[Diskussion] Könnt ihr euch vorstellen euch in einen Gegenstand zu verlieben oder sogar zu heiraten?

Könnt ihr euch vorstellen euch in einen Gegenstand zu verlieben?

  • Ja

    Stimmen: 6 5,6%
  • Nein

    Stimmen: 100 92,6%
  • War ich schonmal, aber jetzt nichtmehr

    Stimmen: 0 0,0%
  • Ja, bin ich, weil Gegenstände einfacher sind und nicht so verletzend wie andere Menschen sein können

    Stimmen: 2 1,9%

  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    108

Skare

fahrender Scolast
Teammitglied
Mod
Ich persönlich kanns mir einfach nicht vorstellen das mir das mal passiert. Allerdings kann ichs absolut nachvollziehen dass es Menschen gibt denen das passiert. Ich weiß nur zu gut das man sich in Dinge und Lebewesen verlieben kann die der normale Bürger nur mit einem Kopfschütteln betrachtet...
 

were

...braucht mehr Spice.
Otaku Veteran
Was mir zu dem Thema eingefallen ist. Von Lynn Okamoto gibt es einige Short Storys, die das Thema indirekt behandeln (also man kann sie entsprechend deuten). Die meisten haben ja die Liebe zu einem nicht menschlichen Wesen (also etwa Fee, oder Gummie/Silikon-Puppe). Dabei würde vor allem die, mit der Gummiepuppe zu dem Thema bzw. den psychischen Eskapaden, die dabei in einem verwirrten Verstand vorgehen können, passen. Es handelt sich um eine Gummiepuppe, die zum Leben erwacht. Das Ende ist für Lynn untypisch nicht fantastisch, sondern regt zum Nachdenken an. Was mich im Bezug auf das Thema fasziniert, ist, dass der Protagonist die Puppe zunächst versucht würdig zu behandeln. Die Puppe nimmt dabei die Funktion des Optimisten in der Geschichte ein. Aber gegen Ende schlägt das Verhalten des Protagonisten um. Gefrustet von seiner jungfräulichkeit (hoffe ich vertausch hier nichts) und seinem Leben, vergeht er sich an der für ihn zum Leben erwachten Puppe. Ein Gegenstand kann einen nur physisch verletzen, egal wie schlecht der Protagonist die Puppe behandelt, sie Schluckt alles und bleibt freundlich. Es gibt kein Risiko für den Protagonist, selbst wenn er sie "vergewaltigt", sie ist ein Gegenstand (und doch gleichzeitig ein Individuum). Ich find das Gedankenspiel damit sehr erfrischend. Am Ende geht die Puppe kaputt, sie hatte von Anfang an nur 7 Tage zu halten. Der Protagonist kann ihr aber nichtmehr mitteilen, wie wichtig sie für ihn war und seine Einsicht, dass seine Art ihn zu behandeln falsch war. In dem Abschnitt steckt viel. Man kann es im allgemeinen, gesellschaftlichen Gesichtspunkt sehen. Oder dem Thema entsprechend auf die Bindung zwischen Objektophilen und Objekt.

Wer auf Guro steht, also auf das groteske oder abstrakte, Elfen Lied mag oder einfach nur gerne gute Shortstorys ließt, dem kann ich die Kurzgeschichtensammlung nebenbei nur ans Herz legen.
 

bluemoon

the one and only
Otaku Veteran
nee sorry das kann ich mir nicht vorstellen;)

man kann zwar einen Gegnstand mögen aber lieben oder gar heiraten das ist meiner Meinung nach nicht Möglich;)
 

Anubis Atum Black

Lord of the Underworld
Otaku Veteran
Nee wieso sollte ich so etwas wollen, ein Gegenstand kann meine liebe nicht erwidern, also uninteressant.
Ich finde so etwas eigentlich eher traurig, als komisch es ist doch viel schöner einen geliebten Menschen um sich zu haben, der einen die liebe die man ihn gibt auch wieder zurückgeben kann, als einen Gegenstand, der eigentlich nix weiter tut als da zu sein.
 

were

...braucht mehr Spice.
Otaku Veteran
Nee wieso sollte ich so etwas wollen, ein Gegenstand kann meine liebe nicht erwidern, also uninteressant.
Ich finde so etwas eigentlich eher traurig, als komisch es ist doch viel schöner einen geliebten Menschen um sich zu haben, der einen die liebe die man ihn gibt auch wieder zurückgeben kann, als einen Gegenstand, der eigentlich nix weiter tut als da zu sein.
Damit hast du auf jedenfall Recht. Ich glaube aber kaum, dass die Neigung zu Gegenständen ohne Vorgeschichte abläuft. Probleme, mit anderen Menschen angemessen zu kommunizieren, also soziale Defizite und ein enormer Wunsch nach Zuneigung können unter Gewissen Umständen dazu führen, dass die Objekte, welche ja ansich keinerlei Liebe erwidern können, den Menschen vorgezogen werden. Denn sie sagen nicht nein, man kann der sein, der man ist ohne dafür Konsequenzen zu erwarten. Allein, dass diese Tatsachen auf den leblosen Gegenstand zutreffen, können in den objektophilen Personen als eine Art erwiderung verstanden werden. Die Bindung ist also nicht (rein)sexueller Natur (Staubsauger, Auto und Gummipuppen wären Objekte, auf die man sich fixieren könnte) sodern viel mehr stark emotionaler. Grade wenn man aufgrund seiner Vorgeschichte, welche wohl sehr vielen negativ Erfahrungen ausweist, was die Erwiderung von Gefühlen betrifft, ein Problem mit seiner Einsamkeit hat und aufgrund der sozialen Defizite sich nicht zu helfen weiß. Ich habe keine Ahnung ob solche Konstellationen dann tatsächlich der Auslöser in diesen Personen sind, sich auf leblose Gegenstände zu fixieren. Aber ich könnte es tatsächlich verstehen. Ich würde vermuten, zur Objektophilie bedarf es sogar einen sehr gefühlvollen Character und einen Menschen, der prinzipiell auf Zuneigung angewiesen ist, um seelisch Ausgeglichen zu sein.
Eines der Gründe, wieso mich grade die Kurzgeschichten von Lynn sehr berühren. Sie sind in meinen Augen um ein vielfaches besser als Elfen Lied. Sie sind wunderschön obwohl sie furchtbares erzählen.

Natürlich ist das nur eine Vermutung, andererseits ist die Zuneigung von Mensch zu Gegenständen kaum erforscht, und es wird wohl mehr als einen Grund für eine solche Vorliebe geben.
Etwa dass man in dem Objekt etwas perfektes sieht, etwas, von dem eine enorme Anziehungskraft ausgeht, könnte auch ein Grund sein.

Im Grunde ist Objektophilie ein unglaublich interessantes Thema. Der einfache Satz: "kann ich mir nicht vorstellen, ein Gegenstand kann doch keine Liebe erwidern", der hier über 5 Seiten wiederholt wurde, wird dem Thema einfach nicht gerecht. Denn die Frage die sich einem dann wohl unmittelbar stellt, ist doch, wieso ein Mensch Zuneigung zu einem Gegenstand entwickelt, oder eine Erwiderung dieser Zuneigung annimmt.

In Lynns Geschichte war die Gummipuppe belebt, sie hatte einen Character. Aber im Grunde war sie tatsächlich nicht mehr als die unbelebte Gummipuppe. Sie sagt ja, sie steckt alles ein und lächelt weiter. Nur dass Lynn diese Eigenschaften, die man auch dem unbelebten Gegenstand zusprechen könnte, in einen Character verwandelt, mit dem man Mitleid hat, den man als vollwertig (wenn auch devot) anerkennt. Ein unglaublich faszinierendes Gedankenspiel.
 
Zuletzt bearbeitet:

Hentai Master

Alte Schule!
Habe vor einiger Zeit mal in der Glotze eine doku gesehen wo ein Kerl eine Sexpuppe als "Lebenspartner" hatte und die immer morgens anzog und auf einen Stuhl setzte dem Ding was zu essen machte ect.

Schon schräg aber was soll’s wenn ihn das glücklich macht ist doch in Ordnung. Wenn er niemanden gefährdet oder irgendwie "Schaden" zufügt ist alles cool... solche Typen sind wenigstens nicht gewalttätig oder grabschen sich kleine Kinder.

Ich jedenfalls könnte mich nicht in einen Gegenstand verlieben... naja gibt ja fetish Objekte ist aber nicht das Thema *lach*
 

Yukinohki

Novize
Ich denke Liebe auf Dauer kann nur funktionieren, wenn sie in irgendeiner Form erwidert wird.
Das geht bei Gegenständen eben nicht.
Darum Nein.
 

Lilliandil

Zerschmetterling
Otaku Veteran
Egal wie verständlich die Hinwendung zu einem Gegenstand von jemand erklärt wird, sie ist nicht Gesund.

Die Unfähigkeit körperliche Intimitäten zuzulassen betrachte ich als ein profundes Leiden was behandelt werden sollte.
Leuten mit extremen - sowohl Emotionalen als auch Sexuellen - Defiziten kann man nicht sich selbst überlassen.. Die schaffen es aus eigener Kraft nicht.

Wie Werewolf schon sagte, können viele Gründe die Ursache dafür sein.
Ich denke mir dass die Angst vor Zurückweisung das Hauptmotiv der meisten wäre.

Viele Männer fürchten sich davor aus irgendeinem Grund von einer Frau/Mann zurückgewiesen zu werden. Da kann es durchaus vorkommen dass sich manche vor solchen Erfahrungen flüchten und alles positive was sie sich von einem Menschen erhofften auf Gegenstände projizieren. Solche Leute suchen ja nicht nach Sexualität sondern Intimität in einer Beziehung.
 

Troll2009

..so beautiful disgusting
Ich kann mir das Ganze auf dem Papier recht gut vorstellen.

In abgewandelter Form kennt es ja jeder: Ich meine, wer war noch nie auf seinen Computer/Videorecorder sauer. Das ist ja auch ne Emotionsübertragung auf einen leblosenge Gestand, der mit den Gefühlen, die man ihm entgegenbringt, nichts zu tun hat.
Ich denke um Liebe für ein Objekt zu empfinden liegt lediglich die Hemmschwelle höher, aber das Prinzip ist das gleiche.
Ich würde mit meinem Halbwissen sogar so weit gehen, dass manche Glaubensrichtungen nichts anderes sind als Objektkulte. Einige geben ja auch Steinen oder sonstewas übersinnliche Persönlichkeiten mit denen sie ihre Liebe teilen.

Andererseits gabs im Film "Schramm" auch so eine Szene, die eine mögliche Entstehung dieser psychischen Störung zeigt. Der Protagonist wohnte ein Zimmer neben seiner Liebe, war aber nie in der Lage sie anzusprechen. Naja und da diese nun mal hauptberuflich Nutte war, konnte er ihr Treiben immer schön mithören. Und immer wenns soweit war, hat der sich gleichzeitig über ner Gummipuppe hergemacht. Das wäre dann einfach eine Ersatzübertragung der Gefühle, die über längere Zeit ev. Sogar den Gefühlsverursache komplett ersetzen könnte.

Zum Thema einseitige Liebe:
Warum soll man damit nicht glücklich werden. Gibt genug Fälle von Stalker bis zu einer kompletten Unterwürfigkeit, bei der der Betroffene weiß, das seine Liebe nie erwidert wird, und er trotzdem die geliebte Person ohne Gegenleistung glücklich machen will.

Ich bin der Ansicht, mit der Liebe ist es wie mit dem Sinn des Lebens: Jeder muss für sich selbst wissen was für ihn das richtige ist. Richtig und falsch wird’s da nicht geben.

OT: wenn wir schon dabei sind: Fallen Necrophile eigentlich auch in die Kategorie oder ist das ne ganze andere Schublade?
 
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