Meiner Meinung nach ist das der Kardinalsfehler, warum Beziehungen früher oder später in die Brüche gehen. Wie ich schon in einem anderen Thema dargelegt habe, ist Liebe Freiheit, bedeutet also für mich selbst und meinen Partner, wir beide sind wenn es drauf ankommt in der Lage, alles zu tun oder zu lassen, was wir wollen, ohne dass der Partner einen dabei einengt, beschränkt oder behindert. Das ist das Ideal.
Nein, dem ist eben nicht so. Du pauschalisierst so etwas komplexes wie die Liebe.
Das liegt aber daran, wie wir Menschen gestrickt sind.
Die meisten Menschen würden mit ihrem Partner Schluss machen, wenn er keinerlei Eifersucht zeigt und er/ sie sich sogar nich freuen würde, wenn man mit anderen Leuten sexuellen Spaß hat. (Obwohl ja geben > nehmen bei der Liebe - ich sag ja.. komplex)
Ich zitiere mal aus einem Film (ein Keks, wer weiß von welchem Film ich rede
Wussten Sie, dass die erste Matrix als perfekte Welt geplant war, in der kein Mensch hätte leiden müssen? Ein rundherum glückliches Leben. Es war ein Desaster. Die Menschen haben das Programm nicht angenommen.
Das lässt sich meiner Meinung nach auch ganz gut auf die Liebe deuten. Es gehört zur Liebe dazu, dass man sich manchmal einengt oder behindert, damit es sich auch lebendig anfühlt. Nur in welchem Mase ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
In einer perfekten Liebesbeziehung ohne Probleme und kleinen Streitigkeiten geht der Mensch ebenfalls unter.
Na gut, ich muss zugeben, dass das nur meine persönliche Meinung zum Thema perfekte Liebesbeziehung ist. Für manch einen ist die ideale Beziehung in der er und seine Partinerin sich gegenseitig fordern. Und für den Anderen, wenn die Frau aufs Wort spurt.
Macht aber dennoch deutlich, dass du die ideale Liebesbeziehung nicht pauschalisieren kannst. Einfach halt, weil jeder Mensch anders ist.
Ok im Grunde ist das etwas offtopic.
Terry_Gorga schrieb:
Fokussiere und begrenze ich nun meine Sexualität auf meinen Partner, so mache ich diesen Trieb von ihm abhängig. Das kann funktionieren, wenn mein Partner ohnehin in seiner Triebentwicklung ähnlich oder sogar gleich ausgelegt ist, wie man selbst. Gefährlich wird es jedoch, sobald es da Unterschiede gibt. Kommt das Sexleben aus irgendwelchen Gründen zu kurz (Beruf, Alltagstrott, Langeweile usw.), so bleibt der Trieb unerfüllt. Mein Körper wird auch dann mit Sexualbotenstoffen geflutet, wenn ich keinen Sex habe. Und kann der Stoff nicht entsprechend verarbeitet werden, muss der Körper Abhilfe schaffen. Der Trieb sucht sich andere Bereiche, in denen eine Auslebung möglich wird. Beispiele hierfür können unter anderem eine Gewichtszunahme, Flucht in den Beruf oder Alkohol sein. Alles an und für sich noch nicht problematisch, jedoch gefährlich, sobald es in Dinge, wie Workaholic, Adipositas oder Alkoholsucht ausufert. Und mit Sicherheit in einem Großteil aller Beziehungen ein Trennungsgrund.
Im Grunde sagst du es hier selbst und widersprichst dich.
Es kann funktionieren... Beziehung und Sex.
Und genau deswegen gehört Sex zur Beziehung. Ist er nicht gut bzw zu wenig, funktioniert sie auch nicht.
Andersum kann man aber Sex ohne Liebe/ Beziehung haben.
Aber eine Liebesbeziehung ohne Sex funktioniert nicht. Daher meine Frage an dich.... Wieso also sollte man das trennen?
Terry_Gorga schrieb:
Wie kann aber nun Liebe etwas sein, dass mir selbst auf biologischer Art und Weise Schaden zufügt? Das widerspricht dem Zweck von Liebe, nämlich der Akzeptanz eines Menschen genauso, wie er oder sie ist. Faktisch also akzeptiere ich einen Eigenschaden, wenn Liebe und Sexualität voneinander abhängig sind. Auch das ist noch denkbar, wenn die Vorteile der Beziehung die Nachteile überwiegen und ein Gewinn durch unseren Verstand. Biologisch aber ist dies nicht mehr nachvollziehbar, da sich jedes Lebewesen aus Eigenerhaltungstrieb normalerweise automatisch aus einer Situation entfernt, die ihm schadet.
Laut dieser Argumentation hätte man in dieser unglücklichen Beziehung, die du gerade beschreibst, gar kein Sex mehr. Und bei vielen Menschen schwindet dann auch die Liebe, einfach weil man merkt, man passt nicht so zusammen wie man soll. (Merke: Liebe ist nicht unbedingt ein dauerhafter Zustand)
Das veranschaulicht aber widerum die enge Verknüpfung zwischen Liebe und Sex.
Terry_Gorga schrieb:
Widersprüchlich wird das Ganze, wenn wir bemerken, dass Liebe nicht nur auf andere, sondern auch auf einen selbst bezogen ist. Nichts liegt mehr im Interesse unseres Körpers, als am Leben zu bleiben. Folglich wird er alles unternehmen, um dies auch zu sichern. Und da wäre eine Eigenschaft wie Liebe (in diesem Fall als "Selbsterhaltungstrieb" verpackt) doch ein enormer Vorteil.
Liebe soll also nun gleichzeitig mein Wohl garantieren und einen Schaden in kauf nehmen? Schwer vorstellbar. Gehen wir aber weiter.
Das ist in meinen Augen ein unsinniger Vergleich.
Man tötet sich nicht, wenn man längere Zeit kein Sex hatte. Und der Mensch kann sehr wohl mutwillig Schaden in Kauf nehmen. Wir sind keine Tiere, die nur nach Instinkten handeln.
So kann der Mensch beispielsweise für einen anderen Menschen bewusst eine gewisse Zeit auf Sex verzichten und das ohne Schaden hinnehmen zu müssen.
Irgendwie stellst du den Mensch als hirnlose Sexmaschine dar, der ohne Rücksicht auf Verluste seine Triebe nachgehen muss -andernfalls geht er zu Grunde.
Terry_Gorga schrieb:
Wie entsteht nun Liebe? Nun - ich kann andere Menschen nur in dem Maß lieben, in dem ich mich selber liebe, weil ich selbst der einzige Mensch bin, der lange genug mit mir selbst zusammen ist, um solch eine Beziehung zu entwickeln. Die eigene Realität wird durch die Wahrnehmung bestimmt, denn beschränkt auf unsere fünf Sinne, können wir Menschen Dinge, wie Radioaktivität, Ultraviolettes Licht, zu hohe oder zu tiefe Töne und noch viel mehr gar nicht wahrnehmen (auch wenn es uns mittlerweile gelingt, diese Mankos teilweise durch Technologie auszugleichen). Was man aber immer wahrnimmt, ist man selber, in einem gewissen Rahmen. Und da dieser Rahmen naturgemäß bei einem selbst viel intensiver ist, als bei anderen, erlebt man auch am eigenen Leib am besten, wie sich die unterschiedlichen Formen von sozialen Beziehungen anfühlen. Diese Formen überträgt man auch später auf die Kontakte, die man zu anderen Menschen aufnimmt. Wie wir also Liebe erleben, wird durch unsere Erziehung nun vorgeprägt.
Das ist so nicht korrekt.
Es gibt Menschen, die stetig mit sich unzufrieden sind und sich nicht mögen. Dennoch sind sie fähig andere Menschen zu lieben. Ich kenne da welche in meinem Umfeld.
Ich stimme allerdings mit dir überein, dass die Erziehung ein maßgeblichen Teil des Erlebens der Liebe beeinflusst.
Jedoch nicht vollständig, da auch die Erfahrungen, die man in Beziehungen bzw mit der Liebe macht nachhaltig das Empfinden der Liebe beeinflusst.
Terry_Gorga schrieb:
Nun gibt es die wenigen glücklichen Menschen, die in der Lage sind, mit jedermann klar zu kommen. Und diejenigen, die mit niemandem zurecht kommen. Die Formen ihrer Beziehungen werden maßgeblich von den früheren Erfahrungen geprägt sein, beide eint aber (zusammen mit allen anderen Stufen dazwischen) eins: Sie sind fast immer in der Lage, Sex mit anderen Menschen zu haben. Doch kann dies immer aus Liebe geschehen?
Die neurologischen Befunde, die ich vorher aufgezählt habe, widersprechen dem eindeutig. Die Sexualhormone werden völlig unabhängig davon, ob man einen Partner hat oder nicht ausgeschüttet. Völlig unabhängig, ob man nun alle anderen Menschen mag, nur einige, oder gar keinen. Anders aber ist es mit den Botenstoffen, die Glück und Bindung dem Körper signalisieren sollen, denn diese werden tatsächlich in Abhängigkeit einer Beziehung produziert.
Dass das Bedürfnis nach Sex nicht von der Liebe kommt, dürfte eigentlich Jedem klar sein. Das ist aber auch nicht das Thema, was du ja eigentlich selbst vor gegeben hast. Soweit ich es richtig verstanden habe, geht es ausschließlich darum, warum man Sex und Liebe nicht miteinander verbinden kann, bzw warum man es trennen sollte.
Terry_Gorga schrieb:
Wie ich ganz zu Anfang ausgeführt habe, ist Liebe nun eine absolute Akzeptanz. Also unabhängig von alledem. Wer einen anderen Menschen wirklich liebt, der wird feststellen, dass das Zusammenleben einfach harmonisch ist, selbst nachdem die so genannten "Schmetterlinge im Bauch" verflogen sind, trotz der Unterschiede, die es geben mag und sogar dann, wenn das Sexleben eigentlich schon abgeflaut ist. Auch hier ein Beispiel:
Langlebige Beziehungen haben oft das Phänomen, dass Sexualität weniger wird. Und das, obwohl (wie vorher ausgeführt) die Menge an Sexualhormonen bis zu einem bestimmten Alter gleich bleibt. Die Beziehung wirkt in dieser Form also nun dem biologischen entgegen.
Du gehst jetzt von der "Märchenliebe" aus (die es meiner Meinung nach nicht gibt) Sie hält ewig und überwindet alles.
Oft ist es aber so, dass mit der Sexualität auch die Liebe in der Beziehung zurück geht. Das beruht im Übrigen sowohl auf eigene Erfahrungen als auch vom Umfeld.
Terry_Gorga schrieb:
Gelingt es mir nun, meine Liebe von alle diesen biologischen Prozessen unabhängig zu machen, so mache ich mich auch frei von den sexuellen, materiellen und psychischen Einflüssen. Ich gewinne die Fähigkeit, jeden Menschen so anzunehmen, wie er ist, denn es liegt immer bei mir, welche Menschen ich überhaupt an meinem Leben teilhaben lasse, mit wem ich eine Beziehung beginne, wie lange diese dauert und wen ich aus meinem Leben lieber fern halte. Ein ganzer Komplex an Begründungen, der irgendwann rein subjektiv wird (jeder kennt ja die Aussage "der/die ist nicht mein Typ"). Diese Form von freier Liebe kann auch in den unterschiedlichsten Formen von Beziehungen ausgelebt werden und ist an keine feste Form gebunden. Man kann auf diese Weise genauso irgendeinen Wildfremden annehmen und ihm somit Nächstenliebe zeigen, wie dem besten Freund oder der besten Freundin, mit dem/der man aber niemals Sex haben würde.
Sofern du das nur theoretisch meinst und sagst, dass dies in der Praxis nicht so möglich ist, geb ich dir Recht.
Je älter man wird, desto misstrauisch wird man auch durch die gewonnenen Erfahrungen. Sprich, du kannst im wirklichen Leben niemals einer Person so sehr vertrauen wie sehr enge Freunde oder in deinem Beispiel besten Freund/ beste Freundin. Da das besagte Vertrauen fehlt,
kannst du einfach nicht die gleiche Nächstenliebe einen wildfremden Menschen geben wie den Freunden.
Terry_Gorga schrieb:
Praktisch also kann ich jeden Menschen lieben, wenn ich nur will, weil dies ein freiwilliger und aktiver Prozess ist. Ich kann mich nicht in jeden Menschen verlieben, weil dies ein zum Teil biochemisch und zum Teil psychisch bedingter Prozess ist. Und ich kann nicht mit jedem Menschen Sex haben, den ich liebe, oder in den ich verliebt bin, weil dies ein Akt ist, der von beiden Seiten gewollt sein muss.
Wären Liebe und Sexualität eins, müsste aber gewährleistet sein, dass ich mit jedem Menschen, den ich liebe auch Sex haben kann. Da dies ein Widerspruch in sich ist, ist Liebe nicht automatisch gleichbedeutend mit Sexualität. Denn das eine ist ein Geschenk, das man einem anderen Menschen machen kann, während das andere ein biologisch begründeter Drang ist, der zum gesunden Ausleben ein Einverständnis benötigt. Liebe und Sexualität werden werden damit erst gleichbedeutend, wenn man selber diese Verbindung künstlich herstellt.
Darum sind Liebe und Sexualität strikt zu trennen.
Das ist falsch. Der Mensch möchte so viele Bedürfnisse wie nur möglich stillen.
Die Liebe, die wir brauchen um eine Liebesbeziehung mit einem Menschen zu führen, setzt auch das Interesse an gemeinsamen Sex voraus. Ich kenne keine Person, die eine langjährige Beziehung (sprich übers verliebtsein hinaus) mit einem Partner haben will, den man gar nicht sexuell ansprechend findet.
Die Liebe, wie wir sie heute definieren ist eben nicht so pauschal zusammengefasst, wie du es in deinem Beitrag gemacht hast. Du sagst nämlich, dass ausschließlich die totale Akzeptanz des Gegenübers die Liebe ist, wie wir sie kennen und suchen.
Das ist aber falsch.
Für viele Menschen bedeutet langlebige Liebe ein Zusammenleben mit einem Partner, mit dem man alles (bitte lege "alles" nicht auf die Goldwaage) zusammen erleben und machen kann. Und dazu gehört vor allem das Ausleben der Sexualität
Das Phänomen Liebe kann man nicht nur mit wissenschaftlichen/ biologischen Aspekten definieren. Auch gesellschaftliche Aspekte tragen maßgeblich an unser Empfinden der Liebe bei.
Das hast du oben auch selbst erwähnt:
Wie wir also Liebe erleben, wird durch unsere Erziehung nun vorgeprägt.
Als Fazit sei gesagt:
Sex kann man ganz gut von partnerschaftliche Liebe trennen.
Partnerschaftliche Liebe ohne Sex ist aber nicht möglich. (Ich red nicht von a sexuellen Menschen)
greetz und gute Nacht
Lloyd
Nachtrag: Mit den Passagen, die ich nicht gequotet habe, stimme ich überein.