Der nachfolgende Text enthält einige Spoiler zum Spiel, diese gehen aber nur bis zur Mitte des Spiels und nehmen auch nicht wirklich Spannung da sich die Story erst dann wirklich entwickelt.
Es ist ein 0815 Militär Shooter, das zeigt mir das Cover und die Gameplayszenen die gezeigt wurden.
Jedoch ist es wohl eines der besten Spiele die dieses Jahr erschienen sind.
Vieleicht ist genau diese Einstellung, zerstört von Vorurteilen die von fast allen Shooter der letzten Zeit geprägt worden, genau die richtige Einstellung.
Und das Spiel versucht das auch nicht zu ändern.
Der Anfang ist langweilig und spielt sich wie ein typischer TPS Cover-Shooter. Es zeigt ganz genau und völlig gewollt, wie schlecht sowas ist, wie man solche Spiele nicht ernstnehmen kann, weil es eben nur ein Spiel ist. Weil der Feind der typische gekleidete Soldat ist, dessen Gesicht man nicht sehen kann damit sie komplett austauschbar wirken, und die Helden wiedermal Amerika sind.
Das einzige was man eigentlich im Auge hatte war das Setting, mit dem vom Sand zerstörten Dubai.
Ich habe dieses Spiel nur gespielt weil ich im Sommerloch war.
Doch irgendwann als ich das Spiel gespielt hab, kam mir ein komisches Gefühl hervor.
Als im Ladebildschirm die Nachricht auftauchte "Es ist alles deine Schuld" (Eng. "This is all your Fault") hab ich mich zu 1. mal seit langer Zeit bei einem Spiel gefragt, besonders einem Shooter...
"Mache ich hier das Richtige?"
Ich bin ein amerikanischer Soldat der mit 2 Teamkollegen den General John Konrad finden soll.
Meine Feinde sind amerikanische Soldaten die aus einem mir unbekannten Grund auf mich schießen, und ich töte sie.
Sind das nicht eigentlich Kameraden die ich retten sollte?
Aber in einem Shooter legt man eben jeden um der auf einen schießt und wo sich das Fadenkreuz rot verfärbt.
Während ich immer noch am kämpfen mit mir selber bin, habe ich die Mission zu einem Gebäude zu kommen, doch es wird von einer Basis des "Feindes" versperrt.
Ich finde eine Mörser und mein Teamkollege ist der Meinung wir sollten sie alle beseitigen und mein anderer Kollege natürlich komplett dagegen ist, entdecke ich das die Granaten der Mörser mit der meiner Meinung nach schlimmsten Ladung der Geschichte bestückt sind.
Weißer Phosphor...
Doch mein Shooterinstinkt sagt "Töte Sie" und genau das tue ich.
In einer typischen Schwarz-Weiß Ansicht wie bei den meisten Shooter schieße ich auf alles weiße was sich bewegt.
Und am Ende steht ein Jeep auf einer Brücke, lässig drücke ich auf feuern.
Die Flammen dringen auf dem Bildschirm nach links und rechts in den Graben und ich bilde mir ein etwas gehört zu haben.
Schreie...
Schnell eile ich runter um zu sehen wie die letzten Schwerverwundeten jämmerlich verbrennen.
Einer schaffte es noch seine letzten Worte zu sagen:
"Wir wollten nur helfen"
Ich hoffte immernoch das die Schreie keine Einbildung waren und der Held geht in den Graben...
Nein...
Das war wohl das einzigste was ich in dem Moment sagen konnte.
Ich hatte die getötet, die ich eigentlich retten sollte. Habe ich versagt, kann ich nicht noch alles retten. Das schafft man doch immer oder?
Alle werden gerettet und es wird mit einem Happy End aufhören.
Das wollte ich glauben...
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Ich diesem Teil werde ich mich mit den 3 Entscheidungspunkten und Konrads Zitat befassen.
Achtung, es wird geraten das Spiel schon zu kennen, da ich euch hiermit das meiste aus dem Spiel erzähle!
An einem Punkt im Spiel kam ich in eine Art Kongresshalle, leer, die Fenster eingeschlagen und auf dem kleinen Podium lag ein Transmitter.
Konrads Stimme erklang und bescherte uns ein paar schöne Worte, trotz Walkers Worten reagiert er nicht anders.
Er bleibt sich sicher und ist sich völlig bewusst was er tut und was er in Dubai veranstaltet.
Er stellt mich vor eine Prüfung um mich zu testen.
Unter einer Brücke hängen 2 Leute, einer von ihnen hat Wasser gestohlen und der andere ist ein Soldat der wegen dieser Straftat seine ganze Familie getötet hat.
Auf jeden zielt jeweils ein Scharfschütze und ich soll nun entscheiden wer sterben soll.
Ich wähle den Tod des Soldaten.
2 Schüsse fallen und es ist still.
Dann kam ich auf die verrückte Idee etwas anderes zu machen.
Ich hab meinen Spielstand geladen und bin zur gleichen Stelle gegangen.
Diesmal hab ich aber versucht die Scharfschützen zu eliminieren.
Hat geklappt, beide gerettet.
Ein gutes Gefühl.
Im letzten Drittel des Spiels, wird unser Teamkollege Lugo von den Überleben erhängt.
Ich und mein andere Partner kommen zu spät um ihn zu retten.
Mein Kollege möchte die Erlaubnis haben auf die Meute zu schießen,...
Die kriegt er auch.
Während ich die bekannte Flughafenszene aus Call of Duty: Modern Warfare 2 als die unwichtigste der Spielgeschichte empfand, wollte ich es hier tun.
Ich wollte sie dafür bestrafen meinen Kollegen zu töten, auch wenn ich sie retten sollte.
Nicht nur die Meute die wegrannte wurde erschossen, auch alle die, die sich verstecken wollten.
Jeder musste sterben,...
Aber es gab tatsächlich eine andere Möglichkeit, obwohl das Ziel sagte ich soll auf die Menge schießen, gab mir das Spiel die Möglichkeit über diese Grenze hinaus zu denken.
Ich hätte einfach in die Luft schießen sollen und sie wären weggerannt.
Ich hab sie aber alle getötet,...
Eigentlich wollte ich wieder den Spielstand laden, doch genauso wie Walker hing ich an dem Happy End und dem Heldenideal weiter fest und dachte mir das krieg ich schon noch hin, irgendwie....
Als ich dann endlich am Turm angekommen bin und auf Konrad traf, dachte ich, ich habe es geschafft.
Jetzt könnte ich den Bösen zur Strecke bringen und es wäre vorbei, aber dann schoss ein kleiner Gedanke durch meinen Kopf der erst mal für eine 30 Minuten lange Pause sorgte.
"Wer ist hier eigentlich der Böse, der bestraft werden muss?"
Irgendwann hab ich es dann aufgegeben diese Frage zu beantworten.
Ich wollte dieses Spiel zu Ende bringen, nicht nur weil ich wissen wollte wie es ausgeht, sondern weil ich wollte das es aufhört, ich wollte aus dieser Hölle entkommen.
Dann sagte Konrad diesen einen Satz bei den nicht nur meine Spielfigur Walker ins geistige Wanken geriet.
Und von dem ich merkte das ich als Person ebenso angesprochen war.
"The Truth is, you are here because you wanted to feel like something you are not....a Hero."
Nicht nur Walker, sondern auch ich habe mich an dieses Heldenideal geklammert.
Weil ich eben genau das sein wollte, das was ich normalerweise nicht sein kann, ein Held.
Fast jeder Shooter, vermutlich ein Großteil aller Spiele, ist um dieses Heldenideal gebaut.
Ich sollte immer das Gefühl haben, das nur ich alle retten, das ich der Auserwählte bin.
Das ist auch vermutlich der Grund weswegen ich Games eigentliche überhaupt die meiste Zeit konsumiere.
Weil ich eben Dinge tun kann die mir sonst verweigert sind, eben ein Held sein.
Ich merkte wie armselig diese Vorstellung des Helden ist.
Danach hat Walker erst bemerkt das Konrad eigentlich schon tot ist und er sich vieles durch sein Heldenideal eingebildet hatte.
Die Prüfung am Anfang z.B. hat nicht so stattgefunden, der Transmitter war eigentlich kaputt und es hingen nur 2 Leichen.
Jedenfalls brach dann das letzte Kapitel an.
Walker begibt sich nach unten und die Verstärkung die ihn abholen soll trifft ein.
Walker gekleidet mit der Jacke von Konrad und mit einer AA-12 steht vor den Soldaten, die bemerkten dass mit ihm etwas nicht stimmt.
Alle richten ihre Waffe auf mich, und ich denke bloß das gleich der Moment komme wo ich mich befreie.
Einer der Soldaten kommt langsam auf mich zu und möchte das ich die Waffe fallen lasse, er will mich retten.
Denkste, dachte ich nur, komm nur her.
Und klick hat es gemacht und da war sein Kopf weg und in Sekunden auch die restliche Gruppe umgelegt.
Ich dachte, perfekt, keine Munition verschwendet.
"Die wollten mich doch retten oder?..."
Bevor ich überhaupt nachdenken konnte, kamen noch mehr Leute die alle umgelegt wurden.
Nachdem alle tot sind schnappt sich Walker ein Mikrofon eines toten Soldaten und verkündet:
"Willkommen in Dubai, meine Herren."
Und dann endete es, die Credits liefen doch ich entschied mich das Ende nochmal zu wiederholen.
Ich lies mir die Waffe diesmal abnehmen und wurde nach Hause gebracht.
Der Fahrer fragte mich folgendes:
"Wir haben auf dem Weg hierher unglaubliches gefunden, wie haben sie das nur überlebt"
Walker antwortet:
"Hab ich das?"
Das fragte ich mich auch...
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