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[Diskussion] Ein Urlaub fürs Leben

So langsam scheint die Konsistenz der Gehirnwindungen wieder einen benutzbaren Zustand zu erreichen. Erst Hoellenspass, dann Du und meine neue wird auch heute oder morgen fertig. Freue mich nachher schon aufs Lesen.
 
Es freut mich wirklich sehr, mal wieder etwas von dir lesen zu können, aber diesmal hab ich ein kleines Problem mit deiner Story: du hast sie schon einmal geschrieben, und zumindest meiner Meinung nach auch in besser. Ich meine diese Geschichte hier. Sie hat praktisch die gleiche Handlung und die gleichen Protagonisten, nur eben beides in besser. Warum ich die Handlung in dem Pro-Post-Kurzgeschichten-Thread mehr mochte, ist ganz einfach: da passierte es nicht so schnell. Der Anfang war genauer ausgearbeitet, mit dieser langsamen Entdeckung und vor allem sprang die weibliche Hauptfigur nicht sofort darauf an, sondern es braucht erst einen äußeren Umstand, damit sie sich schließlich näherkommen. Das fand ich viel realistischer und auch spannender. Beim "Urlaub" kann man hingegen kaum von einer Handlung sprechen. Ohne dass es glaubhaft hergeleitet wird, läuft das Mädchen treuherzig zu ihm herüber, dann experimentieren sie ein bisschen an sich herum, und dann endet die Geschichte auch schon damit, dass sie sich wahrscheinlich nie wiedersehen. Das finde ich einfach wenig interessant. Ich verstehe durchaus, dass das eben eine Phantasie ist, die du als Heranwachsender hattest, und die deshalb eine gewisse Faszination auf dich ausübt, aber für sich genommen ist das doch ein sehr dünner Plot. Allerdings wird das ja auch als "Kapitel 1" bezeichnet, vielleicht kommt also noch mehr und fügt noch mehr an Handlungselementen hinzu, dann wäre dieser Punkt natürlich hinfällig.

Was die Charaktere angeht, so ist das bei mir wahrscheinlich bloß eine Geschmackssache. Der männliche Protagonist ist ja in beiden Geschichten eigentlich derselbe – und ich nehme mal an, er ist auch nicht mehr als ein Stand-In für dich selbst -, aber auch Mona und Marlin sind sich zu ähnlich. Damit meine ich allerdings nicht ihre Persönlichkeit, die sind schon grundsätzlich verschieden. Marlin ist eben eher introvertiert, Mona extrovertiert, Marlin ist eher schüchtern, Mona hingegen phantasiebegabt und so weiter. Aber ihre Motivation ist eben dieselbe. Beide sind gerade in die Pubertät gekommen und durchlaufen jetzt diese Phase, in der sie ihre Sexualität erforschen und sich dabei kaum zügeln können. Das war in einer Geschichte tatsächlich interessant, aber für zwei reicht dieses Thema schlicht nicht, und da mochte ich Marlin eben mehr, auch wenn es wahrscheinlich nur daran liegt, dass sie mir sympathischer war.

Der dritte Punkt ist wieder nur reine Geschmackssache. Beide Geschichten werden aus der Ich-Perspektive des männlichen Protagonisten erzählt, und ich finde, dass ist der langweiligste Ansatz, den man wählen kann. Für mich ist es viel spannender, was das Mädchen empfindet, wenn sie zum ersten Mal einen Penis sehen, wenn sie dem männlichen Protagonisten einen blasen und so weiter. Natürlich wäre es ebenso langweilig, wenn alle Geschichten nur aus der weiblichen Perspektive erzählt würden oder mit einem allwissenden Erzähler, aber wenn du schon dieselbe Geschichte erzählst, warum wechselst du dann nicht wenigstens die Perspektive?

Tja, ich schätze, das klingt jetzt so, als hätte mir die Story nicht gefallen, aber das ist gar nicht der Fall. Alleine für sich genommen ist sie gar nicht schlecht, die Handlung ist zwar etwas blutleer, aber sie ist gut geschrieben und bietet liebenswerte Charaktere. Wer also nur eine reine Erotik-Geschichte zum … äh, "abschalten" sucht, ist hier sicher gut bedient :) Nimm’s also bitte nicht persönlich, ich empfand nur einfach die "Pro-Post-Kurzgeschichte" als die besser Variation eines Grundthemas, auch wenn es sich bei beiden lohnt, sie zu lesen.
 
Vielen Dank für die Rückmeldung. Und ich kann sie vollkommen nachvollziehen.

Tatsächlich war dies einer meiner ersten Schreibversuche, der Text war schon recht weit fortgeschritten, und ich wollte ihn jetzt nicht auf meiner Festplatte versauern lassen, sondern ihn mal zu einem Ende bringen. Und sicherlich war es genauso, dass es mir vor allem darum ging, eine anregende Erotikszene zu schreiben. Ich nehme jetzt aus deinem Kommentar mit, dass es für den ersten Versuch auch gar nicht schlecht war.

Die andere Geschichte, auf die du dich beziehst, ist dagegen erst vor recht kurzer Zeit entstanden und war erstaunlicherweise auch recht schnell im Kasten. Der Hinweis auf die Erzählperspektive ist ein sehr hilfreicher Hinweis. Ich habe tatsächlich immer als ersten Impuls einen Ich-Erzähler auf den Lippen. Ich habe inzwischen selbst gemerkt, dass das Resultat dann Gefahr läuft, sehr einseitig zu werden. Da werde ich mal versuchen, andere Wege einzuschlagen.
 
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