luci2k1
Jack's Smirking Revenge
"Bros before Hoes"... spätestens seit How I Met Your Mother auch in Deutschland erfolgreich ist, kennt man auch hier diese Phrase, die ins Deutsche gerne mit „Bruder vor Luder“ oder „Freund vor Schlampe“ übersetzt wird. Zugegeben, der Spruch ist nicht unbedingt elegant und FeministInnen sind sicherlich nicht begeistert wenn sie ihn hören, aber er hat einen Kern, über den ich gerne reden würde.
In How I Met Your Mother wird der Spruch meist im Sinne von „ein 'Bro' muss einen 'Bro' beim Aufreißen unbedingt unterstützen“ benutzt. Dieser Sinn ist es nicht, um den es hier gehen soll. Es soll eher um einen anderen Sinn gehen, in dem die Phrase auch benutzt wird, nämlich „Freundschaft kommt vor Partnerschaft“.
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Nun, bevor wir anfang seien die beiden Zentralen begriffe dieser (hoffentlich aufkommenden) Diskussion definiert. Diese Definitionen sollen eigentlich nicht diskutiert werden, können sie zwar, wie alles was ich hier annehme, aber bitte nur wirklich sachdienlich... die beiden Begriffe sind Liebe und Freundschaft... wer über die Begriffe allgemein diskutieren will, hier sind die Threads dazu:
Liebe:
… für diese Diskussion sei Liebe in einem allgemeinen, gesellschaftlich anerkannten Sinne definiert. Ausgeschlossen seien familiäre, spirituelle, platonische und gegenständliche Liebe sowie der Begriff Liebe als Superlativ für „gut“ oder allgemein „gerne mögen“; d.h. es geht um romantische Liebe. Noch genauer: es geht um die Liebe in einer schon vorhandenen oder sich anbahnenden Partnerschaft, d.h. auch einseitige Liebe sei ausgeschlossen.
Freundschaft:
… sei hier ebenfalls in einem gesellschaftlich allgemeinverständlichen Sinne verwendet; es sei dabei aber auf eine enge Form der Freundschaft beschränkt, d.h. ein besonderes, über eine einfache Bekanntschaft hinausgehendes Vertrauensverhältnis zwischen zwei oder mehr Person... vielleicht am besten umschrieben mit „enge Freunde“ oder „beste Freunde“.
… wann immer also hier die Begriffe Liebe (in allen Formen) oder Freundschaft (ebenfalls in allen Formen) verwendet werden, ohne anders gekenntzeichnet zu sein, sollten sie in dem Sinn wie oben definiert verwendet werden.
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Nachdem das geklärt ist... um Folgendes geht es:
Es geht – und im Gegensatz zu dem, was der Spruch am Anfang vielleicht vermuten lässt, geschlechtsunspezifisch – um das Verhältnis Freundschaft zu Liebe und Partnerschaft. Darum ob „Bros Before Hoes“ seine Richtigkeit hat, oder ob „Liebe über Alles“ das bessere Modell ist. [Es sei gleich erwähnt, ich werde später für Ersteres plädieren
]
Wir kennen das alle - die Meisten von uns sogar aus mehreren Perspektiven – jemand (ggf. man selbst) verliebt sich, beginnt eine Partnerschaft bzw. eine Vorstufe davon und nun ist diese (angehende) Liebe von höchster Priorität. Kein Wunder, in der ersten Phase, in der Phase des Verliebt-Seins, haben wir schon rein biologisch kaum eine andere Wahl. Nun entwickelt sich, im Laufe der Prozesse so einer Liebe und Partnerschaft, auch ein Vertrauensverhältnis und ein Bedürfnis Zeit auch außerhalb rein „liebesspezifischer“ Aktivitäten miteinander zu verbringen; kurz: die Liebe berührt immer mehr die Kernkompetenzen von Freundschaft. Und das hat, mal schnell mal langsam – je nachdem wie schnell sich die Beziehung entwickelt -, weitreichende Folgen, denn mit dem Partner gewinnen wir auch etwas wie einen Freund hinzu.
Wer das Glück hat mehrere Freunde zu „besitzen“, der weiß, das verschiedene Freunde auch immer in einem gewissen Konkurenzverhältnis zueinander stehen. Dieses Konkurenzverhältnis vermittelt man, indem man die Waage von Aufmerksamkeit zwischen seinen Freunden hält, man versucht sich allen in angemessenem Maße (was ein komplizierter Prozess ist, denn „angemessen" ist für jedes Individuum etwas anderes) zu wittmen und keinen zu vernachlässigen. Wenn man Glück hat, sind mehrere Freunde zu einem Freundeskreis zusammengeschlossen, so dass jeder mit jedem befreundet ist und damit die Konkurenz entspannt (aber nicht aufgehoben) ist.
Und nun kommt das Dilemma:
… unsere Gesellschaft sagt uns, dass eine Partner, unser/e Geliebte/r, eine besondere Priorität allem und allen anderen gegenüber genießen sollte. Würde man mit einem Partner nun nur stumpf f***en, gäbe es da kein Problem, aber wenn der Partner (wie erwähnt) die Bereiche berührt, die auch die Freundschaft betreffen, wird er ein Konkurent für andere Freunde, aber eben einer, der nach gesamtgesellschaftlichen Verständnis immer Vorrang haben sollte und diesen auch (weil in dieser Gesellschaft erzogen),in gewisser Weise, erwartet.
Selbstredend haben Freunde ein Verständnis dafür, zumindest bis zu einem gewissen Punkt, auch sie sind ja in der selben Gesellschaft aufgewachsen... aber irgendwann ist dieser Punkt überschritten und am Ende läuft es allzu oft auf das Unvermeidliche hinaus (wer sich in längerer Partnerschaft befindet oder befreundet ist/war mit jemandem der sich darin befindet, weiß wovon ich rede...)... Freundschaften lösen sich ganz langsam, weil das Ungleichgewicht Liebe-Freundschaft zu groß wird, oder die Beziehung bekommt ein Problem, weil sich der Partner zu oft zu Gunsten der Freundschaften entscheidet. Wie es am Ende auch sein mag, mMn gibt es da einen klaren Konflikt, der sich nur schwer ohne Verluste bewältigen lässt (oder garnicht?)....
…. und hier abrupter Schnitt und Auftakt zur Diskussion....
ein paar kleine Diskussionsanregungen:
- Wie sehen eure Erfahrungen zum Thema aus?
- Was haltet ihr allgemein für richtig, wenn es zu Entscheidungen kommt, die im Konflikt zwischen Liebe und Freundschaft stehen? Was sollte vernünftiger Weise gewinnen und warum?
- Ist vielleicht alles Quatsch was ich geschrieben habe und Freundschaft und Liebe stehen in keinem Konflikt zueinander? - Ist vielleicht sogar eine Symbiose möglich?
- Sollte ich recht haben, wo seht ihr die Ursachen? Sind sie rein soziologischer Natur, psychologischer, biologischer, o.a.?
… soweit erstmal.... und jetzt kommt ihr
In How I Met Your Mother wird der Spruch meist im Sinne von „ein 'Bro' muss einen 'Bro' beim Aufreißen unbedingt unterstützen“ benutzt. Dieser Sinn ist es nicht, um den es hier gehen soll. Es soll eher um einen anderen Sinn gehen, in dem die Phrase auch benutzt wird, nämlich „Freundschaft kommt vor Partnerschaft“.
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Nun, bevor wir anfang seien die beiden Zentralen begriffe dieser (hoffentlich aufkommenden) Diskussion definiert. Diese Definitionen sollen eigentlich nicht diskutiert werden, können sie zwar, wie alles was ich hier annehme, aber bitte nur wirklich sachdienlich... die beiden Begriffe sind Liebe und Freundschaft... wer über die Begriffe allgemein diskutieren will, hier sind die Threads dazu:
http://board.world-of-hentai.to/f77/wie-definiert-ihr-liebe-86793/
http://board.world-of-hentai.to/f77/glaubt-ihr-noch-an-die-wahre-liebe-18523/
http://board.world-of-hentai.to/f77/liebe-79541/
http://board.world-of-hentai.to/f77/was-ist-liebe-genau-69585/
http://board.world-of-hentai.to/f46/wahre-freunde-25225/
http://board.world-of-hentai.to/f77/glaubt-ihr-noch-an-die-wahre-liebe-18523/
http://board.world-of-hentai.to/f77/liebe-79541/
http://board.world-of-hentai.to/f77/was-ist-liebe-genau-69585/
http://board.world-of-hentai.to/f46/wahre-freunde-25225/
Liebe:
… für diese Diskussion sei Liebe in einem allgemeinen, gesellschaftlich anerkannten Sinne definiert. Ausgeschlossen seien familiäre, spirituelle, platonische und gegenständliche Liebe sowie der Begriff Liebe als Superlativ für „gut“ oder allgemein „gerne mögen“; d.h. es geht um romantische Liebe. Noch genauer: es geht um die Liebe in einer schon vorhandenen oder sich anbahnenden Partnerschaft, d.h. auch einseitige Liebe sei ausgeschlossen.
Freundschaft:
… sei hier ebenfalls in einem gesellschaftlich allgemeinverständlichen Sinne verwendet; es sei dabei aber auf eine enge Form der Freundschaft beschränkt, d.h. ein besonderes, über eine einfache Bekanntschaft hinausgehendes Vertrauensverhältnis zwischen zwei oder mehr Person... vielleicht am besten umschrieben mit „enge Freunde“ oder „beste Freunde“.
… wann immer also hier die Begriffe Liebe (in allen Formen) oder Freundschaft (ebenfalls in allen Formen) verwendet werden, ohne anders gekenntzeichnet zu sein, sollten sie in dem Sinn wie oben definiert verwendet werden.
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Nachdem das geklärt ist... um Folgendes geht es:
Es geht – und im Gegensatz zu dem, was der Spruch am Anfang vielleicht vermuten lässt, geschlechtsunspezifisch – um das Verhältnis Freundschaft zu Liebe und Partnerschaft. Darum ob „Bros Before Hoes“ seine Richtigkeit hat, oder ob „Liebe über Alles“ das bessere Modell ist. [Es sei gleich erwähnt, ich werde später für Ersteres plädieren
]Wir kennen das alle - die Meisten von uns sogar aus mehreren Perspektiven – jemand (ggf. man selbst) verliebt sich, beginnt eine Partnerschaft bzw. eine Vorstufe davon und nun ist diese (angehende) Liebe von höchster Priorität. Kein Wunder, in der ersten Phase, in der Phase des Verliebt-Seins, haben wir schon rein biologisch kaum eine andere Wahl. Nun entwickelt sich, im Laufe der Prozesse so einer Liebe und Partnerschaft, auch ein Vertrauensverhältnis und ein Bedürfnis Zeit auch außerhalb rein „liebesspezifischer“ Aktivitäten miteinander zu verbringen; kurz: die Liebe berührt immer mehr die Kernkompetenzen von Freundschaft. Und das hat, mal schnell mal langsam – je nachdem wie schnell sich die Beziehung entwickelt -, weitreichende Folgen, denn mit dem Partner gewinnen wir auch etwas wie einen Freund hinzu.
Wer das Glück hat mehrere Freunde zu „besitzen“, der weiß, das verschiedene Freunde auch immer in einem gewissen Konkurenzverhältnis zueinander stehen. Dieses Konkurenzverhältnis vermittelt man, indem man die Waage von Aufmerksamkeit zwischen seinen Freunden hält, man versucht sich allen in angemessenem Maße (was ein komplizierter Prozess ist, denn „angemessen" ist für jedes Individuum etwas anderes) zu wittmen und keinen zu vernachlässigen. Wenn man Glück hat, sind mehrere Freunde zu einem Freundeskreis zusammengeschlossen, so dass jeder mit jedem befreundet ist und damit die Konkurenz entspannt (aber nicht aufgehoben) ist.
Und nun kommt das Dilemma:
… unsere Gesellschaft sagt uns, dass eine Partner, unser/e Geliebte/r, eine besondere Priorität allem und allen anderen gegenüber genießen sollte. Würde man mit einem Partner nun nur stumpf f***en, gäbe es da kein Problem, aber wenn der Partner (wie erwähnt) die Bereiche berührt, die auch die Freundschaft betreffen, wird er ein Konkurent für andere Freunde, aber eben einer, der nach gesamtgesellschaftlichen Verständnis immer Vorrang haben sollte und diesen auch (weil in dieser Gesellschaft erzogen),in gewisser Weise, erwartet.
Selbstredend haben Freunde ein Verständnis dafür, zumindest bis zu einem gewissen Punkt, auch sie sind ja in der selben Gesellschaft aufgewachsen... aber irgendwann ist dieser Punkt überschritten und am Ende läuft es allzu oft auf das Unvermeidliche hinaus (wer sich in längerer Partnerschaft befindet oder befreundet ist/war mit jemandem der sich darin befindet, weiß wovon ich rede...)... Freundschaften lösen sich ganz langsam, weil das Ungleichgewicht Liebe-Freundschaft zu groß wird, oder die Beziehung bekommt ein Problem, weil sich der Partner zu oft zu Gunsten der Freundschaften entscheidet. Wie es am Ende auch sein mag, mMn gibt es da einen klaren Konflikt, der sich nur schwer ohne Verluste bewältigen lässt (oder garnicht?)....
…. und hier abrupter Schnitt und Auftakt zur Diskussion....
ein paar kleine Diskussionsanregungen:
- Wie sehen eure Erfahrungen zum Thema aus?
- ... habt ihr für Partnerschaft Freundschaften vernachlässigt?
- ... oder andersrum eure Partnerschaft für Freundschaft?
- ... oder habt ihr Freunde die euch für einen Partner vernachlässigt haben?
- Was haltet ihr allgemein für richtig, wenn es zu Entscheidungen kommt, die im Konflikt zwischen Liebe und Freundschaft stehen? Was sollte vernünftiger Weise gewinnen und warum?
- Ist vielleicht alles Quatsch was ich geschrieben habe und Freundschaft und Liebe stehen in keinem Konflikt zueinander? - Ist vielleicht sogar eine Symbiose möglich?
- Sollte ich recht haben, wo seht ihr die Ursachen? Sind sie rein soziologischer Natur, psychologischer, biologischer, o.a.?
… soweit erstmal.... und jetzt kommt ihr




