Ich bin der Meinung, dass es schon eine Art von "zu spät" gibt.
Es ist keine Tatsache, sondern vielmehr ein Gefühl.
Heute wurde auf Spiegel-Online folgender themenbezogener Beitrag veröffentlicht:
Leben ohne Sex - Selbsthilfe für erwachsene Jungfrauen
Ich muss zugeben, dass ich mich selbst zu jenen Menschen zähle. Ich habe nun bald meinen 28. Geburtstag erreicht und hatte in meinem Leben - regelmäßige Masturbation ausgenommen - keinen Sex, bisher also keinen Geschlechtsverkehr. Und ich kann, dank dem klassischen Spiel "Fünf gegen Willi", meiner enormen Libido und einer riesigen Portion Phantasie, eigentlich recht gut damit leben. Der klassische Fall, eines (
wie im Spiegel-Beitrag beschriebenen) ausgegrenzten und unsportlichen Schülers, der, wenn es um Team-Arbeit ging, eigentlich immer einer der letzten auserwählten war. Ich war und bin keineswegen hässlich, blöde oder fett. Ich war eher immer der ruhige und viel zu vernünftige Sonderling, der nicht jeden Scheiß mitmachte und sich daher oft selbst ausgrenzte. Hinzu kam, dass ich privat auch sehr wenig mit Mädchen zusammen kam. In der Schule, in der Freizeit, in der Familie, während der Ausbildung ... fast immer nur Jungs um einen herum ... oder Mann-Weiber. Auch später während der Ausbildung behielt ich dieses zuvor genannte Verhaltensmuster leider bei und hielt mich meist abseits der ganzen Action auf. Für Vereine, für Disko oder Party machen habe ich heute noch keinen Sinn.
Tja, so habe ich eine gewisse sozial wichtige Entwicklungsstufe verpennt - Flirten und Gesellschaftspflege. Und je älter man wird, desto schwerer fällt einem dieses auch, da man als Jugendlicher alles viel lockerer angeht. Irgendwann spricht man sich nur noch höchst distanziert per "Sie" an, statt per "Du". Sowas können sich die meisten hier auf dem Board vermutlich nicht einmal vorstellen. Und je älter man wird, desto eher geht auch der Mut zur Wahrheit flöten.
Der Sex ist mir eigentlich egal, denn dank (
eigentlich negativ gemeint) grenzenlos verfügbarem Fachwissen per WWW, ist mir eigentlich nichts mehr unbekannt und ich bin schon in die tiefsten Abgründe des menschlichen Urtriebs hinabgestiegen - das könnt ihr mir glauben!
Es geht mir eigentlich vielmehr um eine innige Beziehung zum anderen Geschlecht. Ich hatte schon zwei Mädchen, die ich sehr mochte und immer noch über alles vergöttere. Meine Cousine (mittlerweile verlobt) und eine hübsche Ex-Kollegin (wegen internem Job-Mangels zur Firmen-Konkurrenz gewechselt). Mehr als kurzes gegenseitiges Drücken war nie drin. Meine extrem süße Cousine hat schon einige eindeutige Andeutungen gemacht, dass sie mich auch sehr sehr mochte. Doch das habe ich leider völlig verpennt - der Groschen ist erst nach einem halben Jahr gefallen. Ich denke ich hab es damals einfach ausgeblendet ... *schäm*
Tja, und so lebe ich von Tag zu Tag weiter, in der Hoffnung, irgendwann doch noch einmal die Freundschaft einer netten und hübschen Frau zu gewinnen. Und vielleicht auch etwas mehr. Nun fühle ich mich ein kleines bisschen wohler mit dem Wissen, dass ich nicht alleine mit diesem Problemchen dastehe ...