Na sowas, endlich mal Menschen, die das Ganze nicht so verknöchert sehen, so nach dem Motto "Was, ein Mann der Gefühle hat? Was für eine Pussy!". Leider bildet ihr damit die absoluten Ausnahmen. Denn ein Mann, der sich Femininität erlaubt, wird immer noch nicht für voll genommen, im Gegenteil, man verachtet ihn, stößt ihn aus oder hält ihn für krank. Zur Untermauerung meiner These möchte ich mal aus dem Bereich Psychologie aus der ICD für Persönlichkeitsstörungen zitieren.
Narzisstische Persönlichkeitsstörung
Die narzisstische Persönlichkeitsstörung zeichnet sich aus durch mangelndes Selbstbewusstsein und Ablehnung der eigenen Person nach innen, wechselnd mit übertriebenem und sehr ausgeprägtem Selbstbewusstsein nach außen. (...) Zudem zeigen Betroffene eine auffällige Empfindlichkeit gegenüber Kritik, die sie nicht selten global verstehen, was in ihnen Gefühle der Wut, Scham oder Demütigung hervorruft.
Einige Tiefenpsychologen meinen, dass bei Betroffenen die ideale Vorstellung von sich selbst mit dem realen Selbst in gewisser Weise verschmolzen ist. Weiter ist das Selbst gespalten in Ideal-Selbst und entwertetes Selbst. Diese Selbstrepräsentanzen werden auf äußere Objekte projiziert.
(...)Im anderen großen multiaxialen Klassifikationssystem, dem DSM-IV der American Psychiatric Association, wird die narzisstische Persönlichkeitsstörung auf Achse-II verortet, genauer im Cluster B, der die „launisch, dramatisch, emotionalen“ Persönlichkeitsstörungen beinhaltet, so zum Beispiel unter anderem die Borderline-Persönlichkeitsstörung.
Mit anderen Worten: Wenn man als Mann nicht alles an sich abperlen lässt, sondern sensible Seiten zulässt, ja sogar Kritik auch mal persönlich nimmt, gilt man(n) als Persönlichkeits-gestört. Die Spaltung, von der hier die Rede ist, entsteht dabei durch die Meinung anderer, die eben von dem eigenen, femininen Selbstbild abweicht oder es kritisiert und nicht duldet. Man projiziert sein Erscheinen auf andere, gleicht es ab und kommt zu dem Schluss, dass man anders ist. Bildet man damit die Ausnahme, liegt der Schluss nahe, dass man selber krank ist. Denn wieso sollte man denn auch eine Ausnahme sein dürfen? Oder gar anders sein?
Meine Vermutung ist, dass dies auch für Frauen zutrifft, die sich maskuliner geben, als der Durchschnitt der Gesellschaft. Da ich jedoch keine Erfahrung mit solchen Frauen habe, kann ich in diesem Aspekt nur mutmaßen.
Quelle:
Wikipedia