Servus, wer mich noch kennen mag von Früher, der weiß, das ich auch hier n bissl aktiv war. Meine Story die ich euch gerne zum Lesen geben möchte, ist eine Phantasy Story und alle Charaktere, wie sie dort vorkommen, haben in einem RPG einen Platz eingenommen, also bitte ich, Namen und Orte wie Ideen nicht zu Kopieren, da sie den rechtmäßigen Leuten zustehen 
Achja, ich poste gleich alles auf einmal, also bitte keinen Schock bekommen ;D
Viele Legenden irren in der Welt umher. Einige so unglaublich, dass niemand sie für Wahr halten würde. Doch die nächste Legende die ihr nun hören werdet, wird euch wie ein Märchen vorkommen. Aber es ist alles andere als ein Märchen.
Als die Götter noch auf Erden wandelten und ihr Werk begutachteten, zu dieser Zeit beginnt unsere Legende. Der Herr und Asmodan lebten noch friedlich zusammen und genossen jeden Tag auf der Erde, die sie mit viel Mühe geschaffen hatten.
Jeder der beiden Götter hatte einen Platz auf diesem Planeten, der ihnen am meisten imponierte.
Asmodan verbrachte seine Zeit gerne auf einem Berg. Es war kein einfacher Berg, nein, dieser Berg stand in einer steppigen Ebene. Seine Spitze reichte bis über die Wolken und die Göttlichen Augen Asmodans konnten von hier oben, über die gesamte Welt blicken.
Und so kam es, das dieser Berg von ihm selbst geweiht wurde und immer wenn er auf der Erde umher ging und wie der Herr noch einiges an seinem Werk verbesserte, so ging er immer wieder zu seinem Berg um noch einmal in der ruhigen Höhe, über die Länder zu blicken und sich über die Lebewesen zu erfreuen, die auf diesen wandelten.
Doch dann kam der Krieg der Götter in die Lande. Asmodan wurde in sein dunkles Verließ gebannt und so verharrte er die Zeit in der Dunkelheit.
Seine Freiheit war verloren, aber sein Liebstes auf der Erde war ihm geblieben und durch die immer noch starke Macht der Segnung, die durch den Berg floss, siedelten sich die noch treuen Diener des Einen an. Dämonen wachten nun über diesen Ort und pflegten ihn.
Als der Herr dann mit seinen Engeln, das Reich Surom vernichtete, überrannten seine Krieger und Engel auch Asmodans liebstes.
Die brennenden Klingen der Engel, ließen alle Wesen unter den Hieben fallen.
Doch die Seelen der Dämonen wollten diesen Ort nicht verlassen und so suchten sie noch einen Halt in dieser Welt, an diesem Ort.
Und so fanden sie ihn, wie ein Adernetz einen Körper durchzog, so durchzogen Metallische Adern den Berg und durch die immer noch anwesende, wenn auch schwache Macht des Einen, konnten sich die Seelen in diesen Adern festhalten.
Ein Reich wurde ausgelöscht, Menschen niedergeschlagen. Doch keine Klinge, kein Zauber oder hunderte von Kriegern konnte einen Berg zerstören.
Warum auch, so wie Surom, würde auch bald dieses vergessen sein. Die Dämonen wurden vernichtet und niemand würde mehr an diesen Berg denken.
Der Herr sollte jedoch Unrecht haben. Surom wurde nie völlig vergessen und auch der liebste Platz Asmodans blieb in Gedanken erhalten.
Jedoch nur noch in den Gedanken der Vier Winde. Lange konnten sie nie an diesem Ort verweilen, zu schmerzhaft war es für sie, die Klagesänge ihrer Brüder und Schwester zu hören, deren Seelen weiterhin, wie ein Strom, durch den Berg wanderten..
Und so schmiedeten sie einen Plan, wie sie diese Seelen wieder in einen Körper bringen konnten, doch sollte noch viel Zeit vergehen, bis sie ihren Plan in die Tat umsetzen konnten.
Erst als Menschen nach Jahrhunderten, sich auf dem Berg ansiedelten, konnten sie damit beginnen ihren Plan zu verwirklichen.
Aber mussten sie mit Bedacht und List an ihr Vorhaben gehen.
Zitat: Einzelne Menschen mit Wissen kann man lenken, viele dagegen sind nur wie ein Panischer Haufen.
Und so vergingen die Jahre, in denen sich die Menschen auf dem Berg ansiedelten und ein Dorf erbauten. Geführt wurde das Dorf von einer Frau, einer Magierin.
Nicht mehr lange sollte es dauern, bis die Vier Winde eine Chance ergreifen konnten, um ihr Vorhaben umzusetzen.
600 Jahre vor Sirenas Geburt
Prächtig war das Dorf gedeiht in der Zeit der Besiedlung. Felder konnten aufgebaut werden, da die Bergquellen genügend Wasser spendeten um Mensch, Tier und Acker zu bewässern.
Sie lebten gut in ihrer neuen Heimat und so vergingen die Jahre wie im fluge.
Doch ein Mensch konnte sich nicht wirklich über all dieses erfreuen.
Die Magierin, die das Dorf führte, sehnte sich nach mehr als nur einem glücklichen Leben. Sie wollte die Unsterblichkeit. Ihre äußere Hülle konnte sie jung halten, niemand im Dorf wusste wie viele Sommer die Magierin schon erlebt hatte.
Jedoch ihr inneres konnte sie nicht erhalten und langsam merkte sie, wie sie von innen heraus zu sterben begann. Langsam, aber immer näher rückte das Ende an sie heran.
Aber sie wollte sich nicht dem Tod ergeben, sie wollte mit all ihrer verbliebenen Kraft die Unsterblichkeit erlangen. Viele Formeln wurden geschrieben und Tränke probiert, doch keiner krönte von Erfolg.
Immer mehr Verzweiflung kam in ihr auf und so betete sie in einer blutroten Vollmondnacht gen Himmel. Lange blieb die Ruhe in dem Haus der Magierin, bis sie eine Leise Stimme vernehmen konnte.
,, Folge meiner Melodie und ich gebe dir, wonach du verlangst.“
Mit weit aufgerissenen Augen blickte sie sich um, doch nichts war zu sehen, außer die Schatten, die von der Kerze an die Wand geworfen wurden.
Wieder erklang die Stimme: ,, Folge der Melodie.“
Langsam erhob sie sich und noch einmal gleitete ihr Blick umher, ehe sie ein Leises Summen vernehmen konnte.
Nicht aus Menschlicher Kehle entstammt die Melodie, zu Sanft und Perfekt kam sie in ihren Ohren an, als das ein Mensch so etwas zu Stande bringen konnte.
Und so folgte sie der Melodie. Die Wachen auf den Palisaden sahen nur kurz zu ihrer Führerin und wie sie im dunklen der Schatten verschwand.
Immer lauter wurde der Gesang der Melodie, je höher die Magierin den Berg erklomm. Ihre Hände und Füße blutig durch die spitzen Felsen, an denen sie sich ihren Weg bahnte. Der raue und eisige Wind Peitschte ihr ins Gesicht und Tränen verwischten den klaren Blick.
Fast am Ende ihrer Kräfte, kam sie auf einem Vorsprung des Berges an, das Dorf nur noch ein winziger Kreis mit kleinen Lichtpunkten unter ihr.
Ein kräftiger Atemzug ging durch ihre Lungen und leicht verzerrte sie ihr Gesicht vor Schmerz.
,, Komm zu mir.“ Erklang es wieder sanft in ihren Ohren und als sich ihr Blick wieder klärte, erkannte sie nicht weit von sich einen Eingang in den Berg. Vorsichtig trat sie hinein, nichts als Vollkommene Dunkelheit und das leise Summen der Melodie lag vor ihr.
Wie lange sie in der Finsternis wanderte, wusste sie nicht mehr, aber es war ihr gleich. Das Herz immer mehr rasend vor Aufregung, ging sie weiter in das ungewisse hinein.
Dann ein schwaches Licht vor ihr. Der Schritt nun schneller und der Schweiß ihre Haare entlang rinnend, kniff sie vom plötzlichen Lichtschein, die Augen zusammen.
Als sich die Augen nun wieder an das Licht gewöhnten, erkannte sie die große Höhle, in der sie nun stand.
Glänzende Metalladern zogen sich durch die Felswände und sie schienen von einem eigenartigen Leuchten umgeben. Kurz, so schien es ihr, sah sie das sich einige der Adern wie eine Schlange im Fels wanden. Doch bevor sie weiter über diesen Ort nachdenken konnte, erhörte sie wieder die Stimme. Dieses mal lauter und klarer.
Als sie den Kopf in Richtung der Stimme drehte, sah sie einen unförmigen, rot leuchtenden Nebel, der über einem Quellsee schwebte.
,, Du hast den Weg gefunden. Nun höre was ich dir anbieten werde Menschenmagierin.“
Leicht zitterten ihre Beine beim klang der Stimme und sie wagte es nicht, dem Wesen ins Wort zu fallen, obwohl ihr unzählige Fragen durch den Kopf gingen.
,, Du sehnst dich nach unsterblichem Leben, ich kann es dir geben. Aber höre meine Bedingung für diese Geschenk.“
Kurz zuckte sie zusammen, als sie an ihren nackten Füßen das kalte Metall spürte. Einige kleine Adern wanden sich wie Schlangen um die Füße und krochen weiter an ihren Beinen entlang.
Die Augen nun panisch geweitet, beruhigte sie die Stimme rasch.
,, Keine Sorge sie werden dir nichts tun, sie sind nur neugierig.“
Langsam blickte sie wieder zu dem Nebel und wollte die Stimme erheben, als diese wieder zu ihr sprach.
Erneut versprach sie ihr, den Wunsch nach Unsterblichkeit zu erfüllen, doch sollte sie wissen was dies für ein Ort ist.
Stunden vergingen und die Magierin bekam die Geschichte vorgetragen. Asmodan, der Herr, die Kriege, Surom und dieser Ort.
Sie verstand langsam was die Stimme vor ihr in Wirklichkeit war.
,, Und nun Menschenmagierin, bist du bereit die von uns auferlegten Regeln zu befolgen? Wirst du dich um unsere Brüder und Schwestern kümmern und wirst du ihnen auch Helfen wieder einen neuen Körper zu erlangen, in denen sie sich einnisten können und zu alter Kraft zurück kehren?“
Stille trat ein und die Magierin überlegte lange. Sie müsste all die Menschen belügen. Die Menschen, die ihr vertrauten.... und sie müsste so lange an diesem Ort verweilen, bis alle Seelen einen Körper erlangt haben.
Was sollte siegen, ihr Gewissen, oder ihre Gier.
,, Nun, sag uns deine Entscheidung.“
Forderte nun die Stimme mit immer noch sanften Ton. Nur ein leichtes nicken ging von der Magierin aus und ein zaghaftes ,, JA.“
,, So soll es sein, erfahre nun die Macht des EINEN.“
Ein Schrei erklang hallend in dem Höhlengewölbe, als sich die Metallisch Adern, die sich um ihre Beine schlängelten, sich mit einem mal in ihre Haut bohrten und ein nicht zu beschreibender Schmerz durch ihren Körper fuhr.
Ihre Haut begann sich zu wandeln. Wie das Metall, so nahm auch ihre Haut die glänzende Farbe an und ihre Augen wechselten zwischen allen Farben die man sich vorstellen konnte.
Ihre eben noch langen und schwarzen Haare, wechselten in ein Kupfernes schimmern.
Völlig erschöpft sank sie dann auf die Knie und rang hächelnd nach Luft.
Langsam richtete sich die Magierin wieder auf und ein Lächeln legte sich auf ihre Lippen.
Sie schloss ihre Augen und genoss sichtlich die neue Macht die durch ihren Körper zog.
,, Und nun Magierin, wirst du unsere Bitten erfüllen. Bald werden die Menschen dich aufsuchen kommen. Erzähle ihnen das du wie sie von uns auserwählt worden seid, göttlichen Mächten zu dienen und das ihr dafür einen Teil unserer Macht erlangt.“
Eine kurze Pause trat ein, ehe eine nun eher weiblich klingende, aber dennoch nicht von Menschlichem Ursprung, klingende Stimme sprach.
,, Du wirst ihnen niemals die volle Wahrheit erzählen. Wagst du es doch, so wird der tot das sein, was dich nach langer Zeit der Qualen erlösen wird.“
,, Wie ihr befehlt, ich werde eure Wünsche in die Tat umsetzen, seid euch dem gewiss.“
Und so erlangte die Magierin ihre Unsterblichkeit.
Nach einigen Tagen, als sich die Menschen des Dorfes sorgten und nach ihr suchten, fanden einige den Eingang in die Höhle. Als sie ihre Führerin erblickten, konnten sie erst nicht glauben was aus ihr geworden war. Unmenschlich schön war sie und ihre Stimme klang wie ein zarter Engelsgesang.
Ihre Kupferfarbenen Haare leuchteten wie ein leichtes Feuer und ihre Haut war reiner den je und der Metallische Glanz vollendete das Bild.
Die Magierin erzählte den Dorfbewohner von ihrer Begegnung und das sie alle Auserwählte seien.
Anfangs noch skeptisch, begannen die Menschen der Magierin immer mehr zu vertrauen und so willigten sie alle ein, sich auch einen Teil dieser Macht ein zu verleiben.
Warum auch sollte sie ihre Anführerin anlügen und der Beweis ihrer Worte war sie selbst.
Neid, Gier, Hass und Gewalt. Fast jeder Mensch ist mit diesen negativen Eigenschaften behaftet und sie sind das, was die Dämonische Seele benötigt um die Seele des Wirts zu vernichten.
Sie klammert sich an die negativste Eigenschaft und steigert diese in ein unerträgliches Maß.
Die Menschliche Seele wird immer unreiner und rissiger, bis zu dem Punkt, an dem sie so schwach geworden ist, das der Dämonische Teil sie vernichten kann und die vollkommene Kontrolle erlangt.
Wieder vergingen Jahre und das Dorf wuchs weiter. Alle Menschen waren inzwischen Wirte der Dämonen geworden, doch nur einigen sah man diese Wandlung an.
Es waren die Krieger des Dorfes, deren Haut Metallisch glänzte, ihre Augenfarbe waren Mannigfaltig und einige besaßen sogar Krallen und Reißzähne.
Viele Menschen waren verunsichert von dem Dorfvolk des Berges und mieden die Region um den Berg. Da aber keine Feindseligkeiten von diesen ausgingen, beließ man es auch bei der Meidung dieser Volkes.
Menschen die sich aber mit dem Dorfvolk einließen und sogar gewillt waren einen dieser Wesen zu Heiraten, musste sich vor der Magierin rechtfertigen. Sie bestimmte wer Heiratet und ob er den Segen empfangen darf.
Nicht ohne Grund bestimmte sie dieses. Nur Menschen mit starken Körpern, aber schwachem Geist, dürften einen der Dorfbewohner ehelichen. Geister die zu stark waren und somit die Vereinigung verhindern konnten, waren eine zu große Gefahr für das Dorf und den Plan der Magierin.
Und wieder vergingen viele Jahre. Das Dorf wuchs immer mehr und beinahe wäre der Plan der Vier aufgegangen.
1 Jahr vor Sirenas Geburt
Ein Mann kam ins Dorf, getrieben von der Liebe zu einer der Frauen im Dorf, bat er die Magierin, diese zu seiner Frau nehmen zu können.
Niemand weiss mehr genau warum, aber in diesem Moment begann die Magierin einen Fehler, der Geist des Mannes war schwach, ja, aber er war auch rein von aller Schuld.
Die Weihe wurde vollzogen und auch er bekam einen Dämon als Wirt. Doch der Dämon konnte sich an keiner negativen Eigenschaft nähren.
Und der Mann erkannte bald, das mit ihm etwas geschehen war, etwas ungutes.
Er erkannte auch, das er niemandem im Dorf davon erzählen konnte, denn sie alle waren keine Menschen mehr und seines Erachtens, vom reinen Bösen besessen.
Die Geburt Sirenas
Schreie erklangen aus einem der kleinen Hütten, eine Frau mit Gold schimmernden Haaren und dunkel violetten Augen lag in den Wehen. Wohl ihr Mann, dessen Haare kurzgeschoren waren und mit Caramelfarbenen Augen, hielt die Hand der Frau.
Vor ihnen dann noch eine ältere Frau mit dünnem und zerzausten Haaren, die wie Platin glänzten. Ihre fast schwarzen Augen musterten ruhig die andere Frau.
Ein anderer Schrei mischte sich mit in die Geräusche und alsbald lag in jedem der anwesenden Gesichter ein leichtes Lächeln.
Ein Kind wart geboren worden. Eine Tochter hat das Licht der Welt erblickt.
Mit Stolz hielt die Mutter das kleine Leben in ihren Armen und fuhr sachte mit dem Daumen über die feinen, schwarzen Haare an dem kleinen Kopf. Klare, blaue Augen schaute zu ihr auf, ehe diese sich wieder schlossen.
,, Sirena, sag ihr bitte das sie Sirena heißen soll Mutter.“
Die Alte nickte nur stumm, ehe sie das kleine Ding an sich nahm und aus der Hütte trat.
Sie sollte die Weihe erhalten, genau wie alle Neugeborenen, sollte auch Sirena eine Dämonische Seele in ihren Körper bekommen. Mit dem Alter sollte sie reifen und entfalten.
Die Großmutter brachte Sirena zu der Magierin, die schon alles für die Weihe vorbereitet hatte.
Mit Sorgfalt hatte sie die passende Seele für dieses Kind ausgewählt.
Das Mal wurde ihr in Silber, auf den Körper aufgetragen. Noch zu rein war die Seele des Kindes, als das sich die Dämonische Seele an etwas klammern könnte. So musste sie im Siegel darauf warten bis sich genug schlechtes in dem Kind gesammelt hatte, um seine Fänge nach dieser auszustrecken.
Die Litaneien wurden gesprochen und die lebendigen Adern fuhren in den Körper des Kindes ein.
Schreie drangen durch die Höhle. Noch kaum auf der Welt, aber schon sollte das Kind mit Schmerzen in Berührung kommen, die es nie vergessen sollte.
Schwarz wurden seine Adern am ganzen Körper und das einst schwarze Haar verfärbte sich in silberglänzendes. Das Blau in ihren Augen wurde trüber und wandelte sich langsam in ein tief dunkles Grau.
Immer mehr Stimmen überlagerten sich bei den Worten der Magierin, doch ehe sie mit dem Ritual fortfahren konnte, ertönte ein Grollen, gefolgt von Schreien.
Ein knurren entkam der Magierin und als ob Hunderte Wesen auf einmal sprachen, erklang aus ihrem Mund: ,, Sie sind wieder gekommen.“
Die Adern zogen sich rasch aus dem Baby zurück, als das hallen von Metallischen Schritten zu hören war. Die Großmutter nahm Sirena rasch an sich und versteckte sich mit ihr hinter einem Felsen.
Die Hände zu Fäusten geballt und ein leises knurren entkam der Magierin, als ein Trupp von 5 Männern in glänzender Rüstung in die Höhle kamen.
Wirr blickten sie sich um und als sie die Magierin erblicken zogen sie ihre Waffen und ein Mann mit leicht grauen, schulterlangen Haaren sprach: ,, Eine Höllenbrut seid ihr und wir werden euch ausrotten, bevor ihr noch mehr Menschen infiziert.“
Erneut entkam der Magierin ein lautes knurren und ihre Fingernägel formten sich langsam zu krallen und ein leichtes glimmen umgab sie.
,, Ihr werdet für eure Dummheit zahlen, elendes Menschenvolk. Eure Seelen werden mir gehören.“
Dies sollten die letzten Worte gewesen sein, die diese Männer hörten. Mit einem mächtigen Zauber, verwandelten sich ihre Körper in Asche. Nicht einmal mehr genug Zeit um zu schreien blieb ihnen.
Doch oberhalb der Höhle sah es nicht gut aus.
Krieger mit einem Königlichem Wappen der großen Hafenstadt kämpften gegen die Bewohner des Dorfes. Einer der ihren hatte sie verraten. Der Mensch dessen Seele zu rein war um vom Dämon übernommen zu werden. Er gab alles Preis, zu sehr quälten ihn die Gewissensbisse was aus den Menschen geworden ist und was mit ihm geschehen war. Etwas wurde in ihn gepflanzt. Etwas böses, etwas schlechtes, etwas, von dem er erlöst werden wollte.
So ging er in die Hafenstadt, die Sitz des Königs war. Er berichtete diesem alles. Anfangs mit Skepsis, bekam der König immer mehr Furcht vor den Bewohner auf dem Berg.
Er sandte seine Ritter aus um diesen Pestfleck auszurotten.
Die Dorfbewohner kämpften mit all ihrer Macht die sie hatten und mit allem was sie hatten.
Einige griffen zu Waffen, während andere wie ein Tier auf die Ritter los gingen und ihre krallen und Reißzähne in das Fleisch bohrten.
Doch hatten sie gegen die gut ausgebildeten und gerüsteten Mannen kaum eine Chance und immer mehr vielen unter dem Schwert des Königs.
Die Magierin blickte auf Sirena hinab, die Weihe war noch nicht ganz vollendet, jedoch blieb keine Zeit um sie jetzt zu vollenden.
Sie blickte zur Großmutter und sprach in raschem Ton: ,, Schnell, bring sie von hier fort, sie wird unsere letzte Hoffnung sein, wenn die anderen den Kampf gegen die Ritter verlieren. Beeile dich, ich werde den Eingang bald verschließen, so das niemand diesen Eingang finden wird.
Merke dir nur, jeden Monat zum vollen Mond, werde ich ihn öffnen und auf euch warten, auf sie warten.“
Sie deutet mit einer ihrer Finger auf das Neugeborene.
Sachte nickte die Großmutter und mit schnellen Schritten, ging sie wieder an die Oberfläche.
Die Schlacht war im vollen Gange, unter den Schwertern vielen die Dorfbewohner. Nur wenige hielten einen längeren Kampf gegen die gut ausgebildeten Männer und Frauen aus.
Einzig die Krieger des Dorfes konnten der anderen Seite enormen Schaden zufügen.
Mit ihren krallen und Zähnen zerrissen sie Rüstung und Fleisch der Angreifer. Doch die Massen an Kriegern die ins Dorf stürmten, waren zu mächtig und so mussten sich auch diese Krieger mit dem Schicksal zu recht finden, wieder ihre Stoffliche Hülle zu verlieren.
Nur wenigen gelang die Flucht, so auch Sirenas Eltern und ihrer Großmutter.
Sie trieben die Pferde einige Stunden unerbitterlich durch die Steppe, bis sie weit genug von Tot und Kampf entfernt waren.
Die Erschöpfungen war ihnen anzusehen. Sirenas Großmutter reichte das Baby wieder ihrer Mutter und mit Tränen in den Augen, jedoch mit Zorn in der Mimik, sprach sie nur mit heißerer Stimme:
,, Bitte geht weit von hier fort, nehmt Sirena und bringt ihr alles bei und wenn sie alt Genug ist, so bringt sie wieder her. Ich werde zu jedem vollen Mond in unserer Alten Heimat den Eingang bewachen.“
Mit entsetzen im Blick schaute Sirenas Mutter zur Großmutter und schüttelte den Kopf.
,, Nein du sollst mit uns kommen Mutter, ich kann dich nicht hier alleine lassen. Wenn sie dich finden, wirst du auch sterben.“
Leicht legte sich ein Lächeln auf die faltigen Lippen der Alten.
,, Mach dir keine Sorgen mein Kind, dieser Menschliche Abschaum wird mich nicht in die Hände bekommen. Unser aller Mutter hat den Eingang versiegelt und nur ich weiss wie er wieder geöffnet werden kann. Sie werden mich nicht kriegen und Sirena wird vollkommen werden wenn ihr sie mir wieder her bringt. So lange gebt acht auf sie, niemand weiß was diese Unvollkommenheit anrichten wird.“
Und hier trennten sich die Wege der Vier. Sirenas Großmutter verschwand in der Dunkelheit und die kleine Familie folgte ihren Anweisungen und tauchte unter. Weit weg von ihrer Heimat fanden sie Obdach.
Auch wenn die Menschen sie anfangs skeptisch, ob ihrer Aussehens musterten. So gelang es der kleinen Familie auch hier Fuß zu fassen. Niemand jedoch sollte erfahren was sie wirklich waren, nicht noch einmal sollte ein Mensch dieses Wissen missbrauchen.
Und so wuchs Sirena in einer normalen Gesellschaft auf.
Das Mädchen wuchs und gedeihte über die Jahre im Dorf und zu Sirenas Freude gesellte sich noch ein Brüderchen.
Doch war es nur ein Menschliches Kind was die beiden Eltern in die Welt setzten. Zwar waren ihre Körper verändert, jedoch nicht alles an ihnen war Dämonisch, so zeigte es das Menschliche Kind das sie zur Welt brachten.
Aber obwohl es nicht wie Sie war, schenkten sie ihm auch Liebe und Zuneigung, wussten sie doch, wie sie es zu einem von sich wandeln konnten und sicherlich auch würden.
Und so zogen wieder einige Jahre ins Land, Jahre in denen Sirena und ihr Bruder gedeihten.
Begehrt von den jungen Männern war Sirena nun, ihr exotisches Aussehen hob sie von allen anderen Frauen ab. Auch ihre Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft halfen ihr zu großer Beliebtheit, wenn auch nicht jeder diesem Mädchen traute. Einige, wenige Zungen sprachen im dunklen, dass sie kein normales Mädchen sei, doch niemand würde diese Gerücht offen kund tun.
Sirena war nun 16 Sommer alt und ihr Bruder hatte erst kürzlich seinen 14 Lebenssommer erlebt, als etwas Geschah, was das Leben von Sirena komplett ändern sollte.
Ein Wolf ehnliches Monster attackierte ihren Bruder, als er dem Vater half im Wald nach Holz zu suchen. Er überlebte den Angriff knapp mit dem Leben, doch was am nächsten Vollmond mit ihm Geschah, brachte alles aus den geregelten Fugen.
Zu einer Bestie, wie die im Wald, wandelte sich der Bruder und zerfleischte in einem Wahn von Blutrausch seine Mutter und Vater.
Nur knapp entkam Sirena mit ihrem Leben, da einige Dorfbewohner von den Schreien zum Haus eilten und die Bestie mit Pfeilen und Fackeln in die Flucht treiben konnten.
Doch das Leben zollte einen großen Preis von ihr. Ihre Linke Gesichtshälfte war von Wunden überseht und ihr Auge konnte auch nicht mehr gerettet werden. Die Äußerlichen Wunden schlossen sich mit der Zeit zu Narben, doch die innerlichen bluteten weiter und gaben der Dämonischen Seele in ihr Nahrung.
Sie wuchs am Schmerz heran und veränderte das noch einst so glückliche Mädchen.
Sie wollte die Bestie suchen und erlegen, das Monster das ihre Familie vernichtete. In ihrem Herz tobte ein Schmerz und ein Verlangen das ihr bis dato unbekannt war. Sie wollte im Blut der Kreatur baden und sich an seinem Leid laben. Sie hatte diesen innerlichen Hunger Schmerzen zu sehen.
Und so trat sie die Reise und Suche nach dem Monster an.
Jahre zogen ins Land, doch immer wieder wurde sie enttäuscht und verletzt.
Das Monster war ihr immer eine Nasenlänge voraus und als sie einem weiteren Hinweis folgte, trat sie eine Seereise an.
Der erste Fuß den sie auf das neue Land setzte, fühlte sich seltsam an, irgendwie vertraut.
Etwas in ihr schien sie zu etwas zu leiten und dieser Drang war stärker als die Suche die sie vor Jahren begann.
Auf ihrem Pferd, ritt sie dem Gefühl nach, bis sie in einer Landschaft die eben und steppig war, einen riesigen Berg erblickte, dessen Spitze in der Wolkendecke verschwand.
Ihr Blick wanderte hinauf und für einen Moment hielt sie inne. Dieser Anblick faszinierte sie, aber auch etwas bekanntes schlummerte in ihren Gefühlen.
Weiterhin von ihrem inneren getrieben, erklam sie nun den Berg. Beschwerlich war der Aufstieg und Hände wie Knie wurden durch die spitzen und kantigen Felsen aufgeschnitten.
Doch der Schmerz war eher etwas schönes für Sie und sie genoss das Gefühl, als das sie es verabscheute.
Endlich war nach vielen Stunden der Anstrengung ein Ziel in Sicht und Sirena kam an einem großen Vorsprung an. Die Erschöpfung war groß und ihre Lungen brannten. Ihre Hände warne von frischen und verkrustetem Blut überseht und auch ihre Knie waren vollkommen wund.
Schnaufend richtete sie sich auf und blickte sich um.
In der Ferne war eine Art Holzwall zu erkennen.
Zerfallen wirkte dieser, doch ging sie langsam und zittrigen Schrittes auf diesen zu.
Moose und andere Pflanzen überwucherten das schon faulende Holz und als sie sich durch eine kleine Lücke zwängte, traf ihr Blick auf unzählige, alter und ebenso zerfallener Häuser.
Der Wind peitschte ihr einige male ins Gesicht und wirbelte um sie herum den Dreck auf, ehe ihr Blick sich auf eine Hütte festigte, aus der Qualm stieg.
Nicht lange dauerte es, als eine kleine und leicht stämmige Person aus dieser kam.
Das graue und dünne Haar wehte leicht um ihr vom alter Geplagtes Gesicht, doch legte sich ein Lächeln auf die spröden Lippen der alten, als sie die Frau vor sich erblickte.
,, Sirena, endlich bist du wieder hier.“
Leicht erschrak die Silberhaarige bei ihrem Namen und machte einige Schritte zurück.
Die Alte kam nun etwas näher an Sirena heran.
,, Bitte habe keine Angst Sirena, ich bin es, deine Großmutter, ach Kindchen ich bin so froh das du wieder hier her gefunden hast. Wo sind deine Eltern?“
Leicht Kopfschüttelnd ging Sirena nun in die Knie und begann leise zu schluchzen. Die Gefühle die sich in ihr bildeten waren zu viel und ihr Körper war vom aufstieg ausgelaugt.
Die Alte nahm sie in die Arme und schenkte ihr Trost. Es dauerte bis Sirena wieder Worte bilden konnte, die klar waren.
Es war komisch, obwohl sie diese Alte Frau noch nicht kannte, glaubte sie ihr die anfänglichen Worte, denn wieder erwachte dieses Gefühl in ihr, als sie die Alte erblickte und so lauschte sie ihren Worten. Sie bekam alles erzählt, über den Namenlosen Gott von früher und ihre Aufgabe. Die Geschichte der Magierin und den Verrat.
Wie ein Märchen kamen ihr die Erzählungen vor, aber nun hatte sie eine Erklärung, warum sie so anders war und ihre Eltern auch. Nur langsam nahm sie die Worte in sich auf und verarbeitete sie.
Doch als sich die Alte erkundigte wie es ihr ergangen war, kamen ihr die Tränen.
Ihre Tochter und deren Mann gestorben. Und der Bruder einem Fluch zum Opfer gefallen, der ihm zu einer Wölfischen Bestie verwandelt hat.
Sirenas Geist wie Körper war noch zu schwach um sich erneut diesem Ritual zu stellen, stellte die Alte fest. Doch Sirena flehte und bettelte sie an, sie wollte endlich stärker werden. Vielleicht konnte sie mit der neuen Kraft ihren Bruder retten.
Doch alles Betteln und Flehen half nichts. Großmutters Worte waren Fest und klar.
Sirena sollte noch einmal die Suche nach ihrem Bruder fort setzen und dadurch an Stärke gewinnen.
Erst wenn sie Geistig, wie körperlich gewachsen war, sollte sie wiederkommen.
Betrübt über diese Entscheidung willigte sie jedoch ein.
Noch einige Monde verbrachte sie bei ihrer Großmutter, ehe sie wieder mit ihr hinab Stieg.
,, Sirena, du wirst es schaffen und ich werde wie seid dem Verrat, jeden Mondlauf einmal auf diesem Berg sein und auf dich warten und für dich Beten. Mein Kind, du wirst es schaffen und unseren alten Stamm wieder aufbauen. Doch brauchst du noch Zeit um zu reifen mein Kind.“
Mit diesen Worten gingen die beiden auseinander und Sirena trat wieder ihre Reise an, in der sie noch mehr erlebte, als zuvor, doch ist dieses eine andere Geschichte.
Einige Jahre Später:
Langsam zogen die Wolken am blauen Himmel entlang und ihre Schatten, die sie auf den Boden warfen, verdunkelten immer wieder kurz den Hafen, während das Schiff anlegte.
Die Ausstiegsplanke wurde hinunter gelassen und die Seemänner am Steg banden die dicken Seile, an den Holzkeilen, fest.
Langsam begannen nun einige Menschen von dem Schiff hinunter zu gehen. Wie ein Schatten, bewegte sich in dieser Masse, eine Gestalt umher,angezogen in einer feinen Robe, an deren Brust ein Wappen befestigt war. Dies schien jedoch für die hiesigen Menschen ohne Bedeutung zu sein.
Als die Gestalt einige Meter weiter auf das Festland zuging, nahm sie die Kapuze von ihrem Kopf.
Die silbernen Haare glänzten kurz in der Sonne, bis sich erneut eine Wolke vor diese schob.
Einen tiefen Atemzug nehmend, schritt sie nun weiter und ein leichtes Lächeln bildete sich in ihrem Gesicht.
,,Zuhause.“Gab sie wie verträumt von sich und steuerte eine Scheune an.
Als die Frau nun den Stallburschen erblickte, ging sie gezielt auf ihn zu und fragte nach einem kräftigen Ross.Sirena meinte der Preis würde keine Rolle spielen und so warf sie ihm, die Worte gerade zu Ende gesprochen, einen gut gefüllten Sack mit Goldmünzen entgegen. Der Junge machte große Augen und nickte sofort einige Male und sprach dann: „Sicher Lady, ich gebe euch das beste Tier was wir euch verkaufen können.“
Sie nickte zufrieden und fuhr sich dabei kurz durch die Haare, die ihr über der linken Gesichtshälfte lagen. Wenig später sattelte sie auf dem nun fertig gemachten Tier auf und gab ihm mit einem leichten Tritt
Ansporn los zu galoppieren.
Eilig ritt sie aus der Hafenstadt, wobei sich nun, vor ihr, die weite Steppenlandschaft öffnete.
Kurz zog sie an den Zügeln, um ihr Tier zum stehen zu bringen.
Langsam wanderte ihr Blick nun über ihre alte Heimat. Die Kapuze wieder aufgezogen, konnte man ein warmes Lächeln erkennen, ehe sie weiter ritt.
Die Sonne neigte sich schon langsam wieder gen Horizont und die Nacht ließ die ersten Sterne am Himmel erblicken.
Es war wie damals, der Riese erschien langsam in der Ferne, seine Spitze von Wolken umspielt und je näher sie ihm kam, um so majestätischer wurde sein Anblick.
Sirena schossen nun die ganzen Bilder, der vergangenen Zeit, durch den Kopf.
Es waren ihr Bruder, der Orden, ihre Zeit des Leides, der Sieg über den Mensch in ihr, Schmerzen und Freude. Die Gefühle mischten sich nun in die Bilder mit ein und kurz nach dem sie den
blutroten Mond in den Gedanken erblickte, sah sie das Gesicht Amys, wie es von der Dunkelheit
eingenommen wurde und verschwand.
Kurz schüttelte sie den Kopf und klärte ihn wieder.
Vergangenes sollte nun erst einmal unwichtig sein, das Jetzige würde schon genug Kraft in Anspruch
nehmen, war ihr folgender Gedanke.
Immer größer wurde der Berg und die Aufregung in ihr stieg von Minute zu Minute.
Die vollkommene Weihe, würde sie diese wirklich jetzt schon bestehen und würde sie genug Kraft gesammelt haben um es bis zum Schluss durchzustehen, schoss es ihr fragend durch den Kopf.
Erneut versuchte sie ihren Kopf zu sortieren.
Endlich war sie am Fuße des Berges angekommen und erneut begann der beschwerliche Aufstieg.
Und erneut erlitt sie Schmerzen beim Aufstieg. Zwar waren ihre Knie und Füße besser geschützt als beim letzten Aufstieg, jedoch zerrissen die Scharfkantigen Felsen ihre Ledernen Handschuhe und erneut schnitten sie sich in ihr Fleisch.
Doch war sie solche Schmerzen gewohnt und liebte sie inzwischen sogar. Endlich am Vorsprung angekommen sah ihr Auge den alten Wall wieder und sie ging durch die Lücke in das Dorf hinein.
Und ihre Großmutter hatte versprochen was sie gehalten hatte. Sie stand wieder an der Hütte und als hätte sie gewusst das Sirena heute kommen würde, blickt sie zu ihr.
Die Worte hallten durch das leere Dorf und schallten wieder gen Sirena.
„Endlich ist meine Enkelin wieder Zuhause.“
Die Großmutter stand mit offenen Händen, an einer mit Moos bewachsenen Tür und strahlte voller Freude.
Sirena ging auf sie zu und ließ sich wie ein kleines Kind, von ihrer Großmutter, in die Arme nehmen. Wie sehr hatte sie dieses Gefühl vermisst, einfache Geborgenheit, jemand bei dem sie sich beschützt, aber nicht unterdrückt fühlte.
Beide gingen nun in die Hütte. Kaum etwas hatte sich verändert in der Zeit, seit Sirena nicht mehr hier gewesen war. Fast alles stand auch noch so da, wie sie es bei ihrer Abreise in Erinnerung gehabt hatte.
Ein Feuer wurde zugleich entzündet und aus einigen Kräutern ein Tee aufgebrüht.
Sirena und ihre Großmutter setzten sich auf den Boden und Sirena begann mit ihren neuen Erfahrungen die Nacht, mit vielen Geschichten, zu füllen.
Sie erzählte ihr vom Orden des Namenlosen, das sie wohl den Gott gefunden habe, der damals der
Magierin die Bitte erfüllt hatte und ebenso von den Menschen selbst im Orden, der Lehrzeit, ihrer Mentorin, aber auch die vergebene Suche nach ihrem Bruder.
Betrübt wurde nun der Blick der Beiden und die Großmutter nahm Sirena, mit schuld belastetem
Blick, noch einmal tröstend in die Arme. Sie entschuldigte sich bei ihr, dass sie ihr nicht beistehen konnte und für die Schmerzen, die sie erlitten hatte. Sie entschuldigte sich ebenfalls für die Zeit, in der Sirena Niemand umgab, der ihr den Trost der Familie hätte geben können.
Trotz alle dem war Sirena schlussendlich noch zu einem erfreulichen Ende gekommen, denn sie hatte die Prüfung bestanden und würde nun die vollkommene Weihe erhalten.
Sirena erklärte, als sie den roten Mond in den Neuen Landen erblickt hatte, wusste sie, dass die Zeit gekommen war zurückzukehren.
Langsam begannen am Horizont die ersten Sonnenstrahlen den Nachthimmel zu durchbrechen und der
glühende Feuerball streckte, am östlichen Horizont, sein Gesicht empor.
Die ersten Vögel begannen nun ihre morgendliche Melodie, der Nebel überdeckte noch die Steppe unter dem Berg und man hätte fast den Eindruck bekommen können, dass dieser Riese über den Wolken schwebte.
Langsam betteten sich Sirena und ihre Großmutter, nach der langen und anstrengenden Nacht.
Erst als erneut die Nacht einbrach, erwachte Sirena wieder. Ihre Großmutter war schon länger aufgestanden und bereitet alles für ihren großen Moment vor. Sie hatte ihr ein Bad eingelassen, es mit wohltuenden Kräutern versetzt und neben dieses zwei kleine Kohlelöcher platziert, in die sie nun einige Pulver hinein streute. Verschiedenfarbige Flammen zuckten umher und ein feiner Rauch bildete sich. Sirena erhob sich langsam vom Schlafplatz und ging zu dem Bad.
Ihre Großmutter bat sie, dass sie sich entkleiden solle, damit die Reinigung beginnen konnte.
Sirena folgte dieser Bitte. Ihre Großmutter reichte ihr dann noch einen Trunk, den sie vorher zu sich nehmen sollte. Das bittere und salzige Gebräu schluckte sie ohne einmal abzusetzen.
Danach begann sie in das warme Bad zu steigen. Ihre Großmutter, die sich inzwischen neben sie an den
Baderand gesetzt hatte, begann nun ein Lied in fremder Sprache zu singen und Sirena den Rauch der
Kohlebecken zu zufächeln.
Immer langsamer begann Sirena zu atmen und sie schloss zitternd das Auge. Ihr Körper erschlaffte immer mehr. Der Gesang ihrer Großmutter klang wie in einem großen Raum und wurde immer langsamer. Jedes einzelne Wort das den Lippen entfuhr, wirkte wie unzählige, ineinander verworrene Stimmen und Laute. Die Dunkelheit die noch um sie lag, als sie ihr Auge schloss, begann sich langsam in ein pulsierendes Licht zu wandeln. Wie hunderte blitze zuckte Dieses immer wieder auf, die Blitze wie ein Adergeflecht auftauchend und verschwindend, begannen sie sich bei jedem Erscheinen neu zu formen und neue Verbindungen
zu entwickeln.
Jetzt begann sie zu fallen. Es war kein Fall vor dem man sich fürchtete, im Gegenteil, es war mehr ein
sanftes Herabschweben, wobei man die Schwere des eigenen Körpers völlig vergaß.
Immer wieder zuckten nun die Lichtgebilde um sie herum und immer mehr Stimmen schienen sich in den Gesang zu fügen.
Kaum mehr regte sich Sirena. Sie lag mit wild zuckendem Auge im Bad und ihr Brustkorb hob sich nur noch ein klein wenig. Mit ihrem Geist, der wohl auf eine Reise geschickt wurde, verharrte sie so Stunden. Die Großmutter, welche das Bad weiterhin warm hielt und immer noch das Lied sang, verharrte ruhig neben ihr.
Immer tiefer sank Sirena in sich und der Rausch wurde kräftiger. Neue Stimmen mischten sich in die
Umgebung, welche immer schneller und immer wirrer sangen und ihr dabei zuflüsterten. Doch langsam entwirrten sich die Stimmen und Sirena konnte sie deuten.
Es waren Karah, Marleen, Amy, Mutter, Vater, Bruder, Lord McGravel, Lord Vermont, Erynn, Grogan, Krasha und immer mehr konnte sie jede einzelne Stimme heraus filtern. Es wurden immer mehr Menschen, die sie einmal in ihrem Leben gehört und gesehen hatte. Jeder dieser Stimmen sang das Lied, das ihre
Großmutter zu Beginn gesungen hatte und immer mehr begannen sie sich wieder zu einem Ton und zu einer Stimme zu wandeln. Als alle anderen verschwanden, hörte sie nur noch ihre eigene Stimme, die das Lied sang.
Das Auge geöffnet, wie Leer nach vorne blickend und mit leiser Stimme das Lied mit ihrer Großmutter singend, lag Sirena immer noch in dem Bad. Die Kohlegruben waren inzwischen erloschen, der Morgen graute und Sirenas Großmutter begann damit, ihrer Enkelin, mit einer art Rute, die aus zusammen gebundenen Kräutern bestand, den Körper wie mit einem Schwamm zu schrubben. Dabei errötete die blasse Haut immer mehr.
Langsam wurde alles hell um sie herum und eine wohlige Wärme umgab Sirena. Die zuckenden Lichtblitze hatten sich inzwischen zu schlangenartigen, dumpf leuchtenden Strudeln entwickelt.
Sirena begann um diese zu tanzen, welche sich anschließend um ihren Leib schlangen und sie führten. Sie hatte sich nun von allem befreit und fühlte nur noch die vollkommene Freiheit, die Ruhe und das
vollkommene Fallen lassen des Geistes.
Inzwischen hatte sie die Großmutter aus dem Bad genommen und den noch schlaffen Körper in Felle gebettet. Stolz blickte sie zu Sirena hinab und streichelte ihr über die Stirn.
„Du wirst genug Kraft haben mein Kind, du wirst es schaffen.“
Die Alte setzte sich nun neben Sirena und wachte bis sie wieder erwachen würde.
Nach einigen Stunden öffnete sie so auch wieder ihr Auge, wobei die Pupille wild zuckte und geweitet den Raum musterte. Langsam erhob sie sich. Sich immer noch völlig leicht fühlend, setzte sie ihre Füße auf den Boden. Der Boden unter ihr war ihrem Gefühl nach weiches Moos, in dem sie immer mehr einsank.
„Wie geht es dir mein Kind?“
Ein zufriedenes Lächeln lag in ihrem Gesicht, ihr Auge normalisierte sich etwas und blickte anschließend nun zu ihrer Großmutter. Mit einer leisen und sehr ruhigen Stimme gab sie nur von sich:
„Sehr gut Großmutter. Es ist alles so schön, so wunderschön.“
Sie schmunzelte ob der Worte Sirenas und reichte ihr die auch gereinigte Robe wieder, die sie sich etwas mühsam überzog.
„Sirena, es ist nun Zeit, bitte folge mir. Ich werde dich nun zum Eingang der Höhle bringen.“
Nur ein leichtes Nicken, war ihre Reaktion auf die Worte und sie ergriff die Hand ihrer Großmutter und
folgte ihr Barfuß zum Höhleneingang.
Die Runen um den Eingang waren von den Jahren, in denen sie der Witterung ausgesetzt waren, sehr
verwaschen und kaum noch erkennbar.
„Diesen Weg musst du nun alleine gehen, doch werde ich hier auf dich warten.“
Langsam ging sie in die Höhle und folgte dem nach unten gehenden Weg. Immer dunkler wurde es um sie herum, bis sie in vollkommener Dunkelheit, sich an der kalten und feuchten Felswand tastend, weiter hinab begab. Langsam sah sie hinter einer kleinen Gabelung ein dämmrig, blaues Licht.
Je näher sie diesem kam, um so mehr wurde der enge Gang, durch den sie noch fast blind schritt,
in dieses blaue Licht getaucht und als sie um die Ecke bog, eröffnete sich ihr ein wunderbares Bild.
Blau glühende Runen erstrahlten aus dem dunklen Gestein, welche sich wie blau glühende Metalladern schlängelten. Sirena ging an eine der Adern und strich mit der Hand über das, für sie unbekannte, Metall. Es fühlte sich warm und seltsam weich an. Sie konnte mit ihren Fingern eine kleine Beule in die Ader drücken, welche sich jedoch nach einiger Zeit wieder zurück formte.
Ein leichtes Lächeln huschte über ihre Lippen und sie ging mit begeistertem Blick weiter,
den nun leuchtenden, Gang entlang.
Dieser begann nun in eine Höhle zu münden und auch hier verschlug es Sirena die Sprache.
Der Höhlenraum war ebenfalls mit den metallenen Adern und den Runengebilden an der Wand durchzogen, welche den Raum in verschiedenen, dämmrigen Farben erstrahlen ließen und der kleine Höhlensee, dessen Wasseroberfläche in all den Farben glänzte, gab diesem Ort etwas friedliches und mystisches.
In mitten des Sees, stand die Magierin, mit ihrem wunderschönen Körper.
Sie blickt mit einem offenen Lächeln zu Sirena und mit einer Geste bat sie die Kriegerin zu ihr zu kommen.
Nur schwach nickte Sirena und ging langsam auf den See zu. Kurz tippte sie mit ihren nackten Füßen in das Wasser, das aber unerwartet Warm zu sein schien, schritt hinein und begab sich langsam zu der anderen Frau. Etwas unsicher blickend, blieb sie vor ihr stehen und sah ihr eine Weile in die Augen, welche die
Weisheit und ihre Macht widerspiegelten.
Die Magierin öffnet die Arme und drückte Sirena an sich heran.
,, Ich bin so froh Sirena, endlich ist die Zeit gekommen, endlich ist aus dem kleinen Wesen von Damals eine wunderhübsche Frau geworden.“ Nur leicht lächelte Sirena zu ihr auf.
,,Verzeiht ich möchte euch nicht beleidigen, aber habt ihr etwa mein Gesicht nicht gesehen Magierin?“
Erneut lächelte sie nur leicht und fuhr Sirena mit der Hand durch die Haare.
,, Mein Kind, wenn mich die Zeit eines Lehrte, dann das ein Mensch eine äußere Hülle besitzt, die vergänglich ist und eine Innere, die mir offenbart, wie sein Wesen wirklich ist und in dir sehe ich eine starke Frau, die viel leiden musste, die Schmerzen erlitten hat und deren Verstand fast gebrochen wurde.“
Als sie die Worte sprach klammerte sich Sirena noch etwas mehr an die Magierin. Es erweckte fast den
Eindruck von Mutter und Tochter wieder, die sich Trost spendeten.
Bei jedem Wort der Magierin formten sich auf ihrem Körper die Runen, verfielen wieder und entstanden an einer anderen Stelle neu.
,, Sirena, dein Leben war hart und dadurch wird diese Weihe für dich sehr schmerzhaft werden. Du musst sie nicht antreten. Ich möchte auch nicht mit ansehen müssen, wie die letzte Hoffnung unter meinen Armen stirbt. Es brach mir schon das Herz, das unser Dorf von einem der meinen verraten wurde und es kaum noch Menschen gibt, die dieses Dorf vielleicht wieder aufbauen würden. Doch es bleibt dir überlassen. Sag mir was du dir wünschst, meine Kind.“
Mit einem mütterlichen und kummerbeladenem Blick schaute sie Sirena ins Auge, worauf diese nur
einige Sekunden verharrte, ehe sie nur leicht nickte und sprach: ,, Ich möchte diese Weihe erhalten. Mein Leben war hart. Ja. Aber wozu sollten all meine Leiden gedient haben, wenn ich nicht auch dieses Prüfungen antreten würde. Ich möchte unser Dorf eines Tages wieder in seiner alten Pracht erleben und mit der Gabe die mir zuteil wird, die wenigen die ich Liebe noch retten und sie beschützen. So vollzieht die Weihe an mir, denn ich werde stark genug sein. Glaubt mir.“
Ein seltsames Funkeln lag plötzlich in ihrem Auge und kurz legte sich ein kaltes Lächeln auf Sirenas Lippen.
Nur ein seufzen ging von der Magierin aus, jedoch nickte sie leicht und streichelte Sirena noch einmal durch das Haar.
Danach löste sie die Umarmung und ging in Richtung Ufer des Höhlensees.
Sirena stand immer noch in der Mitte und verfolgte wie die Magierin sich in den Finger biss. Einige Tropfen Blut fielen in das Wasser, wobei die Alte begann einige uralte und für Sirenas Ohren unbekannte Wörter zu sprechen. Hierbei schloss sie die Augen und wankte im Takt der Wörter mit dem Körper hin und her.
Langsam begann das Wasser immer wärmer zu werden und Sirena merkte an ihren Füßen, wie sich einige der Metalladern um diese schlängelten und unter einem Stechen stießen die Spitzen derer unter ihre Haut.
Kurz kniff sie das Auge zu und bemerkte wie ihr ganzer Körper erstarrte.
Als sie ihr Auge wieder öffnete, erblickte sie nicht mehr die Höhle um sich, sondern tiefe schwärze. Panisch wollte sie sich umblicken, doch selbst ihr Auge war wie versteinert und blickte nur nach vorne. Auf einem mal durchfuhr sie ein Schmerz, wie sie ihn noch nie wahrgenommen hatte. Es schien als würde ihr Körper von Tausenden, glühenden Nadeln durchbohrt werden und ihre Haut ,so wie ihre Muskeln, schienen unter einem enormen Druck zu zerreißen. Selbst ein Schrei konnte sie nicht hervorbringen und die Schmerzen wurden immer schlimmer. Schweißperlen rannen ihr die Stirn hinab und unter ihrer Haut begannen sich ihre Adern zu verfärben.
Nur einen Schrei, nur einmal diese ganze Last der Schmerzen zum Ausdruck bringen, mehr wünschte sie sich in diesem Moment nicht.
Doch die Schmerzen wurden immer unerträglicher und sie spürte wie ihr Herz unter der Brust immer heftiger schlug, so als wolle es aus dem Körper springen, um selber nicht mehr diese Qual ertragen zu müssen.
Die Magierin saß nun ruhig am Ufer und betrachtete mit einem eher gleichgültigen Blick wie Sirena die Schmerzen ertragen musste, wie ihr Körper immer mehr von den metallenen Adern durchzogen wurde und sich ihre Haut auch zu verfärben.
Leise murmelte die Magierin einige Gebete für Sirena und faltete dabei die Hände ineinander.
,, Halt durch meine Kleine. Nicht mehr lange und du hast es geschafft.“
Kleine Blitze zuckten nun in der Dunkelheit um Sirena und jedes mal wenn ein neuer Höhepunkt der Schmerzen in ihr aufstieg, wünschte sie sich nur noch zu sterben. Aber in ihr war dieser Wille, der Wille nicht aufzugeben. Kurz fühlte sie eine seltsame Wärme in sich. Sie stieg von ihrem Mal auf und durchzog ihren ganzen Körper.
Für einige Sekunden waren die Schmerzen vergessen, jedoch merkte sie wie ihr Mund sich mit Blut füllte und unter einem Knacken sich ihre seitlichen Eckzähne heraus wanden, welche gefolgt von längeren und spitzeren Reißzähnen wurden. Mit viel Mühe spuckte sie die alten Zähne aus. Die Schmerzen kamen wieder, nur noch heftiger und noch länger anhaltend als zuvor.
Endlich war ihr Mund nicht mehr verschlossen und sie konnte einen Markerschütternden Schrei aus ihrer Kehle lassen, der durch die gesammte Höhle und die Gänge zu hören war.
Und nun erblickte sie auch wieder alles um sich herum, jedoch nur verschwommen. Mit ihren Kräften am Ende, sackte sie nun im Wasser zusammen und ging langsam unter.
Die Magierin sprang sofort wieder ins Wasser und schwamm zu der Stelle, packte Sirena noch an einem der Arme und zog sie aus dem Wasser.
Am Ufer angekommen, legte sie die Bewusstlose auf einen mit Fellen ausgelegten Felsen und drückte die Hand auf Sirenas Brustkorb.
Sie atmete erleichtert aus, als sie den Herzschlag und die Bewegung des Brustkorbes spürte.
Ein leichtes Lächeln folgte, als sie sah, das Sirena es geschafft hatte. Ihre Haut erstrahlte nun auch in dem dunkelgrauen, matt glänzendem, metallischen Farbton.
,, Du hast es geschafft mein Kind. Schlaf nun und sammle deine Kräfte wieder.
Sachte streichelte sie Sirena über den Kopf und legte sich dann neben sie.
Sie würde solange über ihren Schlaf wachen, bis Sirena wieder erwachte.
,, Du wirst unsere neue Hoffnung sein Kind und mit dir werden wir wieder zur alten Stärke heran wachsen.“
Es war Geschafft, endlich war sie der Vollkommenheit ein großes Stück näher gekommen.

Achja, ich poste gleich alles auf einmal, also bitte keinen Schock bekommen ;D
Viele Legenden irren in der Welt umher. Einige so unglaublich, dass niemand sie für Wahr halten würde. Doch die nächste Legende die ihr nun hören werdet, wird euch wie ein Märchen vorkommen. Aber es ist alles andere als ein Märchen.
Als die Götter noch auf Erden wandelten und ihr Werk begutachteten, zu dieser Zeit beginnt unsere Legende. Der Herr und Asmodan lebten noch friedlich zusammen und genossen jeden Tag auf der Erde, die sie mit viel Mühe geschaffen hatten.
Jeder der beiden Götter hatte einen Platz auf diesem Planeten, der ihnen am meisten imponierte.
Asmodan verbrachte seine Zeit gerne auf einem Berg. Es war kein einfacher Berg, nein, dieser Berg stand in einer steppigen Ebene. Seine Spitze reichte bis über die Wolken und die Göttlichen Augen Asmodans konnten von hier oben, über die gesamte Welt blicken.
Und so kam es, das dieser Berg von ihm selbst geweiht wurde und immer wenn er auf der Erde umher ging und wie der Herr noch einiges an seinem Werk verbesserte, so ging er immer wieder zu seinem Berg um noch einmal in der ruhigen Höhe, über die Länder zu blicken und sich über die Lebewesen zu erfreuen, die auf diesen wandelten.
Doch dann kam der Krieg der Götter in die Lande. Asmodan wurde in sein dunkles Verließ gebannt und so verharrte er die Zeit in der Dunkelheit.
Seine Freiheit war verloren, aber sein Liebstes auf der Erde war ihm geblieben und durch die immer noch starke Macht der Segnung, die durch den Berg floss, siedelten sich die noch treuen Diener des Einen an. Dämonen wachten nun über diesen Ort und pflegten ihn.
Als der Herr dann mit seinen Engeln, das Reich Surom vernichtete, überrannten seine Krieger und Engel auch Asmodans liebstes.
Die brennenden Klingen der Engel, ließen alle Wesen unter den Hieben fallen.
Doch die Seelen der Dämonen wollten diesen Ort nicht verlassen und so suchten sie noch einen Halt in dieser Welt, an diesem Ort.
Und so fanden sie ihn, wie ein Adernetz einen Körper durchzog, so durchzogen Metallische Adern den Berg und durch die immer noch anwesende, wenn auch schwache Macht des Einen, konnten sich die Seelen in diesen Adern festhalten.
Ein Reich wurde ausgelöscht, Menschen niedergeschlagen. Doch keine Klinge, kein Zauber oder hunderte von Kriegern konnte einen Berg zerstören.
Warum auch, so wie Surom, würde auch bald dieses vergessen sein. Die Dämonen wurden vernichtet und niemand würde mehr an diesen Berg denken.
Der Herr sollte jedoch Unrecht haben. Surom wurde nie völlig vergessen und auch der liebste Platz Asmodans blieb in Gedanken erhalten.
Jedoch nur noch in den Gedanken der Vier Winde. Lange konnten sie nie an diesem Ort verweilen, zu schmerzhaft war es für sie, die Klagesänge ihrer Brüder und Schwester zu hören, deren Seelen weiterhin, wie ein Strom, durch den Berg wanderten..
Und so schmiedeten sie einen Plan, wie sie diese Seelen wieder in einen Körper bringen konnten, doch sollte noch viel Zeit vergehen, bis sie ihren Plan in die Tat umsetzen konnten.
Erst als Menschen nach Jahrhunderten, sich auf dem Berg ansiedelten, konnten sie damit beginnen ihren Plan zu verwirklichen.
Aber mussten sie mit Bedacht und List an ihr Vorhaben gehen.
Zitat: Einzelne Menschen mit Wissen kann man lenken, viele dagegen sind nur wie ein Panischer Haufen.
Und so vergingen die Jahre, in denen sich die Menschen auf dem Berg ansiedelten und ein Dorf erbauten. Geführt wurde das Dorf von einer Frau, einer Magierin.
Nicht mehr lange sollte es dauern, bis die Vier Winde eine Chance ergreifen konnten, um ihr Vorhaben umzusetzen.
600 Jahre vor Sirenas Geburt
Prächtig war das Dorf gedeiht in der Zeit der Besiedlung. Felder konnten aufgebaut werden, da die Bergquellen genügend Wasser spendeten um Mensch, Tier und Acker zu bewässern.
Sie lebten gut in ihrer neuen Heimat und so vergingen die Jahre wie im fluge.
Doch ein Mensch konnte sich nicht wirklich über all dieses erfreuen.
Die Magierin, die das Dorf führte, sehnte sich nach mehr als nur einem glücklichen Leben. Sie wollte die Unsterblichkeit. Ihre äußere Hülle konnte sie jung halten, niemand im Dorf wusste wie viele Sommer die Magierin schon erlebt hatte.
Jedoch ihr inneres konnte sie nicht erhalten und langsam merkte sie, wie sie von innen heraus zu sterben begann. Langsam, aber immer näher rückte das Ende an sie heran.
Aber sie wollte sich nicht dem Tod ergeben, sie wollte mit all ihrer verbliebenen Kraft die Unsterblichkeit erlangen. Viele Formeln wurden geschrieben und Tränke probiert, doch keiner krönte von Erfolg.
Immer mehr Verzweiflung kam in ihr auf und so betete sie in einer blutroten Vollmondnacht gen Himmel. Lange blieb die Ruhe in dem Haus der Magierin, bis sie eine Leise Stimme vernehmen konnte.
,, Folge meiner Melodie und ich gebe dir, wonach du verlangst.“
Mit weit aufgerissenen Augen blickte sie sich um, doch nichts war zu sehen, außer die Schatten, die von der Kerze an die Wand geworfen wurden.
Wieder erklang die Stimme: ,, Folge der Melodie.“
Langsam erhob sie sich und noch einmal gleitete ihr Blick umher, ehe sie ein Leises Summen vernehmen konnte.
Nicht aus Menschlicher Kehle entstammt die Melodie, zu Sanft und Perfekt kam sie in ihren Ohren an, als das ein Mensch so etwas zu Stande bringen konnte.
Und so folgte sie der Melodie. Die Wachen auf den Palisaden sahen nur kurz zu ihrer Führerin und wie sie im dunklen der Schatten verschwand.
Immer lauter wurde der Gesang der Melodie, je höher die Magierin den Berg erklomm. Ihre Hände und Füße blutig durch die spitzen Felsen, an denen sie sich ihren Weg bahnte. Der raue und eisige Wind Peitschte ihr ins Gesicht und Tränen verwischten den klaren Blick.
Fast am Ende ihrer Kräfte, kam sie auf einem Vorsprung des Berges an, das Dorf nur noch ein winziger Kreis mit kleinen Lichtpunkten unter ihr.
Ein kräftiger Atemzug ging durch ihre Lungen und leicht verzerrte sie ihr Gesicht vor Schmerz.
,, Komm zu mir.“ Erklang es wieder sanft in ihren Ohren und als sich ihr Blick wieder klärte, erkannte sie nicht weit von sich einen Eingang in den Berg. Vorsichtig trat sie hinein, nichts als Vollkommene Dunkelheit und das leise Summen der Melodie lag vor ihr.
Wie lange sie in der Finsternis wanderte, wusste sie nicht mehr, aber es war ihr gleich. Das Herz immer mehr rasend vor Aufregung, ging sie weiter in das ungewisse hinein.
Dann ein schwaches Licht vor ihr. Der Schritt nun schneller und der Schweiß ihre Haare entlang rinnend, kniff sie vom plötzlichen Lichtschein, die Augen zusammen.
Als sich die Augen nun wieder an das Licht gewöhnten, erkannte sie die große Höhle, in der sie nun stand.
Glänzende Metalladern zogen sich durch die Felswände und sie schienen von einem eigenartigen Leuchten umgeben. Kurz, so schien es ihr, sah sie das sich einige der Adern wie eine Schlange im Fels wanden. Doch bevor sie weiter über diesen Ort nachdenken konnte, erhörte sie wieder die Stimme. Dieses mal lauter und klarer.
Als sie den Kopf in Richtung der Stimme drehte, sah sie einen unförmigen, rot leuchtenden Nebel, der über einem Quellsee schwebte.
,, Du hast den Weg gefunden. Nun höre was ich dir anbieten werde Menschenmagierin.“
Leicht zitterten ihre Beine beim klang der Stimme und sie wagte es nicht, dem Wesen ins Wort zu fallen, obwohl ihr unzählige Fragen durch den Kopf gingen.
,, Du sehnst dich nach unsterblichem Leben, ich kann es dir geben. Aber höre meine Bedingung für diese Geschenk.“
Kurz zuckte sie zusammen, als sie an ihren nackten Füßen das kalte Metall spürte. Einige kleine Adern wanden sich wie Schlangen um die Füße und krochen weiter an ihren Beinen entlang.
Die Augen nun panisch geweitet, beruhigte sie die Stimme rasch.
,, Keine Sorge sie werden dir nichts tun, sie sind nur neugierig.“
Langsam blickte sie wieder zu dem Nebel und wollte die Stimme erheben, als diese wieder zu ihr sprach.
Erneut versprach sie ihr, den Wunsch nach Unsterblichkeit zu erfüllen, doch sollte sie wissen was dies für ein Ort ist.
Stunden vergingen und die Magierin bekam die Geschichte vorgetragen. Asmodan, der Herr, die Kriege, Surom und dieser Ort.
Sie verstand langsam was die Stimme vor ihr in Wirklichkeit war.
,, Und nun Menschenmagierin, bist du bereit die von uns auferlegten Regeln zu befolgen? Wirst du dich um unsere Brüder und Schwestern kümmern und wirst du ihnen auch Helfen wieder einen neuen Körper zu erlangen, in denen sie sich einnisten können und zu alter Kraft zurück kehren?“
Stille trat ein und die Magierin überlegte lange. Sie müsste all die Menschen belügen. Die Menschen, die ihr vertrauten.... und sie müsste so lange an diesem Ort verweilen, bis alle Seelen einen Körper erlangt haben.
Was sollte siegen, ihr Gewissen, oder ihre Gier.
,, Nun, sag uns deine Entscheidung.“
Forderte nun die Stimme mit immer noch sanften Ton. Nur ein leichtes nicken ging von der Magierin aus und ein zaghaftes ,, JA.“
,, So soll es sein, erfahre nun die Macht des EINEN.“
Ein Schrei erklang hallend in dem Höhlengewölbe, als sich die Metallisch Adern, die sich um ihre Beine schlängelten, sich mit einem mal in ihre Haut bohrten und ein nicht zu beschreibender Schmerz durch ihren Körper fuhr.
Ihre Haut begann sich zu wandeln. Wie das Metall, so nahm auch ihre Haut die glänzende Farbe an und ihre Augen wechselten zwischen allen Farben die man sich vorstellen konnte.
Ihre eben noch langen und schwarzen Haare, wechselten in ein Kupfernes schimmern.
Völlig erschöpft sank sie dann auf die Knie und rang hächelnd nach Luft.
Langsam richtete sich die Magierin wieder auf und ein Lächeln legte sich auf ihre Lippen.
Sie schloss ihre Augen und genoss sichtlich die neue Macht die durch ihren Körper zog.
,, Und nun Magierin, wirst du unsere Bitten erfüllen. Bald werden die Menschen dich aufsuchen kommen. Erzähle ihnen das du wie sie von uns auserwählt worden seid, göttlichen Mächten zu dienen und das ihr dafür einen Teil unserer Macht erlangt.“
Eine kurze Pause trat ein, ehe eine nun eher weiblich klingende, aber dennoch nicht von Menschlichem Ursprung, klingende Stimme sprach.
,, Du wirst ihnen niemals die volle Wahrheit erzählen. Wagst du es doch, so wird der tot das sein, was dich nach langer Zeit der Qualen erlösen wird.“
,, Wie ihr befehlt, ich werde eure Wünsche in die Tat umsetzen, seid euch dem gewiss.“
Und so erlangte die Magierin ihre Unsterblichkeit.
Nach einigen Tagen, als sich die Menschen des Dorfes sorgten und nach ihr suchten, fanden einige den Eingang in die Höhle. Als sie ihre Führerin erblickten, konnten sie erst nicht glauben was aus ihr geworden war. Unmenschlich schön war sie und ihre Stimme klang wie ein zarter Engelsgesang.
Ihre Kupferfarbenen Haare leuchteten wie ein leichtes Feuer und ihre Haut war reiner den je und der Metallische Glanz vollendete das Bild.
Die Magierin erzählte den Dorfbewohner von ihrer Begegnung und das sie alle Auserwählte seien.
Anfangs noch skeptisch, begannen die Menschen der Magierin immer mehr zu vertrauen und so willigten sie alle ein, sich auch einen Teil dieser Macht ein zu verleiben.
Warum auch sollte sie ihre Anführerin anlügen und der Beweis ihrer Worte war sie selbst.
Neid, Gier, Hass und Gewalt. Fast jeder Mensch ist mit diesen negativen Eigenschaften behaftet und sie sind das, was die Dämonische Seele benötigt um die Seele des Wirts zu vernichten.
Sie klammert sich an die negativste Eigenschaft und steigert diese in ein unerträgliches Maß.
Die Menschliche Seele wird immer unreiner und rissiger, bis zu dem Punkt, an dem sie so schwach geworden ist, das der Dämonische Teil sie vernichten kann und die vollkommene Kontrolle erlangt.
Wieder vergingen Jahre und das Dorf wuchs weiter. Alle Menschen waren inzwischen Wirte der Dämonen geworden, doch nur einigen sah man diese Wandlung an.
Es waren die Krieger des Dorfes, deren Haut Metallisch glänzte, ihre Augenfarbe waren Mannigfaltig und einige besaßen sogar Krallen und Reißzähne.
Viele Menschen waren verunsichert von dem Dorfvolk des Berges und mieden die Region um den Berg. Da aber keine Feindseligkeiten von diesen ausgingen, beließ man es auch bei der Meidung dieser Volkes.
Menschen die sich aber mit dem Dorfvolk einließen und sogar gewillt waren einen dieser Wesen zu Heiraten, musste sich vor der Magierin rechtfertigen. Sie bestimmte wer Heiratet und ob er den Segen empfangen darf.
Nicht ohne Grund bestimmte sie dieses. Nur Menschen mit starken Körpern, aber schwachem Geist, dürften einen der Dorfbewohner ehelichen. Geister die zu stark waren und somit die Vereinigung verhindern konnten, waren eine zu große Gefahr für das Dorf und den Plan der Magierin.
Und wieder vergingen viele Jahre. Das Dorf wuchs immer mehr und beinahe wäre der Plan der Vier aufgegangen.
1 Jahr vor Sirenas Geburt
Ein Mann kam ins Dorf, getrieben von der Liebe zu einer der Frauen im Dorf, bat er die Magierin, diese zu seiner Frau nehmen zu können.
Niemand weiss mehr genau warum, aber in diesem Moment begann die Magierin einen Fehler, der Geist des Mannes war schwach, ja, aber er war auch rein von aller Schuld.
Die Weihe wurde vollzogen und auch er bekam einen Dämon als Wirt. Doch der Dämon konnte sich an keiner negativen Eigenschaft nähren.
Und der Mann erkannte bald, das mit ihm etwas geschehen war, etwas ungutes.
Er erkannte auch, das er niemandem im Dorf davon erzählen konnte, denn sie alle waren keine Menschen mehr und seines Erachtens, vom reinen Bösen besessen.
Die Geburt Sirenas
Schreie erklangen aus einem der kleinen Hütten, eine Frau mit Gold schimmernden Haaren und dunkel violetten Augen lag in den Wehen. Wohl ihr Mann, dessen Haare kurzgeschoren waren und mit Caramelfarbenen Augen, hielt die Hand der Frau.
Vor ihnen dann noch eine ältere Frau mit dünnem und zerzausten Haaren, die wie Platin glänzten. Ihre fast schwarzen Augen musterten ruhig die andere Frau.
Ein anderer Schrei mischte sich mit in die Geräusche und alsbald lag in jedem der anwesenden Gesichter ein leichtes Lächeln.
Ein Kind wart geboren worden. Eine Tochter hat das Licht der Welt erblickt.
Mit Stolz hielt die Mutter das kleine Leben in ihren Armen und fuhr sachte mit dem Daumen über die feinen, schwarzen Haare an dem kleinen Kopf. Klare, blaue Augen schaute zu ihr auf, ehe diese sich wieder schlossen.
,, Sirena, sag ihr bitte das sie Sirena heißen soll Mutter.“
Die Alte nickte nur stumm, ehe sie das kleine Ding an sich nahm und aus der Hütte trat.
Sie sollte die Weihe erhalten, genau wie alle Neugeborenen, sollte auch Sirena eine Dämonische Seele in ihren Körper bekommen. Mit dem Alter sollte sie reifen und entfalten.
Die Großmutter brachte Sirena zu der Magierin, die schon alles für die Weihe vorbereitet hatte.
Mit Sorgfalt hatte sie die passende Seele für dieses Kind ausgewählt.
Das Mal wurde ihr in Silber, auf den Körper aufgetragen. Noch zu rein war die Seele des Kindes, als das sich die Dämonische Seele an etwas klammern könnte. So musste sie im Siegel darauf warten bis sich genug schlechtes in dem Kind gesammelt hatte, um seine Fänge nach dieser auszustrecken.
Die Litaneien wurden gesprochen und die lebendigen Adern fuhren in den Körper des Kindes ein.
Schreie drangen durch die Höhle. Noch kaum auf der Welt, aber schon sollte das Kind mit Schmerzen in Berührung kommen, die es nie vergessen sollte.
Schwarz wurden seine Adern am ganzen Körper und das einst schwarze Haar verfärbte sich in silberglänzendes. Das Blau in ihren Augen wurde trüber und wandelte sich langsam in ein tief dunkles Grau.
Immer mehr Stimmen überlagerten sich bei den Worten der Magierin, doch ehe sie mit dem Ritual fortfahren konnte, ertönte ein Grollen, gefolgt von Schreien.
Ein knurren entkam der Magierin und als ob Hunderte Wesen auf einmal sprachen, erklang aus ihrem Mund: ,, Sie sind wieder gekommen.“
Die Adern zogen sich rasch aus dem Baby zurück, als das hallen von Metallischen Schritten zu hören war. Die Großmutter nahm Sirena rasch an sich und versteckte sich mit ihr hinter einem Felsen.
Die Hände zu Fäusten geballt und ein leises knurren entkam der Magierin, als ein Trupp von 5 Männern in glänzender Rüstung in die Höhle kamen.
Wirr blickten sie sich um und als sie die Magierin erblicken zogen sie ihre Waffen und ein Mann mit leicht grauen, schulterlangen Haaren sprach: ,, Eine Höllenbrut seid ihr und wir werden euch ausrotten, bevor ihr noch mehr Menschen infiziert.“
Erneut entkam der Magierin ein lautes knurren und ihre Fingernägel formten sich langsam zu krallen und ein leichtes glimmen umgab sie.
,, Ihr werdet für eure Dummheit zahlen, elendes Menschenvolk. Eure Seelen werden mir gehören.“
Dies sollten die letzten Worte gewesen sein, die diese Männer hörten. Mit einem mächtigen Zauber, verwandelten sich ihre Körper in Asche. Nicht einmal mehr genug Zeit um zu schreien blieb ihnen.
Doch oberhalb der Höhle sah es nicht gut aus.
Krieger mit einem Königlichem Wappen der großen Hafenstadt kämpften gegen die Bewohner des Dorfes. Einer der ihren hatte sie verraten. Der Mensch dessen Seele zu rein war um vom Dämon übernommen zu werden. Er gab alles Preis, zu sehr quälten ihn die Gewissensbisse was aus den Menschen geworden ist und was mit ihm geschehen war. Etwas wurde in ihn gepflanzt. Etwas böses, etwas schlechtes, etwas, von dem er erlöst werden wollte.
So ging er in die Hafenstadt, die Sitz des Königs war. Er berichtete diesem alles. Anfangs mit Skepsis, bekam der König immer mehr Furcht vor den Bewohner auf dem Berg.
Er sandte seine Ritter aus um diesen Pestfleck auszurotten.
Die Dorfbewohner kämpften mit all ihrer Macht die sie hatten und mit allem was sie hatten.
Einige griffen zu Waffen, während andere wie ein Tier auf die Ritter los gingen und ihre krallen und Reißzähne in das Fleisch bohrten.
Doch hatten sie gegen die gut ausgebildeten und gerüsteten Mannen kaum eine Chance und immer mehr vielen unter dem Schwert des Königs.
Die Magierin blickte auf Sirena hinab, die Weihe war noch nicht ganz vollendet, jedoch blieb keine Zeit um sie jetzt zu vollenden.
Sie blickte zur Großmutter und sprach in raschem Ton: ,, Schnell, bring sie von hier fort, sie wird unsere letzte Hoffnung sein, wenn die anderen den Kampf gegen die Ritter verlieren. Beeile dich, ich werde den Eingang bald verschließen, so das niemand diesen Eingang finden wird.
Merke dir nur, jeden Monat zum vollen Mond, werde ich ihn öffnen und auf euch warten, auf sie warten.“
Sie deutet mit einer ihrer Finger auf das Neugeborene.
Sachte nickte die Großmutter und mit schnellen Schritten, ging sie wieder an die Oberfläche.
Die Schlacht war im vollen Gange, unter den Schwertern vielen die Dorfbewohner. Nur wenige hielten einen längeren Kampf gegen die gut ausgebildeten Männer und Frauen aus.
Einzig die Krieger des Dorfes konnten der anderen Seite enormen Schaden zufügen.
Mit ihren krallen und Zähnen zerrissen sie Rüstung und Fleisch der Angreifer. Doch die Massen an Kriegern die ins Dorf stürmten, waren zu mächtig und so mussten sich auch diese Krieger mit dem Schicksal zu recht finden, wieder ihre Stoffliche Hülle zu verlieren.
Nur wenigen gelang die Flucht, so auch Sirenas Eltern und ihrer Großmutter.
Sie trieben die Pferde einige Stunden unerbitterlich durch die Steppe, bis sie weit genug von Tot und Kampf entfernt waren.
Die Erschöpfungen war ihnen anzusehen. Sirenas Großmutter reichte das Baby wieder ihrer Mutter und mit Tränen in den Augen, jedoch mit Zorn in der Mimik, sprach sie nur mit heißerer Stimme:
,, Bitte geht weit von hier fort, nehmt Sirena und bringt ihr alles bei und wenn sie alt Genug ist, so bringt sie wieder her. Ich werde zu jedem vollen Mond in unserer Alten Heimat den Eingang bewachen.“
Mit entsetzen im Blick schaute Sirenas Mutter zur Großmutter und schüttelte den Kopf.
,, Nein du sollst mit uns kommen Mutter, ich kann dich nicht hier alleine lassen. Wenn sie dich finden, wirst du auch sterben.“
Leicht legte sich ein Lächeln auf die faltigen Lippen der Alten.
,, Mach dir keine Sorgen mein Kind, dieser Menschliche Abschaum wird mich nicht in die Hände bekommen. Unser aller Mutter hat den Eingang versiegelt und nur ich weiss wie er wieder geöffnet werden kann. Sie werden mich nicht kriegen und Sirena wird vollkommen werden wenn ihr sie mir wieder her bringt. So lange gebt acht auf sie, niemand weiß was diese Unvollkommenheit anrichten wird.“
Und hier trennten sich die Wege der Vier. Sirenas Großmutter verschwand in der Dunkelheit und die kleine Familie folgte ihren Anweisungen und tauchte unter. Weit weg von ihrer Heimat fanden sie Obdach.
Auch wenn die Menschen sie anfangs skeptisch, ob ihrer Aussehens musterten. So gelang es der kleinen Familie auch hier Fuß zu fassen. Niemand jedoch sollte erfahren was sie wirklich waren, nicht noch einmal sollte ein Mensch dieses Wissen missbrauchen.
Und so wuchs Sirena in einer normalen Gesellschaft auf.
Das Mädchen wuchs und gedeihte über die Jahre im Dorf und zu Sirenas Freude gesellte sich noch ein Brüderchen.
Doch war es nur ein Menschliches Kind was die beiden Eltern in die Welt setzten. Zwar waren ihre Körper verändert, jedoch nicht alles an ihnen war Dämonisch, so zeigte es das Menschliche Kind das sie zur Welt brachten.
Aber obwohl es nicht wie Sie war, schenkten sie ihm auch Liebe und Zuneigung, wussten sie doch, wie sie es zu einem von sich wandeln konnten und sicherlich auch würden.
Und so zogen wieder einige Jahre ins Land, Jahre in denen Sirena und ihr Bruder gedeihten.
Begehrt von den jungen Männern war Sirena nun, ihr exotisches Aussehen hob sie von allen anderen Frauen ab. Auch ihre Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft halfen ihr zu großer Beliebtheit, wenn auch nicht jeder diesem Mädchen traute. Einige, wenige Zungen sprachen im dunklen, dass sie kein normales Mädchen sei, doch niemand würde diese Gerücht offen kund tun.
Sirena war nun 16 Sommer alt und ihr Bruder hatte erst kürzlich seinen 14 Lebenssommer erlebt, als etwas Geschah, was das Leben von Sirena komplett ändern sollte.
Ein Wolf ehnliches Monster attackierte ihren Bruder, als er dem Vater half im Wald nach Holz zu suchen. Er überlebte den Angriff knapp mit dem Leben, doch was am nächsten Vollmond mit ihm Geschah, brachte alles aus den geregelten Fugen.
Zu einer Bestie, wie die im Wald, wandelte sich der Bruder und zerfleischte in einem Wahn von Blutrausch seine Mutter und Vater.
Nur knapp entkam Sirena mit ihrem Leben, da einige Dorfbewohner von den Schreien zum Haus eilten und die Bestie mit Pfeilen und Fackeln in die Flucht treiben konnten.
Doch das Leben zollte einen großen Preis von ihr. Ihre Linke Gesichtshälfte war von Wunden überseht und ihr Auge konnte auch nicht mehr gerettet werden. Die Äußerlichen Wunden schlossen sich mit der Zeit zu Narben, doch die innerlichen bluteten weiter und gaben der Dämonischen Seele in ihr Nahrung.
Sie wuchs am Schmerz heran und veränderte das noch einst so glückliche Mädchen.
Sie wollte die Bestie suchen und erlegen, das Monster das ihre Familie vernichtete. In ihrem Herz tobte ein Schmerz und ein Verlangen das ihr bis dato unbekannt war. Sie wollte im Blut der Kreatur baden und sich an seinem Leid laben. Sie hatte diesen innerlichen Hunger Schmerzen zu sehen.
Und so trat sie die Reise und Suche nach dem Monster an.
Jahre zogen ins Land, doch immer wieder wurde sie enttäuscht und verletzt.
Das Monster war ihr immer eine Nasenlänge voraus und als sie einem weiteren Hinweis folgte, trat sie eine Seereise an.
Der erste Fuß den sie auf das neue Land setzte, fühlte sich seltsam an, irgendwie vertraut.
Etwas in ihr schien sie zu etwas zu leiten und dieser Drang war stärker als die Suche die sie vor Jahren begann.
Auf ihrem Pferd, ritt sie dem Gefühl nach, bis sie in einer Landschaft die eben und steppig war, einen riesigen Berg erblickte, dessen Spitze in der Wolkendecke verschwand.
Ihr Blick wanderte hinauf und für einen Moment hielt sie inne. Dieser Anblick faszinierte sie, aber auch etwas bekanntes schlummerte in ihren Gefühlen.
Weiterhin von ihrem inneren getrieben, erklam sie nun den Berg. Beschwerlich war der Aufstieg und Hände wie Knie wurden durch die spitzen und kantigen Felsen aufgeschnitten.
Doch der Schmerz war eher etwas schönes für Sie und sie genoss das Gefühl, als das sie es verabscheute.
Endlich war nach vielen Stunden der Anstrengung ein Ziel in Sicht und Sirena kam an einem großen Vorsprung an. Die Erschöpfung war groß und ihre Lungen brannten. Ihre Hände warne von frischen und verkrustetem Blut überseht und auch ihre Knie waren vollkommen wund.
Schnaufend richtete sie sich auf und blickte sich um.
In der Ferne war eine Art Holzwall zu erkennen.
Zerfallen wirkte dieser, doch ging sie langsam und zittrigen Schrittes auf diesen zu.
Moose und andere Pflanzen überwucherten das schon faulende Holz und als sie sich durch eine kleine Lücke zwängte, traf ihr Blick auf unzählige, alter und ebenso zerfallener Häuser.
Der Wind peitschte ihr einige male ins Gesicht und wirbelte um sie herum den Dreck auf, ehe ihr Blick sich auf eine Hütte festigte, aus der Qualm stieg.
Nicht lange dauerte es, als eine kleine und leicht stämmige Person aus dieser kam.
Das graue und dünne Haar wehte leicht um ihr vom alter Geplagtes Gesicht, doch legte sich ein Lächeln auf die spröden Lippen der alten, als sie die Frau vor sich erblickte.
,, Sirena, endlich bist du wieder hier.“
Leicht erschrak die Silberhaarige bei ihrem Namen und machte einige Schritte zurück.
Die Alte kam nun etwas näher an Sirena heran.
,, Bitte habe keine Angst Sirena, ich bin es, deine Großmutter, ach Kindchen ich bin so froh das du wieder hier her gefunden hast. Wo sind deine Eltern?“
Leicht Kopfschüttelnd ging Sirena nun in die Knie und begann leise zu schluchzen. Die Gefühle die sich in ihr bildeten waren zu viel und ihr Körper war vom aufstieg ausgelaugt.
Die Alte nahm sie in die Arme und schenkte ihr Trost. Es dauerte bis Sirena wieder Worte bilden konnte, die klar waren.
Es war komisch, obwohl sie diese Alte Frau noch nicht kannte, glaubte sie ihr die anfänglichen Worte, denn wieder erwachte dieses Gefühl in ihr, als sie die Alte erblickte und so lauschte sie ihren Worten. Sie bekam alles erzählt, über den Namenlosen Gott von früher und ihre Aufgabe. Die Geschichte der Magierin und den Verrat.
Wie ein Märchen kamen ihr die Erzählungen vor, aber nun hatte sie eine Erklärung, warum sie so anders war und ihre Eltern auch. Nur langsam nahm sie die Worte in sich auf und verarbeitete sie.
Doch als sich die Alte erkundigte wie es ihr ergangen war, kamen ihr die Tränen.
Ihre Tochter und deren Mann gestorben. Und der Bruder einem Fluch zum Opfer gefallen, der ihm zu einer Wölfischen Bestie verwandelt hat.
Sirenas Geist wie Körper war noch zu schwach um sich erneut diesem Ritual zu stellen, stellte die Alte fest. Doch Sirena flehte und bettelte sie an, sie wollte endlich stärker werden. Vielleicht konnte sie mit der neuen Kraft ihren Bruder retten.
Doch alles Betteln und Flehen half nichts. Großmutters Worte waren Fest und klar.
Sirena sollte noch einmal die Suche nach ihrem Bruder fort setzen und dadurch an Stärke gewinnen.
Erst wenn sie Geistig, wie körperlich gewachsen war, sollte sie wiederkommen.
Betrübt über diese Entscheidung willigte sie jedoch ein.
Noch einige Monde verbrachte sie bei ihrer Großmutter, ehe sie wieder mit ihr hinab Stieg.
,, Sirena, du wirst es schaffen und ich werde wie seid dem Verrat, jeden Mondlauf einmal auf diesem Berg sein und auf dich warten und für dich Beten. Mein Kind, du wirst es schaffen und unseren alten Stamm wieder aufbauen. Doch brauchst du noch Zeit um zu reifen mein Kind.“
Mit diesen Worten gingen die beiden auseinander und Sirena trat wieder ihre Reise an, in der sie noch mehr erlebte, als zuvor, doch ist dieses eine andere Geschichte.
Einige Jahre Später:
Langsam zogen die Wolken am blauen Himmel entlang und ihre Schatten, die sie auf den Boden warfen, verdunkelten immer wieder kurz den Hafen, während das Schiff anlegte.
Die Ausstiegsplanke wurde hinunter gelassen und die Seemänner am Steg banden die dicken Seile, an den Holzkeilen, fest.
Langsam begannen nun einige Menschen von dem Schiff hinunter zu gehen. Wie ein Schatten, bewegte sich in dieser Masse, eine Gestalt umher,angezogen in einer feinen Robe, an deren Brust ein Wappen befestigt war. Dies schien jedoch für die hiesigen Menschen ohne Bedeutung zu sein.
Als die Gestalt einige Meter weiter auf das Festland zuging, nahm sie die Kapuze von ihrem Kopf.
Die silbernen Haare glänzten kurz in der Sonne, bis sich erneut eine Wolke vor diese schob.
Einen tiefen Atemzug nehmend, schritt sie nun weiter und ein leichtes Lächeln bildete sich in ihrem Gesicht.
,,Zuhause.“Gab sie wie verträumt von sich und steuerte eine Scheune an.
Als die Frau nun den Stallburschen erblickte, ging sie gezielt auf ihn zu und fragte nach einem kräftigen Ross.Sirena meinte der Preis würde keine Rolle spielen und so warf sie ihm, die Worte gerade zu Ende gesprochen, einen gut gefüllten Sack mit Goldmünzen entgegen. Der Junge machte große Augen und nickte sofort einige Male und sprach dann: „Sicher Lady, ich gebe euch das beste Tier was wir euch verkaufen können.“
Sie nickte zufrieden und fuhr sich dabei kurz durch die Haare, die ihr über der linken Gesichtshälfte lagen. Wenig später sattelte sie auf dem nun fertig gemachten Tier auf und gab ihm mit einem leichten Tritt
Ansporn los zu galoppieren.
Eilig ritt sie aus der Hafenstadt, wobei sich nun, vor ihr, die weite Steppenlandschaft öffnete.
Kurz zog sie an den Zügeln, um ihr Tier zum stehen zu bringen.
Langsam wanderte ihr Blick nun über ihre alte Heimat. Die Kapuze wieder aufgezogen, konnte man ein warmes Lächeln erkennen, ehe sie weiter ritt.
Die Sonne neigte sich schon langsam wieder gen Horizont und die Nacht ließ die ersten Sterne am Himmel erblicken.
Es war wie damals, der Riese erschien langsam in der Ferne, seine Spitze von Wolken umspielt und je näher sie ihm kam, um so majestätischer wurde sein Anblick.
Sirena schossen nun die ganzen Bilder, der vergangenen Zeit, durch den Kopf.
Es waren ihr Bruder, der Orden, ihre Zeit des Leides, der Sieg über den Mensch in ihr, Schmerzen und Freude. Die Gefühle mischten sich nun in die Bilder mit ein und kurz nach dem sie den
blutroten Mond in den Gedanken erblickte, sah sie das Gesicht Amys, wie es von der Dunkelheit
eingenommen wurde und verschwand.
Kurz schüttelte sie den Kopf und klärte ihn wieder.
Vergangenes sollte nun erst einmal unwichtig sein, das Jetzige würde schon genug Kraft in Anspruch
nehmen, war ihr folgender Gedanke.
Immer größer wurde der Berg und die Aufregung in ihr stieg von Minute zu Minute.
Die vollkommene Weihe, würde sie diese wirklich jetzt schon bestehen und würde sie genug Kraft gesammelt haben um es bis zum Schluss durchzustehen, schoss es ihr fragend durch den Kopf.
Erneut versuchte sie ihren Kopf zu sortieren.
Endlich war sie am Fuße des Berges angekommen und erneut begann der beschwerliche Aufstieg.
Und erneut erlitt sie Schmerzen beim Aufstieg. Zwar waren ihre Knie und Füße besser geschützt als beim letzten Aufstieg, jedoch zerrissen die Scharfkantigen Felsen ihre Ledernen Handschuhe und erneut schnitten sie sich in ihr Fleisch.
Doch war sie solche Schmerzen gewohnt und liebte sie inzwischen sogar. Endlich am Vorsprung angekommen sah ihr Auge den alten Wall wieder und sie ging durch die Lücke in das Dorf hinein.
Und ihre Großmutter hatte versprochen was sie gehalten hatte. Sie stand wieder an der Hütte und als hätte sie gewusst das Sirena heute kommen würde, blickt sie zu ihr.
Die Worte hallten durch das leere Dorf und schallten wieder gen Sirena.
„Endlich ist meine Enkelin wieder Zuhause.“
Die Großmutter stand mit offenen Händen, an einer mit Moos bewachsenen Tür und strahlte voller Freude.
Sirena ging auf sie zu und ließ sich wie ein kleines Kind, von ihrer Großmutter, in die Arme nehmen. Wie sehr hatte sie dieses Gefühl vermisst, einfache Geborgenheit, jemand bei dem sie sich beschützt, aber nicht unterdrückt fühlte.
Beide gingen nun in die Hütte. Kaum etwas hatte sich verändert in der Zeit, seit Sirena nicht mehr hier gewesen war. Fast alles stand auch noch so da, wie sie es bei ihrer Abreise in Erinnerung gehabt hatte.
Ein Feuer wurde zugleich entzündet und aus einigen Kräutern ein Tee aufgebrüht.
Sirena und ihre Großmutter setzten sich auf den Boden und Sirena begann mit ihren neuen Erfahrungen die Nacht, mit vielen Geschichten, zu füllen.
Sie erzählte ihr vom Orden des Namenlosen, das sie wohl den Gott gefunden habe, der damals der
Magierin die Bitte erfüllt hatte und ebenso von den Menschen selbst im Orden, der Lehrzeit, ihrer Mentorin, aber auch die vergebene Suche nach ihrem Bruder.
Betrübt wurde nun der Blick der Beiden und die Großmutter nahm Sirena, mit schuld belastetem
Blick, noch einmal tröstend in die Arme. Sie entschuldigte sich bei ihr, dass sie ihr nicht beistehen konnte und für die Schmerzen, die sie erlitten hatte. Sie entschuldigte sich ebenfalls für die Zeit, in der Sirena Niemand umgab, der ihr den Trost der Familie hätte geben können.
Trotz alle dem war Sirena schlussendlich noch zu einem erfreulichen Ende gekommen, denn sie hatte die Prüfung bestanden und würde nun die vollkommene Weihe erhalten.
Sirena erklärte, als sie den roten Mond in den Neuen Landen erblickt hatte, wusste sie, dass die Zeit gekommen war zurückzukehren.
Langsam begannen am Horizont die ersten Sonnenstrahlen den Nachthimmel zu durchbrechen und der
glühende Feuerball streckte, am östlichen Horizont, sein Gesicht empor.
Die ersten Vögel begannen nun ihre morgendliche Melodie, der Nebel überdeckte noch die Steppe unter dem Berg und man hätte fast den Eindruck bekommen können, dass dieser Riese über den Wolken schwebte.
Langsam betteten sich Sirena und ihre Großmutter, nach der langen und anstrengenden Nacht.
Erst als erneut die Nacht einbrach, erwachte Sirena wieder. Ihre Großmutter war schon länger aufgestanden und bereitet alles für ihren großen Moment vor. Sie hatte ihr ein Bad eingelassen, es mit wohltuenden Kräutern versetzt und neben dieses zwei kleine Kohlelöcher platziert, in die sie nun einige Pulver hinein streute. Verschiedenfarbige Flammen zuckten umher und ein feiner Rauch bildete sich. Sirena erhob sich langsam vom Schlafplatz und ging zu dem Bad.
Ihre Großmutter bat sie, dass sie sich entkleiden solle, damit die Reinigung beginnen konnte.
Sirena folgte dieser Bitte. Ihre Großmutter reichte ihr dann noch einen Trunk, den sie vorher zu sich nehmen sollte. Das bittere und salzige Gebräu schluckte sie ohne einmal abzusetzen.
Danach begann sie in das warme Bad zu steigen. Ihre Großmutter, die sich inzwischen neben sie an den
Baderand gesetzt hatte, begann nun ein Lied in fremder Sprache zu singen und Sirena den Rauch der
Kohlebecken zu zufächeln.
Immer langsamer begann Sirena zu atmen und sie schloss zitternd das Auge. Ihr Körper erschlaffte immer mehr. Der Gesang ihrer Großmutter klang wie in einem großen Raum und wurde immer langsamer. Jedes einzelne Wort das den Lippen entfuhr, wirkte wie unzählige, ineinander verworrene Stimmen und Laute. Die Dunkelheit die noch um sie lag, als sie ihr Auge schloss, begann sich langsam in ein pulsierendes Licht zu wandeln. Wie hunderte blitze zuckte Dieses immer wieder auf, die Blitze wie ein Adergeflecht auftauchend und verschwindend, begannen sie sich bei jedem Erscheinen neu zu formen und neue Verbindungen
zu entwickeln.
Jetzt begann sie zu fallen. Es war kein Fall vor dem man sich fürchtete, im Gegenteil, es war mehr ein
sanftes Herabschweben, wobei man die Schwere des eigenen Körpers völlig vergaß.
Immer wieder zuckten nun die Lichtgebilde um sie herum und immer mehr Stimmen schienen sich in den Gesang zu fügen.
Kaum mehr regte sich Sirena. Sie lag mit wild zuckendem Auge im Bad und ihr Brustkorb hob sich nur noch ein klein wenig. Mit ihrem Geist, der wohl auf eine Reise geschickt wurde, verharrte sie so Stunden. Die Großmutter, welche das Bad weiterhin warm hielt und immer noch das Lied sang, verharrte ruhig neben ihr.
Immer tiefer sank Sirena in sich und der Rausch wurde kräftiger. Neue Stimmen mischten sich in die
Umgebung, welche immer schneller und immer wirrer sangen und ihr dabei zuflüsterten. Doch langsam entwirrten sich die Stimmen und Sirena konnte sie deuten.
Es waren Karah, Marleen, Amy, Mutter, Vater, Bruder, Lord McGravel, Lord Vermont, Erynn, Grogan, Krasha und immer mehr konnte sie jede einzelne Stimme heraus filtern. Es wurden immer mehr Menschen, die sie einmal in ihrem Leben gehört und gesehen hatte. Jeder dieser Stimmen sang das Lied, das ihre
Großmutter zu Beginn gesungen hatte und immer mehr begannen sie sich wieder zu einem Ton und zu einer Stimme zu wandeln. Als alle anderen verschwanden, hörte sie nur noch ihre eigene Stimme, die das Lied sang.
Das Auge geöffnet, wie Leer nach vorne blickend und mit leiser Stimme das Lied mit ihrer Großmutter singend, lag Sirena immer noch in dem Bad. Die Kohlegruben waren inzwischen erloschen, der Morgen graute und Sirenas Großmutter begann damit, ihrer Enkelin, mit einer art Rute, die aus zusammen gebundenen Kräutern bestand, den Körper wie mit einem Schwamm zu schrubben. Dabei errötete die blasse Haut immer mehr.
Langsam wurde alles hell um sie herum und eine wohlige Wärme umgab Sirena. Die zuckenden Lichtblitze hatten sich inzwischen zu schlangenartigen, dumpf leuchtenden Strudeln entwickelt.
Sirena begann um diese zu tanzen, welche sich anschließend um ihren Leib schlangen und sie führten. Sie hatte sich nun von allem befreit und fühlte nur noch die vollkommene Freiheit, die Ruhe und das
vollkommene Fallen lassen des Geistes.
Inzwischen hatte sie die Großmutter aus dem Bad genommen und den noch schlaffen Körper in Felle gebettet. Stolz blickte sie zu Sirena hinab und streichelte ihr über die Stirn.
„Du wirst genug Kraft haben mein Kind, du wirst es schaffen.“
Die Alte setzte sich nun neben Sirena und wachte bis sie wieder erwachen würde.
Nach einigen Stunden öffnete sie so auch wieder ihr Auge, wobei die Pupille wild zuckte und geweitet den Raum musterte. Langsam erhob sie sich. Sich immer noch völlig leicht fühlend, setzte sie ihre Füße auf den Boden. Der Boden unter ihr war ihrem Gefühl nach weiches Moos, in dem sie immer mehr einsank.
„Wie geht es dir mein Kind?“
Ein zufriedenes Lächeln lag in ihrem Gesicht, ihr Auge normalisierte sich etwas und blickte anschließend nun zu ihrer Großmutter. Mit einer leisen und sehr ruhigen Stimme gab sie nur von sich:
„Sehr gut Großmutter. Es ist alles so schön, so wunderschön.“
Sie schmunzelte ob der Worte Sirenas und reichte ihr die auch gereinigte Robe wieder, die sie sich etwas mühsam überzog.
„Sirena, es ist nun Zeit, bitte folge mir. Ich werde dich nun zum Eingang der Höhle bringen.“
Nur ein leichtes Nicken, war ihre Reaktion auf die Worte und sie ergriff die Hand ihrer Großmutter und
folgte ihr Barfuß zum Höhleneingang.
Die Runen um den Eingang waren von den Jahren, in denen sie der Witterung ausgesetzt waren, sehr
verwaschen und kaum noch erkennbar.
„Diesen Weg musst du nun alleine gehen, doch werde ich hier auf dich warten.“
Langsam ging sie in die Höhle und folgte dem nach unten gehenden Weg. Immer dunkler wurde es um sie herum, bis sie in vollkommener Dunkelheit, sich an der kalten und feuchten Felswand tastend, weiter hinab begab. Langsam sah sie hinter einer kleinen Gabelung ein dämmrig, blaues Licht.
Je näher sie diesem kam, um so mehr wurde der enge Gang, durch den sie noch fast blind schritt,
in dieses blaue Licht getaucht und als sie um die Ecke bog, eröffnete sich ihr ein wunderbares Bild.
Blau glühende Runen erstrahlten aus dem dunklen Gestein, welche sich wie blau glühende Metalladern schlängelten. Sirena ging an eine der Adern und strich mit der Hand über das, für sie unbekannte, Metall. Es fühlte sich warm und seltsam weich an. Sie konnte mit ihren Fingern eine kleine Beule in die Ader drücken, welche sich jedoch nach einiger Zeit wieder zurück formte.
Ein leichtes Lächeln huschte über ihre Lippen und sie ging mit begeistertem Blick weiter,
den nun leuchtenden, Gang entlang.
Dieser begann nun in eine Höhle zu münden und auch hier verschlug es Sirena die Sprache.
Der Höhlenraum war ebenfalls mit den metallenen Adern und den Runengebilden an der Wand durchzogen, welche den Raum in verschiedenen, dämmrigen Farben erstrahlen ließen und der kleine Höhlensee, dessen Wasseroberfläche in all den Farben glänzte, gab diesem Ort etwas friedliches und mystisches.
In mitten des Sees, stand die Magierin, mit ihrem wunderschönen Körper.
Sie blickt mit einem offenen Lächeln zu Sirena und mit einer Geste bat sie die Kriegerin zu ihr zu kommen.
Nur schwach nickte Sirena und ging langsam auf den See zu. Kurz tippte sie mit ihren nackten Füßen in das Wasser, das aber unerwartet Warm zu sein schien, schritt hinein und begab sich langsam zu der anderen Frau. Etwas unsicher blickend, blieb sie vor ihr stehen und sah ihr eine Weile in die Augen, welche die
Weisheit und ihre Macht widerspiegelten.
Die Magierin öffnet die Arme und drückte Sirena an sich heran.
,, Ich bin so froh Sirena, endlich ist die Zeit gekommen, endlich ist aus dem kleinen Wesen von Damals eine wunderhübsche Frau geworden.“ Nur leicht lächelte Sirena zu ihr auf.
,,Verzeiht ich möchte euch nicht beleidigen, aber habt ihr etwa mein Gesicht nicht gesehen Magierin?“
Erneut lächelte sie nur leicht und fuhr Sirena mit der Hand durch die Haare.
,, Mein Kind, wenn mich die Zeit eines Lehrte, dann das ein Mensch eine äußere Hülle besitzt, die vergänglich ist und eine Innere, die mir offenbart, wie sein Wesen wirklich ist und in dir sehe ich eine starke Frau, die viel leiden musste, die Schmerzen erlitten hat und deren Verstand fast gebrochen wurde.“
Als sie die Worte sprach klammerte sich Sirena noch etwas mehr an die Magierin. Es erweckte fast den
Eindruck von Mutter und Tochter wieder, die sich Trost spendeten.
Bei jedem Wort der Magierin formten sich auf ihrem Körper die Runen, verfielen wieder und entstanden an einer anderen Stelle neu.
,, Sirena, dein Leben war hart und dadurch wird diese Weihe für dich sehr schmerzhaft werden. Du musst sie nicht antreten. Ich möchte auch nicht mit ansehen müssen, wie die letzte Hoffnung unter meinen Armen stirbt. Es brach mir schon das Herz, das unser Dorf von einem der meinen verraten wurde und es kaum noch Menschen gibt, die dieses Dorf vielleicht wieder aufbauen würden. Doch es bleibt dir überlassen. Sag mir was du dir wünschst, meine Kind.“
Mit einem mütterlichen und kummerbeladenem Blick schaute sie Sirena ins Auge, worauf diese nur
einige Sekunden verharrte, ehe sie nur leicht nickte und sprach: ,, Ich möchte diese Weihe erhalten. Mein Leben war hart. Ja. Aber wozu sollten all meine Leiden gedient haben, wenn ich nicht auch dieses Prüfungen antreten würde. Ich möchte unser Dorf eines Tages wieder in seiner alten Pracht erleben und mit der Gabe die mir zuteil wird, die wenigen die ich Liebe noch retten und sie beschützen. So vollzieht die Weihe an mir, denn ich werde stark genug sein. Glaubt mir.“
Ein seltsames Funkeln lag plötzlich in ihrem Auge und kurz legte sich ein kaltes Lächeln auf Sirenas Lippen.
Nur ein seufzen ging von der Magierin aus, jedoch nickte sie leicht und streichelte Sirena noch einmal durch das Haar.
Danach löste sie die Umarmung und ging in Richtung Ufer des Höhlensees.
Sirena stand immer noch in der Mitte und verfolgte wie die Magierin sich in den Finger biss. Einige Tropfen Blut fielen in das Wasser, wobei die Alte begann einige uralte und für Sirenas Ohren unbekannte Wörter zu sprechen. Hierbei schloss sie die Augen und wankte im Takt der Wörter mit dem Körper hin und her.
Langsam begann das Wasser immer wärmer zu werden und Sirena merkte an ihren Füßen, wie sich einige der Metalladern um diese schlängelten und unter einem Stechen stießen die Spitzen derer unter ihre Haut.
Kurz kniff sie das Auge zu und bemerkte wie ihr ganzer Körper erstarrte.
Als sie ihr Auge wieder öffnete, erblickte sie nicht mehr die Höhle um sich, sondern tiefe schwärze. Panisch wollte sie sich umblicken, doch selbst ihr Auge war wie versteinert und blickte nur nach vorne. Auf einem mal durchfuhr sie ein Schmerz, wie sie ihn noch nie wahrgenommen hatte. Es schien als würde ihr Körper von Tausenden, glühenden Nadeln durchbohrt werden und ihre Haut ,so wie ihre Muskeln, schienen unter einem enormen Druck zu zerreißen. Selbst ein Schrei konnte sie nicht hervorbringen und die Schmerzen wurden immer schlimmer. Schweißperlen rannen ihr die Stirn hinab und unter ihrer Haut begannen sich ihre Adern zu verfärben.
Nur einen Schrei, nur einmal diese ganze Last der Schmerzen zum Ausdruck bringen, mehr wünschte sie sich in diesem Moment nicht.
Doch die Schmerzen wurden immer unerträglicher und sie spürte wie ihr Herz unter der Brust immer heftiger schlug, so als wolle es aus dem Körper springen, um selber nicht mehr diese Qual ertragen zu müssen.
Die Magierin saß nun ruhig am Ufer und betrachtete mit einem eher gleichgültigen Blick wie Sirena die Schmerzen ertragen musste, wie ihr Körper immer mehr von den metallenen Adern durchzogen wurde und sich ihre Haut auch zu verfärben.
Leise murmelte die Magierin einige Gebete für Sirena und faltete dabei die Hände ineinander.
,, Halt durch meine Kleine. Nicht mehr lange und du hast es geschafft.“
Kleine Blitze zuckten nun in der Dunkelheit um Sirena und jedes mal wenn ein neuer Höhepunkt der Schmerzen in ihr aufstieg, wünschte sie sich nur noch zu sterben. Aber in ihr war dieser Wille, der Wille nicht aufzugeben. Kurz fühlte sie eine seltsame Wärme in sich. Sie stieg von ihrem Mal auf und durchzog ihren ganzen Körper.
Für einige Sekunden waren die Schmerzen vergessen, jedoch merkte sie wie ihr Mund sich mit Blut füllte und unter einem Knacken sich ihre seitlichen Eckzähne heraus wanden, welche gefolgt von längeren und spitzeren Reißzähnen wurden. Mit viel Mühe spuckte sie die alten Zähne aus. Die Schmerzen kamen wieder, nur noch heftiger und noch länger anhaltend als zuvor.
Endlich war ihr Mund nicht mehr verschlossen und sie konnte einen Markerschütternden Schrei aus ihrer Kehle lassen, der durch die gesammte Höhle und die Gänge zu hören war.
Und nun erblickte sie auch wieder alles um sich herum, jedoch nur verschwommen. Mit ihren Kräften am Ende, sackte sie nun im Wasser zusammen und ging langsam unter.
Die Magierin sprang sofort wieder ins Wasser und schwamm zu der Stelle, packte Sirena noch an einem der Arme und zog sie aus dem Wasser.
Am Ufer angekommen, legte sie die Bewusstlose auf einen mit Fellen ausgelegten Felsen und drückte die Hand auf Sirenas Brustkorb.
Sie atmete erleichtert aus, als sie den Herzschlag und die Bewegung des Brustkorbes spürte.
Ein leichtes Lächeln folgte, als sie sah, das Sirena es geschafft hatte. Ihre Haut erstrahlte nun auch in dem dunkelgrauen, matt glänzendem, metallischen Farbton.
,, Du hast es geschafft mein Kind. Schlaf nun und sammle deine Kräfte wieder.
Sachte streichelte sie Sirena über den Kopf und legte sich dann neben sie.
Sie würde solange über ihren Schlaf wachen, bis Sirena wieder erwachte.
,, Du wirst unsere neue Hoffnung sein Kind und mit dir werden wir wieder zur alten Stärke heran wachsen.“
Es war Geschafft, endlich war sie der Vollkommenheit ein großes Stück näher gekommen.