[Diskussion] Wenn das Herz den Verstand besiegt: Extrem-Fernbeziehungen

MangaEngel

archeolügenialkohöllisches Chaosvieh
VIP
Ach ja, über Fernbeziehungen wird ja immer sehr gern geredet (oder besser: gelästert).
Jetzt ist es so, dass die meisten Leute da aber noch recht human rangehen. Dann ist der Partner halt am anderen Ende von Deutschland oder lebt vielleicht in Frankreich oder Norditalien. Sind zwar teilweise über 500 bis 1000 Kilometer, die einen trennen, aber das ist dennoch nicht zwingend etwas, dass die Welt kostet (mit günstigen Verkehrsmitteln kann man teilweise schon für 50-80€ das Herzblatt besuchen gehen).

Aber was ist mit der Hardcore-Variante?
Z.B. 10.000 Kilometer?

Vielleicht bin ich aktuell besonders aufmerksam diesbezüglich, da ich bald mein Auslandssemester mache, aber mir ist aufgefallen, dass doch recht viele Leute "unmenschlich" große Strecken zurücklegen müssten, um ihren Partner zu besuchen. Hier lebt die eine in Deutschland, er aber in Panama (9400 km, 600€). Dort lebt er in Russland, sie aber in Japan (7500 km, 580€). Und da hinten lebt sie in der Türkei und er in Canada (8800 km, 1200€). Und ne gute Freundin lebt in Deutschland, ihr Freund aber in Australien (16.400 km, mind. 650€). Die Preise sind übrigens NUR Hinflüge und immer vom größten Flughafen des Landes aus.
Ohne Flugzeug unmöglich, eine Hin- und Rückreise für unter 500€ schlicht utopisch. Dies ist zwar offenbar vorrangig bei Studenten der Fall (vermutlich wegen dieser Austauschmöglichkeiten), aber ich finde es doch sehr beeindruckend. Nicht nur die Tatsache, dass diese Personen sich damit arrangieren, eine massive Entfernung zwischen sich zu haben, sich kaum zu sehen und sehr viel Geld ansparen zu müssen, wenn sie es dann doch mal tun wollen...
Auch die Tatsache, dass viele z.T. ihre gesamten Zukunftsvorstellungen auf diese Partnerschaft ausrichten. Der genannte Russe z.B. wird bald in Tokyo arbeiten, um zunächstens ein wenig näher bei seiner Freundin zu wohnen (und sogar dann trennen die Beiden noch immer knapp 400 Kilometer). Und die Türkin mit dem Freund in Canada will ebenfalls nach ihrem Studium in Canada arbeiten, um ihm nah zu sein.
Ich habe zwar festgestellt, dass diese Beziehungen wirklich beeindruckend lange halten trotz dieser Entfernung und das die Partner ununterbrochen sehr liebevoll, verständnisvoll und vor allem glücklich sind, aber auch von aussen gibt es da ja oft großes Gekriesel. Die Familie und Freunde versuchen einem konstant einzureden, dass es nicht halten kann, es verrückt und dumm wäre, dass man keine Zukunft haben würde. Teilweise wird sogar offen über Fremdgänge spekuliert ohne den kleinsten Hinweis dafür zu haben. Man erhält also gewaltigen Druck von aussen zusätzlich zu der Einsamkeit, wenn man nunmal nicht zusammen ist.

Insofern meine Frage:
Haben welche von euch schonmal so eine heftige Entfernung gehabt?
Haben welche von euch sogar grad eine?
Was haltet ihr generell von dieser Art von Beziehung?

Zu mir selbst:
Ich hatte bisher nicht wirklich sowas. Ich war mal an einem Australier interessiert, das war aber einseitig und nichts ernstes. Aber die Uni, zu der ich bald komme, soll berüchtigt dafür sein, dass man am Ende mit einem Partner vom anderen Ende der Welt zusammen kommt. Insofern könnte mir da so einiges blühen, wenn da was dran ist o_o
 
Wow, keiner antwortet? :D

Also ich hatte sowas schon mal. Sie hatte in Kanada gewohnt. Und normalerweise finde ich solche riesen Entfernungen nicht gut, da spontane Treffen einfach nicht möglich sind - sei es finanziell oder zeitlich.
Bei mir war das eine aber eine Ausnahme: Ihre Eltern hatten Kohle ohne Ende. So konnte sie problemlos hin- und herfliegen wie und wann sie wollte. Ist aber wohl eher ein Ausnahmefall :D

So 200-300km finde ich in Ordnung. Da dauert die Fahrt nicht zuuu lange.

Und i.d.R. halten solche Beziehungen nicht länger als "normale". Am Anfang ist da halt noch die Sehnsucht, aber sobald man den Partner 24/7 bei sich hat, ist es auch nervig. Dass man dann von Verwandten und Freunden negativ eingestimmt wird, ist auch richtig so in den meisten Fällen. Man sollte sein Leben nicht nach einer jederzeit endenden Beziehung richten.
 
Zuletzt bearbeitet:

frax

Gottheit
Mir selbst ist so etwas (glücklicherweise) noch nicht passiert. Kann nur von einigen Leuten aus meiner Umgebung bestätigen, dass es wirklich nicht selten ist in letzter Zeit... manchmal Frage ich mich wirklich, wie so etwas überhaupt passieren kann. Studium ist wohl der häufigste Grund, weil hier Menschen aus aller Welt an einem Platz zusammenkommen und sich miteinander arrangieren müssen. Die meisten Beziehungen sind auf Dauer wieder auseinander gebrochen, wenn wieder Distanz dazwischen kam. Das krasseste, was ich bisher gesehen habe, war halt eine deutsche Bekannte mit einem Freund aus dem fernen Afrika... wie der Ort heißt weiß ich gar nicht mehr, weil er sich schwer aussprechen ließ (klang wirklich wie der Stamm eines Urvolks ^^). Er sprach nur bruchhaftes Deutsch... für mich aber nicht nachvollziehbar, wie man sich auf so etwas einlassen kann. Ich würde es gar nicht erst so weit kommen lassen... aber naja gut. Muss halt jeder selbst wissen.
 
Zuletzt bearbeitet:

bigklafke3

Ungläubiger
Also ich bin jetzt 4 Jahre mit meiner Freundin zusammen, in der Anfangszeit trennten uns ca. 800 km voneinander. Ich war im Studium und Sie gerade im Abiturjahr.
Dank den langen Semsterferien und Ihrer Schulferien konnten wir uns in der Zeit relativ häufig sehen. Finanziell hielt sich der Aufwand auch in Grenzen, da man auf Mitfahrergelegenheiten und Bahnangebote zurückgreifen konnte. Die gemeinsame Zeit wurde dann sehr intensiv genutzt, was uns sehr zusammenschweisste, den Abschied dann jedoch um so mehr schmerzhafter gestaltete. Das ganze ging dann fast 1 Jahr lang. Jeden Abend stundenlang Telefonieren und einer reger Briefverkehr prägte unseren Alltag. Nach dem Studium habe ich beruflich in Ihrer Gegend Fuss gefasst und wir wohnen jetzt zusammen. "Happy End!"...

Aber im nachhinein kamen wir beide zum Entschluss das für uns eine Fernbeziehung nicht mehr in Frage kommt und wir Glück hatten, das alles gut ausgegangen ist. Es gibt halt verdammt viele Hinternisse.
 

schulz

Prophet
So eine heftige Fernbeziehung hatte ich noch nie. Meine letzte Beziehung war eine kürzere Fernbeziehung (Entfernung: ~100 km) und wir haben uns dann meistens nur alle ein bis zwei Wochenenden gesehen. Nicht zuletzt aufgrunddessen hab ich mit ihr dann Schluss gemacht. Sicher es gab auch andere Faktoren und ich war relativ lange mit ihr zusammen, aber ich möchte meine Freundin öfters als nur einmal pro Woche sehen. Und bei solchen extremen Entfernungen gibt es ja dann zusätzlich, wie schon erwähnt, einen großen Kostenfaktor, wenn man seinen Partner mal wieder sehen möchte. Wer damit kein Problem hat, dem wünsche ich das Beste, aber für mich ist es leider nicht wirklich was. :/
 

Rattenkönig

Ngeuuraksaha
VIP
Ab einer gewissen Entfernung reicht es einfach überhaupt nicht mehr, sich nur 1 - 3 mal im Jahr zu sehen. Was nicht anders möglich ist, wenn man 500 - 1200 Euro pro Hinflug. Da muss man zusammenziehen, oder sich trennen. Und das ist auch noch mal eine große Hürde. Wer es schafft, respekt. Für mich wäre das nichts, wobei ich schon Japanerinnen besonders attraktiv finde. Naja, sicherlich nicht alle... Aber generell die Gesichtszüge. Zwar finde ich Frauen, die oftmals in NRW zu hause sind, bzw. meißtens weit weg von mir wohnen... Aber da habe ich eigentlich keine Probleme mit. Da kann man schneller mal zusammen ziehen, es gibt keine Sprachlichen hürden, und viel Geld und Zeit kostet so ein Besuch ebenfalls nicht.

Haben welche von euch schonmal so eine heftige Entfernung gehabt?
Nein.
Haben welche von euch sogar grad eine?
Nein.
Was haltet ihr generell von dieser Art von Beziehung?
Nichts für mich, aber falls ich mal meine Traumfrau in Japan finden würde, würde ich es vielleicht nochmal überdenken. Aber jetzt wären solche Entfernungen einfach viel zu weit entfernt.
 

nnrebel

Gläubiger
Aber was ist mit der Hardcore-Variante?
Z.B. 10.000 Kilometer?

Vielleicht bin ich aktuell besonders aufmerksam diesbezüglich, da ich bald mein Auslandssemester mache, aber mir ist aufgefallen, dass doch recht viele Leute "unmenschlich" große Strecken zurücklegen müssten, um ihren Partner zu besuchen. Hier lebt die eine in Deutschland, er aber in Panama (9400 km, 600€). Dort lebt er in Russland, sie aber in Japan (7500 km, 580€). Und da hinten lebt sie in der Türkei und er in Canada (8800 km, 1200€). Und ne gute Freundin lebt in Deutschland, ihr Freund aber in Australien (16.400 km, mind. 650€). Die Preise sind übrigens NUR Hinflüge und immer vom größten Flughafen des Landes aus.
Großer Gott. Geben die dafür tatsächlich so viel Kohle aus? Ich weiß, Skype ist keine auszureichende Alternative für Menschen, die Sehnsucht einander haben und sich sehen wollen. Aber das ist eine Menge Geld. Wird das mit der Zeit nicht ein wenig finanziell erdrückend?

Ich selbst lasse mich nicht in so eine Art von Beziehung hineinziehen, aber ich kann es schon verstehen. Ein wenig. Es ist was Schönes, wenn sich Menschen gut verstehen und denken, dass sie für einander bestimmt sind. Ich hatte mal vor paar Jahren so eine Gelegenheit, ein Mädchen wollte was von mir - aber die Alte wohnte ~800 km weit weg von mir. Wie soll das funktionieren? Man muss sich auch noch irgendwie in Echt sehen können, Zärtlichkeiten usw. Aber 1x mal in Monat? Oder stell dir vor, ein Freund von dir ladet dich mit seiner Freundin auf ein Abendessen in ein Lokal ein und er will unbedingt deinen Schatz kennenlernen - ööööh, sorry, sitzt gerade auf der anderen Seite der Erdkugel und kommt erst wieder in einem halben Jahr. :D


Was haltet ihr generell von dieser Art von Beziehung?
Nichts für mich, aber falls ich mal meine Traumfrau in Japan finden würde, würde ich es vielleicht nochmal überdenken. Aber jetzt wären solche Entfernungen einfach viel zu weit entfernt.
Japanische Frauen sind schon was schönes, nicht wahr? :hahaha:
 
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