Die Situation ist lange nicht so einfach. Der Begriff "Rasse" wird i.d.R. nur auf (heraus)gezüchtete Subspezies von Nutztier- und -pflanzenarten bezogen. Ansonsten wird taxonomisch der Begriff "Unterart" benutzt.
Beim Neandertaler und Denisova-Menschen ist die Lage ebenfalls sehr uneindeutig. Anthropologen und Systematiker streiten sich seit Jahrzehnten, ob der Neandertaler eine eigene Art (Homo neanderthalensis) oder nur eine Unterart (Homo sapiens neanderthalensis) darstellt. Es gibt etliche Punkte, die sowohl für das eine (z.B. genetische Diversität ggü. dem archaischen Homo sapiens, besonders dessen afrikanischer Urpopulation) als auch für das andere (z.B. fehlende Fortpflanzungsschranke) sprechen.
Wer beim Menschen nach populationsspezifischen phänotypischen Unterschieden kategorisieren will, benutzt am ehesten den Begriff "Ethnie", der zudem wissenschaftlich etabliert ist, allerdings außerhalb der Anthropologie auch einen soziokulturellen Aspekt beinhaltet.
Vorallem in Fantasy-Romanen, sind Rassen das normalste überhaupt. Da regt sich niemand auf, niemand, den man ernst nehmen kann jedenfalls. Da hasst man sich nicht, wegen der Rasse, sondern schlicht, wie immer nur aus dem Grund, Meinungsverschiedenheiten.
Da wäre ich vorsichtig. Weder du noch ich haben alle Fantasy-Romane der Welt gelesen und können so nicht sagen, dass es keinen gibt, der Rassismus in einer Fantasy-Gesellschaft thematisiert. Ich glaube jedenfalls, dass bei der Fülle des Genres sicherlich mehrere Werke geschrieben wurden, die sich damit haupt- oder nebensächlich befassen. So wird bspw. der bekannten "The Witcher"-Buchvorlage nachgesagt, in einer düsteren Fantasy-Welt zu spielen, in der auch Rassismus ggü. bestimmten Bevölkerungsgruppen herrscht. Ich selbst habe die Bücher jedoch nicht gelesen.
Ich finde es schade, dass es nur ein ein Typ Homo-Sapiens gibt. Was aber sicherlich irgendwann mal geschehen wird, falls wir so lange überleben, werden wir wieder zwei oder mehrere Menschenrassen auf dem Planeten haben. Die einen passen sich unter Wasser an, die anderen leben in höchste Höhen und welche unter der Erde. Die Evolution allein, bestimmt dies.
Sehr unwahrscheinlich.
Zum einen findet schon seit Jahrhunderten, aber seit der Globalisierung erst recht, ein ständiges Durchmischen des Genpools einzelner Ethnien miteinander statt (bei zuvor reinrassigen Hunden spräche man von Mischlingen), sodass für die verstärkte Ausbildung etwaiger Unterarten die Allopatrie fehlt.
Zum anderen existiert z.Z. kein Selektionsdruck in bestimmte Richtungen, besonders deshalb, weil wir nicht Jahrtausende warten möchten, bis umweltbedingt bestimmte Merkmale herausgebildet wurden, sondern lieber unsere Technologie anpassen. Außerdem sorgen wir mit unserem humanitären Grundverständnis dafür, dass genetisch benachteiligte Personen weder ihrem Schicksal überlassen, noch in der Entfaltung ihrer Sexualität und damit der Weiterverbreitung ihrer Gene gehindert werden.