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[Diskussion] The Visit (SPOILER INSIDE)

TheDarkness2

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M. Night Shyamalan. Kein Regisseur ist so umstritten. Mit The Sixth Sense und Unbreakable legte er Meilensteine des Kinos vor, was Kreativität, Komplexität und Intelligenz angeht. Mit The Last Airbender brachte er eine ganze Fanbase gegen sich auf und mit After Earth wurde er in Hollywood zu einer Person no Grata. Der Abstieg begann mit Signs und The Village, wo Hollywood ihm alle Kreativität nahm und Shyamalan dazu zwang nach ihren Regeln zu spielen. Das er trotzdem noch gute Filme, trotz einiger Banalitäten, hinbekam bewies Devil. Jetzt ist er zurück im Independet Bereich. Losgelöst von der Machinerie Hollywood, frei in seinen Entscheidungen und frei wieder kreativ zu sein. Das Ergebnis ist The Visit.

2 Geschwister verbringen die Zeit bei ihren Großeltern die sie noch nie gesehen haben, um ihrer Mutter und deren neuem Freund Zeit zu geben sich besser kennen zu lernen weil sie diese Verbindung gut heißen. Doch schon bald wird klar das Schein und Sein vorliegen, Geheimnisse im Dunkel liegen und der Trip in die Vergangenheit ihrer Mutter zu einem Alptraum wird....

Das Kennenlernen zwischen den Enkeln und den Großeltern bildet einen großen Teil des Films. Die Unterschiede, die Differenzen, die gesellschaftlichen Vorstellungen und die Fürsorge der Großeltern gegenüber den Kindern. Aber es geht auch die Geschwister, ihre Bindung zueinander, die üblichen Konflikte. Und es geht um Regeln, Vorschriften und Grenzen. Ums älter werden, um Pubertät und Essen. Es sind Reibungspunkte die in jedem Shyamalan Film vorkommen und die auch hier wieder zum Tragen kommen. Er analysiert, er beobachtet und er arbeitet aus. Diesmal im Found Footage Stil, der allerdings zu perfekt ist um realistisch zu wirken. 2 Generationen unter einem Dach ist das zentrale Thema, daran sollte man sich gewöhnen wenn man den Film ansieht.

Shyamalan versteht es diesmal, im Gegensatz zu The Village wo er Spannung aufbaute nur um die dann in endlosen Rückblenden zu erklären, die Spannung langsam aufzubauen, zu steigern und den Zuseher in die Irre zu führen. Und er streut Hinweise, die einem zum Ziel führen können. Ich nenn da nur das Versteck Spiel der Geschwister oder die Messer Szene. Die Großmutter spielt ihre Rolle mit einer gruselig erschreckenden Performance die einen bis ins Mark erschüttern kann. Und der Großvater wirkt eher wie der ruhige Fels in der Brandung, täuschen lassen sollte man sich jedoch nicht. Auch wenn die Erklärungen der Beiden sich wirklich schlüssig anhören. Gehört das alles zum Altern, ist wirklich Alles auf einen Punkt zu reduzieren (Krankheit), sind es nur schrullige Eigenheiten oder steckt noch mehr dahinter? Diese Frage stellt man sich wenn man die Entwicklung der beiden Großeltern in der Filmzeit mitbekommt.

Insgesamt sind die Charaktere großartig ausgearbeitet, klar sind sie nicht frei von irgendwelchen Klischees. Aber sie haben alle ihre Tiefe, die in ruhigen Momenten umgesetzt werden. Sie entwickeln und entfalten sich, was man heutzutage leider viel zu wenig sieht. Genauso geht es bei den Besuchen, sie vertiefen die Charaktere der Anderen und eins spielt dem anderen in die Hände. So ergibt sich ein schönes Ganzes.

Bis hierhin liefert Shyamalan einen sehr guten, durchdachten und intelligenten PG13 Horror ab. Wäre der Film ab einem gewissen Grad vorbei gewesen, hätte ich ihm bescheinigt ein wirklich sehr guter Horror Film zu sein. Obwohl Horror der falsche Begriff ist, sondern eher Thriller. Ja ich würde eher sagen bis zu einer gewissen Länge ist der Film ein sehr guter PG13 Thriller. Vielleicht sogar einer der besten die es in der letzten Zeit gegeben hat. Leider kann Shyamalan nicht aus seinen Gewohnheiten raus. Den Ruf den er sich gemacht hat mit Twists, egal wie rational oder irrational, den Film entweder zu verbessern oder zu zerstören. Und The Visit bildet da keine Ausnahme.

Ich kann nur soviel sagen: Der Twist kommt mit einem Donnerschlag und was man anhand von der Aussage das die Enkel ihre Großeltern nie gesehen haben ahnen konnte bestätigt sich recht schnell. Bei diesem offensichtlichen Twist, von dem ich hoffte er würde nicht passieren, vergeht einem die Spannung. Der Film ruiniert sich ab diesem Punkt selber, egal wie gut Shyamalan ihn versucht weiter aufzubauen. Denn von diesem Moment an sind alle Masken gefallen. Es gibt kein Weg nach vorne und kein Weg zurück. Die Hinweise auf diesen Moment waren da, sie waren gut gestreut und für jemanden der Mal in der Pflege gearbeitet hat offensichtlich. Aber auch diejenigen die nix mit dem Thema zu tun haben können die Hinweise deuten.

Das Problem ist nur das es Offensichtlicher war als es dem Film gut getan hätte, das es antiklimatisch war. Wenn man einen Twist aufbaut, dann verhindert man auf logischem Wege das Offensichtliche. Und legt nicht das Offensichtliche offen, denn dann ist es kein Twist im eigentlichen Sinne. Dann ist es lediglich eine Fortführung des Kontinuierlichen, auch wenn es Andeutungen eines Twistes hat wenn etwas Geschieht was man nicht erwartet hat. Aber in dem Fall eben schon. Ach hols der Teufel. Ich einige mich drauf es war kein Twist, obwohl er so begonnen hat.

Und trotzdem hat er den Film ruiniert. Er hat ihm alle Luft geraubt und die Existenz entzogen. Bis zu einem gewissen Grad kann ich den Film entfehlen, mehr aber auch nicht. Was sich danach abspielt ist eine Zerstörung eines sehr guten Films.
 
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