Eine Dokumentation über das brutalste Konzentrationslager der deutschen Geschichte wo über 1,1 Millionen Juden vergast wurden von dem Mann der selbst behauptet seine Filme seien mit Nazi Gold finanziert und der in Postal einen 3. Reich Vergnügunspark zur Schau stellte. Ist das Ernst zu nehmen? Ja ist es. Und Uwe Boll trifft ins Herz und liefert seinen beste Regiearbeit ab. So etwas hab ich dem Mann gar nicht zugetraut.
Bereits die Eröffnungsrede von Boll macht klar wie ernst es diesem ist die Geschichte aufzuarbeiten und ein Mahnmal zu setzen das so etwas nicht mehr passiert. Er stellt auch direkt klar das es immer noch passiert, diese brutalen Massenmorde in Krisengebieten. Und das die Welt wegsieht, das die eigene Toleranz nur bis vor die Haustür reicht. Getreu nach dem Motto was interessiert mich was meilenweit weg ist. Und er hat Recht. Und genau das ist das Erschreckende. Wir haben nichts gelernt und Boll will uns wachrütteln. Der traurige Witz ist, es gelingt ihm auf eine beunruhigende und eindringliche Weise die einem Gänsehaut bereitet.
Nach der Einleitung von Boll persönlich und vielen wahren und schmerzenden Worten befinden wir uns in einer deutschen Schule wo Boll einige Schüler interviewt. Und hier wird klar das Boll den Film zum richtigen Zeitpunkt rausgehauen hat. So ein Nichtswissen, so eine Naivität und sogar stellenweise Unwissenheit tut weh. Auch wenn Eckpunkte bekannt waren und einige Informationen im Geschichsunterricht anscheinend hängen geblieben sind, so wissen nur die wenigsten der Schüler um das gesamte Ausmaß von dem was wirklich vor sich ging. Das war fast so schlimm wie damals als unser Geschichtslehrer den zweiten Weltkrieg ausließ weil er in seinen Augen nie passiert ist, danke an meinen Opa (Gott habe ihn seelig) der geschichtlich sehr bewandert war und mir die Zeit des 3. Reichs bis ins kleinste Detail wiedergegeben hat.
Der nächste Teil beschäftigt sich mit dem Transport von Juden ins Lager und dem Ablauf der Eingliederung ins Lager. Boll hat hier eng mit Überlebnden dieses Wahnsinns zusammengearbeitet und diese teilweise sogar mitarbeiten lassen um alles möglichst authentisch zu gestalten. Und damit sind wir im filmischen Teil der Dokumentation angelangt. Der Zug rollt an, die Juden werden ausgeladen und marschieren nach Auschwitz, wo sie registriert werden und in Gruppen geteilt werden. Zur selben Zeit werden einige Juden in der Gaskammer liquidiert um Platz zu schaffen für die Neuankömmlinge. Boll geht dabei sehr weit, in meinen Augen zu weit. Er zeigt wie alte Männer, Frauen und sogar Kinder elendich an Zyklon B verenden. Boll kann drastisch sein, doch bisher wirkte es immer überzogen und überspitzt. Doch Boll geht hier ernst, humorlos und schonungslos zur Sache. Boll hat sich genaustens informiert wie Zyklon B wirkt und wie lange der Sterbeprozess dauern kann und wie dieser abläuft. Und diesen Umstand setzt er 1:1 um. Wie weit man in einer solchen Doku gehen darf ist die Frage, aber das war bereits starker Tobak der Tränen in die Augen treibt und Fassungslosigkeit hervorruft.
Hier eine eingworfene Frage: Wie erreicht man die Generation von Heute? Ich bin ja schon ein älteres Semster. Aber die Jugend von Heute ist abgestumpft gegenüber Gewaltdarstellung. Was damals indiziert war, läuft heute teilweise noch viel krasser im Kinderprogramm. Außerdem wird die Jugend verdummt, denn das Fernsehprogramm von Mittags ist eine Schande und richtet sich an Menschen die keinen großen IQ haben können. Zumindest in den meisten Fällen. Seichte Unterhaltung, zurechtgebogene Realität. Konstruierte Dramen und gefälschte Fakten. Jedes Volk bekommt was es verdient sang die EAV und Recht haben Sie. Vielleicht hat Boll deswegen den Vorschlaghammer rausgeholt, um mit drastischen Mitteln den Zuschauer emotional zu erreichen. Aber für mich ging das Ganze doch zu weit über die Grenze des Ertragbaren. Aber ich bin, wie gesagt, ein älteres Semester und die heutige Generation wirds wahrscheinlich als netten Schockmoment ansehen der sie ein wenig zum Nachdenken anregt.
In der Zeit zeigt Boll ebenfalls wie die sogenannte überlegene Herrenrasse auf die Juden herabblickt, diese Kaltheit und diese Gleichgültigkeit ist erschreckend. Boll zeigt hier deutlich das er doch gute Filme drehen kann. Die Szene wo den Frauen die Kinder entrissen werden sorgen für ein unangenehmes Bauchgefühl und mit welcher kaltblütigkeit die Soldaten die Befehle ausführen verstärkt das Gefühl sogar noch. Es scheint ihnen egal zu sein, sie sind die Herrenrasse und die Juden sind nur Dreck an ihren Schuhen. Dieses Gefühl vermittelt Boll hier sehr eindringlich. Und das die Situation so gewesen ist, lässt sich nicht abstreiten. Jeder der sich eingehend mit diesem Teil der Geschichte befasst hat weiß es. Nur es jetzt so vor die Augen gehalten zu bekommen ist schockierend. Doch BOll geht noch weiter. Eine Frau flieht aus der Reihe um ihr Kind zu schützen, Boll zeigt daraufhin wie ein Soldat eiskalt und ohne Gefühlsregung die Frau exekutiert und dann das weinende Baby. Der Soldat lächelt kurz ehe er auch das Baby exekutiert. Vorschlaghammer die Zweite. Ich weiß nicht ob Boll wahnsinnig geworden ist, aber man hätte es wenigstens andeuten können aber nicht dem Zuschauer direkt vor die Optik setzen müssen. Egal ob er schockieren wollte oder nicht, egal das es wirklich so gewesen ist. Boll hat hier endgültig eine Stufe erreicht die eigentlich kein Mensch erreichen sollte. Diese bloße Zuschaustellung dieses Aktes ist mit einem Wort menschenverachtend und widerstrebt jeglicher Ethik die ein Mensch haben sollte. Realismus in allen Ehren, aber das war zuviel. Boll treibt das Spiel dann noch weiter indem er die Exekution der anderne Kinder die von den Eltern getrennt wurden ebenfalls offen zur Schau stellt. Ab diesem Punkt wollte ich den Film verlassen, da ich es solche Szenen nicht mit mir und meinem Gewissen vereinbaren kann. Nur mein Kumpel hielt mich im Kino und der war ebenso geschockt wie ich. Er sagte nur, so waren wir damals und wir dürfen es nicht vergessen. Hat er Recht? Heiligt der Zweck die Mittel? Ich weiß es nicht.
Danach kommt die erniedrigende Prozedur des Entkleidens der Juden und der erste Besuch in der Dusche. Mitgefangene räumen die persönlichen Sachen weg. Und während des Ganzen essen die Soldaten gemütlich, plaudern und tun so als wäre nichts gewesen. Grausam. Dann werden die Besitztümer unter den Soldaten aufgeteilt. Die Beute gehört den Siegern. Die Soldaten werden als Menschen gezeigt, denen das Leben im Lager gleichgültig ist und die das Schicksal der Gefangenen nicht interessiert. Aber sie werden als normale Menschen gezeigt, mit Problemen und Sorgen wie sie jeder hat. Die schlimmste Bestie ist der Mensch. Wie wahr. Eine weitere Grausamkeit ist das sich die Soldaten beim gemütlichen Umtrunk darüber unterhalten wie die Öfen funktionieren, wieviele Juden noch kommen und wer die Babys exekutieren soll. Dann wird auch noch darüber diskutiert ob man das Judenpack aufm Hof verbrennen soll oder einfach exekutieren und verscharren sollte. So als wäre es ein normales Tischgespräch. Einfach widerlich. Da wirken die Gespräche über das Privatleben Soldaten wirkt da wie ein Fremdkörper. Ein weiteres angeschnittenes Thema ist der Russlandfeldzug und wie man sich gekonnt aus der Affäre ziehen kann wenn die Russen vor der Tür stehen. Diese Gespräche gab es wirklich und wurden aus verschiedenen Quellen zusammengetragen. Ich möchte nicht wissen wieviel Recherche Boll für diesen Film betrieben hat um das ganze Material zusammenzutragen.
Danach wird gezeigt wie das Zyklon B in die Gaskammer gelassen wurde und es folgt eine weitere schonungslose Vergasungsszene. Und die Neuankömmlinge sind damit ebenfalls Teil einer grausamen Geschichte. Nur stellt Boll diesmal die Szene noch grausamer dar als beim ersten Mal. An einem Stück, die Schreie der Kinder, das Klopfen gegen die Wände, die Hilfeschreie, die Panik und das Leiden. Ich musste wegsehen weil ich es nicht mehr ertragen hab und einer der vor mir gesessen hat musste sich übergeben. Ziel erreicht Herr Boll, wenn auch mit sehr drastischen und ethisch nicht vereinbaren Mitteln. Die wenigen Zwischenschnitte auf Soldaten die gemütlich eine Zigarette rauchen während den Schreien, oder einfach nur darstehen und es zu genießen scheinen runden die Brutaliätt dieser Szene ab. Die Krönung der Verachtung erreicht die Szene als die Mitgefangenen die Leichen rausschaffen müssen und damit über ihr mögliches eigenes Schicksal in Kenntnis gesetzt werden.
Allerdings ist es für die Toten noch nicht vorbei und es scheint als würden die Greul niemals enden. Die Toten bekommen die Haare abgeschnitten. Sie bekommen die Zähne gezogen und werden dann verbrannt. Von ihren Mitgefangenen. Ein beispielloses Schauspiel menschlicher Grausamkeit das Boll so brutal in Szene setzt und damit erneut alle Tabus bricht. Der aufsteigende schwarze Rauch aus dem Schornstein beendet diesen filmischen Teil der Dokumentation.
Danach gibt es Archiv Aufnahmen der Russen die das Lager damals befreit haben und die einem vor Augen führen das dass, was wir gerade gesehen haben nur die Spitze des Eisbergs war und wir zum Glück nicht alle Schrecken von Boll vor die Augen geführt bekommen haben. Und darüber bin ich auch froh, ich glaube Boll hätte noch einiges mehr reingepackt wenn es nach ihm gegangen wäre. Ich bin froh darüber das er es nicht getan hat.
Nun gibt es Schnitte zurück an die Schule, wo die Befragung von Boll an die Schüler weitergeht. Die Szenen wechseln mit weiteren Archiv Aufnahmen der russischen Armee. Sogar Privataufnahmen von Hitler finden sich in den eingestreuten Archivafunahmen wieder. Wie dieser sich mit Kindern beschäftigtn oder Aufnahmen von Hitlers Reden ans deutsche Volk. Boll stellt interessante Fragen und manche Antworten der Schüler sind sehr innovativ und einige beweisen sogar ein gutes geschichtliches Wissen was ich nach dem ersten Teil der Befragung gar nicht mehr geglaubt habe. Der heftigste Archivbeitrag stammt aus der Zeit wo die russische Armee die Einwohner der Umgebung dazu zwingt ins Konzentrationslager zu gehen und sich die Greul dort anzusehen. Und die schockierten, betroffenen Gesichter sprechen Bände. Mit weiteren Archivbeiträgen und Kommentaren der Schüler endet dieser Teil.
Uwe Boll lässt sich ein kurzes Schlusswort nicht nehmen bevor der Film endet und seine Worte haben Gewicht: Wir dürfen nicht vergessen, damit die selben Fehler nicht nochmal passieren. Wir müssen aus der Geschichte lernen und wir dürfen sie weder vergessen noch ignorieren.
Diese Dokumentation ist ein heftiger Schlag in die Fresse, ein Tritt in den Magen und aufwühlend ohne Ende. Boll geht weit über jedes Tabu hinaus und bricht so ziemlich jede Ethik Richtlinie in diesem Film mit seinen drastischen Bildern. Das kann man gut finden oder auch verdammen. Für mich ging Boll zu weit. Andeutungen von manchen Situationen hätten völlig gereicht, statt sie bis zum bittren Exitus auszuloten. Doch ich muss Boll auch Respekt zollen, denn egal was man denken mag: Dieser Mann hat es geschafft einen Geschichskurs zu bieten der einem im Gedächtnis haften bleiben wird. Wer diese Doku gesehen hat wird sie nicht so schnell wieder vergessen.
Außerdem will ich nicht wissen wieviel Recherche Boll betrieben hat und wieviel Herzblut er in dieses Projekt gesteckt hat. Das er die Überlebenden mitarbeiten gelassen hat, das er sich in Schulen setzt und Befragungen durchführt und die Archivaufnahmen die er ausgegraben hat. All das ergibt ein gewaltiges Ganzes das zeigt das der Film notwendig war und das der Zweck eben doch manchmal die Mittel rechtfertigt.
Danke Uwe Boll, für diesen Film und für deinen Beitrag zum Thema deutsche Geschichte. Wir dürfen nicht vergessen und nicht ignorieren was passiert ist. Dein Film ist ein wichtiger Beitrag zu diesem Thema und ich hoffe er findet die Anerkennung die er verdient.
Bereits die Eröffnungsrede von Boll macht klar wie ernst es diesem ist die Geschichte aufzuarbeiten und ein Mahnmal zu setzen das so etwas nicht mehr passiert. Er stellt auch direkt klar das es immer noch passiert, diese brutalen Massenmorde in Krisengebieten. Und das die Welt wegsieht, das die eigene Toleranz nur bis vor die Haustür reicht. Getreu nach dem Motto was interessiert mich was meilenweit weg ist. Und er hat Recht. Und genau das ist das Erschreckende. Wir haben nichts gelernt und Boll will uns wachrütteln. Der traurige Witz ist, es gelingt ihm auf eine beunruhigende und eindringliche Weise die einem Gänsehaut bereitet.
Nach der Einleitung von Boll persönlich und vielen wahren und schmerzenden Worten befinden wir uns in einer deutschen Schule wo Boll einige Schüler interviewt. Und hier wird klar das Boll den Film zum richtigen Zeitpunkt rausgehauen hat. So ein Nichtswissen, so eine Naivität und sogar stellenweise Unwissenheit tut weh. Auch wenn Eckpunkte bekannt waren und einige Informationen im Geschichsunterricht anscheinend hängen geblieben sind, so wissen nur die wenigsten der Schüler um das gesamte Ausmaß von dem was wirklich vor sich ging. Das war fast so schlimm wie damals als unser Geschichtslehrer den zweiten Weltkrieg ausließ weil er in seinen Augen nie passiert ist, danke an meinen Opa (Gott habe ihn seelig) der geschichtlich sehr bewandert war und mir die Zeit des 3. Reichs bis ins kleinste Detail wiedergegeben hat.
Der nächste Teil beschäftigt sich mit dem Transport von Juden ins Lager und dem Ablauf der Eingliederung ins Lager. Boll hat hier eng mit Überlebnden dieses Wahnsinns zusammengearbeitet und diese teilweise sogar mitarbeiten lassen um alles möglichst authentisch zu gestalten. Und damit sind wir im filmischen Teil der Dokumentation angelangt. Der Zug rollt an, die Juden werden ausgeladen und marschieren nach Auschwitz, wo sie registriert werden und in Gruppen geteilt werden. Zur selben Zeit werden einige Juden in der Gaskammer liquidiert um Platz zu schaffen für die Neuankömmlinge. Boll geht dabei sehr weit, in meinen Augen zu weit. Er zeigt wie alte Männer, Frauen und sogar Kinder elendich an Zyklon B verenden. Boll kann drastisch sein, doch bisher wirkte es immer überzogen und überspitzt. Doch Boll geht hier ernst, humorlos und schonungslos zur Sache. Boll hat sich genaustens informiert wie Zyklon B wirkt und wie lange der Sterbeprozess dauern kann und wie dieser abläuft. Und diesen Umstand setzt er 1:1 um. Wie weit man in einer solchen Doku gehen darf ist die Frage, aber das war bereits starker Tobak der Tränen in die Augen treibt und Fassungslosigkeit hervorruft.
Hier eine eingworfene Frage: Wie erreicht man die Generation von Heute? Ich bin ja schon ein älteres Semster. Aber die Jugend von Heute ist abgestumpft gegenüber Gewaltdarstellung. Was damals indiziert war, läuft heute teilweise noch viel krasser im Kinderprogramm. Außerdem wird die Jugend verdummt, denn das Fernsehprogramm von Mittags ist eine Schande und richtet sich an Menschen die keinen großen IQ haben können. Zumindest in den meisten Fällen. Seichte Unterhaltung, zurechtgebogene Realität. Konstruierte Dramen und gefälschte Fakten. Jedes Volk bekommt was es verdient sang die EAV und Recht haben Sie. Vielleicht hat Boll deswegen den Vorschlaghammer rausgeholt, um mit drastischen Mitteln den Zuschauer emotional zu erreichen. Aber für mich ging das Ganze doch zu weit über die Grenze des Ertragbaren. Aber ich bin, wie gesagt, ein älteres Semester und die heutige Generation wirds wahrscheinlich als netten Schockmoment ansehen der sie ein wenig zum Nachdenken anregt.
In der Zeit zeigt Boll ebenfalls wie die sogenannte überlegene Herrenrasse auf die Juden herabblickt, diese Kaltheit und diese Gleichgültigkeit ist erschreckend. Boll zeigt hier deutlich das er doch gute Filme drehen kann. Die Szene wo den Frauen die Kinder entrissen werden sorgen für ein unangenehmes Bauchgefühl und mit welcher kaltblütigkeit die Soldaten die Befehle ausführen verstärkt das Gefühl sogar noch. Es scheint ihnen egal zu sein, sie sind die Herrenrasse und die Juden sind nur Dreck an ihren Schuhen. Dieses Gefühl vermittelt Boll hier sehr eindringlich. Und das die Situation so gewesen ist, lässt sich nicht abstreiten. Jeder der sich eingehend mit diesem Teil der Geschichte befasst hat weiß es. Nur es jetzt so vor die Augen gehalten zu bekommen ist schockierend. Doch BOll geht noch weiter. Eine Frau flieht aus der Reihe um ihr Kind zu schützen, Boll zeigt daraufhin wie ein Soldat eiskalt und ohne Gefühlsregung die Frau exekutiert und dann das weinende Baby. Der Soldat lächelt kurz ehe er auch das Baby exekutiert. Vorschlaghammer die Zweite. Ich weiß nicht ob Boll wahnsinnig geworden ist, aber man hätte es wenigstens andeuten können aber nicht dem Zuschauer direkt vor die Optik setzen müssen. Egal ob er schockieren wollte oder nicht, egal das es wirklich so gewesen ist. Boll hat hier endgültig eine Stufe erreicht die eigentlich kein Mensch erreichen sollte. Diese bloße Zuschaustellung dieses Aktes ist mit einem Wort menschenverachtend und widerstrebt jeglicher Ethik die ein Mensch haben sollte. Realismus in allen Ehren, aber das war zuviel. Boll treibt das Spiel dann noch weiter indem er die Exekution der anderne Kinder die von den Eltern getrennt wurden ebenfalls offen zur Schau stellt. Ab diesem Punkt wollte ich den Film verlassen, da ich es solche Szenen nicht mit mir und meinem Gewissen vereinbaren kann. Nur mein Kumpel hielt mich im Kino und der war ebenso geschockt wie ich. Er sagte nur, so waren wir damals und wir dürfen es nicht vergessen. Hat er Recht? Heiligt der Zweck die Mittel? Ich weiß es nicht.
Danach kommt die erniedrigende Prozedur des Entkleidens der Juden und der erste Besuch in der Dusche. Mitgefangene räumen die persönlichen Sachen weg. Und während des Ganzen essen die Soldaten gemütlich, plaudern und tun so als wäre nichts gewesen. Grausam. Dann werden die Besitztümer unter den Soldaten aufgeteilt. Die Beute gehört den Siegern. Die Soldaten werden als Menschen gezeigt, denen das Leben im Lager gleichgültig ist und die das Schicksal der Gefangenen nicht interessiert. Aber sie werden als normale Menschen gezeigt, mit Problemen und Sorgen wie sie jeder hat. Die schlimmste Bestie ist der Mensch. Wie wahr. Eine weitere Grausamkeit ist das sich die Soldaten beim gemütlichen Umtrunk darüber unterhalten wie die Öfen funktionieren, wieviele Juden noch kommen und wer die Babys exekutieren soll. Dann wird auch noch darüber diskutiert ob man das Judenpack aufm Hof verbrennen soll oder einfach exekutieren und verscharren sollte. So als wäre es ein normales Tischgespräch. Einfach widerlich. Da wirken die Gespräche über das Privatleben Soldaten wirkt da wie ein Fremdkörper. Ein weiteres angeschnittenes Thema ist der Russlandfeldzug und wie man sich gekonnt aus der Affäre ziehen kann wenn die Russen vor der Tür stehen. Diese Gespräche gab es wirklich und wurden aus verschiedenen Quellen zusammengetragen. Ich möchte nicht wissen wieviel Recherche Boll für diesen Film betrieben hat um das ganze Material zusammenzutragen.
Danach wird gezeigt wie das Zyklon B in die Gaskammer gelassen wurde und es folgt eine weitere schonungslose Vergasungsszene. Und die Neuankömmlinge sind damit ebenfalls Teil einer grausamen Geschichte. Nur stellt Boll diesmal die Szene noch grausamer dar als beim ersten Mal. An einem Stück, die Schreie der Kinder, das Klopfen gegen die Wände, die Hilfeschreie, die Panik und das Leiden. Ich musste wegsehen weil ich es nicht mehr ertragen hab und einer der vor mir gesessen hat musste sich übergeben. Ziel erreicht Herr Boll, wenn auch mit sehr drastischen und ethisch nicht vereinbaren Mitteln. Die wenigen Zwischenschnitte auf Soldaten die gemütlich eine Zigarette rauchen während den Schreien, oder einfach nur darstehen und es zu genießen scheinen runden die Brutaliätt dieser Szene ab. Die Krönung der Verachtung erreicht die Szene als die Mitgefangenen die Leichen rausschaffen müssen und damit über ihr mögliches eigenes Schicksal in Kenntnis gesetzt werden.
Allerdings ist es für die Toten noch nicht vorbei und es scheint als würden die Greul niemals enden. Die Toten bekommen die Haare abgeschnitten. Sie bekommen die Zähne gezogen und werden dann verbrannt. Von ihren Mitgefangenen. Ein beispielloses Schauspiel menschlicher Grausamkeit das Boll so brutal in Szene setzt und damit erneut alle Tabus bricht. Der aufsteigende schwarze Rauch aus dem Schornstein beendet diesen filmischen Teil der Dokumentation.
Danach gibt es Archiv Aufnahmen der Russen die das Lager damals befreit haben und die einem vor Augen führen das dass, was wir gerade gesehen haben nur die Spitze des Eisbergs war und wir zum Glück nicht alle Schrecken von Boll vor die Augen geführt bekommen haben. Und darüber bin ich auch froh, ich glaube Boll hätte noch einiges mehr reingepackt wenn es nach ihm gegangen wäre. Ich bin froh darüber das er es nicht getan hat.
Nun gibt es Schnitte zurück an die Schule, wo die Befragung von Boll an die Schüler weitergeht. Die Szenen wechseln mit weiteren Archiv Aufnahmen der russischen Armee. Sogar Privataufnahmen von Hitler finden sich in den eingestreuten Archivafunahmen wieder. Wie dieser sich mit Kindern beschäftigtn oder Aufnahmen von Hitlers Reden ans deutsche Volk. Boll stellt interessante Fragen und manche Antworten der Schüler sind sehr innovativ und einige beweisen sogar ein gutes geschichtliches Wissen was ich nach dem ersten Teil der Befragung gar nicht mehr geglaubt habe. Der heftigste Archivbeitrag stammt aus der Zeit wo die russische Armee die Einwohner der Umgebung dazu zwingt ins Konzentrationslager zu gehen und sich die Greul dort anzusehen. Und die schockierten, betroffenen Gesichter sprechen Bände. Mit weiteren Archivbeiträgen und Kommentaren der Schüler endet dieser Teil.
Uwe Boll lässt sich ein kurzes Schlusswort nicht nehmen bevor der Film endet und seine Worte haben Gewicht: Wir dürfen nicht vergessen, damit die selben Fehler nicht nochmal passieren. Wir müssen aus der Geschichte lernen und wir dürfen sie weder vergessen noch ignorieren.
Diese Dokumentation ist ein heftiger Schlag in die Fresse, ein Tritt in den Magen und aufwühlend ohne Ende. Boll geht weit über jedes Tabu hinaus und bricht so ziemlich jede Ethik Richtlinie in diesem Film mit seinen drastischen Bildern. Das kann man gut finden oder auch verdammen. Für mich ging Boll zu weit. Andeutungen von manchen Situationen hätten völlig gereicht, statt sie bis zum bittren Exitus auszuloten. Doch ich muss Boll auch Respekt zollen, denn egal was man denken mag: Dieser Mann hat es geschafft einen Geschichskurs zu bieten der einem im Gedächtnis haften bleiben wird. Wer diese Doku gesehen hat wird sie nicht so schnell wieder vergessen.
Außerdem will ich nicht wissen wieviel Recherche Boll betrieben hat und wieviel Herzblut er in dieses Projekt gesteckt hat. Das er die Überlebenden mitarbeiten gelassen hat, das er sich in Schulen setzt und Befragungen durchführt und die Archivaufnahmen die er ausgegraben hat. All das ergibt ein gewaltiges Ganzes das zeigt das der Film notwendig war und das der Zweck eben doch manchmal die Mittel rechtfertigt.
Danke Uwe Boll, für diesen Film und für deinen Beitrag zum Thema deutsche Geschichte. Wir dürfen nicht vergessen und nicht ignorieren was passiert ist. Dein Film ist ein wichtiger Beitrag zu diesem Thema und ich hoffe er findet die Anerkennung die er verdient.