[Diskussion] Nur noch "Denglisch" oder was?

Dolphin

Ordensbruder
Gerade eben ein interessantes Beispiel entdeckt:

Text eines Users: Solltest du dort einen Werbeinhalt haben der pornografische Inhalte enthält, oder anderweitig nicht geeignet ist, dann kannst du diese screenen und über das Ticketsystem an (Von mir, aus datenschutzrechtlichen Gründen, zensiert. Dolphin) weiterleiten.

Antwort eines anderen Users: Definiere bitte "screenen" ....

Antwort des "Screeners": Screenen muss man nicht definieren. Wenn du die Werbung hast Screenen. Was ist da nicht zu verstehen?

Antwort des anderen Users: Was soll das Wort bedeuten?

Antwort des Screeners: https://www.take-a-screenshot.org/de/

Antwort des anderen Users: Ziemlich unprofessionell, jemandem einen Link zu schicken statt einer Erklärung in Worten...
Und weil es so schön war, hier auch von mir ein Link mit der Richtigstellung zu dem Unwort und dessen richtiger Bedeutung.

http://www.duden.de/rechtschreibung/screenen


Fazit von mir: Man sollte tatsächlich nicht mit Wörtern angeben und um sich werfen, von denen man die Bedeutung nicht kennt...xD
 
Ich kann Anglizismen nicht ausstehen; entweder ich spreche Deutsch oder Englisch, aber bitte kein Denglisch. Es klingt z.T. einfach nur peinlich, v.a. wenn ältere Menschen dann plötzlich etwas "nice" finden. Oder auch bei Wörtern, die es im Englischen gar nicht gibt wie z.B. "Handy" oder "Wellness". Die deutsche Sprache ist doch wohl reich genug, dass es dafür entsprechende Ausdrücke hätte geben können.

Davon mal abgesehen gibt es nach wie vor Leute, die die Begriffe schlicht nicht verstehen. Was "Screening" ist, hätte ich jetzt nicht gewusst, und das einfach als selbstverständlich vorauszusetzen finde ich schon ziemlich weltfremd. Es ist mir schleierhaft, warum man aus Fahrkartenschaltern "Service Points" machen muss; wenn es um internationalen Verkehr ginge, hätte man das auch einfach kleiner darunterschreiben können.

Auch wenn das etwas radikal erscheint, hätte ich gerne einen ähnlich strikten Sprachpurismus wie die Franzosen (=> hier mal das französische Sprachenschutzgesetz: http://www.frankreich-info.de/themen/wirtschaft/rechtssystem/sprachengesetz). Mir ist die Sprache sowohl als Verständigungsmittel als auch als Kulturgut sehr wichtig und ich würde mir wünschen, dass Öffentlichkeit und Politik dafür wieder ein stärkeres Bewusstsein bekommen.
 

Holzi

...
Ich finde das in Maßen okay. Oh, okay...:oO: Sprache entwickelt und verändert sich, das ist nunmal so und das ist auch richtig so. Man kann es sicher übertreiben, aber auch ich "switche" durch das Programm, habe natürlich ein "Handy", finde Sachen "cool", mache einen "Save" oder "Screenshot" und spiele mit "Add-On". Ich schreibe manchmal "Agree", anstatt umständlich `Das finde ich auch´ oder `Da stimme ich Dir zu´ zu schreiben. Und was soll man machen, wenn nicht "googeln" oder "liken" ?;)
So lange man es nicht übertreibt, ist alles "easy".
 

Patcorn

Stamm User
Mir kommt es manchmal so vor, als würden ein paar glauben, man baue englische Ausdrücke in
die Sätze ein, allein um sie zu ärgern.

Ich persönlich verwende gelegentlich auch englische Ausdrücke, je nach Thema der Unterhaltung
sogar sehr viel. Das liegt allerdings nicht daran, dass ich es mache um schlau daher zu reden,
sondern, weil ich in meiner privaten Freizeit sehr viel Englisch ausgesetzt bin: vom Lesen bis zum
Hören ist die Sprache bei mir jeden Tag häufig vorhanden.

So etwas geht nicht spurlos an einem vorbei. Entweder man verwendet solche Ausdrücke
unbewusst, weil sie einem geläufig sind und auf der Zunge liegen, oder in manchen Fällen, weil
einem das deutsche Wort nicht sofort einfallen will.
 

sagonritter

Gläubiger
oder in manchen Fällen, weil
einem das deutsche Wort nicht sofort einfallen will

Wen du ein Ethnischer Deutscher bist,dann ist das nicht nur Traurig sonder schon Katastrophal
 

Patcorn

Stamm User
Wen du ein Ethnischer Deutscher bist,dann ist das nicht nur Traurig sonder schon Katastrophal
Manchmal liegen einem englische Wörter eher auf der Zunge, vor allem wenn man bestimmte
Begriffe im Deutschen selten verwendet und Englisch sehr häufig ausgesetzt ist. Das heißt nicht,
dass man sie nicht kennt. Zumal ich nicht schrieb, dass es spezifisch im alltäglichen
Sprachgebrauch vor kommt, sondern wohl wie bereits angedeutet eher in bestimmten
Themengebieten.

Was ich allerdings nicht verstehe ist, wie man sich so sehr über eine Sprache profilieren muss,
dass man andere deswegen verurteilt oder persönlich angreift.
 
Zuletzt bearbeitet:

DynaEx

Artist
Otaku Veteran
Diese Denglische geht mir schon irgendwo auf den Keks. Vor allem da, wo eindeutig kein englisch oder etwas das sich so anhört, gebraucht wird.

Wie schon gesagt wurde, der Deutsche Wortschatz ist sehr groß und die Sprache selbst ermöglicht es einen, sich sehr detailliert und präzise auszudrücken.

Warum also auf Fremdwörter zurückgreifen?
Es ist eine Sache, wenn ich englische Begriffe und Wörter verwende, wenn der Ursprung des zu Beschreibenden auch seine Wurzeln im englischen hat. Ich muss einen Donut nicht Fettkringel nennen und einen Trenchcoat auch nicht Grabenkittel. Die Bezeichnung Smart-Phone hat durchaus seine Richtigkeit und ist absolut zweckmäßig. Auch das "liken" beschreibt einen ganz bestimmten Vorgang, dessen Ursprung sprachlich im deutschen nicht verankert ist. Selbes gilt auch für das angesprochene "googeln". Außerdem sollte man gewisse nicht Deutsche Begrifflichkeiten drauf haben, wenn man geschäftlich international zu tun hat.

Es gibt aber keinerlei Notwendigkeit die eigene Sprache dort zu verdrehen, wo es weder notwendig noch zweckmäßig ist.
Ich kann ohne weiteres eine "Datensicherung" durchführen ohne das Wort "Backup" zu nutzen. Ich kann statt eines "Screenshot" auch ein "Bildschirmfoto" machen. Ich kann statt "Agree" auch "Zustimmung" sagen. Ich brauch kein "Servicepoint". "Kundendienst" ist vielsagend genug. Ich kann etwas "gut" finden und brauche "nice" nicht zu sagen, außer ich zitiere Borat.
Und was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann, sind Fantasiewörter wie Showmaster, Handy und noch viele andere. Ich frage mich sowieso wer sich denn Scheiß ausdenkt.

Ich behaupte einfach mal, dass dieses ganze rumgedenglische einfach nur eine dumme Angewohnheit ist. Denn sehe ich mir an wie einige Forumsmitglieder hier schreiben, lässt sich bei deren Vokabelmissbrauch keinerlei Zweckmäßigkeit erkennen. Auch Sprache unterliegt einem gewissen Trend. Aber man muss nicht jeden Scheiß mitmachen. Und schon gar nicht kann jemand behaupten, sprachlicher Behindertenfasching wie er des öfteren hier stattfindet, wäre irgendwie nötig.
Dies hätte nur zur Folge, das die Leute irgendwann weder die eine noch die andere Sprache beherrschen.
 

Chieko Nakasato

Artificial Boy
Otaku Veteran
Es gibt aber keinerlei Notwendigkeit die eigene Sprache dort zu verdrehen, wo es weder notwendig noch zweckmäßig ist.
Ich kann ohne weiteres eine "Datensicherung" durchführen ohne das Wort "Backup" zu nutzen. Ich kann statt eines "Screenshot" auch ein "Bildschirmfoto" machen.
Nicht notwendig aber schon zweckmäßig ist es dann, wenn die deutsche Alternative deutlich länger ist. In der Kürze liegt die Würze oder time is money und money ist knapp. :-p

Und was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann, sind Fantasiewörter wie Showmaster, Handy und noch viele andere. Ich frage mich sowieso wer sich denn Scheiß ausdenkt.
Den Showmaster hat wohl Rudi Carrell auf dem Gewissen und zum Handy bietet Wiki einige durchaus nachvollziehbare Erklärungsversuche. Egal was (oder ob überhaupt etwas) davon zutrifft, im Gegensatz zum deutschen Wortungetüm Mobiltelefon ist das Handy eben "praktisch, bequem, handlich" - eben handy. ;)
 

redrooster

赤いオンドリ - 僕はオタクです!
Teammitglied
SMods
Handy ist nicht englisch, lediglich der fast klägliche Versuch deutscher Anbieter und Kunden, ein Wort zu erfinden, das nach englisch klingt und auf die Handlichkeit der Dinger hinweisen soll. Die englischen Begriffe für die Dinger sind mobile (GB eng.), cell (US eng.), mobile phone, cellular phone, cell phone oder celly, aber nicht handy.

handy gibt es im Englischen lediglich als Adjektiv...
 
im Gegensatz zum deutschen Wortungetüm Mobiltelefon ist das Handy eben "praktisch, bequem, handlich" - eben handy. ;)
Wer sagt denn, dass sich keine Abkürzung für Mobiltelefon hätte etablieren können? Das französische téléphone portable wird in der Regel auch als portable abgekürzt, im Italienischen gibts gar ein telefonino.
Und wenns nur ein Begriff wie Mobi oder so gewesen wäre. Hört sich zwar jetzt kacke an, aber ob das auch so wäre, wenn man an den Begriff gewöhnt wäre, weiß man nicht.
 

pwnulator

Novize
[...] Ich finde es jedoch sehr schade, wenn auf gewissen Nachrichtensendern und Radiostationen mit, zum Teil, sehr schlecht gesprochenen englischen Worten um sich geworfen wird, bei denen manchen am Sinn sogar vorbei gehen. Das wirkt einfach nur unprofessionell.. [...]
Da kann ich nur beipflichten. Insbesondere wenn Wörter vollkommen vertauscht werden wie hier bei ZDF:


Ansonsten muss ich sagen mir gefallen Ausdrücke wie "gecuttet" etc. auch nicht. Einige Anglizismen lassen sich aber nicht (oder nur schwer vermeiden). Als Beispiel mal in den Raum "gethrowed" (;)) das Wort "Laptop".
 

Filp

คนสร้างความยุ่งยาก
Otaku Veteran
Ich kann ohne weiteres eine "Datensicherung" durchführen ohne das Wort "Backup" zu nutzen. Ich kann statt eines "Screenshot" auch ein "Bildschirmfoto" machen.
Du willst gerade im IT Bereich, wo Englisch allgegenwärtig ist, mehr eindeutschen? Der "Download" wird dann der "Runterlad"? ;)
Sicher gibt es einiges was affig klingt, aber halt in der Regel nicht allgemein gebräuchlich ist, Jugend grenzt sich aber immer ab und das auch schon immer sprachlich.
Vieles wird "internationalisiert", ich hab nichts gegen einen "Servicepoint", versteht jeder Deutsche, aber auch Jeder Ausländer, der sich hier bewegt, also eher Win-win ;)

Wer sagt denn, dass sich keine Abkürzung für Mobiltelefon hätte etablieren können? Das französische téléphone portable wird in der Regel auch als portable abgekürzt, im Italienischen gibts gar ein telefonino.
Und wenns nur ein Begriff wie Mobi oder so gewesen wäre. Hört sich zwar jetzt kacke an, aber ob das auch so wäre, wenn man an den Begriff gewöhnt wäre, weiß man nicht.
Durchgesetzt hat sich aber halt Handy, also war wohl kein Bedarf an was "nationalerem"

Schlimmer als jedes Denglisch finde ich aber nach wie vor irgendwelche deutschen Dialekte. Grausam zu hören...
 

Dolphin

Ordensbruder
Willschd mei sächsch anbrangern? HÄH!?! xDD

Das richtige deutsche Wort für "Download", wenn man im Interesse des Stamm-Deutsch übersetzen müsste, wäre "Daten-Empfang" oder "Daten-Erhalt".
Diese Wörter klingen so furchtbar, daß man sich letztlich an Download statt Herunterladen gewöhnt hat.
Ich hole mal noch etwas weiter aus: Müsste man das Original des Downloadens nutzen, dann wäre es schlich und einfach "abladen"...
 

Patcorn

Stamm User
Viel schlimmer als das „Denglisch“ finde ich die Leute, die sich über den Wandel der Sprache
aufregen und so tun, als wäre die Sprache etwas wertvolles was man auf jeden Fall erhalten
muss.

Sprache ändert sich nun mal. Wir sprechen heute anders, als die Leute vor 40 Jahren und ich
wette, schon die haben sich zu ihrer Zeit über neue Wörter und Wortschöpfungen aufgeregt, die
für uns heute selbstverständlich sind und die die heutigen „Verfechter der Sprache“ als normal
ansehen.
 

DynaEx

Artist
Otaku Veteran
@Filp

Nein. Du verstehst nicht ganz was ich meine und der Vergleich hinkt etwas.
Es ist nämlich ein Unterschied ein sauberes Deutsch und ein sauberes Englisch zu sprechen.
Ich arbeite auch in einer Branche, in der ich auf Kooperation mit Menschen aus anderen Ländern angewiesen bin. Wenn ich mit denen kommunizieren will, muss man eine gemeinsame Sprache sprechen. Zumeist ist das dann Englisch. Das funktioniert für mich ganz gut. Aber wo ist nun die Notwendigkeit Wörter durch Fremdwörter zu ersetzen, wenn ich es gerade nicht mit einem Ausländer zu tun habe? Für was?
Wenn ich anfange beide Sprachen zu vermischen, versteht mich mein Gegenüber auch nicht besser. Er versteht mich nur wenn ich, in dem Fall, sauber Englisch spreche oder Deutsch.

Um das mit der IT-Branche Beispielhaft aufzugreifen:
Nehmen wir mal an ich kommuniziere mit einem Inder der kein Deutsch spricht. Versteht er mich jetzt aufgrund der Tatsache das ich während ich Deutsch spreche und zwischendrinn Denglisch Wörter wie "gedownloaded" verwende, auch nur irgendwie besser? Ich denke nicht. Ebenso wenig würde ich es verstehen, wenn er nur Punjabi spricht und zwischendrin ein englisches Wort nutzt, oder dieses irgendwie mit seiner Muttersprache vermischt.
Wir würden uns nicht verstehen. Aber wir verstehen uns beide sehr gut, wenn ich entweder sauber Englisch spreche, oder er sauber Deutsch.

Alles andere läuft mehr oder weniger auf eine Fantasiesprache heraus, die niemand erlernt hat und somit nicht verstanden wird, außer von einem elitären Hipsterkreis, der dann soetwas, wie seinen ganz eigenen Dialekt kreiert hat. Aber du magst Dialekte ja nicht.

@Rest

Ich habe nix dagegen das sich Sprache wandelt und erweitert. Ich bin aber dagegen, die Sprache dort zu verändern, wo es absolut keinen Sinn macht oder irgendeine Notwendigkeit dazu besteht.
 
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