... also ich persönlich kann keine Ausrede fürs Fremdgehen wirklich gelten lassen. Mit dem Beginn einer Beziehung gehen beide Partner einen unausgesprochenen Vertrag ein, der (sofern zwischen den Beiden nicht anders definiert) die üblichen gesellschaftlichen Spielregeln für eine Beziehung umfasst (bei einer Heirat ist es dann sogar ein ausgesprochener Vertrag ^^). Zu diesen Spielregeln gehört in unserer Gesellschaft eindeutig auch beidseitige Monogamie... man kann sich fragen, ob das wirklich sinnvoll ist, aber es ist nunmal so.
Ich kann mich nur immer wieder wundern über die "Krone der Schöpfung"... wie schwer ist es bitte so ein paar Regeln einzuhalten, auf die man sich auch noch freiwillig eingelassen hat?... oder wenn man nicht mehr bereit ist diese Regeln einzuhalten, erst den Vertrag zu kündigen (ggf. vielleicht neu zu verhandeln)? - Ja, jeder hat seine Triebe und seine Bedürfnisse und bla bla... man hat ja aber auch nen Mund zum reden, oder notfalls die Hände für Zeichensprache ^^... wenn etwas in der Beziehung nicht rund läuft, kann man den/die ruhig gebrauchen... und wenn das nichts bringt, kann man (wie erwähnt) jederzeit die Beziehung einseitig beenden... dass das ebenfalls seine Nachteile hat und den Partner vielleicht nicht so viel weniger trifft als das Fremdgehen ist dabei klar.... dennoch... im Vergleich mit Betrug find ichs moralisch weit unbedenklicher.
Okay, das ist nun etwas weit ab von der Ursprungsfrage....
... die Schuldfrage... naja, wenn ich zurück auf das Bild des Vertrages komme, dann ist man diesen Vertrag unter den Bedingungen eingegangen, die zum Zeitpunkt der "Unterzeichnung" grade galten. Verändern sich die Bedingungen in einem gewissen (höheren) Maße (wobei man dabei berücksichtigen muss, dass bei Vertragsabschluss ein gewisses Maß an Veränderungen sicher impliziert war), dann wirds natürlich irgendwo problematisch... und sind die Veränderungen sehr einseitig, ist die Schuldfrage sicher nicht ganz eindeutig, wenn die andere Seite den Vertrag bricht.... aber wie schon gesagt, ich denke ein zivilisierter Mensch, sollte in der Lage sein den Vertrag nachzuverhandeln, oder ihn ordentlich zu kündigen, statt ihn zu brechen... oder, um vom Bild wieder in die richtige Welt zu kommen ^^: ich halte es für sehr viel richtiger eine Beziehung ehrlich zu beenden, als den Partner zu betrügen.... und ich denke der Betrug wiegt schwerer, als irgendwelche einseitigen Veränderungen der Bedingungen...
... dazu sei angemerkt, weil es ja hier auch schon erwähnt wurde.... bei einem dauerhaften Sex"entzug" sehe ich das Ganze auch etwas anders, denn ich denke Sex in einer gewissen Regelmäßigkeit, gehört durchaus mit zum Vertrag.... ob man Vertragsbruch mit einem Gegen-Vertragsbruch vergelten sollte bezweifle ich zwar, aber dennoch neigt sie die Waage da wohl nicht sooo sehr ^^.
btw. um auf das konkrete Problem im ersten Post des Threads zurück zu kommen: ich denke die Herren der Schöpfung werden durchschnittlich auch nicht viel attraktiver im Laufe einer Beziehung ^^ .... dazu passend erinnere ich mich von Studien gehört zu haben, die belegen, dass Männer und Frauen sich in Sachen Fremdgehen nicht viel nehmen....