Basierend auf einem Kommentar von Andrakson und um meine andere Diskussion, die sowieso schon völlig aus dem Ruder läuft, nicht noch mehr zu überanspruchen, möchte ich hier argumentativ darstellen, warum für mich Sexualität mit Liebe nicht vereinbar ist.
Ich möchte mich hierzu eines Zitats von Andrakson bedienen, das in einem anderen Thread gefallen ist.
Betrachten wir zunächst einmal die Liebe selbst, so steht fest, dass es mir selber frei steht, in wen ich mich verliebe oder mit wem ich eine Beziehung beginne. Unsere heutige Gesellschaftsform erlaubt es uns, einfach auf die Straße zu gehen, jemand zu finden, den wir nett und anziehend finden und mit ihm eine Beziehung zu beginnen. Anders, als noch in religiös, fanatisch geprägten Formen früherer Zeit.
Die Triebtheorie von Siegmund Freud legt nahe, dass Sexualität einer der Basis-Triebe bei gesunden Menschen ist. Neuere Studien sowie neurologische Befunde stützen diese These. Es ist einwandfrei bewiesen, dass das nicht ausleben solcher Triebe zu persönlichen Defiziten, Störungen sogar bis hin zu Neurosen und Persönlichkeitsstörungen reichen kann.
Betrachten wir nun das ganze neurologisch, so setzen die Keimdrüsen bis zu einem bestimmten Alter unerlässlich Hormone frei, die die Sexualität antreiben. Unser Trieb ist also biologisch verankert und unser Körper wird beabsichtigter Weise mit Stoffen überflutet, die uns zum Sex animieren sollen. Ist ja auch klar: Biologisch ist unsere Grundfunktion das Überleben der Art zu sichern, also Kinder in die Welt zu setzen.
Fokussiere und begrenze ich nun meine Sexualität auf meinen Partner, so mache ich diesen Trieb von ihm abhängig. Das kann funktionieren, wenn mein Partner ohnehin in seiner Triebentwicklung ähnlich oder sogar gleich ausgelegt ist, wie man selbst. Gefährlich wird es jedoch, sobald es da Unterschiede gibt. Kommt das Sexleben aus irgendwelchen Gründen zu kurz (Beruf, Alltagstrott, Langeweile usw.), so bleibt der Trieb unerfüllt. Mein Körper wird auch dann mit Sexualbotenstoffen geflutet, wenn ich keinen Sex habe. Und kann der Stoff nicht entsprechend verarbeitet werden, muss der Körper Abhilfe schaffen. Der Trieb sucht sich andere Bereiche, in denen eine Auslebung möglich wird. Beispiele hierfür können unter anderem eine Gewichtszunahme, Flucht in den Beruf oder Alkohol sein. Alles an und für sich noch nicht problematisch, jedoch gefährlich, sobald es in Dinge, wie Workaholic, Adipositas oder Alkoholsucht ausufert. Und mit Sicherheit in einem Großteil aller Beziehungen ein Trennungsgrund.
Wie kann aber nun Liebe etwas sein, dass mir selbst auf biologischer Art und Weise Schaden zufügt? Das widerspricht dem Zweck von Liebe, nämlich der Akzeptanz eines Menschen genauso, wie er oder sie ist. Faktisch also akzeptiere ich einen Eigenschaden, wenn Liebe und Sexualität voneinander abhängig sind. Auch das ist noch denkbar, wenn die Vorteile der Beziehung die Nachteile überwiegen und ein Gewinn durch unseren Verstand. Biologisch aber ist dies nicht mehr nachvollziehbar, da sich jedes Lebewesen aus Eigenerhaltungstrieb normalerweise automatisch aus einer Situation entfernt, die ihm schadet.
Widersprüchlich wird das Ganze, wenn wir bemerken, dass Liebe nicht nur auf andere, sondern auch auf einen selbst bezogen ist. Nichts liegt mehr im Interesse unseres Körpers, als am Leben zu bleiben. Folglich wird er alles unternehmen, um dies auch zu sichern. Und da wäre eine Eigenschaft wie Liebe (in diesem Fall als "Selbsterhaltungstrieb" verpackt) doch ein enormer Vorteil.
Liebe soll also nun gleichzeitig mein Wohl garantieren und einen Schaden in kauf nehmen? Schwer vorstellbar. Gehen wir aber weiter.
Wie entsteht nun Liebe? Nun - ich kann andere Menschen nur in dem Maß lieben, in dem ich mich selber liebe, weil ich selbst der einzige Mensch bin, der lange genug mit mir selbst zusammen ist, um solch eine Beziehung zu entwickeln. Die eigene Realität wird durch die Wahrnehmung bestimmt, denn beschränkt auf unsere fünf Sinne, können wir Menschen Dinge, wie Radioaktivität, Ultraviolettes Licht, zu hohe oder zu tiefe Töne und noch viel mehr gar nicht wahrnehmen (auch wenn es uns mittlerweile gelingt, diese Mankos teilweise durch Technologie auszugleichen). Was man aber immer wahrnimmt, ist man selber, in einem gewissen Rahmen. Und da dieser Rahmen naturgemäß bei einem selbst viel intensiver ist, als bei anderen, erlebt man auch am eigenen Leib am besten, wie sich die unterschiedlichen Formen von sozialen Beziehungen anfühlen. Diese Formen überträgt man auch später auf die Kontakte, die man zu anderen Menschen aufnimmt. Wie wir also Liebe erleben, wird durch unsere Erziehung nun vorgeprägt.
Nun gibt es die wenigen glücklichen Menschen, die in der Lage sind, mit jedermann klar zu kommen. Und diejenigen, die mit niemandem zurecht kommen. Die Formen ihrer Beziehungen werden maßgeblich von den früheren Erfahrungen geprägt sein, beide eint aber (zusammen mit allen anderen Stufen dazwischen) eins: Sie sind fast immer in der Lage, Sex mit anderen Menschen zu haben. Doch kann dies immer aus Liebe geschehen?
Die neurologischen Befunde, die ich vorher aufgezählt habe, widersprechen dem eindeutig. Die Sexualhormone werden völlig unabhängig davon, ob man einen Partner hat oder nicht ausgeschüttet. Völlig unabhängig, ob man nun alle anderen Menschen mag, nur einige, oder gar keinen. Anders aber ist es mit den Botenstoffen, die Glück und Bindung dem Körper signalisieren sollen, denn diese werden tatsächlich in Abhängigkeit einer Beziehung produziert.
Messungen haben ergeben, dass verliebte Menschen neurologische Symptome vom Zwangsneurosen und Süchten aufweisen. Diese scheinen aber davon unabhängig zu sein, ob man in einer festen Beziehung lebt (also Sex hat) oder nicht. Dass heißt, verlieben kann man sich, ohne Sex zu haben oder zu wünschen (denn auch asexuelle Menschen verlieben sich). Genauso gut kann man Sex haben, ohne sich zu verlieben (Stichwort One Night Stands). Für beides sind die biologischen Gegebenheiten unabhängig voneinander verankert.
Wenn ich nun noch weiter gehe und mein Bild der Liebe in dieses Geflecht einfüge, so mache ich die Liebe auch noch unabhängig von diesen Botenstoffen. Bekanntlicher Weise trenne ich persönlich das Verlieben von der Liebe selbst, weil das Verlieben ein biochemischer Prozess ist, mit dem Ziel, Bindung aufzubauen. Akzeptiere ich aber einen anderen so, wie er ist, wird die Bindung überflüssig. Wird eine Beziehung auf Vertrauen gegründet, so hält sie selbst dann noch, wenn der biochemische Glücks-Cocktail längst weg ist (was das Gehirn automatisch nach ca. 24 bis 36 Monaten reguliert). Die biologischen Voraussetzungen sind dann für eine Beziehung nicht mehr gegeben, ein biologischer Grund zum Zusammenleben besteht dann also nicht mehr. Die einzigen anderen Gründe, die die Beziehung dann noch sinnig machen, sind Abhängigkeit (materiell, psychisch oder sexuell) oder echte Liebe.
Warum diese Trennung von Liebe und verliebt sein? Nun - interessanter Weise kann man sich auch verlieben, aufgrund charakterlicher Eigenschaften. Ein klassisches Beispiel aus der Psychologie, welches auch als Projektion bezeichnet wird. Man erkennt in einem anderen Menschen Persönlichkeitsaspekte von sich selber stark ausgeprägt wieder und hat deshalb das Gefühl, ihm besonders nahe zu stehen. Ein Prozess, der biochemisch messbar ist, aber nichts mit Sexualität oder Liebe zu tun hat. Oftmals kennt man diesen anderen Menschen nicht einmal, meint aber, ihm ganz nahe zu stehen. Das Phänomen der "Liebe auf den ersten Blick". Dies kann zwar in echte Liebe übergehen, ist aber auch die Form der "Liebe", die enttäuscht werden kann. Und wer kennt das nicht, unglücklich verliebt zu sein?
Wie ich ganz zu Anfang ausgeführt habe, ist Liebe nun eine absolute Akzeptanz. Also unabhängig von alledem. Wer einen anderen Menschen wirklich liebt, der wird feststellen, dass das Zusammenleben einfach harmonisch ist, selbst nachdem die so genannten "Schmetterlinge im Bauch" verflogen sind, trotz der Unterschiede, die es geben mag und sogar dann, wenn das Sexleben eigentlich schon abgeflaut ist. Auch hier ein Beispiel:
Langlebige Beziehungen haben oft das Phänomen, dass Sexualität weniger wird. Und das, obwohl (wie vorher ausgeführt) die Menge an Sexualhormonen bis zu einem bestimmten Alter gleich bleibt. Die Beziehung wirkt in dieser Form also nun dem biologischen entgegen.
Gelingt es mir nun, meine Liebe von alle diesen biologischen Prozessen unabhängig zu machen, so mache ich mich auch frei von den sexuellen, materiellen und psychischen Einflüssen. Ich gewinne die Fähigkeit, jeden Menschen so anzunehmen, wie er ist, denn es liegt immer bei mir, welche Menschen ich überhaupt an meinem Leben teilhaben lasse, mit wem ich eine Beziehung beginne, wie lange diese dauert und wen ich aus meinem Leben lieber fern halte. Ein ganzer Komplex an Begründungen, der irgendwann rein subjektiv wird (jeder kennt ja die Aussage "der/die ist nicht mein Typ"). Diese Form von freier Liebe kann auch in den unterschiedlichsten Formen von Beziehungen ausgelebt werden und ist an keine feste Form gebunden. Man kann auf diese Weise genauso irgendeinen Wildfremden annehmen und ihm somit Nächstenliebe zeigen, wie dem besten Freund oder der besten Freundin, mit dem/der man aber niemals Sex haben würde.
Praktisch also kann ich jeden Menschen lieben, wenn ich nur will, weil dies ein freiwilliger und aktiver Prozess ist. Ich kann mich nicht in jeden Menschen verlieben, weil dies ein zum Teil biochemisch und zum Teil psychisch bedingter Prozess ist. Und ich kann nicht mit jedem Menschen Sex haben, den ich liebe, oder in den ich verliebt bin, weil dies ein Akt ist, der von beiden Seiten gewollt sein muss.
Wären Liebe und Sexualität eins, müsste aber gewährleistet sein, dass ich mit jedem Menschen, den ich liebe auch Sex haben kann. Da dies ein Widerspruch in sich ist, ist Liebe nicht automatisch gleichbedeutend mit Sexualität. Denn das eine ist ein Geschenk, das man einem anderen Menschen machen kann, während das andere ein biologisch begründeter Drang ist, der zum gesunden Ausleben ein Einverständnis benötigt. Liebe und Sexualität werden werden damit erst gleichbedeutend, wenn man selber diese Verbindung künstlich herstellt.
Darum sind Liebe und Sexualität strikt zu trennen.
Ich möchte mich hierzu eines Zitats von Andrakson bedienen, das in einem anderen Thread gefallen ist.
Meiner Meinung nach ist das der Kardinalsfehler, warum Beziehungen früher oder später in die Brüche gehen. Wie ich schon in einem anderen Thema dargelegt habe, ist Liebe Freiheit, bedeutet also für mich selbst und meinen Partner, wir beide sind wenn es drauf ankommt in der Lage, alles zu tun oder zu lassen, was wir wollen, ohne dass der Partner einen dabei einengt, beschränkt oder behindert. Das ist das Ideal.Sex ist für mich eins mit Liebe, wie der Erzengel mit seinen Flügel. Denn Sex kommt für mich nur in Frage, wenn ich die Person Liebe. Dass ist ein Grundsatz in mir und wenn du diesen als "falsch" bezeichnest, greifst du widerrechtlich meine Persönlichkeit an, du musst sie nicht mögen. Aber auf diesem Hoheitsgebiet sollte man keinen Fuß setzen, ohne es sachlich und tolerant anzugehen. Du kannst den Leuten sagen "Deine Position vertrete ich nicht, da ich es so und so sehe etc." Aber dass was ich hier schreibe, lege ich nicht nur dir ans Herz, sondern auch den anderen Leuten.
Betrachten wir zunächst einmal die Liebe selbst, so steht fest, dass es mir selber frei steht, in wen ich mich verliebe oder mit wem ich eine Beziehung beginne. Unsere heutige Gesellschaftsform erlaubt es uns, einfach auf die Straße zu gehen, jemand zu finden, den wir nett und anziehend finden und mit ihm eine Beziehung zu beginnen. Anders, als noch in religiös, fanatisch geprägten Formen früherer Zeit.
Die Triebtheorie von Siegmund Freud legt nahe, dass Sexualität einer der Basis-Triebe bei gesunden Menschen ist. Neuere Studien sowie neurologische Befunde stützen diese These. Es ist einwandfrei bewiesen, dass das nicht ausleben solcher Triebe zu persönlichen Defiziten, Störungen sogar bis hin zu Neurosen und Persönlichkeitsstörungen reichen kann.
Betrachten wir nun das ganze neurologisch, so setzen die Keimdrüsen bis zu einem bestimmten Alter unerlässlich Hormone frei, die die Sexualität antreiben. Unser Trieb ist also biologisch verankert und unser Körper wird beabsichtigter Weise mit Stoffen überflutet, die uns zum Sex animieren sollen. Ist ja auch klar: Biologisch ist unsere Grundfunktion das Überleben der Art zu sichern, also Kinder in die Welt zu setzen.
Fokussiere und begrenze ich nun meine Sexualität auf meinen Partner, so mache ich diesen Trieb von ihm abhängig. Das kann funktionieren, wenn mein Partner ohnehin in seiner Triebentwicklung ähnlich oder sogar gleich ausgelegt ist, wie man selbst. Gefährlich wird es jedoch, sobald es da Unterschiede gibt. Kommt das Sexleben aus irgendwelchen Gründen zu kurz (Beruf, Alltagstrott, Langeweile usw.), so bleibt der Trieb unerfüllt. Mein Körper wird auch dann mit Sexualbotenstoffen geflutet, wenn ich keinen Sex habe. Und kann der Stoff nicht entsprechend verarbeitet werden, muss der Körper Abhilfe schaffen. Der Trieb sucht sich andere Bereiche, in denen eine Auslebung möglich wird. Beispiele hierfür können unter anderem eine Gewichtszunahme, Flucht in den Beruf oder Alkohol sein. Alles an und für sich noch nicht problematisch, jedoch gefährlich, sobald es in Dinge, wie Workaholic, Adipositas oder Alkoholsucht ausufert. Und mit Sicherheit in einem Großteil aller Beziehungen ein Trennungsgrund.
Wie kann aber nun Liebe etwas sein, dass mir selbst auf biologischer Art und Weise Schaden zufügt? Das widerspricht dem Zweck von Liebe, nämlich der Akzeptanz eines Menschen genauso, wie er oder sie ist. Faktisch also akzeptiere ich einen Eigenschaden, wenn Liebe und Sexualität voneinander abhängig sind. Auch das ist noch denkbar, wenn die Vorteile der Beziehung die Nachteile überwiegen und ein Gewinn durch unseren Verstand. Biologisch aber ist dies nicht mehr nachvollziehbar, da sich jedes Lebewesen aus Eigenerhaltungstrieb normalerweise automatisch aus einer Situation entfernt, die ihm schadet.
Widersprüchlich wird das Ganze, wenn wir bemerken, dass Liebe nicht nur auf andere, sondern auch auf einen selbst bezogen ist. Nichts liegt mehr im Interesse unseres Körpers, als am Leben zu bleiben. Folglich wird er alles unternehmen, um dies auch zu sichern. Und da wäre eine Eigenschaft wie Liebe (in diesem Fall als "Selbsterhaltungstrieb" verpackt) doch ein enormer Vorteil.
Liebe soll also nun gleichzeitig mein Wohl garantieren und einen Schaden in kauf nehmen? Schwer vorstellbar. Gehen wir aber weiter.
Wie entsteht nun Liebe? Nun - ich kann andere Menschen nur in dem Maß lieben, in dem ich mich selber liebe, weil ich selbst der einzige Mensch bin, der lange genug mit mir selbst zusammen ist, um solch eine Beziehung zu entwickeln. Die eigene Realität wird durch die Wahrnehmung bestimmt, denn beschränkt auf unsere fünf Sinne, können wir Menschen Dinge, wie Radioaktivität, Ultraviolettes Licht, zu hohe oder zu tiefe Töne und noch viel mehr gar nicht wahrnehmen (auch wenn es uns mittlerweile gelingt, diese Mankos teilweise durch Technologie auszugleichen). Was man aber immer wahrnimmt, ist man selber, in einem gewissen Rahmen. Und da dieser Rahmen naturgemäß bei einem selbst viel intensiver ist, als bei anderen, erlebt man auch am eigenen Leib am besten, wie sich die unterschiedlichen Formen von sozialen Beziehungen anfühlen. Diese Formen überträgt man auch später auf die Kontakte, die man zu anderen Menschen aufnimmt. Wie wir also Liebe erleben, wird durch unsere Erziehung nun vorgeprägt.
Nun gibt es die wenigen glücklichen Menschen, die in der Lage sind, mit jedermann klar zu kommen. Und diejenigen, die mit niemandem zurecht kommen. Die Formen ihrer Beziehungen werden maßgeblich von den früheren Erfahrungen geprägt sein, beide eint aber (zusammen mit allen anderen Stufen dazwischen) eins: Sie sind fast immer in der Lage, Sex mit anderen Menschen zu haben. Doch kann dies immer aus Liebe geschehen?
Die neurologischen Befunde, die ich vorher aufgezählt habe, widersprechen dem eindeutig. Die Sexualhormone werden völlig unabhängig davon, ob man einen Partner hat oder nicht ausgeschüttet. Völlig unabhängig, ob man nun alle anderen Menschen mag, nur einige, oder gar keinen. Anders aber ist es mit den Botenstoffen, die Glück und Bindung dem Körper signalisieren sollen, denn diese werden tatsächlich in Abhängigkeit einer Beziehung produziert.
Messungen haben ergeben, dass verliebte Menschen neurologische Symptome vom Zwangsneurosen und Süchten aufweisen. Diese scheinen aber davon unabhängig zu sein, ob man in einer festen Beziehung lebt (also Sex hat) oder nicht. Dass heißt, verlieben kann man sich, ohne Sex zu haben oder zu wünschen (denn auch asexuelle Menschen verlieben sich). Genauso gut kann man Sex haben, ohne sich zu verlieben (Stichwort One Night Stands). Für beides sind die biologischen Gegebenheiten unabhängig voneinander verankert.
Wenn ich nun noch weiter gehe und mein Bild der Liebe in dieses Geflecht einfüge, so mache ich die Liebe auch noch unabhängig von diesen Botenstoffen. Bekanntlicher Weise trenne ich persönlich das Verlieben von der Liebe selbst, weil das Verlieben ein biochemischer Prozess ist, mit dem Ziel, Bindung aufzubauen. Akzeptiere ich aber einen anderen so, wie er ist, wird die Bindung überflüssig. Wird eine Beziehung auf Vertrauen gegründet, so hält sie selbst dann noch, wenn der biochemische Glücks-Cocktail längst weg ist (was das Gehirn automatisch nach ca. 24 bis 36 Monaten reguliert). Die biologischen Voraussetzungen sind dann für eine Beziehung nicht mehr gegeben, ein biologischer Grund zum Zusammenleben besteht dann also nicht mehr. Die einzigen anderen Gründe, die die Beziehung dann noch sinnig machen, sind Abhängigkeit (materiell, psychisch oder sexuell) oder echte Liebe.
Warum diese Trennung von Liebe und verliebt sein? Nun - interessanter Weise kann man sich auch verlieben, aufgrund charakterlicher Eigenschaften. Ein klassisches Beispiel aus der Psychologie, welches auch als Projektion bezeichnet wird. Man erkennt in einem anderen Menschen Persönlichkeitsaspekte von sich selber stark ausgeprägt wieder und hat deshalb das Gefühl, ihm besonders nahe zu stehen. Ein Prozess, der biochemisch messbar ist, aber nichts mit Sexualität oder Liebe zu tun hat. Oftmals kennt man diesen anderen Menschen nicht einmal, meint aber, ihm ganz nahe zu stehen. Das Phänomen der "Liebe auf den ersten Blick". Dies kann zwar in echte Liebe übergehen, ist aber auch die Form der "Liebe", die enttäuscht werden kann. Und wer kennt das nicht, unglücklich verliebt zu sein?
Wie ich ganz zu Anfang ausgeführt habe, ist Liebe nun eine absolute Akzeptanz. Also unabhängig von alledem. Wer einen anderen Menschen wirklich liebt, der wird feststellen, dass das Zusammenleben einfach harmonisch ist, selbst nachdem die so genannten "Schmetterlinge im Bauch" verflogen sind, trotz der Unterschiede, die es geben mag und sogar dann, wenn das Sexleben eigentlich schon abgeflaut ist. Auch hier ein Beispiel:
Langlebige Beziehungen haben oft das Phänomen, dass Sexualität weniger wird. Und das, obwohl (wie vorher ausgeführt) die Menge an Sexualhormonen bis zu einem bestimmten Alter gleich bleibt. Die Beziehung wirkt in dieser Form also nun dem biologischen entgegen.
Gelingt es mir nun, meine Liebe von alle diesen biologischen Prozessen unabhängig zu machen, so mache ich mich auch frei von den sexuellen, materiellen und psychischen Einflüssen. Ich gewinne die Fähigkeit, jeden Menschen so anzunehmen, wie er ist, denn es liegt immer bei mir, welche Menschen ich überhaupt an meinem Leben teilhaben lasse, mit wem ich eine Beziehung beginne, wie lange diese dauert und wen ich aus meinem Leben lieber fern halte. Ein ganzer Komplex an Begründungen, der irgendwann rein subjektiv wird (jeder kennt ja die Aussage "der/die ist nicht mein Typ"). Diese Form von freier Liebe kann auch in den unterschiedlichsten Formen von Beziehungen ausgelebt werden und ist an keine feste Form gebunden. Man kann auf diese Weise genauso irgendeinen Wildfremden annehmen und ihm somit Nächstenliebe zeigen, wie dem besten Freund oder der besten Freundin, mit dem/der man aber niemals Sex haben würde.
Praktisch also kann ich jeden Menschen lieben, wenn ich nur will, weil dies ein freiwilliger und aktiver Prozess ist. Ich kann mich nicht in jeden Menschen verlieben, weil dies ein zum Teil biochemisch und zum Teil psychisch bedingter Prozess ist. Und ich kann nicht mit jedem Menschen Sex haben, den ich liebe, oder in den ich verliebt bin, weil dies ein Akt ist, der von beiden Seiten gewollt sein muss.
Wären Liebe und Sexualität eins, müsste aber gewährleistet sein, dass ich mit jedem Menschen, den ich liebe auch Sex haben kann. Da dies ein Widerspruch in sich ist, ist Liebe nicht automatisch gleichbedeutend mit Sexualität. Denn das eine ist ein Geschenk, das man einem anderen Menschen machen kann, während das andere ein biologisch begründeter Drang ist, der zum gesunden Ausleben ein Einverständnis benötigt. Liebe und Sexualität werden werden damit erst gleichbedeutend, wenn man selber diese Verbindung künstlich herstellt.
Darum sind Liebe und Sexualität strikt zu trennen.
. Also ist es doch eine frage entstehen nicht solche Liebesgefühle manchmal auch aus dem Trieb heraus? Natürlich gibt es diesen Sexualtrieb, aber noch eine Frage ist doch, sind wir nicht zivilisiert genug uns nicht von Trieben steuern und das Leben bestimmen zu lassen? Mal ein Beispiel: Ich verliebe mich in jemanden und wir werden ein Paar, ich habe aber andere Vorstellungen von wie oft usw. er braucht mehr und geht fremd... wen verletzt das in einer Beziehung bitte nicht? Also müssten wir dann nicht lernen diesen Trieb ein wenig dem Leben anzupassen?

Seid dem kann ich liebe und Sex nicht mehr trennen, beides geht Hand in Hand bei mir. Wenn es aber Menschen gibt die Liebe und Sex trennen können, find ichs auch okay. Jeder muss das tun, was für ihn am besten ist.