Naja, bin Epileptiker. Ich lebe damit ganz gut. Man muss nur diverse Regeln befolgen. Muss dazu sagen, dass ich seit Jahren keinen Anfall mehr hatte aber trotzdem muss man einen gewissen geregelten Lebensstil beibehalten. Das geht aber problemlos
...und die Leute einen meiden, weil mal seltsames Zeug redet, stockend spricht - nach Worten sucht, die Leute einen belustigt nachäffen,...
Immerwieder wird man komisch angesehen - bis es mal einer in eine Frage formuliert "Bist Du ein bißchen blöd?"
Ich hasse meinen Kopf! Jahrelang anfallsfrei zu sein, bedeutet garnichts, wenn man damit alleine bleibt!
Soll ich etwa jedem meine Krankheitsgeschichte erzählen, damit er sich sich beschämt entschuldigt? "Tut mir leid, das wusste ich nicht... blah!"
Ich kann ja Flyer drucken, auf denen alles drauf steht. '<Name> 10 Monatskind; Epileptiker nach Hirnschaden als Baby'
Helfen würde es nicht, denn die Katze ist bereits aus dem Sack!
Von meinen 3 Fremdsprachen, dem freundlichen Wesen, der absoluten räumlichen Abstraktion und anderem was mich ausmacht ist dann keine Rede mehr. Als sie sich über mich lustig machten, oder ich ihnen unheimlich wurde, war es für die Leute nur noch wichtig, was ich NICHT bin.
Ich war mal in eine Dysmeliekanerin (Selbstbezeichnung Betroffener) verliebt, doch als sie mit mir auf dem Mädchen-Klo verschwand, konnte ich sie nicht anfassen.
Das ist echt schrill!!! Da passierte endlich das, wovon ich immer geträumt hatte und ich schaffte nicht mein Geschenk auszupacken!
...manchmal frage ich mich, woran das wohl lag? Ich wusste doch schon vorher, wie sie mit freien Schultern aussah - und da war überhaupt nichts schlimmes dabei.