Liebe:
Eine subjektive, kurz- bis langfristige Erscheinung, in der man Emotionen der Zuneigung einer bestimmten Person zuteil werden lässt und sich eine Erwiederung erhofft sowie einen großen Anteil seiner Freizeit gern mit jener Person verbringen will, im Idealfall in der Konstellation einer bis zum Tode andauernden Ehe in einem gemeinsamen Haus.
So, und nun zu MEINER subjektiven Meinung.
Ich hab keine Ahnung.
Klar, ich habe nen Freund, hatte davor auch schon einen, trotzdem.
"Liebe" ist immer sowas überhöht romantisch-leidenschaftlich-egoistisches.
Und sowas fühle ich nicht.
Ich freue mich, wenn er mich anruft, ich bin total aufgeregt, weil er mich nächste Woche besuchen kommt und wir drei Tage miteinander verbringen (wo wir uns schon nen Monat nimmer gesehen haben) und wenn ich ihn sehe, will ich ihn soviel küssen und umarmen wie nur irgend möglich.
Aber ich habe weder das Bedürfnis, für ihn meine gesamte Wohnung mit voll romantischen Kerzen vollzustopfen, noch ihm beim ersten Blick die Klamotten leidenschaftlich vom Leib zu reißen, noch will ich jeden Tag ne Rückmeldung von ihm, dass er mir "gehört" und er nur mich liebt, bla bla
Ich hab ihn direkt nach meiner Mutter am Allerliebsten, ich freu mich, mit ihm Zeit zu verbringen, intim mit ihm zu werden, etc und ich erhoffe mir, dass dieser Zustand auch noch viele Jahre bleibt.
Aber das, was "Liebe" in Literatur, Drama und Film meistens ist, sowas habe ich nicht.
Wie gesagt, ein gleichwertig starkes Gefühl hege ich für meine Mutter, nur auf einer anderen Basis. Dieses ULTIMATIVE Gefühl von LIEBE, ne, hab ich nicht, nie gehabt, muss ich auch nicht haben.
Wer diese überhöhte Emotion hat, ist meistens wirklich "blind" vor Liebe und rafft nicht mehr, was los ist. Sowas will ich doch gern vermeiden.