Ich finds schon in Ordnung, dass man den Zeitvorteil für sich nutzen will, um den Wert des eigenen Produkts zu steigern. Der Streaming-Markt ist ja auch nicht ohne Konkurrenz. Lässt man sich mehr Zeit, würden auch die Arbeitszeiten steigen, was mehr Kosten verursacht. Aus unternehmerischer Sicht also alles komplett nachvollziehbar.
Leidet die Qualität aber merklich darunter, entsteht ein Missverhältnis, wenn der Kunde sich nicht aktiv beschwert oder gar das Abo kündigt. Dann sieht das Unternehmen nur, was der Kunde alles mit sich machen lässt. Je größer das Unternehmen ist, wird man aber auch mehr so konsequenter Kunden benötigen und irgendwie sehe ich da bei der Konsum verseuchten Zielgruppe von Crunchyroll wenig Hoffnung. Bei Sony kann ich mir mittlerweile sogar vorstellen, dass die alle Märkte außerhalb der USA einfach die Pistole auf die Brust setzen, wenn Beschwerden steigen und Abozahlen sinken. Dann steht bei Crunchyroll Deutschland irgendwann nur noch "Einige Erlebnisse sind derzeit in deiner Region nicht verfügbar. Während du hier bist, entdecke doch alles, was dir zur Verfügung steht!".
Gerade US-Unternehmen oder solche, die sich v.a. auf den US-Markt konzentrieren, haben m.E.n. kein Händchen mehr dafür, was Preis/Leistungs-Verhältnis angeht. Den Amerikanern vorweg kann man nämlich Scheiße für Gold verkaufen, wenn man nur genug influenzt. Das funktioniert noch in Japan sehr gut, aber im Rest der Welt wägt man als Kunde immer noch sehr viel ab und ist noch relativ kritisch, was sehr gut ist. Aber wenn man für Profite als Markt nicht mehr benötigt wird, kann das auch schnell zum Problem werden.