Ich bin mittlerweile auch echt dabei, meinen Sozialen Medien-Konsum zu reduzieren. Auf Facebook war ich schon seit Monaten nicht mehr, Instagram und X benutze ich sogar schon seit Jahren nicht mehr und Discord war von Anfang an der reinste Cancer, da habe ich nie richtig reingefunden. Dieser ganze toxische Shit geht mir inzwischen echt an die Nieren. Es kommt mir vor, als wäre man auf diesen Plattformen Austauschware. Eben war man noch gut Freund und dann hört man auf einmal nie wieder etwas voneinander. Die Informationsflut auf dem Endlos-Stream dieser scheiß Portale ist reinstes ADHS-Feuerwerk und es wundert mich auch überhaupt nicht, dass die Aufmerksamkeitsspanne der Leute immer geringer wird und Beziehungen heutzutage nur noch aus einem oberflächlichen (und stinklangweiligen) Smalltalk bestehen, wenn man durch diese Netzwerke auf die schnellen, billigen Dopamin-Schüsse im Hirn hintrainiert wird.
Was auf der Strecke bleibt sind echte Kontakte, langwierige und tiefe Freundschaften, Nähe und Vertrauen. Komischerweise genau die Dinge, die man über die Zeit in Foren früher aufbauen konnte. Zumindest in gewisser Weise. Alle Freundschaften und Kontakte, die ich im Internet aufgebaut habe, waren über Foren. Über Social Media aber nicht ein einziger. Und ja, auch in Foren gab und gibt es immer Querköpfe und Meckerfritzen, aber auf der anderen Seite hatte man zu den Leuten, mit denen man wirklich gut klar kam, auch einen langen, verlässlichen Kontakt und war nicht immer nur der Trottel, der den anderen hinterhergerannt ist, um sie aus ihrem Aufmerksamkeits-Defizit oder ihrer Streamsucht herauszurufen und noch mal daran zu erinnern, dass neben dem Gescrolle auch noch echte Menschen am Leben sind.
Aber scheinbar bin ich zu alt für das Internet geworden? Verlässlichkeit und ehrliches Interesse sucht man heutzutage ja leider wohl vergeblich.