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[Diskussion] Einfach mal in eine andere Rolle schlüpfen

NICKY6396

Novize
Geht es Euch auch so, dass Ihr ab und zu mal in eine andere Rolle schlüpfen wollt? Dabei geht es gar nicht nur um das berühmte Thema Liebe/Sex und Beziehung, sondern einfach um viele Aspekte des Lebens. Manchmal hasse ich es in einer vorgefertigten Rolle zu stecken, aus der man praktisch nicht ausbüchsen kann. Das fängt schon mit der Geburt als Junge oder Mädchen an und schon wird man den Farben rosa oder hellblau zugeordnet. Dann kommt die Schule mit den üblichen Optionen "dumm", "schlauer" oder "am schlauesten" und der Möglichkeit des Studiums. Dan zieht es sich weiter zur Arbeit und alle weiteren Aspekte des Lebens, ohne dass man kaum Möglichkeiten hat, ohne größere Aufwendungen und/oder Risiko einen anderen Weg zu gehen. Klar, auch die sexuellen Bedürfnisse spielen ein Rolle. Hat man Neigungen, die zur Deiner vorgefertigten Rolle nicht passen, wird man schiel angeguckt. Hier wünsche mir wirklich mal, in eine andere Rolle zu schlüpfen, um sich einfach mal umzuschauen, andere Optionen zu probieren oder sich mal ungeniert auszutoben.
Wie seht Ihr das?
 
Hängt davon ab, was du unter Rolle verstehst. Denn jede Situation, in der wir uns bewegen und jede unserer Verhaltensweisen ist in gewisser Weise rollenhaft.
Ich z.B. konnte mich nie mit der Rolle eines Erwachsenen anfreunden. Oder mit der klassischen Rolle als Mann, der als Familienoberhaupt und Brotverdiener die Existenz der Familie sichert. Oder der Rolle als Jugendlicher, der eine Party nach der anderen abzuklappern, dabei Alkohol und Tabak in fast tödlichen Mengen zu konsumieren und eine Frau nach der anderen wegzuknattern hat. Oder mit der Rolle des traditionell christlich-monogamen Ehemanns. Oder... oder... oder...
Uns wird immer vorgegaukelt, wie frei das Leben doch wäre und was für tolle Entscheidungen man treffen kann. Aber wie sehen diese Entscheidungen aus? Du kannst dir aussuchen, in welchem Job du dich ausbeuten lässt, wie viele Kinder du in die Welt setzt und über welche Tricks Politik und Banken dich finanziell ausbluten. Es ist egal, wie du dich entscheidest, das Resultat ist am Ende immer dasselbe. Du hast nicht einmal die Wahl, ob und was du vom Leben willst, denn entweder du entscheidest dich für Luxus auf Kosten der Umwelt, was früher oder später zum Untergang unseres Planeten führen wird. Oder du entscheidest dich für ein Leben voller Unbequemlichkeit, Ärger, Frust und Einschränkungen. Und am Ende macht es nicht einmal einen Unterschied, weil viel zu viele andere sich trotzdem dafür entscheiden, der Welt zu schaden.

Beim Thema Rollen geht es immer auch um Entscheidungsmöglichkeit und Freiheit auf der einen Seite. Und um Offenheit und Interesse auf der anderen. Entscheidungsmöglichkeiten werden dir aber vor allem nur dort gegeben, wo es für andere bequem und einfach ist, dich zu kontrollieren. Entweder per Gesetz oder per Gesellschaft. Und die nötige Offenheit - die habe ich gefühlt nur bei einer Anzahl Menschen feststellen können, die ich an einer Hand abzählen kann.
Wir predigen immer die liberale und freie Gesellschaft, leben tun wir gefühlt aber immer noch in den 1850er Jahren. Die neue Generation ist sogar konservativer, als es unsere Eltern in den 60er Jahren waren. Und das Hoch der 70er ist gefühlt danach nie mehr erreicht worden. Selbst sexuell degenerieren unsere Rollenvorstellungen wieder in vorgefertigte Muster, sodass immer noch (oder wieder?) viel zu oft der Mann derjenige sein muss, der den ersten Schritt geht, derjenige, der all die Kohle macht, derjenige, von dem alles Sexuelle ausgehen muss und derjenige, der der Dominante und Aktive ist, während Frau Herd und Kind hütet, sich im Bett totstellt und ab und an noch einen Orgasmus vorgaukelt. Als hätten all die Frauen- und Emanzipationsbewegungen der letzten 50 Jahre nie stattgefunden. Nur mit dem Unterschied, dass heutzutage beide zwangsweise arbeiten müssen, um wirtschaftlich über die Runden zu kommen.

Das Traurige ist, dass alles so anders sein könnte. Das setzt aber neben den Möglichkeiten zur Entscheidung auch voraus, dass die Menschen einmal über ihre Rollenverständnisse nachdenken und sich umentscheiden oder es zumindest probieren. Beides ist in diesem Land und dieser Gesellschaft meiner Erfahrung nach nicht drin. Ich hatte es versucht und bin dafür bitterböse bestraft worden. War es die Sache wert? Im Endeffekt leider nein.
 
Zuletzt bearbeitet:
Du schreibst vom Untergang unseres Planeten und dem Thema, wie viel Kinder man in die Welt setzt. Dazu kann ich nur ergänzen, dass gerade dieses Verhalten von einigen Leuten milde ausgesprochen sehr merkwürdig ist. Die Leute, die die Nase rümpfen, wenn man etwas nicht ökoligisches tut und gleichzeitig aber mehrere Kinder in die Welt setzen, die vermutlich auch einen nicht unerheblichen ökoligischen Fußabdruck hinterlassen, kann ich nicht verstehen. Wenn ich an die vielen Protestanten gegen Umweltsünder sehe (und ich kenne einige persönlich) und mir gleichzeitig bewusst ist, dass im Prinzip fast jeder von denen mit dem Arsch schon mindestens einmal in einem easyjet-Flug gesessen haben, bekomme ich das Kotzen. Jeder sieht sich im Recht und ist letztendlich auch nicht besser als andere. Und ja, wenn wir so weiter machen, hat das Auswirkungen auf unseren Planeten. Wir werden ihn zwar nicht zerstören, aber wir machen ihn für uns und einen großen Teil der Tierwelt unbewohnbar. Das Ergebnis unseres Treibens wird sein, dass sich die Erde einen Schnupfen holt, sich erholt und eine neue Rasse aus der Tierwelt die Oberhand gewinnt. Die Menschheit wird an ihrer eigenen Dummheit verrecken. Jeder bekommt, was er verdient.
 
Jeder bekommt, was er verdient.
das wäre schön denn zu viele bekommenviel zu wenig, siehe unsre rentner oder das kindergeld!
auserdem sind die resurcen völlig ungerecht verteilt, hier gild das recht des stärkeren!
und wer in seiner umwelt nicht mer leben kann wird als immigrant dafür noch schief angekuckt!
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desshalb wäre mir die rolle des gönners ganz gut, sich von luxus zu trennen und denen zu helfen die garnichts mehr haben das würde ich gern tuhn!
 
Du schreibst vom Untergang unseres Planeten und dem Thema, wie viel Kinder man in die Welt setzt.
Ja, zugegeben, ich bin etwas ins Off-Topic abgewichen.. wobei, es gehört ja doch auch irgendwie zusammen.

Dazu kann ich nur ergänzen, dass gerade dieses Verhalten von einigen Leuten milde ausgesprochen sehr merkwürdig ist. Die Leute, die die Nase rümpfen, wenn man etwas nicht ökoligisches tut und gleichzeitig aber mehrere Kinder in die Welt setzen, die vermutlich auch einen nicht unerheblichen ökoligischen Fußabdruck hinterlassen, kann ich nicht verstehen. Wenn ich an die vielen Protestanten gegen Umweltsünder sehe (und ich kenne einige persönlich) und mir gleichzeitig bewusst ist, dass im Prinzip fast jeder von denen mit dem Arsch schon mindestens einmal in einem easyjet-Flug gesessen haben, bekomme ich das Kotzen.
Und da sieht man, dass selbst so etwas nur eine Rolle ist. Und von den meisten wird sie nicht einmal konsequent gespielt. Denn wollte man wirklich etwas fürs Klima tun, müsste man dort ansetzen, wo es weh tut und wofür es keine Lobby gibt: Beim kapitalistisch motivierten Raubbau an Mensch und Umwelt. Und bei der endlosen Gier und Sucht nach Vergnügen, die anscheinend jeder Mensch hat.

Jeder sieht sich im Recht und ist letztendlich auch nicht besser als andere. Und ja, wenn wir so weiter machen, hat das Auswirkungen auf unseren Planeten. Wir werden ihn zwar nicht zerstören, aber wir machen ihn für uns und einen großen Teil der Tierwelt unbewohnbar. Das Ergebnis unseres Treibens wird sein, dass sich die Erde einen Schnupfen holt, sich erholt und eine neue Rasse aus der Tierwelt die Oberhand gewinnt. Die Menschheit wird an ihrer eigenen Dummheit verrecken. Jeder bekommt, was er verdient.
Ich glaube tatsächlich nicht mehr an die Kategorien "verdienen" oder "Schicksal/Karma". In dieser Welt kriegt fast niemand, was er/sie verdient, denn sonst müssten wir nicht in andere Rollen schlüpfen, sondern könnten sein, wer wir von Geburt an sind. Und eine Rolle ist es schon, wenn unsere Eltern uns zu etwas erzogen haben. Besonders, wenn es ideologisch (also religiös oder kulturell) vorbestimmt war. Schon kleine Dinge, wie bestimmte Kledungsvorschriften gehören dazu und das lässt sich steigern über Dinge, wie Genitalbeschneidung (egal ob mein Mann oder Frau, es bleibt Verstümmelung), Verhalten, das man an den Tag legen muss weil man sonst ausgestoßen wird bis hin zur Gestaltung des ganzen Lebens.
Aber ja, du hast in dem Punkt Recht: Unsere Rolle in unserem System sorgt dafür, dass wir unsere Lebensgrundlage und uns als Art zerstören. Und gleichzeitig macht es uns nicht mal glücklich. Ich meine, wie oft erlebt man, dass z.B. Menschen mit "von der Norm" abweichender Sexualpräferenz sich verstellen müssen? Und das nicht in irgendwelchen arabischen Hinterweltlerstaaten, sondern bei uns, in dieser ach so freien und liberalen Gesellschaft!
 
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