingehender demonstriert und probiert werden. Jetzt war ich auch deutlich motivierter, was das Arbeiten an meinen Songtextfragmenten anging.

Am nächsten Tag vertiefte ich mich aber erstmal wieder in die Musik. Ich probierte mit dem neuen Kabel und der neuen App, ob ich allein an meinem Keyboard damit zurechtkam. Nach ein paar Versuchen schaffte ich es, die Dateien von Julian auf dem Keyboard abzuspielen und eigene Dateien aufzunehmen. Ich versuchte dann, die Melodie von Julians Lied auf der Geige mitzuspielen, was mir nach einiger Zeit auch gelang und ich machte mich daran, daraus eine begleitende zweite Stimme zu machen. Es machte total Spaß. Die Melodie war traumhaft und zauberte mir herrliche Emotionen in den Kopf. Das Probieren und Improvisieren dazu war fast wie sich auf einer Welle treiben zu lassen. Es war fast gar nicht möglich, irgendetwas langweiliges oder unpassendes dazu zu spielen. Immer wieder neue Variationen setzten sich in meinen Kopf. Aber nach einiger Zeit setze sich allmählich eine Linie fest, die sich ähnlich wie Julians Vorgabe langsam steigerte.

Mir kam dazu noch eine weitere Idee, die unbedingt weiterverfolgt werden musste. Aber hierzu brauchte ich Lenas Hilfe. Sie hatte mir geschrieben, dass sie vermutlich erst später am Abend wieder zuhause sein würde. Ich war gespannt, ob sie sich morgen früh auf einen Überfall einlassen würde...
 
Zuletzt bearbeitet:

Area52

Novize
Es geht weiter. Auch hier muss wieder vor Lolicon und Shotacon gewarnt werden, es wird an mehreren Stellen Masturbation, Petting, Oral- und Geschlechtsverkehr wie auch in Ansätzen Inzest thematisiert werden.

An einer Stelle wird ein Songtext zitiert. Dieser stammt nicht wie man vielleicht aus der Handlung ableiten könnte aus der Feder der Protagonistin bzw. meiner, sondern es handelt sich um den Song "One Self" von der holländischen Band "Habitants".

Kommentare bitte wieder in den Diskussionsthread.

Ich drückte den Klingelknopf neben dem Schriftzug 'Frey'. Kurz darauf machte Julian die Tür auf und begrüßte uns verlegen lächelnd mit einem schüchternen "Hi".
"Hallo. Ich bin Lena und ich habe meine Klarinette mitgebracht." Stocksteif kamen die Worte mit einer unerwartet tiefen, rauhen Stimme über Lenas Lippen und es schien, als würden sie gegen die Hauswand knallen und krachend zu Boden gehen. Oha... Ich musste innerlich ein Prusten zurückhalten. Mit ihrem Klarinettenkoffer in der Hand ging sie hölzern auf Julian zu und drückte fest seine Hand. Ihr Blick schien dabei Julian komplett zu durchdringen. Wie das wohl in Kombination mit ihrem Outfit wirkte? Sie hatte ihre große Hornbrille auf der Nase und die pechschwarzen Haare zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Sie trug eine straffe weiße Bluse mit Rüschen, einen knielangen schwarzen Faltenrock und schwarze Schuhe.
Julian standen schon beinahe Schweißperlen auf der Stirn. Er hatte garantiert etwas anderes erwartet. Mit Mühe und Not kam ein "Kommt doch rein..." aus seinem Mund. Als ich hinter Lena über die Türschwelle trat, flüsterte Julian mir nervös zu: "Was ist denn das für ein Besen?!"
Ich grinste, strich ihm über die Schulter und antwortete leise: "Gaaanz ruhig. Sie hat ihre Qualitäten, das wirst du schon noch sehen." Ich wußte natürlich genau, was hier abging. Aber ich hatte Lena versprochen, Julian vorerst nichts davon zu erzählen, nachdem sie mir bei der etwas überfallartigen Probe bei mir zuhause an diesem Morgen nach ihrer Urlaubsrückkehr ihre Bedenken äußerte. Was Julian wahrgenommen hatte, war Lenas typisches Erscheinungsbild bei Auftritten oder Proben mit dem Schulorchester. Normalerweise würde sie nicht so herumlaufen und sich auch anders geben – selbst innerhalb unserer Schulklasse. Allerdings kam mir ihr Verhalten heute morgen dann doch ein wenig übertrieben vor.

"Wo geht's lang?", fragte Lena, nachdem sie sich ihre Schuhe ausgezogen hatte.
"Äh, die Treppe hoch…"
Ich schnitt Julian das Wort ab. "Komm' einfach mit, ich weiß, wo es hin geht." Meine Schuhe waren bereits abgestreift, ich griff mir Lenas Arm und machte mich auf den Weg mit ihr. Julian nahm seinen Arm wieder herunter, den er zum Zeigen gerade ausgefahren hatte. Sein Mund blieb etwas ratlos offen stehen. Dann ging er in die Küche, um kurze Zeit später hinter uns sein Zimmer zu betreten, mit einer Flasche Wasser und Limo und ein paar Gläsern in der Hand, die er auf seinen Schreibtisch stellte. Lena schaute sich bereits mit angestrengtem Blick das Piano an und blätterte auch in den Noten, die daneben lagen. Julian war offenbar immer noch eingeschüchtert und wusste nicht so recht, was er sagen sollte, daher legte ich los, immerhin hatte ich das Treffen ja in die Wege geleitet. Ich hatte Julian vorher nur auf Whatsapp geschrieben, dass ich eine Überraschung für ihn hatte. Ja, wahrhaftig, überrascht war noch ein harmloser Ausdruck für seinen Zustand.
"Also, vielen Dank, dass du mir dein schönes Lied nochmal als MIDI-Datei geschickt hast. Es hat echt Spaß gemacht, damit herumzuexperimentieren. Als ich das Lena heute morgen erzählt habe, ist sie gleich zu mir gekommen und wir haben zusammen ein wenig was damit gemacht. Das möchten wir dir gerne zeigen. Magst du das mit uns einmal anspielen?"

Julian bekam einen leicht roten Kopf. "Okay, gerne, da bin ich mal gespannt." Er setzte sich an sein Piano und stellte an seinen Reglern herum, während Lena und ich unsere Instrumente aus unseren Koffern holten und nachstimmten. Als wir durch waren, schauten wir ihn erwartungsvoll an. Er begriff und fing an zu spielen. Die erste Runde machte er allein. Nachdem er das Thema einmal durch hatte, setzte ich ein und spielte als Begleitung zunächst langgezogene Töne zu seiner Figur. Etwas später, nachdem er dann seine Melodie aus kürzeren Tönen eingeführt hatte, fing ich an, diese Melodie zu spiegeln. Zeitgleich setzte auch Lena ein mit den langgezogenen Tönen, die ich zuvor gespielt hatte. In der nächsten Runde spielte dann Lena die Spiegelmelodie, während ich meine eine Terz höher ansetzte, also ein Duett mit ihr spielte mit leicht in der Höhe versetzten Tönen.

Wir hatten die Stelle in Julians Stück erreicht, an der wir am Dienstag zusammen versucht hatten weiter zu komponieren. Zuletzt hatten wir es ja hinbekommen, zwei etwas unterschiedliche, nebeneinander stehende Melodien auszuarbeiten, die also jetzt beide gleichzeitig erklangen. Julian spielte seine selbst erdachte, während meine Variation nun von Lena und mir im Duett vorgetragen wurde. Allerdings konnte man sich darüber streiten, ob diese mit- oder gegeneinander erklangen. Einzelne Töne standen auf jeden Fall in Disharmonie und bissen sich daher ein wenig. Dieses währte aber nie lange, weil es ja eine recht flotte Tonfolge war und die kurzen Disharmonien gleich wieder aufgelöst wurden. Aber gerade diese punktuellen Reibereien in der Melodieführung hatten irgendwas. Wir blickten uns gegenseitig an und eine geheimnisvolle Stimmung packte uns. Fast beschwörerisch überlagerten sich die Klänge, die wir hervorbrachten. Zunächst wagte keiner, dieses Konstrukt zu stören, aber dann ließen wir uns davon treiben. Julian begann als erster zu improvisieren. Zunächst schloss er seine Augen, und was er danach spielte, wurde zunehmend verträumter und schräger. Ich ließ mich wie vor zwei Tagen von dieser Stimmung überwältigen und schloss ebenfalls meine Augen. Und erstaunlicherweise hatte ich sofort wieder das Gefühl, durch Julians Zimmer schweben zu können. Als er wieder zu seiner ursprünglichen Melodie zurückgekehrt war, fing Lena an, immer schrägere Töne in ihren Lauf einzubauen. Jetzt richtete sich meine Aufmerksamkeit auf sie und ich fing an um Lena herumzuschweben. Ich fand es immer schon faszinierend, wie sie sich in die Musik hineinsteigern konnte, die sie interpretierte. Sie hatte nicht nur eine hochemotionale Beziehung zu der Musik, die sie mochte, sondern sie nahm schon beinahe physische Ausmaße an. Entsprechend wild waren ihre Bewegungen in meiner gedanklichen Vision von ihr. So extrem waren sie in Wirklichkeit wohl nicht, aber es war in der Regel schon sehr beeindruckend, sie während einer Probe oder gar während eines Schulkonzerts zu beobachten. Ich wollte aber jetzt meine Augen nicht wieder öffnen, um das zu vergleichen. Außerdem war ihr frostiger Blick, den sie bis kurz vor Beginn unserer Session noch aufgesetzt hatte, kaum zu ertragen. Ich hoffte, dass unser Spiel ihrer 'Stimmung' zuträglich war und sie nun wieder etwas auftaute.

Ich war mir sogar einigermaßen sicher, dass auch sie inzwischen ihre Augen nicht mehr offen hatte. Falls ihr euch fragt, warum, solltet ihr wissen, dass das gar nicht so ungewöhnlich unter Musikern ist. Wer ernsthaft daran interessiert ist, das beste aus seinem Spiel herauszuholen, wird in seiner musischen Laufbahn früher oder später unweigerlich zu verschiedenen Erkenntnissen gelangen. Zuallererst, dass man besser ohne Noten spielt, wenn die Töne eines Stückes bereits einigermaßen sitzen. Das heißt natürlich nicht, dass Noten grundsätzlich verzichtbar sind. Lernt man etwas Neues, kommt man eigentlich kaum darum herum. Nun gibt es in unserer heutigen Zeit auch die Möglichkeit, sich durch Studieren von Ton- oder Bild-Aufzeichnungen dem Ziel zu nähern. Man findet sogar beinahe zu jedem etwas bekannteren Stück Tutorials auf Youtube. Aber spätestens bei schnelleren oder komplizierteren Passagen kommt man da kaum hinterher, da haben die geduldigen Noten wieder klar die Nase vorn. Das Dumme ist nur, dass man sich bei jedem neuen Lied total an das Verfolgen der Noten gewöhnt. Die Noten vermitteln einem stets ein Gefühl der Sicherheit, das man nur ungerne aufgeben möchte. Dabei unterschätzt man allerdings fast immer die schier unglaubliche Fähigkeit des eigenen Gedächtnisses. Sobald man sich nämlich vornimmt, das Stück ohne Noten zu spielen, merkt man in aller Regel sehr schnell, wie viel man davon bereits auswendig kann. Hat man sich dann erst ganz entwöhnt, spielt es sich ungemein befreiter. Das ständige Starren und Umblättern bremst einen nämlich total aus, je anspruchsvoller das Werk letztenendes ist. Für unser Projekt brauchten wir tatsächlich gar keine Noten. Julian hatte sie zwar auf Basis seiner MIDI-Datei ausgedruckt, aber nur, um sich bei der nächsten Gelegenheit besser an das bereits Komponierte erinnern zu können. Mir selbst ist es auch schon einige Male passiert, dass mir einfach nicht mehr eingefallen ist, was ich mir am Abend zuvor ausgedacht hatte, und mich dann geärgert, es nicht festgehalten zu haben. Julians Komposition war aber so markant und eingängig, dass ich sie bereits verinnerlicht hatte, als er sie mir auf dem Piano vorgespielt hatte. Und dann hatte ich ja seine MIDI-Aufnahme zum Vertiefen. Auch Lena hatte kaum Mühe, nachzuspielen, was ich ihr präsentierte.

Und eine weitere Erkenntnis aus inzwischen mehrjähriger Spielpraxis war, dass man mit geschlossenen Augen noch eine ganze Spur befreiter spielen konnte. Wenn keine Noten in Sichtweite waren, erwischte man sich stattdessen sehr schnell dabei, seine eigenen Fingerbewegungen zu verfolgen. Mit dem zusätzlichen Blick auf die Finger fixiert man beinahe noch die einstudierten Figuren. Auch das war so ein Sicherheitsding, das einen ausbremste, wenn auch nicht in dem Maße, wie es das Notenlesen tat. Spielt man mal ein erlerntes Stück ganz bewusst mit geschlossenen Augen, staunt man regelrecht - fühlt es sich nämlich beinahe so an, als ob die Finger selbst sich daran erinnern, was sie spielen sollen und nicht das Gehirn. Manchmal driftet man während des Übens auch mal gedanklich ab, und wundert sich dann, dass man dennoch in der Lage war, ein fehlerfreies Resultat zustandezubringen. Wenn man hingegen improvisieren, etwas variieren oder neues komponieren wollte, konnte das kontrollierende Starren eher hinderlich sein. Um sich also gedanklich auf etwas anderes einzulassen, war das Augenschließen ein bewährtes Mittel. Und es hatte schon so etwas wie eine Gruppendynamik: Wenn einer die Augen zumachte, hatten die anderen ebenfalls den Drang es gleichzutun.

Während ich also Lenas Spiel bewunderte, fiel mir wieder ein, was am Dienstag passiert war, als ich plötzlich den Wunsch verspürte, das Stück aus Julians Perspektive wahrnehmen zu wollen. Es folgte daraufhin ein seltsamer Tagtraum, der am Ende dazu geführt hatte, dass Julian und ich leidenschaftlich übereinander hergefallen waren. Jetzt war ich durchaus begierig zu erfahren, wie Lena unser Kammerspiel wahrnahm. Ob jetzt wieder etwas seltsames passieren würde, wenn ich mich auf sie fokussierte? In meinen Gedanken kam ich nun ihrem Gesicht immer näher... und für einige Augenblicke wurde es plötzlich dunkel um mich herum.

Ich war mir nun nicht mehr sicher, ob ich immer noch schwebte. Aber als es dann plötzlich wieder heller wurde und ich langsam Konturen um mich herum wahrnehmen konnte, kam es mir so vor, als würde ich auf dem Boden eines Zimmers sitzen. Die Konturen wurden deutlicher. Das Zimmer kam mir bekannt vor. Der Blick ging nach links auf ein Regal mit ganz vielen Büchern, Spielen und Noten. Geradezu war eine Tür zu sehen, an der ein großes Poster hing. Die Addams Family - eine von Lenas Lieblings-Serien. Der Körper, in dem ich mich befand, robbte etwas weiter nach rechts. Dort neben der Tür stand ein Kleiderschrank mit einer großen Spiegeltür. Auf der Höhe des Schranks angekommen, sah ich nun in das Spiegelbild - und sofort fing mein Herz wild zu pochen an. Ich blickte in das vertraute Gesicht von Lena. Ansonsten aber war sie vollkommen nackt. Sie begutachtete sich im Spiegel, wie sie zärtlich mit den Händen ihre Brüste massierte und sich dann langsam ihrem Schoß näherte. Scheiße, was war das wieder für ein abgefahrener Traum! Wie ihr ja wisst, wird mir gleich ganz anders, wenn ich sehe, wie jemand an Fahrt aufnimmt. Ich versuchte, die aufziehende Erregung in mir irgendwie zu verarbeiten. Sie wanderte so in mein Violinenspiel, welches Lenas schräge Improvisation zu ergänzen begann. Ich griff die Linien auf, die sie in den Raum warf, führte die Melodien fort, wenn sie aussetzte oder doppelte sie, um sie noch energischer klingen zu lassen. Ich wollte Lena meine eigene Leidenschaft entgegenbringen. So merkte ich, wie ich allmählich Lenas Perspektive verließ und sie kurz darauf von der Seite anschaute. Und tatsächlich... Lena schwenkte ihren Kopf zu mir... und wirkte überrascht, mich zu sehen. Dann aber entspannte sie sich lächelnd, als ich mich mit meinem Gesicht ihrem wieder näherte, um dann langsam meine Lippen auf ihre zu setzen. Schließlich verloren wir uns in einem langen und zärtlichen Kuss. Unser Melodiespiel wurde parallel dazu auch zärtlicher und hymnischer und näherte sich allmählich einem lieblichen Ende, das Julian wiederum mit einzelnen verträumten Akkorden unterlegte.

Am Ende ließen wir die Töne lang ausklingen. Ich setzte meine Lippen wieder ab und schwenkte meinen Kopf zur Seite - und erstarrte, als ich in die erstaunten Augen von Julian blickte, der uns auf dem Boden gegenübersaß, und auf seine Hand, die in seinem Schritt auf und ab wanderte. Irritiert riss ich mich wieder aus diesem Traum und schlug die Augen auf. "Was zur Hölle…", entglitt es mir leise. Julian, Lena und ich starrten uns an. Abgesehen von der Tatsache, dass sich alle meine Nackenhaare aufgestellt hatten, Lena aber nun irgendwie einen zufriedenen und erschöpften Eindruck machte und Schweiß auf der Stirn hatte und Julian wie benommen mit dem Kopf wackelte, nahm ich überrascht zur Kenntnis, dass sich der Gesichtsausdruck der beiden gegenüber dem Ende der gerade erlebten Traumsequenz nicht geändert hatte. Lena fand die nächsten Worte: "Was war das denn für eine geile Scheiße?" Am meisten beeindruckte mich aber diese Kehrtwende bei ihr. Als wir bei Julian aufschlugen, war sie noch beinahe der Trotz persönlich, und nun wirkte sie fast unendlich glücklich. Das passte wiederum zu diesem Traum, der mich gerade gefangen genommen hatte. Das war alles höchst seltsam. Ich wollte das jetzt gerne auf den Tisch bringen, war aber noch völlig platt und hatte keine Ahnung, wie ich das Thema anreißen sollte.

Lena setzte sich erstmal hin und griff nach einem Glas und der Limo.
"Ja, bedient Euch, bitte", bekräftige Julian.
Dann fing Lena an zu plappern. "Danke. Das brauche ich jetzt auch. Heute morgen hat mich Jenny ja mehr oder minder genötigt, bei ihr aufzuschlagen. Dabei war ich noch fix und fertig von der Urlaubsreise."
Mist, erst jetzt wurde mir gewahr, dass ich noch gar nicht groß auf Lenas Urlaub eingegangen war. Ich war so gefangen in diesem Lied, dass ich vor allem das im Fokus hatte. "Oh... Ich dachte, so ein Urlaub ist eher für die Entspannung da?! Meistens gehe ich da ein vor Langeweile."
"Nee, also interessant war das schon alles, was wir gemacht haben. Jule, meine kleine Schwester, ist vielleicht ein wenig nervig. Aber das ging eigentlich gut mit ihr. Wir waren in Österreich und hatten eine kleine Almhütte gemietet. Wir sind da gewandert, geklettert, haben im See gebadet, aber auch größere Städte besucht, mit Burgen und Museen. Das hat mir alles gut gefallen. Das Problem war die Hütte. Die war zwar total niedlich und gemütlich, aber es gab nur einen Schlafraum für uns alle! Also wirklich 'entspannen' war da nicht."
"Ach, du Scheiße... Zwei ganze Wochen..."
"... hatte ich mehr oder weniger nur Jule an der Hand, ja, und keinen Moment für mich."
"Oje, und dann habe ich dich auch gleich noch abgefangen."
"Ja, das fand ich auch hart." Sie schaute mich streng an. "Auf der Rückreise habe ich mich auch wieder die ganze Zeit mit Jule beschäftigt und bin dann gestern Nacht nur noch ins Bett gefallen und habe geratzt. Bis du um 8 angerufen hast..." Ich wurde rot. "Aber die Musik hat mir ja auch gefehlt, und vor allem du. Deswegen war ich auch gleich bei der Sache. Ich hätte aber auch nichts dagegen gehabt, noch ein oder zwei Stündchen länger zu schlafen." Jetzt schärfte sie absichtlich ihre Augen, aber mit einem Schmunzeln im Mundwinkel. "Ich glaube, du weißt genau, was mir gefehlt hat..." Puuh, schon wieder eine Anspielung auf den Traum?! Ich nickte vorsichtig. Ich rückte näher an sie heran und umarmte sie. Sie drehte gleich ihr Gesicht zu mir und suchte meine Lippen. Mit meinem Arm um ihrer Brust merkte ich bereits, dass sie schwer am Atmen war. Sie umarmte mich jetzt ebenfalls und fing an, ihre Brust an meine zu drücken. Ich blickte zu Julian herüber. Der starrte uns wieder mit offenem Mund und geweiteten Augen an. Immer noch wie im Traum... "Lena...", würgte ich ihren Kuss ab. "Wir sind hier nicht allein..."

Erst jetzt wurde mir so RICHTIG klar, was für ein Szenario ich da heraufbeschworen hatte. Ich war frisch verliebt in Julian, und er hoffentlich in mich. Aber gegenüber Lena waren meine Gefühle immer noch unverändert. Lena und ich hatten schon öfters über solch eine mögliche Situation gesprochen, und wir waren uns einig, dass das kein Grund zur Eifersucht werden sollte. Aber... wenn es denn erstmal passiert ist... Ich konnte doch nicht erwarten, dass sich Lenas Gefühle auch tatsächlich an diese Abmachung halten. Und Julian... Auch wenn ich vorher schon mit ihm darüber geredet hatte, von ihm konnte ich auch nicht erwarten, dass er meine Zärtlichkeiten mit Lena duldet. Hatte ich doch gerade ein Eigentor geschossen?

Lena atmete tief durch. "Ja, ich weiß. Tut mir leid." Dann wendete sie sich Julian zu. Ich runzelte meine Stirn. "Also, Julian. Wie soll ich das jetzt sagen... Danke, dass du dieses wunderschöne Lied mit uns gespielt hast. Ich habe das heute morgen noch gar nicht so wahrgenommen, als ich mit Jenny geübt habe. Aber eben, während wir gespielt haben und ich meine Augen geschlossen hatte, habe ich etwas seltsames gespürt, ja… beinahe etwas magisches. Als ob wir das Lied nicht nur zusammen gespielt, sondern auch gemeinsam erlebt haben. Ihr habt irgendwie genau das gespielt, was ich gefühlt habe. Oder vielleicht auch andersherum? Ich habe mich jedenfalls als Teil des Stückes wiedergefunden. Es war unbeschreiblich."

"Scheiße...", griff ich diesen Faden auf. Das machte alles total Sinn. "Genau das habe ich auch gedacht. Nachdem ich meine Augen geschlossen hatte, hatte ich einen ganz seltsamen Traum, in dem ihr beide vorgekommen seid und in dem auch ich euch ganz nah war. Und was dann wirklich gruselig gewesen ist: Als das Stück vorbei war, und ich meine Augen wieder auf hatte, habt ihr beide immer noch genauso so geschaut wie in diesem Traum."

Jetzt mischte sich auch Julian ein. "Jaa... mir ging es ganz ähnlich. Ich musste während des Spiels gar nicht groß tüfteln, ich konnte mich total treiben lassen. Ich habe die ganze Zeit nur über eure Vorlagen gestaunt, das war mir schon fast unheimlich, meine Beiträge kamen dann aber wie von selbst. Als ob ihr mir die schon zugesteckt hattet. Aber Jenny... Ich hatte auch die Augen geschlossen und einen seltsamen Traum dabei."

So langsam kam mir ein Verdacht. Hatten wir vielleicht alle denselben Traum?! "Was hast du denn in deinem Traum gesehen, Julian?"
Er grübelte kurz. "Also, zunächst hatte ich das Gefühl, durch das Zimmer schweben zu können. Vor allem Lenas Spiel hat mich fasziniert. Ich bin dann immer weiter auf sie zugeschwebt und... Mist, irgendwie klingt das alles gerade absolut lächerlich..."

Lena schaute ihn aber schon längst ganz gebannt an. "Ich ahne, was jetzt kommt. Und ich befürchte, dann muss ich mich eher lächerlich fühlen..."
"Also... da... äh..." Julian tat sich gerade etwas schwer.
Ich versuchte, die Pointe vorwegzunehmen. "...waren Lena und ich, die vor ihrem Bett hockten und sich küssten?"
Julian schaute nach unten. "Ja... und Lena... hatte überhaupt nichts an... "

Lena war nun ganz bleich geworden. "Ja, Jenny, du hast vollkommen recht. Wir sind hier nicht mehr allein..."
Ich rückte wieder näher an Lena heran und legte beruhigend meine Arme um sie. "Das tut mir echt leid…" Mehr sagte ich aber nicht, denn ich sah bereits an ihrem Blick, dass sie verstanden hatte, dass ich darauf hinaus wollte, was ich ihr am morgen noch versprochen hatte. Sie machte eine wegwerfende Handbewegung. Ich war mir aber nicht ganz sicher, was diese jetzt bedeuten sollte. War das eher ein 'Red bloß nicht darüber' oder 'Jetzt ist sowieso egal'. Natürlich tat es mir total leid, dass ein intimes Geheimnis von ihr unabsichtlich offenbart wurde, und ich wollte dazu auf keinen Fall mehr sagen als nötig, das musste sie schon von sich aus tun. Ich lenkte daher die Aufmerksamkeit wieder in eine andere Richtung. Denn mich beschäftige nach wie vor, wie dieses seltsame Phänomen zustande gekommen war. Ich fing an, laut zu denken. "Ich würde echt gerne verstehen, wie das ganze funktioniert. Liegt das an Julian? Ich habe ja am Dienstag bereits etwas mit ihm improvisiert. Da bin ich auch schon so durch den Raum geschwebt. Dann habe ich mich ihm genähert und plötzlich war ich ganz woanders. Hast du da auch etwas geträumt, Julian?"
Julian hüstelte und wurde auf einmal auch ganz bleich. "Äh, jaa… Ich... habe da wieder an den Schwimmbadbesuch gedacht..."
"Ja, das haut hin! Hast Du geträumt, dass wir uns im Sportbecken aufgehalten haben?" "Äh, jaaa... aber, ich habe das nicht nur geträumt, ich war dienstag wirklich auf der Bahn neben dir. Dann bist du am Bahnende aufgetaucht um eine kurze Verschnaufpause zu machen. Ich habe dich gesehen, und… war auf der Stelle hin und weg." Seine Stimme wurde immer leiser und vorsichtiger. "Ich weiß, das klingt total komisch, aber ich… hatte mich irgendwie direkt in dich verknallt… Du warst einfach perfekt. Du hattest so ein strahlendes glänzendes engelsgleiches Gesicht. Auch… wenn das vielleicht ein Stück weit am Wasser gelegen haben wird. Du bist so ruhig und erhaben aufgetaucht, hast dir zärtlich durch deine Haare gestreift. Ich glaube, ich habe dich nur mit offenem Mund angestarrt. Du bist dann wieder weiter geschwommen und ich habe dann erst gemerkt, dass die anderen aus meiner Klasse schon fast alle aus dem Becken gestiegen waren und bin dann langsam hinterher. Aber... im Traum war das noch anders, da bist du nach dem Auftauchen zu mir hinübergekommen."
Jetzt war ich völlig baff. "Du hast mich also schon gesehen, noch bevor ich zu dir ins kleine Becken gekommen bin?!"
Julian wurde immer kleiner. "Jaa...", kam beinahe kläglich aus ihm hervor, "und meine… ähm, Probleme, die du nachher beseitigt hast, hatten bereits da angefangen…" Ein ängstlicher Seitenblick auf Lena unterstrich, wie peinlich ihm dieses Geständnis war. Lena selbst schaute ihn aber nicht minder nervös an, was ja auch verständlich war, nachdem Julian auch ihre höchst intime Gedankenwelt mitverfolgen konnte.

Das war natürlich jetzt ein hochinteressantes Detail und machte mir so einiges klar. Wie wir in unserem Traum auf der Schwimmbahn erst aufeinander zugegangen sind und uns dann in den Arm genommen haben. Und dann spürte ich etwas Hartes an ihm... Da muss er ja wirklich sofort auf mich abgefahren sein. Natürlich ging mir das runter wie Öl, dass er so dermaßen auf mich stand.
"Du bist dann aus dem Becken raus, obwohl du eine sichtbare Beule in der Hose hattest?!"
Julian schluckte. "Naja, ich bin nicht sofort raus. Ich habe versucht, mich gedanklich abzulenken. Außerdem war es ja auch nicht besonders warm in dem Becken. Nach ein oder zwei Minuten ging es wieder. Dann bin ich raus, bevor du erneut am Bahnende angekommen bist. Ich bin dann zu den anderen ins Spaßbecken gegangen. Und da wurde es dann richtig wild. Das selbst hat mich komischerweise aber gar nicht so berührt. Je mehr sie da herumgetobt sind, desto mehr hab’ ich mich fehl am Platz gefühlt und gedacht, dass ich doch lieber in deiner Nähe wäre. Und diese Vorstellung hat mich dann wieder ganz kirre gemacht. Da saß ich dann in der Falle. Ich hätte mich nie im Leben getraut, einfach zu dir hinüberzugehen. Und mit meinem Ständer konnte ich nicht mal das Becken verlassen, ohne dass mich alle ausgelacht hätten." Julian atmete einmal tief durch. "Der Hammer kam ja erst danach. Dann standest du plötzlich neben mir. Ich dachte, ich müsste sterben, als du an mir heruntergeschaut hattest. Aber… gleichzeitig hast du mir auch ganz locker klar gemacht, dass es völlig okay war, eine Latte zu haben. Ich war irgendwie aufgeregt und erleichtert zugleich…" Dann lächelte Julian. "Dir war nur nicht bewusst, dass du selbst der Auslöser für das alles warst. Du hast dann versucht, dich einfach ganz normal mit mir zu unterhalten. Und das hat mir so enorm geholfen. Du hast dich dann aber trotzdem verraten durch deine ständigen Späße. Du hättest dich doch eigentlich am liebsten sofort ausführlich mit meiner Problemstelle beschäftigt, oder? Ein Teil von mir hätte auch tatsächlich nichts dagegen gehabt." Er seufzte. "Zum Glück haben wir das ja ganz schnell nachgeholt."
"Ja, das stimmt." Nach dieser unerwarteten Offenbarung von Julian musste ich einmal tief durchatmen. "Dann… möchte ich jetzt auch ehrlich sein. Mir ist ebenfalls richtig heiß geworden, als ich dich dort habe stehen sehen." Ich merkte, wie mir ein wenig die Schamesröte ins Gesicht schoss. "Das ist jetzt tatsächlich aber gar nicht so ungewöhnlich, muss ich zugeben. Das passiert mir oft, wenn ich mitbekomme, dass jemand, ähm..., erregt ist. Nur deswegen bin ich sofort im Becken auf dich aufmerksam geworden. Aber… das war nicht alles. Was ich ansonsten am Dienstag gesagt habe, stimmt. Du hast noch irgendetwas anderes ausgestrahlt. Das habe ich erst nicht ganz kapiert. Ich habe mich zunächst etwas geschämt. Ich dachte erst, dass ich nur…" Ich hätte eigentlich 'notgeil' sagen müssen. Das brachte ich aber irgendwie nicht über die Lippen. "...ähm… sehnsüchtig bin, weil ich Lena fast zwei Wochen nicht mehr um mich hatte." Ich lächelte Lena an. Sie erwiderte es. "Aber dann wurde mir doch nach und nach klar, dass es nur du warst, der mich so fasziniert hat. Deine ganze Erscheinung wirkte so… vielschichtig. Du warst erregt und irritiert, aber auch ruhig und nachdenklich. Das war mir total symphatisch."

Für einen Moment schauten wir uns alle verlegen lächelnd an. Dann aber plötzlich runzelte Lena ihre Stirn und brach die Stille.
"Julian, hast du vorher auch schon solche. Tagträume gehabt?"
Julian überlegte. "Nein, bisher nicht."
"Hast du denn mit anderen schonmal zusammen Musik gemacht?"
"Naja, immer mal wieder. Manchmal im Musikunterricht. Und hin und wieder hab ich mich auch mal mit einigen Mitschülern verabredet. Da ist so etwas aber nicht passiert. Es ist gar nicht so lange her, da war ich mal bei Roswitha." Lena und ich schauten fragend auf. "Sie geht auf meine Schule. Und hat ebenfalls Unterricht bei Hofmann. Wir sind da mal ins Gespräch gekommen, sie hatte mir erzählt, dass sie zu komponieren versucht. Weil ich das sehr interessant fand, haben wir uns dann mal zum Austausch verabredet. Sie hat mir ein paar Sachen vorgespielt. Und ich auch ihr. Dann haben wir versucht, zusammen etwas zu improvisieren. Dabei ist es dann aber geblieben. Sie ist sehr nett." Lena zuckte mit den Augenbrauen. "Ja, wirklich. Und es war auch interessant, wie sie komponiert. Mir war sie aber viel zu sehr in der Klassik verhaftet, das hat mich eher weniger angesprochen. Und sie konnte auch mit meinen Stücken nur wenig anfangen. War ein netter Nachmittag, aber wir waren uns einig, dass wir das nicht wiederholen brauchen."
"Und... mehr ist da auch nicht passiert?"
Julian zuckte mit den Achseln. "Nein, ich hatte keinen Tagtraum und wir fanden uns auch nicht im geringsten so interessant, dass wir übereinander hergefallen wären..." Dann grübelte er etwas. "Allerdings hatten wir auch zu keiner Zeit die Augen geschlossen."

Lena blickte uns erleuchtet an. "Du hast mit Roswitha aber nicht dieses Stück gespielt, oder?"
"Nein, ihr seid die ersten, denen ich das gezeigt habe."
"Okay. Ich bin mir ziemlich sicher, es ist das Stück. Und nicht Julian selbst." Julian und ich schauten sie überrascht an. "Das ist mir auch jetzt gerade erst klar geworden. Jenny, als du mich heute morgen zum Üben bei dir aufgefordert hattest... Du hattest die Augen zu." Oha, das stimmte allerdings. Ich ahnte etwas... "Du hast während wir gespielt haben, die ganze Zeit nur an Julian gedacht, und was ihr 'schönes' gemacht habt zusammen, richtig?"
"Oje... das stimmt… Und du hast das alles, ähm... miterlebt?"
"Ja, allerdings. Ich hab's natürlich nicht geschnallt. Du hattest mir ja zuallererst berichtet, dass du einen ganz süßen, tollen Typen kennengelernt hast und quasi schon mit ihm zusammen bist. Das alleine war bereits ein Schock, dabei ist mir echt schummrig geworden, das musste ich erstmal verdauen. Dann hast du mir das Selfie von euch gezeigt, ich wusste dann, wie Julian aussieht. Und dann haben wir gespielt. Ich hab versucht, mich voll auf die Musik zu konzentrieren und euer Techtelmechtel nicht weiter an mich ran zu lassen. Ich habe die Augen geschlossen und mich auf dich fokussiert. Und dann ging der Film los. Julian und du, wie ihr im Schwimmbad wart, wie ihr nach Hause geschlendert seid, wie ihr Klavier gespielt habt und schließlich, wie ihr euch vernascht habt..." Julians Gesicht wurde immer roter. "Ich wusste ja nicht, dass das deine Gedanken waren. Ich dachte, meine Eifersucht steigt gerade unermüdlich in mir hoch. Und ich habe mich bis eben noch gewundert, warum mir Julians Zimmer so bekannt vorkam, obwohl ich hier noch nie war."
"Scheiße... das tut mir echt leid."
"Das muss es nicht. Das Stück ist mehr als nur Musik. Es… verbindet alle gedanklich, die es zusammen spielen. Wie auch immer das funktioniert. Das ist einfach genial!"

Nun brachte sich auch Julian in die Gedankengänge mit ein, auch wenn man hören konnte, dass ihm das alles noch sehr unangenehm war. "Also, Lena, damit ich das dann auch richtig einordnen kann. Du warst vorhin, als ihr gekommen seid, so... daneben, weil du eifersüchtig warst?"
Lena nickte bestätigend. "Ja, auch deswegen."
"Achso", entgegnete ich. "Ich dachte, das wäre nur deine übliche Masche, wobei ich schon gedacht hatte, dass du es diesmal wirklich etwas übertreibst."
Jetzt schaute Julian irritiert. "Ähm... übliche Masche?! Hat das etwas damit zu tun, wie Lena in unserem gemeinsamen Traum aufgetreten ist? Lena..." Julian fing leicht an zu stottern. "D... Du scheinst eine, ähm... besondere… Beziehung zur Musik zu haben, oder? Das habe ich während der Session sehr deutlich wahrgenommen, und... ehrlicherweise hat es mich auch unglaublich... erregt. Aber... wenn du dich mit anderen zum Musizieren triffst, dann möchtest du nicht, dass diese davon etwas ahnen und benimmst dich absichtlich so… kühl?"
Jetzt musste Lena wieder tief durchatmen. "Oh Mann. Ich dachte vorhin, ich müsste sterben, als mir klar wurde, dass ich so transparent war. Aber jetzt... ich bin so froh, dass das gerade nur uns drei betrifft. Mit Jenny kann ich sowieso über alles reden. Und ich merke auch, Julian, dass du eine total ehrliche und treue Seele bist, und wir wirklich keine Geheimnisse voreinander haben müssen. Ich möchte jetzt auch ganz ehrlich sein, sonst drehe ich noch ab... Also, Julian… Wenn jeder mitbekommt, was Musik in mir auslöst, dann hätte ich verloren. Dann wäre ich wohl nur das geile Musik-Flittchen, dem jeder unter den Rock grapschen kann. Deswegen ziehe ich mich auch so… wie soll ich das sagen… konservativ an."
Ich grinste. "Und nicht nur das..." Schnell zog ich ihren Rock in die Höhe, bevor mir Lena auf die Finger hauen konnte.
Julian bekam große Augen. "Du hast ja gar nichts drunter!"
"Das wäre ja auch kontraproduktiv! Würde ich eine Hose tragen, sieht es jeder sofort. Da wären schnell feuchte Flecken drauf. Deswegen der Rock. Und weil ich nicht immer ein Zehnerpack Slips mit mir herumschleppen will und kann, lasse ich die eben weg. Es sieht ja keiner. Also vorhin... Es tut mir leid, Julian. Aber das musste sicherheitshalber erstmal sein. Aber jetzt bin ich irgendwie auch froh, dass ich mich nicht mehr verstellen brauche… Also… das bleibt bitte alles unter uns, ja?"

"Natürlich bleibt das unter uns. Das ist wirklich total schräg, Lena. Das ist ja wie ein Fluch." Julian schaute nun wirklich bedrückt.
"Ja, das ist es. Es ist Fluch und Segen zugleich. Ein Fluch, weil ich bei jeder Probe damit rechnen muss, dass ich auffliege, weil irgendwer mitkriegt, dass mein Stuhl nass wird oder es mir die Beine runterläuft. Ich habe immer ein Handtuch parat, mit dem ich mir tarnungsweise den Schweiß von der Stirn wische, aber wenn gerade keiner hinsieht, auch die Beine oder meinen Sitz. Und es ist ein Segen, weil es einfach nichts Geileres gibt, als in diese Ekstase zu verfallen. Bei zwei Konzerten habe ich sogar schon einen Orgasmus bekommen."
"Scheiße. Wie konntest du denn dabei weiterspielen?!"
"Irgendwie ging es einfach. Die Töne sitzen ja. Gefühlt waren sie zwar deutlich schriller und spitzer als sonst, aber es war ja sowieso der HÖHEPUNKT des Konzerts" - sie grinste - "und der ist nie wie bei der Generalprobe, sondern hat immer einen besonderen Flair."
"Aber wie machst du das denn im Winter? Das wäre doch etwas zu kalt untenrum, oder?"
"Ja, das ist doof. Genau so doof, wie wenn ich meine Periode habe. Aber dann muss ich da durch. Mit Slip und extra dicken Einlagen. Aber naja, die Periode ist ja nicht nur negativ. Die kann ich notfalls immer vorschieben, wenn es mir doch zu heikel oder anstrengend wird. Und ich bin froh, DASS sie kommt." Ich blickte Lena fragend an. "Ja, Schätzchen. Das muss ich jetzt mal ganz hart sagen." Sie schaute mich durchdringend an. "Eure Aktion vom Dienstag, von der du mir heute morgen erzählt hast, war ja ganz dünnes Eis." Julian und ich rissen erstaunt den Mund auf. "Auch wenn du deine erste Periode noch nicht hattest und Julian vorher noch nie abgespritzt hat, jetzt hat er es überraschenderweise doch und du weißt nicht, ob sich nicht schon eine Patrouille bei dir reingeschlichen hat. Was ist, wenn du in den nächsten 4 Wochen keine Periode bekommst? Du weißt nicht, ob es immer noch nicht soweit ist oder schon zu spät. Es wäre ein Segen, wenn du sie jetzt bekämst."

Das hatte gesessen. Mir wurde plötzlich schwarz vor Augen. Sie hatte verdammt nochmal recht. Da war ich wirklich naiv. Ich hatte wirklich noch nie darüber nachgedacht, dass es da diesen kurzen Zeitraum gibt, in dem ich bereits fruchtbar sein würde, bevor mich das Thema aufgrund der ersten Blutung abholt. Julian blickte verschämt nach unten. Ein Moment war tiefes Schweigen. "Es tut mir leid. Ich wollte jetzt nicht die Stimmung verderben. Aber es musste mal gesagt werden. Ich glaube ja auch nicht daran, dass etwas passiert ist. Aber einen Test solltest du vielleicht in den nächsten Tagen oder Wochen wirklich machen. Und jetzt natürlich vorsorgen!"

Julian stand auf. "Es ist ja nicht so, dass mir das nicht auch schon klar geworden ist. Gestern war unser Einkaufstag. Und während ich noch bei Rossmann nachdenklich vor dem Regal mit den Kondomen stand, schien meine Mutter meine Gedanken erraten zu haben. Sie sagte, sie fand gut, dass ich von mir aus daran dachte, dass etwas Vorrat vielleicht nicht schaden könnte, wenn zwei so experimentierfreudige junge Menschen zueinandergefunden hatten. Ich habe versucht, empört zu schauen. Sie meinte nur, dass es möglicherweise albern wirke, jetzt Kondome mitzunehmen, auch wenn vielleicht gar nichts im Busch sei. Aber sie werden ja nicht schlecht, und besser, es sind welche da als keine. Also..." Er zog die Schublade auf und stellte eine Packung auf den Tisch.
Lena reckte einen Daumen in die Höhe. "Gut so. Dann sollte ich dem jungen Glück sicherlich auch nicht weiter im Weg stehen. Nicht falsch verstehen. Ich freue mich echt für euch. Jenny, du hast dir genau den richtigen geangelt." Sie schaute mich leicht frustriert an.
Jetzt wurde ich dafür ernst. "Mensch Lena... Ja, ich bin sehr glücklich, dass ich Julian getroffen habe. Aber das heißt doch nicht, dass ich jetzt nichts mehr von dir wissen will." Ich atmete tief durch. "Wir kennen uns ewig. Wir kennen alles voneinander. Und wir lieben alles aneinander. Und das wird sich auch mit Julian nicht ändern. Ich liebe dich und ich brauche dich. Ich habe mich riesig gefreut, dass deine Urlaubswochen vorbei sind." Lena schaute mich mit großen Augen an. "Und das hast du auch gemerkt und genossen. Da fand ich unseren Traum eben sehr deutlich." Ich zog meinen Stuhl an sie heran und legte dann meine Hände um ihr Gesicht. "Wir haben immer gesagt: Uns bringt nichts auseinander. Wir waren trotzdem sicher, dass wir irgendwann unserem Traumtypen begegnen und das zwischen uns aber nichts ändern wird. Du hast es eben selbst gesagt. Wir sind nur nicht mehr allein. Wir können alle selbst entscheiden, was jetzt passiert. Aber..." Nun schaute ich doch entmutigt auf den Boden. "Ich könnte euch beide verstehen, wenn ihr nicht damit klar kommt, dass ich mit Euch beiden zusammen sein möchte. Wenn ihr wirklich eifersüchtig aufeinander seid, dann haben wir ein Problem, über das wir reden müssen. Und..." Das ging mir in dem Moment sehr schwer ab. "...dann muss ich wohl auch eine Entscheidung treffen." Dann kam aber wieder ein Lichtblick in mir hoch. "Aber... nach der Nummer gerade eben glaube ich, dass wir uns bereits jetzt alle so nah sind, dass keiner von Euch ein Problem damit hat."
Lenas Gesicht hellte sich ein wenig auf und sie schaute Julian an. "Also so, wie du uns vorhin im Traum angeschaut hast, hatte ich den Eindruck, du hättest noch ein wenig länger zuschauen wollen, oder?" Sie grinste. Nun musste auch Julian grinsen. Unvermittelt musste ich aufatmen. Ich führte meine Lippen zärtlich an Lenas. Sie schloss die Augen und holte tief Luft. Dann folgte ein leidenschaftlicher Kuss, der es in sich hatte.

Ich drückte meinen Oberkörper eng an Lena, sie erwiderte es, nahm ihre Arme um mich und zog mich dichter an sich heran. Sie fuhr mir über den Rücken und erreichte schließlich meinen Po, den sie zärtlich knetete. Dann schob sie ihre Hand in meine Hose. Ich fühlte ihre heißen Hände auf den Backen und schluchzte. Dabei gingen meine Hände wie selbstverständlich unter ihre Bluse, wo ich ihre Brüste zu fassen bekam. Ich fing an sie zu drücken und Lena stieß mir sofort ihren heißen Atem entgegen. Sie ließ von meinem Hintern ab und knöpfte dafür ihre Bluse auf. Mir war es inzwischen auch zu mühselig, mit meinen Händen unter ihrem BH zu fummeln und suchte auf ihrem Rücken die Haken, um ihn zu öffnen. Schließlich erwischte ich sie und sie ploppten auf. Dann streifte ich BH und Bluse einfach von ihr ab. Nun hatte ich ihre wunderschönen Dinger genau vor mir. Ich beneidete Lena ein wenig darum. Sie waren apfelsinengroß und mindestens so stramm und knackig.

Ein Frontalangriff ging mit meinen Lippen an ihre Brustwarzen. Ich drückte sie erst vorsichtig zusammen, und rieb sie dann langsam hin und her. Zwischendrin befeuchtete ich die noch trockenen Warzen mit meiner Zungenspitze. "Oh, shit." Lena begann zu stöhnen. Ihre doch relativ tiefe Stimme hatte etwas knisterndes, leidenschaftliches. Aber nicht nur deswegen stellten sich jetzt meine Nackenhaare auf. Inzwischen hatte sie auch ihre Hände unter mein T-Shirt platziert und strich über meine noch verhältnismäßig flachen Hügel. Es dauerte nicht lang, und es fühlte sich so an, als würde sie Flipper mit ihnen spielen. Unweigerlich musste auch ich stöhnen, aber gegenüber Lena hörte es sich eher wie ein Quieken an. Wie von selbst zündete sich die nächste Stufe, denn meine Hände waren inzwischen unter Lenas Rock gerutscht und drückten auf ihren festen Hintern. Sie reagierte unmittelbar darauf und hielt mit ihrem Becken dagegen. Ich versuchte, meine Hände tiefer hinter ihren Po zu bekommen. Aber Lenas Gefummel machte mich selbst fast wahnsinnig. "Genug jetzt." Ich nahm meine Hände wieder unter dem Rock hervor und stand auf, so dass ihre Hände ebenfalls von mir ablassen mussten. "Machen wir es gleich richtig." Ich zog mit mein T-Shirt über den Kopf, dann packte ich sie an der Taille und streifte ihren Rock nach unten. Nun stand sie splitternackt vor mir und schaute mich mit großen Augen an. Ich schubste sie das kurze Stück zu Julians Bett rüber und drückte ihre Schultern nach unten, so dass sie sich erst hinsetzte und schließlich lang legte. Dann stellte ich ihre Beine auf und drückte die Schenkel auseinander. Ich atmete tief durch und blickte auf den schmalen Streifen aus schwarzen Haaren, den ich über zwei Wochen lang nicht zu Gesicht bekommen hatte. Darunter wurde das Glänzen eines feuchten Films sichtbar auf den saftigen, etwas angeschwollenen, rötlich schimmernden Schamlippen. "Wie ich das vermisst habe."

Nun senkte ich meinen Kopf, lies mich von Lenas leicht herben Duft betören und legte meine Lippen auf ihre. Mit der Zunge arbeitete ich mich Stück für Stück bis zu ihrer Klitoris vor. Lena drückte ihren Kopf nach hinten auf Julians Kissen.
"Verdammt. Ich hatte schon fast vergessen, wie geil das ist", jammerte Lena. Jetzt fuhr ich zusätzlich mit meinen Fingern unruhig über ihre Feuchte und mein Zeige- und Mittelfinger fanden langsam den Weg hinein in ihre Grotte. Die Geräusche, die danach aus ihrem Mund kamen, hörten sich beinahe wie ein Grunzen an. Auf einen Schlag kam mir Julian in den Sinn, den ich mental schon fast ausgeblendet hatte, so sehr zog mich Lenas erregte Erscheinung in den Bann. Ich drehte meinen Kopf und schaute hinüber zum Klavier, vor dem er immer noch saß. Mit weit geöffneten Augen und der Hand im Schritt beobachtete er die Szenerie. Ich nahm wahr, wie er etwas leidend stöhnte. Dann blickte er uns fragend an.

"Komm doch zu uns." Etwas zögernd stand Julian auf, kam dann aber auch zum Bett und setzte sich an Lenas Seite, die nun neugierig aufschaute. Ein wenig Ratlosigkeit stieg in mir auf. "Ich kann mir vorstellen, dass das seltsam ist. Es muss sich irgendwie immer einer fühlen wie auf dem Abstellgleis, wenn die anderen beiden miteinander beschäftigt sind." Vorsichtig ergänzte ich noch: "Aber ich glaube, wir kriegen das hin, oder?"
"Mensch, Jenny, du bist total niedlich, wenn du so herumdruckst", schmunzelte Lena. Dann wandte sie sich direkt Julian zu. "Mir wird jetzt richtig bewusst, wie unverschämt das hier ist. Wir sind bei dir zu Gast, machen miteinander herum, und lassen dich einfach daneben stehen. Entschuldige bitte. Du gehörst natürlich mindestens dazu. Eher müsste ich fragen, ob ich lieber gehen sollte. Dabei... bin ich eigentlich sehr gespannt, was sich da unter deinen Klamotten abzeichnet."
Julian nickte. "D... Das war wirklich unglaublich heiß, euch beiden zuzusehen. Wollt ihr mich wirklich dabei haben?"
Lena lächelte. "Na klar, das wird bestimmt aufregend. Du bist zwar der erste Junge, auf den ich mich einlasse, aber du brauchst keine Hemmungen zu haben, egal was passiert. Ich bin ja dank Jenny schon einiges gewohnt. Jenny und du habt mir aber jetzt etwas vorraus. Da bin ich auch etwas neidisch drauf. Aber ich habe keinen Zweifel daran, dass es schön wird."
"Aber ich habe ein wenig Bedenken. Ich fürchte, euch beide schaffe ich nicht."
Ich kicherte, während ich bereits seine Hose und Unterhose herunterstreifte. "Da musst du dir keine Sorgen machen. Wir sind jetzt zusammen hier, und nur das zählt. Lasst uns einfach Spaß haben, egal was passiert, okay? Notfalls erledige ich euch beide nacheinander."
Lena gluckste.

Julian fing an zu zittern, als ich mit meinen Händen über seine Beine streifte und mich langsam seiner Körpermitte näherte. Das Blut schien ihm nur so durch sein bestes Stück zu schießen. Im Sekundentakt wippte es immer wieder nach oben, die Vorhaut hatte sich schon selbst ein Stück weit abgerollt und gab den Blick auf eine dunkelrote, pralle Eichel frei. Lena kam interessiert mit dem Gesicht näher heran. "Wow. Ich hab ja schon den einen oder anderen Porno gesehen. Aber so in 3D ist das eine ganz andere Nummer. Darf ich mal?" Sie legte ihre flache Hand an den Schaft und hielt inne, bis Julian vorsichtig nickte. Dann umfasste sie ihn sanft und schob seine Haut langsam hoch und wieder runter. Das Ding machte einen weiteren Sprung nach oben und lag nun fast senkrecht an seinem Bauch an.
"Mist, das geht nicht lange gut…", keuchte er.
"Das macht doch nichts", beschwichtigte Lena, "dann ist das eben so. Geben wir ihm doch erstmal, was er will. Und dann haben wir viel Zeit, um alles in Ruhe auszuprobieren." Ohne Vorwarnung führte sie ihren Mund herab und legte ihre Lippen an seine berstende Eichel. Julian bekam einen Schreck und auch mich durchschlug es wie einen Blitz, als ich sah, wie ihm der Atem vor Geilheit stockte und Lena ihn zärtlich liebkoste. Mir schoß in dem Moment selbst der Saft in meine Hose, die ich umgehend loszuwerden versuchte. Ich zog den Hosenbund hinunter auf meine Oberschenkel, und schon hatte ich auf Julians Bett kniend meine eigene Hand an meiner Klitoris und schrubbte grob darüber. Julian blickte mit hochrotem Kopf zu mir hinüber und begann unvermittelt laut zu stöhnen. Lena hatte die Lage längst begriffen und die Lippen wieder abgezogen. Nur ihre Faust glitt noch über sein Rohr, aus dem im selben Augenblick eine Fontäne emporstieg. Lena verlangsamte ihre Bewegungen und stellte sie nach zwei weiteren kleineren Spritzern ganz ein. Mit einem frivolen Lächeln im Gesicht betrachtete sie das Ergebnis ihrer Bemühungen. "Hey, das ging ja viel einfacher als ich dachte." Immer noch etwas schockiert ließ ich von mir selbst ab und fragte Lena, was das jetzt sollte. "Entschuldigung... Ihr wisst doch, wie direkt ich sein kann. Ich dachte ja nur, dass es für uns alle angenehmer ist, wenn wir entspannter an die Sache herangehen können. Aber... bevor er dann gleich in der Lümmeltüte verschwindet, wollte ich doch gerne wissen, wie er sich ungefiltert anfühlt. Aber eine Kleinigkeit fehlt noch..."

Sie setzte erneut ihren Mund herab auf den nun allmählich zusammensackenden Ständer und fuhr vorsichtig ihre Zungenspitze in das Ejakulat, das langsam die Eichel hinunterfloss. Dann ließ sie ihre Zunge wieder im Mund verschwinden und lutschte darauf herum, während sie ihre Augen nacheinander in alle Richtungen drehte. "Hmm, gar nicht so schlecht. Aber man muss sich dran gewöhnen."
"Lena...!"
"Ja, ist gut." Sie kicherte, während Julian aus seiner Starre erwachte und mir auf seinen Schrank deutete, an dem ich gerade stand. Ich begriff und öffnete die Schranktür, hinter der sich Handtücher fanden. Ich nahm eines heraus und reichte es Julian, der sich sofort etwas peinlich berührt seinen Schwanz säuberte. Lena hielt ihm grinsend ihre verschmierte Hand hin.
Jetzt zeichnete sich doch ein grimmiges Lächeln auf Julians Gesicht ab. Er holte aus und peitschte das Handtuch gegen ihre Hand. "Mein schlimmster Albtraum ist wahr geworden!"
"Danke, ich gebe mir alle Mühe!", flachste Lena.
Dann schaute er mich etwas vorwurfsvoll an. "Du hättest mir ruhig sagen können, dass sie noch frecher und ausgeflippter ist als du!"

Ich wollte gerade ein schlechtes Gewissen bekommen, da schüttelte er aber grinsend den Kopf und wischte ihr dann doch die Hand sauber. Plötzlich beugte er sich herunter und drückte ihr einen dicken Kuß auf den Mund. Lena schaute irritiert auf. "Lena, das war wirklich atemberaubend. Ich kann kaum glauben, dass du das zum ersten Mal gemacht haben willst. Jetzt nach dem ersten Schreck geht es mir tatsächlich auch gut damit. Ich muss echt ein Glückspilz sein, euch beide hier zu haben. Mal schauen, wie ich mich dafür revanchieren kann."

Ich atmete erleichtert durch. Die Spannung hatte sich endgültig aufgelöst. Lena schaute mir in die Augen. "Ja, es war doch eine gute Idee mich hierhin zu entführen. Du hast mich genau zur rechten Zeit abgeholt. Sonst hätte ich wahrscheinlich jetzt Jule im Bett liegen gehabt!"
"Wer träumt da nicht von? Sie hat dir doch bestimmt auch schon einen saftigen Kuss gegeben, der es in sich hatte?"
"Ja, nur leider ohne Hintergedanken."
"Leider?!?"
"Ach, ich bin sicher, man kann sie da schon an einiges heranführen. Sie ist jetzt genauso alt wie wir damals."
"Aber du willst doch nicht etwa..."
Lena lachte. "Nein... natürlich nicht! Aber letzte Woche, nachdem wir eine echt anstrengende Wanderung hinter uns hatten, da lagen wir völlig kaputt im Bett, sie allen ernstes auf mir drauf, mit dem Gesicht zwischen meinen Möpsen... Und ihre Hände hatte sie drauf liegen und knetete sie liebevoll."
"Bitte?! Und was hast du dann gemacht?"
"Na, ich habs einfach genossen!" Sie grinste. "Komm, es hat sich einfach schön angefühlt. Ja, sie fängt an, das alles zu entdecken. Und da werde ich als große Schwester das tun, was ich tun muss, um es ihr nicht zu verleiden ohne mich selbst einzubringen. Ich weiß ja selbst, wie toll es ist, sich frei entdecken zu können. Während Mama und Papa dann lieber so tun, als sei das Thema nicht existent."

Julian schaltete sich in das Gespräch ein. "Also… ich habe jetzt aber den Eindruck, dass Lena die nächste ist, die sich dringend entspannen muss."
Lena riss erstaunt die Augen auf. "Ich… also… nein… so untervögelt wirke ich doch gar nicht… oder…?"
Jetzt musste ich kichern. "Gib dir keine Mühe, es verleugnen zu wollen..." Dann schaute ich Julian einladend an. "Na, darf ich dich in Lenas Geheimnisse einführen?" Lena klappte der Mund auf. Dann drehte ich mich wieder zu ihr. "Keine Angst. So skandalös wird es nun auch nicht. Oder meinst du, es gibt noch etwas, was du noch nicht mal mitbekommen hast?"
"Also… so wie du das gerade gesagt hast, dachte ich das wirklich…" Jetzt konnte sich auch Julian ein Lachen nicht verkneifen.
"Ach meine Süße…" Ich robbte an Lena heran und drückte sie kräftig. "Genieße es jetzt einfach, okay?" Lena schloss die Augen und nickte. Ich drückte ihre Schultern etwas nach hinten und sie ließ sich langsam auf das Bett sinken. Dann deutete ich Julian an, auch heranzukommen. Der aber sah aus, als hätte er gerade einen Geistesblitz gehabt. Er ging hinüber zu seinem Schreibtisch und wischte auf seinem Handy herum. Kurz danach ertönte Musik aus seinen Lautsprechern. "Mal sehen, was der gute Brahms mit ihrer Stimmung macht. Das Violinenkonzert hat so einige Gänsehautmomente."
Lena lauschte. "Hey, das kenne ich noch gar nicht. Ich bin gespannt..."

Nun kam Julian zu mir. Ich strich Lena zärtlich über ihren Oberkörper. Wieder wurde ich bei ihrem Anblick ganz hibbelig. "Schau dir mal diese Prachtexemplare an. Sind die nicht einfach unglaublich?" Julian widersprach mir zwar nicht, aber er schaute demonstrativ auf mich, und dann sehnsüchtig an mir herunter. Oh Mann, ER war unglaublich. Er konnte mir auf den Punkt mitteilen, dass er meine Brüste noch viel schöner fand, ohne ein Wort zu sagen. Mein Herz machte gleich einen weiteren Sprung.
Selbst obwohl Lena jetzt flach auf dem Rücken lag, ragten ihre straffen Rundungen etwas in die Höhe. Ich wollte mich jetzt an sie kuscheln, musste mich aber erstmal meiner unbequem auf den Oberschenkeln sitzenden Hose entledigen. Ich öffnete den Knopf und streifte sie mir ganz ab. Dann machte ich es mir an ihrer Seite bequem, legte ein Bein über ihres und kam langsam mit meinem Gesicht an ihre Brust. Ich schaute zu Julian auf. Er war ja bereits ausgezogen, bezog nun Stellung auf der anderen Seite und wartete gespannt, was ich vorhatte. Als ich dann mein Zunge ausfuhr und über ihre Brustwarze gleiten ließ, tat Julian es mir gleich. Sofort kam Leben in Lena. "Oh… wow. Beide gleichzeitig. Schöööön…" Es dauerte nicht lange, und Lena wand sich immer unruhiger. Dann bemerkte ich aber auch schon, dass Julian von sich aus die nächste Maßnahme ergriff. Er saugte zwar immer noch an Lenas linker Brustwarze, fuhr aber mit der Hand bereits langsam über ihren runden Bauch Richtung Unterkörper. Dann ließ er sie auf ihren Oberschenkel gleiten und begann, diesen zärtlich zu kneten. Folgerichtig strich auch ich mit meiner Hand an ihr herunter auf den anderen Oberschenkel. So streichelten wir Lenas Schenkel von außen und irgendwann auch von innen und kamen dabei ihrem Schamdreieck immer näher. Irgendwann fing Lena an, ihren Po zusammenzukneifen und dabei langsam auf und ab zu setzen. Sie schnurrte dabei wie eine Katze.

Dann wagte Julian, seine Finger über ihren Spalt zu führen. Ich sah, wie er vorsichtig ihren Haarwuchs betouchte. Dabei ließ er tatsächlich von ihrer Brust ab und begann fasziniert zu begutachen, was er da nun zwischen seinen Fingern fühlte. Natürlich, für ihn war es das erste Mal, dass er eine Schambehaarung ertasten durfte. Bei mir wuchs ja noch so gut wie nichts, wie auch bei ihm selbst. Jetzt hatte aber auch ich meine Zunge nicht weiter an Lenas Oberkörper, sondern schaute fasziniert zu, was Julian trieb. Wie er vorsichtig den Gnubbel meiner Lena streichelte, der auf ihren dezent hervorstehenden Labien thronte, zwischendurch immer wieder sachte seine Finger zwischen ihre Schamlippen drückte und vorsichtig mit ihnen in sie eindrang. Ich merkte, wie meine Pumpe allmählich immer schneller arbeitete. Und nicht nur meine. Vor allem Lena japste immer mehr und fing regelrecht an zu zittern. Als ich dann sah, dass Julians Finger von Schleim benetzt glänzten, spürte auch ich wie die Feuchte immer mehr aus meiner eigenen Spalte kroch.

Julian wurde es in seiner aktuellen Position offenbar etwas umbequem. Er lag schon nicht mehr längs an ihrer Seite, sondern hatte sich halb aufgerichtet, ein Bein auf den Boden gesetzt und hielt seinen Oberkörper über Lenas Becken. Jetzt kam er wieder richtig aufs Bett und schwang vorsichtig ein Bein ganz über Lenas Körper. Er hockte nun aufrecht über Lenas Beinen und hatte ihre angeschwollene, saftige Spalte genau vor sich. Ich sah aber auch, dass sich sein bestes Stück in der Zwischenzeit wieder vollständig regeneriert hatte und aufgeregt über Lenas Oberschenkeln auf und ab wippte. Dieser Anblick erinnerte mich sehnsüchtig wieder sofort an unsere erste Bettszene und ich wünschte mir, er würde jetzt so über mir knien und mir gleich zärtlich seine Stange einführen. Aber dann wurde mir wieder bewusst, dass Lena es gerade viel nötiger hatte als ich und wollte ihr diese Erfahrung von Herzen gönnen. Ich flüsterne Julian zu: "Ich glaube, jetzt wäre genau der richtige Moment…" Julian schaute mich mit großen Augen an. Dann nickte er fast unmerklich und schaute an mir vorbei zu seinem Schrank, auf den er die Packung mit den Kondomen gestellt hatte. Ich wollte ihm behilflich sein, drehte mich kurz herum und angelte mit ausgestrecktem Arm nach dem Karton. Dann öffnete ich den Deckel, nahm ein Exemplar heraus und stellte die Kiste zurück auf den Schrank. Neugierig riss ich das Päckchen ein und zog das etwas schleimige Ding heraus. Julian schaute mir gespannt zu. Es war offensichtlich für uns beide das erste Mal, dass wir in Berührung mit einem Kondom kamen. Ich beugte mich zu Julian hinüber, griff vorsichtig nach seinem Schaft und setzte das zusammengerollte Ding mit der anderen Hand auf seine inzwischen sichtbar zitternde Eichel. In der Schule hatten wir bereits im Biologieunterricht darüber gesprochen und Frau Görnig hatte uns die Anwendung an einem Stück Rundholz demonstriert. Jeder hatte versucht, möglichst desinteressiert zu wirken, in Wirklichkeit war ich mir sicher, dass sich jeder der Jungs dabei vorgestellt hatte, wie die Görnig, die tatsächlich ein durchaus heißer Feger war, ihnen das Teil persönlich anlegte. Und auch die meisten Mädchen waren bestimmt schon in Gedanken dabei, ihrem bevorzugten Mitschüler ein selbiges überzuziehen. Mit den Fingerspitzen der einen Hand das Reservoir zudrücken, mit den Fingern der anderen Hand den Ring nach unten über die Eichel drücken. Das machte ich jetzt auch, und es ging überraschend schwer, nicht nur weil das Latex sich über den prallen Kopf dehnen musste, sondern auch weil mir das schmierige Ding zwischen den Fingern wegrutschte. Dann aber hatte ich es endlich über die ganze Eichel gestülpt und konnte es nun mit beiden Händen ganz über Julians Schaft ziehen. Ich lächelte ihn an, massierte dabei aber noch genussvoll sein Teil. Julian genoss es auch, er musste augenblicklich schärfer seinen Atem ablassen. Ich schloss dabei unwillkürlich meine Augen und wünschte mich wieder an Lenas Stelle. Nein, jetzt war sie dran!

Während ich Julian nun andeutete, dass er sich ans Werk machen kann, überkam mich plötzlich ein seltsames Gefühl. Mein Puls ging in die Höhe und winzige Nadelstiche terrorisierten meine Herzgegend. Für einen Moment verlor ich die Fassung. War das etwa… Eifersucht? Oder Resignation? Hatte sich das für Lena genauso angefühlt, als ich ihr heute morgen von Julian erzählte oder später, als sie mir frustriert das Feld überlassen wollte? Ich fühlte mich gerade so, als würde ich von jetzt ab nicht mehr dazugehören. Seltsam. Vorhin, als Lena Julian einen geblasen hatte, war das nicht so. Da war ich aber stattdessen voll Empörung über ihr Vorgreifen und gleichzeitig ungeheuer erregt, weil es Julian auf der Stelle umgehauen hatte. Jetzt aber hatten wir alles ruhig angehen lassen und diese Emotionen konnten ganz ungestört über mich kommen. Dann plötzlich spürte ich von hinten eine zärtliche Berührung an meiner Hüfte. "Hey, Jenny… Alles ist gut… Komm her…" Okay… Lena MUSSTE es offenbar ganz ähnlich gegangen sein. Sie schien genau durchschaut zu haben, was in mir passierte. Sie umfasste nun mit beiden Händen meine Hüften und zog mich zu ihr hinauf. Aber bevor ich mit ihr in die 69 ging, schaute ich ihr noch einmal schmachtend in die Augen und konnte dann nicht anders, als ihr noch einen dicken Kuss auf den Mund zu drücken, den sie willig erwiderte. Mir schoss eine Träne ins Auge.

Das Stechen war wieder verschwunden. Ich atmete tief durch, schwang vorsichtig ein Bein über Lenas Oberkörper und setzte mich auf ihren Bauch. Dann arbeitete ich mich langsam mit meinem Hintern bis zu ihrem Gesicht vor. Schon hatte ich ihre Hände auf meinen Pobacken, die mich sogleich zärtlich kneteten. Ich selbst hatte nun einen Logenplatz und konnte genau verfolgen, was Julian jetzt mit Lena machte. Ich bin nicht außen vor, sagte ich mir noch einmal. Ich darf mittendrin sein. Sie lieben mich beide, und möchten mich zwischen sich haben. Ich muss mich nur darauf einlassen. Als erstes stellte Julian ihre Beine auf, damit er sich selbst zwischen diese positionieren konnte. Er robbte dann immer weiter an sie heran, bis sein Schwanz auf Lenas Lippen zum Liegen kam. Vorsichtig bewegte er sich vor und zurück und rieb somit seinen Schaft über ihre Klitoris. Dabei öffnete er – wohl unbeabsichtigt – seinen Mund, während sein Blick aber auf ihren angeschwollenen Genitalien gebannt haften blieb. Denn nicht nur sein Ding wippte zwischendurch immer wieder kurz in Höhe, auch Lenas Schamlippen schienen immer dicker und saftiger zu werden. Passend dazu vernahm ich ihr grummelndes Gestöhne.

In dem Moment wurde ich wieder auf die Musik aufmerksam, die unsere Szenerie begleitete. Waren bis eben noch eher liebliche Violinenfiguren zu vernehmen, gab es jetzt einen Einschnitt. Die Violine verstummte, und die Orchesterbegleitung ging über zu allmählich immer bedrohlicher wirkenden Akkorden. So als ob gleich ein Sturm aufzieht, schoss es mit durch den Kopf. Julian versuchte derweil, seine Eichel näher an Lenas Vagina hinunterzuführen, ohne dabei eine unbequeme Position einnehmen zu müssen, was gar nicht so einfach war, da ihr Hintern doch einigermaßen in die Matratze eingesunken war. Daran hatte ich auch noch meinen Anteil, da ich über ihr verweilte und wir die Liegefläche gemeinsam beschwerten. Sie musste irgendwie höher kommen, war mir sofort klar. Ich schaute mich um und griff nach einem großen Kissen, das am Bettrand an der Wand lehnte. Das stopfte ich ihr unter ihre Hüften, so dass ihr Po wieder in die Höhe ragte. Jetzt kam Julian deutlich besser an sein Ziel. Lenas Öffnung wirkte aufgrund ihrer angeschwollenen Schamlippen geradezu schmal. Alles glänzte schmierig, und so hatte Julian tatsächlich kaum Mühe, seine pralle Eichel langsam in Lena verschwinden zu lassen. Sie quittierte das mit einem lauten "Oohhhhhh" und bäumte sich dabei etwas auf. Sie hatte zwischendrin bereits von meinen Pobacken abgelassen, brauchte aber nun ganz offensichtlich etwas zum Festhalten, erwischte meine Hüften und zog mich regelrecht hinunter auf ihr Gesicht. Das hatte natürlich zur Folge, dass ihr Gestöhne zwangsweise von einem gurgelnden Schmatzen abgelöst wurde und ich mich plötzlich im siebtem Himmel fühlte, als ich ihre Lippen und ihre Zunge auf meiner inzwischen reichlich feuchten Spalte spürte.

Julian ging es aber kaum besser. Sein Mund stand immer noch offen, dafür waren die Augen nun zu. Aber weitaus beeindruckender war das, was unter der Gürtellinie passierte. Inzwischen wurde sein Ständer fast vollständig von Lenas dicken Schamlippen verschluckt. Es sah schon beinahe beängstigend aus, was aber wohl vor allem der Tatsache geschuldet war, dass sich das Geschehen nur wenige Zentimeter von meiner Nase entfernt abspielte. Verführerisch saßen ihre inzwischen ebenfalls prall hervorstehenden Lappen darüber, und ich konnte einfach nicht anders, als ihnen einen dicken Schmatzer zu verpassen. Dann ging alles wie von selbst, meine Zunge blieb quasi an ihnen kleben und meine Zähne vergruben sich vorsichtig in Lenas Gnubbel. Augenblicklich wurde es wieder luftiger um meine eigene Grotte, denn meine Süße stieß einen spitzen Schrei aus, während sie wohl ihren Nacken tief in Julians Kopfkissen drücken musste. Kongenial dazu nahm Brahms gerade mächtig an Fahrt auf und steuerte auf das Finale des Satzes zu. Die erste Geige spielte sich immer weiter in Rage auf einem bombastischen Ensembleeinsatz. Dann war es um Lena geschehen. "Scheiße! Ich… ich… uuhhhhhh…" Julian öffnete beinahe erschrocken wieder seine Augen und stellte seine Bewegungen irritiert ein. Sein Ding ploppte mehr oder weniger aus ihrer Scheide, als Lenas Unterkörper sich mächtig aufbäumte. Ich hatte inzwischen meinen Mund längst wieder in sicherer Entfernung positioniert, stattdessen rubbelte ich noch mit meinen Fingern weiter an ihrer Klitoris. Ich wusste, dass sie es liebte, wenn diese bis zum Ende stimuliert wurde. Innerlich war ich aber jetzt auch auf 180. Es war unglaublich aufregend, Lenas Höhepunkt beizuwohnen. Es war unnötig, Julian auf das bevorstehende Spektakel hinzuweisen, denn er verfolgte es bereits total gebannt. "Oaaahhhhhhh…" Es wirkte beinahe so, als würden ihre Lippen platzen. Aber sie überlegten es sich anders und zogen sich sogleich wieder zusammen, und das wiederholte sich noch ein paar Mal. Dabei ergoss sich stets ein kleiner Schwall Flüssigkeit aus ihrer Öffnung. Und auch ihr Anus öffnete und schloß sich rhythmisch dazu. Einen so heftigen Orgasmus hatte ich bei Lena bislang noch nicht erlebt. Und auch Julian schien tief beeindruckt davon zu sein. "Ihr seid echt wahnsinnig…", keuchte Lena. Nun schaute Julian lächelnd zu mir. Am liebsten hätte ich ihn jetzt abgeklatscht, merkte dann aber, dass ich mich gar nicht wirklich rühren konnte. Mein Herz raste vor Aufregung und das schien Julian an meinem Gesichtsausdruck ablesen zu können. Sein Blick wurde plötzlich ganz sehnsüchtig. Er brauchte gar nichts sagen. JETZT MÖCHTE ICH DICH. Sofort spürte ich es pochen zwischen meinen Beinen.

Ich überlegte, wie wir das jetzt am besten bewerkstelligen konnten. Lena lag immer noch völlig erschöpft unter mir. Julians Schwanz wippte erwartungsvoll auf und ab. Er machte mit seiner Hand eine Drehbewegung. Ja, ich begriff. Vorsichtig setzte ich mein linkes Bein rüber auf die rechte Seite, drehte mich zu Lena und schwang dafür mein rechtes Bein zurück. Jetzt schaute ich direkt in Lenas zufrieden strahlendes Gesicht und konnte nicht anders, als sie ebenfalls anzustrahlen. Dann senkte ich mich etwas herab und kam schließlich mit meinen Brustwarzen auf ihren zum Liegen. Mit meinen Unterarmen stützte ich mich dabei auf das Bett und hatte dann das Bedürfnis, Lena einen innigen Kuss zu verpassen. Währenddessen spürte ich auch schon Berührungen an meinem hochgereckten Po. Julians heiße Hände kneteten meine Backen, dann spürte ich seine Stange an meinen Lippen. Ich fühlte mich so glipschig, dass er sicherlich ohne Mühe sofort ganz tief in mich hätte eindringen können. Aber er war vorsichtig, ging langsam vor und zurück und dabei jedesmal ein kleines Stück tiefer. Was mich nur noch sehnsüchtiger machte. Ich hatte noch genau den Dienstag in Erinnerung, als ich ihn zum ersten Mal in mir hatte. Ich hoffte, dass mich jetzt wieder diese Welle erfassen würde. Dann war es soweit, er war bis zum Anschlag in mir. Er verharrte ganz tief drinnen. Er schien es zu genießen, den Widerstand am Ende meiner Höhle zu spüren. Ich konnte ganz genau fühlen, wie seine Spitze in mir pochte. Das Pochen übertrug sich auf mich. Plötzlich begannen meine Scheidenwände, im gleichen Rhythmus zu zucken. Mein Puls wurde immer lauter. Und dann… merkte ich, dass es kein Zurück mehr gab. Julian bewegte sich wieder ganz leicht zurück, aber es fühlte sich so gewaltig an… "Oh Mann… Ist das geil…", stammelte er völlig außer Atem. "Was machst du? Ich… halte das nicht mehr aus." Dabei machte ich gar nichts, das passierte von ganz allein. Ich merkte schon halb berauscht, wie es mich gleich durchschütteln würde.
"Komm einfach, das fühlt sich… so… geil... an", animierte ich ihn. Das ließ er sich nicht zweimal sagen.
"Oh Gott… Aaahhhhh…". Sein Schwanz explodierte in mir. "Hoahhhh…" Ich weiß nicht mehr, wie oft er in mir zuckte, aber ich wurde fast wahnsinnig dabei. Ich wimmerte. Als es sich dann endlich so anfühlte, als würde es abebben, hielt ich es nicht mehr aus. Ein unglaublicher Druck hatte sich in mir aufgebaut.
Das Pochen in mir wurde so heftig, dass mir ein Schrei aus dem Hals glitt. Ich ging mit meiner Hand zwischen meine Beine und drückte mir fast schmerzhaft auf meine Labien, als ob ich das schlimmste damit noch aufhalten könnte. Aber genau das Gegenteil war der Fall. Ich spürte, wie Julians Ding aus mir heraus glitt. Im selben Augenblick entlud sich in mir etwas. Ein fetter, satter Strahl fladderte aus mir heraus. Und es fühlte sich viel zu geil und erlösend an, als dass es mir in diesem Augenblick in irgendeiner Weise hätte peinlich sein können.
"Jenny…!" Julian klang regelrecht besorgt. Mein gesamter Unterkörper zuckte völlig irre vor sich hin und ich sackte lachend zusammen. Es war ein Lachen der Erleichterung. Aber es war so daneben, dass man es bestimmt auch für ein Heulen oder Husten hätte halten können. Nach einer gefühlten Ewigkeit nahm ich den Brahms wieder war. Die Violine hatte sich wieder beruhigt und ließ den Satz hymnisch ausklingen. Ebenso sackte ich jetzt auf Lena zusammen.
"Mann, war das heftig…"

Erst nachdem der Konzertsatz ganz verstummt war, konnte ich mich wieder aufrichten. Erst nun begann sich ganz leise ein schlechtes Gewissen in mir breit zu machen. "Ich ziehe dir gleich das Bett ab, bevor die Matratze allzu nass wird…" Ich drehte mich von Lena herunter und setzte mich auf. Dann fiel mir aber erstaunt auf, dass unter uns ein großes Handtuch gelegen hatte. "Nanu? Lag das da schon die ganze Zeit?!" Julian grinste leicht. "Ja… ich hatte es vorher schon da hingelegt. Ich hatte da so eine Ahnung…"
Lena prustete. "Haha, wie geil… Er denkt auch noch mit! Perfekt!"
Julian hatte sich bereits das Kondom abgenommen und zog nun das Handtuch vom Bett. "So, alles wieder sauber. Wollt ihr euch auch noch abwischen?" Er reichte mir ein kleines Handtuch, mit dem ich mich schnell trocknete und an Lena weitergab, die es mir gleichtat. Dann aber drehte sie sich wieder zur Seite. "Das war echt total schön mit euch. Da kann mein Urlaub gar nicht mithalten." Ich hörte sie schnaufen. "Aber ich hoffe, ihr habt nichts dagegen, wenn ich nochmal ein paar Minuten die Augen zudrücke? Ich bin total alle."
"Na klar", antwortete Julian verständnisvoll. "Nach dem Vormittag ist das ja irgendwie auch kein Wunder. Ich würde mich am liebsten gleich dazulegen."
"Na dann!", griff ich diesen Faden auf. "Machen wir es uns doch gemütlich." Ich drückte Lena ein Stück zur Seite an die Wand. Sie machte mir Platz und ich kroch dicht an sie heran. Ich schnappte mir das Ende der Bettdecke, die längst auf dem Boden gelandet war und zog sie über uns. Dann deutete ich Julian an, sich auch noch dazuzulegen. Er nickte, ließ die Handtücher noch in einem Korb verschwinden, der an seiner Tür stand, dann kroch er ebenfalls zu uns unter die Decke. Nun lag ich zwischen den beiden und fühlte mich einfach nur pudelwohl.
"Wisst ihr was? Ich bin so froh, dass ich jetzt mit euch beiden zusammen sein kann", hauchte ich über die Bettdecke. "Ich liebe euch über alles…"
"Ich liebe meine Squirt-Queen auch", hörte ich mit müdem Ton durch die Decke aus Lenas Richtung. Empört stubste ich Lena in die Seite. "Was denn? Keine squirtet so beeindruckend wie du."
"Dafür zuckt deine Muschi so geil wie keine andere", entgegnete Julian völlig trocken.
Völlig perplex drehte ich mich zu ihm. Sogar Lena schielte zu ihm hinüber und giftete: "Woher willst du das denn wissen?"
"Naja, ich wüsste sonst nicht, in welche Geheimnisse ich sonst hätte eingewiesen werden sollen." Lena langte einmal über mich hinweg in Julians Seite. "Sei froh, dass ich gerade so müde bin!"
"Das bin ich tatsächlich! Aber du kriegst trotzdem noch einen Gute-Nacht-Kuss." Er beugte sich über mich und drückte seine Lippen auf ihre Schulter.
Sie drehte sich nochmal um und strahlte ihn an. "Wenn, dann richtig." Also verrenkte er sich noch ein Stückchen weiter und gab ihr einen Schmatz auf ihren Mund. Lena rollte sich wieder zusammen. "Und dein Brahms ist auch voll die Wucht. Wenn der nicht gewesen wäre, wäre ich vorhin schon eingeschlafen…", murmelte Lena.
Julian grummelte. "Vielen Dank für diese Rückmeldung." Lena kicherte.
Auf dem Rückweg hielt Julian über mir inne. Er schmachtete mich mit einem durchdringenden Blick an. Mir wurde richtig butterweich innendrin. Dann drückte er auch mir seine Lippen ins Gesicht. Ich erwiderte es willig, und so schmatzten wir uns noch einen Moment lang ab, bis er sich ebenfalls müde auf seine Seite drehte. Es war beinahe himmlisch, wie vertrauensvoll wir drei miteinander umgingen. Ich wünschte mir, die Sommerferien würden ewig so weitergehen. Julian und ich schauten uns noch eine ganze Weile in die Augen, bis wir irgendwann beide wegdämmerten.

Als ich wieder zu mir kam, saß Lena auf der Bettkante. "Also, ich hätte jetzt große Lust, ein wenig raus zu gehen. Es ist Sommer, da müssen wir ja nicht die ganze Zeit in der Bude herumhocken", muffelte Lena herum.
"Okay", grübelte Julian, der auf seinem Klavierhocker saß, "ich könnte einen Spaziergang am Feldrand empfehlen. Ist hier sogar als offizieller Wanderweg ausgeschildert."
"Au ja. Ich wollte ohnehin mal die romantischen Ecken von Kurzbach begutachten."

Schnell hatten wir uns die nötigsten Klamotten wieder angezogen, und das waren bei den Temperaturen nicht viele. Ein wenig mussten wir noch durch den Ort schlendern, eine weitere Siedlung durchqueren, aber dann hatten wir einen wunderschönen Ausblick auf die angrenzenden Felder, die antike Kirche im Nachbarort und einen Wald, der sich weiter westlich anschloss. Julian zeigte sich als versierter Fremdenführer und erklärte uns alles historische rund um Kurzbach.

Kurz bevor wir in den Ort reinkamen, fing Julian an zu philosophieren. "Ich war nach Jennys Überfall ja echt erstmal ein wenig eingeschüchtert, vor allem, weil sie bei jeder Gelegenheit immer wieder dich, Lena, anführte. Aber nun bin ich wirklich total glücklich, euch beide hier zu haben. Was ich spannend finde: Mir wurden schon häufiger 'beste Freundinnen' vorgestellt. Und bei vielen dachte ich, dass das gar nicht zusammenpasst. Bei einem Mädel hatte ich den Eindruck, dass sie nur froh war, überhaupt endlich mal mit jemandem in Kontakt gekommen zu sein. Oder da war mal eine, die nur jemanden brauchte, um ihre Egozentrik zu rechtfertigen. Aber euch beide... Ich hätte echt nie gedacht, dass es Mädchen gibt, die so innig miteinander sind. Wie lange liebt ihr euch schon so leidenschaftlich?"

Lena schmunzelte. Ich holte dafür ein wenig aus. "Wir kennen uns ja schon aus der Sandkiste, unsere Eltern sind befreundet, wir haben uns also von jeher häufig besucht und auch oft bei der anderen übernachtet. Dass wir die besten Freundinnen sind, war uns eigentlich schon im Kindergarten klar. Jaa... und dann kam irgendwann dieser Abend, an dem es so richtig geknistert hat. Da waren wir 10, kurz bevor wir auf die Weiterführende gekommen sind." Mir wurde immer noch ganz anders, wenn ich an diesen Abend zurückdachte. Ich atmete tief durch. Julian hob gespannt seine Augenbrauen.
Lena übernahm. "Unsere Eltern wollten an dem Abend gemeinsam zu einer Party. Jule hatten sie bei einer ihrer Freundinnen untergebracht, bei der sie immer mal gerne übernachtet. Und sie fanden es okay, wenn Jenny und ich alleine im Haus blieben. Wir haben uns dann also einen gemütlichen Abend vorbereitet. Mit Pizza, Chips und Limo und einem Film. Wir durften auch den Fernseher mit in mein Zimmer nehmen. Der Film war dann irgendwann zuende und wir haben herumgezappt. Ich werde nie vergessen, wie wir dann auf 3sat hängen geblieben sind, wo sie eine Aufführung von Carmina Burana gesendet hatten. Ich kannte das vorher noch nicht. Es war so bunt und so schrill, ich habe nur noch mit offenem Mund auf den Fernseher gestarrt."
"Und ich habe mich gewundert, was mit ihr los ist. Sie saß da wie paralysiert auf dem Bett. Sie hatte eine Gänsehaut. Und nicht nur das, ich sah richtig Abdrücke von ihren Brustwarzen an ihrem T-Shirt. Ihre Hände hatte sie zwischen ihren Beinen und drückte sie in ihren Schoß. Auf mein 'Was ist los mit dir?' reagierte sie überhaupt nicht. Ich hab dann ganz fasziniert an ihre Brust gefasst, da durchzuckte es regelrecht ihren Körper und meinen in dem Moment auch. Sie seufzte und bei mir fing es an zu kribbeln."
"Mein Herz fing dann wie wild zu pochen an und ich hatte den starken Impuls, mich einfach nur noch an Jenny zu schmiegen. Ich wollte, dass sie auch meine andere Brust anfässt. Ich habe sie dann umarmt, ihr einen Kuss auf den Mund gedrückt und ihre Hände unter mein T-Shirt geführt."
"Und dann ging es richtig los. Weil uns irgendwann bewusst wurde, dass es uns beiden auch untenherum gekribbelt hat, waren wir neugierig darauf, wie sich das bei der anderen anfühlte. Wir haben uns dann also gestreichelt, befummelt und sogar geleckt. Es war so herrlich. Wir waren bestimmt mehrere Stunden total in Ekstase, hatten unseren ersten Orgasmus und auch nicht nur einen. Wir haben irgendwann gerade noch so mitbekommen, dass Lenas Eltern wieder zuhause waren, und uns dann ganz schnell schlafend gestellt."

Man merkte, wie Julian allmählich heiß wurde. Er begann, die Luft wieder schubweise abzulassen.

"Das war dann unser Summer of 69."
"Häh," schaute Julian irritiert, "Summer of 69? Meint ihr den Song von Bryan Adams?"
"Ja, allerdings."
"Was hat das denn damit zu tun?"
"Hast Du den Text mal mitbekommen?"
"Ja, schon, das Lied wird ja ständig von irgendwelchern Schülern gecovert, weil es nicht sehr schwer ist. Okay, es geht glaube ich um Jugendliche, die gemeinsam am Lagerfeuer Musik machen, eine Band gründen und auch um seine erste große Liebe. Und das in diesem Super-Sommer von 1969. Passt nicht so hundertprozentig, oder?"
"Jaha, das denken wohl die meisten, dass es um den Sommer 1969 geht."
"Etwa nicht?"
"Weißt du, wie alt Bryan Adams 1969 war?"
"Na, bestimmt 17 oder 18 oder so."
"Er war da noch nicht mal 10 Jahre alt!"
"Hä, aber wieso singt er dann über den Sommer? Ich dachte, er singt über seine Band, Jimmy und Jodie... Die gab es doch, oder?"
"Das ist richtig. Er singt über seine Band, er war da bestimmt auch 17 oder 18, aber es kann dann nicht um 1969 gehen. 69 wird ja auch ohne Apostroph geschrieben."
Julian grübelte. Dann fiel der Groschen endlich. "Ach du Scheiße... Er meint..."
"Genau!", kicherte Lena. "Das musste er seinen Zuhörern aber auch erst erklären. Und weißt Du, was das geilste daran ist?" Julian zog die Augenbrauen hoch. "Wie du sagtest, das covert fast jede Schülerband. Und fast jeder weiß nicht, worum es in der Refrainzeile tatsächlich geht. Und wenn du dann in dieses schelmische Lächeln des Sängers oder der Sängerin - meist mit eher wenig Schambehaarung - schaust und dabei 'Summer of 69... These were the best days of my life' hörst, kriegst du dich vor Lachen kaum noch ein."

"Mist", jammerte Julian, "wie soll ich denn jetzt noch einmal ohne Nebengedanken jemanden Summer of 69 performen hören?"
"Huhu, willkommen im Club! Wie wäre es, wenn wir es gleich mal versuchen?"
"Wir haben aber nicht mal 'ne Gitarre."
Bei diesem Satz kam mir wieder eine Eingebung hoch, die mich bereits häufiger überkam. Klavier war echt ein nettes Instrument, aber auch sperrig, wenn es um spontane Songbegleitung ging. Ich fand ebenfalls Gitarre sehr interessant, allein wegen der Verwandtheit zu meiner geliebten Violine. "Vielleicht sollte ich statt Klavierunterricht lieber über Gitarrenunterricht nachdenken. Einen Tastenexperten haben wir ja nun."
Julian schaute ein wenig in die Röhre. "Hm, doch kein Duett mit mir?"
"Das schließt sich ja nicht aus. Wenn ein zweites Piano gebraucht wird, krieg ich das sicher hin. Auch ohne Unterricht. Notfalls bringst du mir das bei! Aber eine Gitarre... Das hätte doch was."
"Allerdings", pflichtete Lena mir bei. Dann blieb sie plötzlich wie angewurzelt stehen. "Ach... das habe ich noch gar nicht erzählt..."
Julian und ich schauten neugierig auf.

"Als wir im Urlaub einen Stadtbummel gemacht hatten, bin ich natürlich in einem Instrumentenladen hängen geblieben. Da stand auch gerade so ein Typ mit einem E-Bass in der Hand und slappte so vor sich hin. Den muss ich ungeheuer fasziniert angeschaut haben. Plötzlich fragte er mich, ob ich das auch mal versuchen möchte."
"Ui."
"Jaha. Er hatte mich tatsächlich durchschaut. Gerade wenn er die tiefsten Töne hatte ausklingen lassen, vibrierte alles in der Umgebung mit. Ich habe das sogar über den Fußboden gespürt. Es hat in meinen Beinen dabei gekribbelt. Ich habe das Angebot auch sofort angenommen und mir den Bass umgehängt."
"Oh, nein..." Julian drückte sich die Hand an die Stirn. "Ich ahne, wie das ausging."
Lena grinste. "Es war total geil. Sozusagen eine neue Facette der Geilheit. Ich hätte da im Raum an die Decke springen können. Meine Haare haben sich ÜBERALL aufgerichtet. Ich musste echt aufpassen, keinen Stöhner dabei rauszubringen."
"Und du bist dabei auch nicht ausgelaufen?"
"Ich hatte zufällig gerade noch meine Tage... Mit meinen Eltern habe ich da auch schon drüber geredet. So ein E-Bass wäre gebongt."
"Oh mein Gott, wenn die wüssten…"

"Hammer! Dann hätten wir also jetzt: Klavier, Keyboard, Bass, Klarinette, Violine und vielleicht Gitarre", zählte ich auf. Lena ergänzte: "Und Gesang. Nicht zu vergessen, bei uns stehen noch eine Trompete, eine Posaune und diverse Flöten herum, die habe ich auch schon erfolgreich ausprobiert." Julian schaute sie mit großen Augen an, was Lena sofort bemerkte. "Ja... Wenn Blasen, dann auch richtig." Sie machte einen Kussmund und kicherte.
Julian verdrehte die Augen. "Mann, bist du ein Biest."
"Gewöhn' dich dran!"

Unsere Spazierrunde näherte sich dem Ende. Wir waren inzwischen wieder an der Schwimmhalle vorbeigekommen und in den Fußweg zu Julians Haus abgebogen. In Gedanken sah ich uns schon mit unseren Instrumenten zusammen auf einer Bühne stehen, ich zupfte an einer E-Gitarre, Lena an ihrem E-Bass und Julian haute in die Tasten eines Keyboards. Julians Haus kam näher. Wir gingen langsam, aber irgendwie als Einheit, im Gleichtakt. Wir sind zusammen - wir sind eins. Da kam mir ganz unvermittelt die letzte Englischstunde vor den Ferien wieder in den Sinn. Unsere Lehrerin hatte vorgeschlagen, dass wir versuchen, ein Gedicht zu verfassen. Es hatte auch total Spaß gemacht, mit englischen Wörtern herumzubasteln. Irgendwie geisterte mir auch immer noch Summer of 69 im Kopf herum. Englische Texte hatten was. Ich konnte mir nicht helfen, aber sie klangen in meinen Ohren immer noch etwas ernsthafter und lyrischer als ein deutscher Text mit einem korrespondierenden Inhalt.

One. One step. One breath. Die Idee war geboren, etwas gemeinsam zu machen, zu erreichen.
We march on. Im Gleichschritt. Wie eine kleine Armee. We soldier on.
Ein lyrischer Schauer überkam mich. Das waren schöne Fragmente für einen Songtext. In Gedanken fing ich an mit den Worten zu puzzlen. Bis mich Lena wieder aus meinen Gedanken riss. "Hey, Süsse, wollen wir jetzt noch etwas machen oder wieder nach Hause?"
Ich überlegte. "Wartet, vielleicht können wir noch ein wenig improvisieren. Ich hätte Lust, noch etwas zu spielen.
"Okay." Auch Julian nickte erfreut. "Gerne."
Nachdem wir uns wieder in Julians Zimmer breit gemacht hatten, holte Lena ihre Klarinette hervor und spielte zum warm werden erstmal Übungsfiguren. Es waren einfach Quinten mit darunter gelegten wechselnden Basstönen. Daraus entstand eine Akkordfolge, die Julian, der sich bereits hinter sein Piano geklemmt hatte, aufgriff und vervollständigte. Da es darum ging, die Töne möglichst sauber herauszubekommen, spielte Lena langsam und andächtig. Ich stand noch neben Julians Hocker, wollte eigentlich meine Geige aus dem Koffer holen. Aber das Thema nahm mich irgendwie gefangen. Julian legte seinen Kopf gegen meine Schulter und schielte lächelnd zu mir hoch. Sein Blick wurde ein wenig glasig, und er murmelte wieder etwas, dass ich wie ein Engel aussähe.

Einzelne Töne ergänzten sich in meinem Kopf und wieder kamen mir meine Textfragmente in den Sinn. Ich wollte wissen, wie diese Wörter gesungen dazu klingen. Ich hatte auf einmal Lust damit zu experimentieren. Noch vor zwei Tagen hatte ich massive Hemmungen, neben Julian meinen Mund aufzumachen. Aber jetzt befand ich mich irgendwie auf einer anderen Ebene, auf der mögliche Zweifel an meinen stimmlichen Fertigkeiten keinen Raum hatten. Und natürlich wusste ich auch, dass weder Lena noch Julian sich über meine Gesangsversuche lustig machen würden. Es kam mir eigentlich in diesem Moment gar nicht darauf an, wie das, was ich von mir geben würde, klanglich eingestuft werden könnte. Ich versuchte einfach, meine Eingebungen in eine Melodie zu überführen.

one...
step...
one...
breathe...
one...
shoulder of an angel...
we lean on...
we march on...
we soldier on...
until it’s over...

Lena schaute mich mit großen Augen an, verharrte aber in ihrem Spiel. Wir drehten noch zwei, drei Runden auf diesem Muster, danach ließen wir es ausklingen. Lena setzte ihre Klarinette ab und strahlte mich an. "Mensch, Jenny, das ist - echt - stark. Du hast aus meiner Aufwärmübung einen Song gemacht. Und genau auf den Punkt gebracht, was mir selbst gerade durch den Kopf geht." Julian sagte gar nichts, sondern klatschte erst gemächlich, dann stand er auf und drückte mir einen dicken Kuss auf die Wange. Lena verzog den Mund. "Ja, das trifft es noch besser. Warum bin ich nicht gleich darauf gekommen?" Er wollte gerade die Augen verdrehen, aber Lena zwinkerte ihm schnell noch zu. "Wollen wir nochmal?"
Ich grübelte. "Ja, aber diesmal mit Violine, ich will erstmal noch weitere passende Töne finden. Das geht so einfacher. Als Strophe ist das schonmal ganz brauchbar, finde ich. Vielleicht finden wir noch einen Ansatz für einen Refrain. Da kann ich später dann weiter dran basteln."

Julian und Lena schauten mich erwartungsvoll an, während ich meine Geige wieder aus dem Kasten nahm und an mein Kinn setzte. Dann fiel mir aber noch etwas ein. "Ähm... können wir vielleicht dabei einmal alle unsere Augen schließen?" Lena und Julian schauten mich erst irritiert an, begriffen dann aber, worauf ich hinauswollte. Bei beiden schlossen sich nacheinander die Augenlider. Also zog ich nach und wartete darauf, dass Lena wieder ihre Figur anbließ.

Und die kam nun seelenruhig und beinahe träumerisch. Fast zärtlich setzte ich meinen Bogen an und entlockte meinem Instrument einen butterweichen Ton. Auch Julians Akkorde erklangen in einem sehr atmosphärischen Sound, so dass man bei dieser Klangkulisse eigentlich nur ins Träumen kommen konnte. Aber… so sehr ich auch versuchte, wieder durch das Zimmer zu schweben, es war nichts zu machen. Ich stellte mir wieder Lena vor, wie sie mit ihrem Schmollmund am Klarinettenkopf saugte. Die Gedanken wanderten zwar weiter und bald hatte ich ihre warmen Lippen bereits auf meinen, ansonsten verschwamm aber nichts vor meinen Augen, und auch meine Perspektive auf Lena ließ sich nicht einfach ändern.

Nach drei Durchläufen des Themas, bei denen ich versuchte, meine Melodielinie stets ein wenig zu ändern, machte ich meine Augen wieder auf und deutete an, mein Spiel ausklingen lassen zu wollen, indem ich es verlangsamte. Dabei 'wachten' auch Lena und Julian wieder auf. Nach dem Ausklingen des Schlussakkords schauten wir uns noch einen langen Moment in die Augen. Dann fand Lena als erste das passende Fazit. "Das war echt schön, aber die Magie lässt sich damit nicht einfangen. Machen wir uns nichts vor. Julians Stück bleibt etwas Besonderes." Ich war jetzt nicht wirklich enttäuscht oder dergleichen, aber es fühlte sich so an, als hätten wir einen Haken an Julians Komposition gemacht und nun einen anderen, unspektakuläreren Weg eingeschlagen. Offenbar hatte Lena meine Gedanken erfasst. "Jetzt guck nicht so", fuhr sie mich an. "Das war immerhin so geil, dass sich alle meine Schamhaare aufgestellt haben! Genau so sollten wir auch weitermachen. Das andere Stück heben wir uns für besondere Anlässe auf."

Jetzt meldete sich Julian zu Wort. "Ja, okay. Aber was sollen denn das für Anlässe sein? Wir haben uns unsere intimen Gedanken inzwischen schon zur Genüge geteilt und nichts mehr voreinander zu verbergen, oder? Somit hat es doch jetzt irgendwie auch keinen besonderen Wert mehr für uns. Es bleibt ein schönes Stück, das wir natürlich wie auch alle anderen Nummern, die wir uns hoffentlich noch erarbeiten werden, weiterpflegen sollten. Was sollen wir sonst auch damit machen? Soll ich die Noten in einen Webshop stellen und es als magisches Lied verkaufen, das die Gedanken aller Mitspieler offenbart? Da würden vermutlich alle nur drüber lachen, und es bestimmt nicht kaufen, um es auszuprobieren. Es ist für mich wie eine Sammlermünze. Ich habe sie im Regal stehen und weiß, dass sie etwas besonderes ist, aber ansonsten ist sie nutzlos und interessiert niemanden. Zumindest nicht mehr als das, was sie ist: Eine Münze." Ich starrte Julian mit großen Augen an. Er hatte ja recht. Ich hatte gerade versucht, mir das neue Stück klein zu machen. "Das gerade eben war wunderschön, Jenny. Ich könnte das jetzt in Dauerschleife spielen. Genauso möchte ich mit euch weiterkomponieren, spielen, aufführen, was auch immer."
"Sehe ich genauso", pflichtete Lena ihm bei.

"Ja, ihr habt ja recht", entgegnete ich etwas kleinlaut. "Aber interessiert euch denn nicht, warum das Stück so ist, wie es ist, wie es überhaupt funktioniert?"
Julian grübelte. "Ja, interessieren würde mich das schon. Aber ich fürchte, da wird es keine Antwort drauf geben. So wie es auch in der Fantasy mit der Magie ist. Sie ist eben einfach da, lässt sich nicht erklären und es geht im Prinzip nur darum, wie sie genutzt wird. Also können wir es auch dabei belassen. Aber wer weiß, vielleicht erklärt es sich alles irgendwie noch, wenn die Zeit dafür reif ist. Aber nach Antworten suchen möchte ich nicht. Ich möchte mit euch lieber andere schöne Sachen machen. Seid ihr dabei?" Lena grinste und leckte mit der Zunge über ihren Klarinettenkopf. Julian verdrehte die Augen. "Es war auf jeden Fall ein total schöner und aufregender Tag mit euch für mich. Ich hoffe, dass wir uns in den Ferien noch ganz oft sehen und zusammen spielen."

"Das möchte ich natürlich auch", beantwortete Lena Julians Frage. "Wie siehts denn mit Morgen aus? Möchtest du mal nach Sindeln kommen, Julian? Wir haben auf jeden Fall ein Musikzimmer mit einem Klavier." "Ja, gerne. Ich möchte auch zu gerne sehen, wie es wirklich in deinem Zimmer aussieht." Lena schaute verdutzt, dann fiel ihr ein, dass sich Julian natürlich auf unseren gemeinsamen Traum bezog und musste grinsen.
"Okay, dann ist das ja gebongt", fasste ich zusammen. "Und nun habe ich einen Schweinehunger. Gehen wir noch irgendwo eine Pizza essen, bevor Lena und ich wieder nachhause fahren? Es gab ja nicht mal Eis heute."
Julian wurde bleich. "Scheiße, das Eis habe ich total vergessen. Die Mischung steht noch im Kühlschrank!"
Ich grinste. "Cool, dann machen wir das jetzt noch schnell fertig, bevor wir zum Pizza Hut gehen? Dann gibt es nachher noch Nachtisch. Aber diesmal darf Lena sich mit ihren flinken Fingern einen abraspeln."
Lena schaute uns entgeistert an. "Eis? Abraspeln? Wovon zur Hölle redet ihr?" Julian und ich prusteten los.

Das war er also, der Tag, an dem unsere Band gegründet wurde. Ich ahnte aber noch nicht, wie aufregend alles noch werden sollte...
 
Oben