Da die Story hier wieder so dünn wie ein Blatt Papier ist, will ich mich erst gar nicht darüber aufregen, sondern etwas auf diejenige Komponente eingehen, die Appleseed 2 trotzdem „sehenswert“ machen sollte: Nämlich die hochgelobte Animationstechnik powered by Cell Shading 2.0
Für mich ist die neue Version des Cellshading-looks rein optisch ein klarer Rückschritt im Vergleich zum ersten Teil, obwohl sie angeblich deren konsequente Weiterentwicklung darstellen soll. Ich bezweifle fast sogar ob die Bezeichnung von Cellshading Animation überhaupt hier noch zutrifft. Die Kombination von 2D und Cellshading Optik bei der Charakteranimation war beim Vorgänger zwar gewöhnungsbedürftig aber dennoch innovativ. Aufgrund dieser Kombination hatte der erste Teil noch etwas „Anime“-haftes. In Ex Machina wurde die 3D Komponente bei den Charaktermodellen nach oben geschraubt, sodass die Charaktere nicht mehr (wie zumindest im ersten Teil ansatzweise) „wie gezeichnet wirken“, sondern auch aus einem Konsolen Game entsprungen sein könnten (und das war kein Kompliment). So wirkt der ganze Film wie eine Rendersequenz aus einem Playstation 2 Game à la Final Fantasy mit vielleicht etwas besserer Grafik. Aber einen Anime kann sich dieses Werk „im klassischen“ Sinne nicht mehr nennen. Die Animation wirkt trotz Motion Captureing immer noch hölzern und hat sich im Vergleich zum ersten Teil nur marginal verbessert. Animationstechnisch ist dieser Film weder Fisch noch Fleisch. Einerseits ist diese typische Cellshading Komponente noch vorhanden, die sich aufgrund der Non-photorealistic Rendering Methode durch glatte Strukturen mit wenigen Details bei den Charaktermodellen typisch „Comic“-haft auszeichnet. Andererseits versucht man durch komplettes 3D Redering der Polygonmodelle möglichst detailierte Charkatermodelle mit tiefe und Struktur zu schaffen, die in der Regel nach immer größerer Perfektion beim Detailgrad der Modelle, photorealistisch zu wirken, streben. Aber durch die Cellshadingtextur wirken die Figuren nicht nur detailarm, sondern auch steril. Beim ersten Teil fiel dieser Umstand nicht ins Gewicht da, hier noch die traditionelle Animationstechnik in Form von 2D Texturen mit eingeflossen ist.
Dieser Crossover Mix von 2 verschiedenen Animationstechniken ging hier meiner Meinung nach völlig in die Hose.
Bleibt nur zu hoffen, dass dies nicht der Vorbote für die zukünftliche Animationstechnik im Animesektor sein soll.