Aus meinem Menschenbild. Im Gegensatz zu euch gehe ich nicht davon aus, dass menschliches Leben wertvoll ist. Wenn mich mein Lebens eines gelehrt hat, dann ist es das Gegenteil. Dementsprechend gehe ich konsequenter Weise sogar noch weiter und sage:
Niemand ist es wert, der seinen Wert nicht bewiesen hat.
Dementsprechend habe ich keine Skrupel, einem Menschen das Leben zu nehmen. Ich sehe keine ethische Veranlassung dazu, Leben schonen zu müssen. Als Bewertungsgrundlage bleibt mir demzufolge nur die Logik, die mir gebietet: Es ist unlogisch, ein Leben zu erhalten, wenn dafür mehrere andere geopfert werden müssen. Genauso gut könnte ich also fragen, was euch die Legitimation gibt, das Leben von Mördern und Gewaltverbrechern zu schonen und dadurch das Leben anderer, weiterer Unschuldiger zu gefährden oder am Ende sogar auf dem Gewissen haben zu müssen. Da sehe ich es bereits als Kompromiss an, überhaupt die Möglichkeit einer zweiten Chance zuzulassen. Und ich weiß, dass ihr da anderer Meinung seid, als ich, dementsprechend weiß ich nicht, ob sich eine weitere Diskussion noch lohnt.
Um noch zu der Frage der Resozialisierung zu kommen:
Ob jemand resozialisierbar ist, ist für mich also maßgeblich von seinem Verhalten, seiner Persönlichkeit, seiner Handlungsgrundlage und seinem Willen sich zu ändern abhängig. Ich gebe zu, ich bin kein Fachmann, um dies zweifelsfrei zu beurteilen und dementsprechend ist es auch gut, dass ich nicht in der Position bin, solche Urteile zu sprechen. Doch zeigt die Gegenwart, dass solche Beweggründe häufig viel zu lasch gehandhabt werden, was immer wieder auch Leben kostet. Und das kann nicht Sinn der Sache sein. Weder bei euch, noch bei mir.
Bedauerlicherweise (für mich) stellt ihr sowohl in dieser Diskussion, als auch in unserem Rechtsstaat die Mehrheit aller Meinungen und dementsprechend ist es an mir, mich daran zu halten und mich dem zu fügen. Gut finde ich es allerdings nicht.