[Hinweis] Kinderarzt fordert Sondersteuer auf zuckerhaltige Getränke

Popellord

Novize
Naja, wenn Zucker versteuert wird, steigen sie auf Coke light und was weiß ich was um. Das zeug hat normalerweise ein Zuckerersatz mittel welches wesentlich schlimmer ist als Zucker selbst. Außerdem liegt das Fett werden wohl eher an mangelnder Bewegung. Bewegung fördern würde wesentlich mehr bringen wie z.B. Muskelaufbau welches Rückenprobleme vorbeugen kann.
 

oirca

Scriptor
Da jedes Getränk, in irgendeiner Weise, Zucker enthält, wäre es zumindest eine interessante Idee um den Bürger weiter zur Kasse bitten zu dürfen. Sollte eine solche Steuer kommen, so werden sichere weitere folgen. Fettsteuer, Steuer auf andere zuckerhaltige Sachen etcpp.

Hier wir vollkommen er falsche Ansatz gewählt. Zucker in maßen ist nichts „schlechtes“. Hier sollten die Konzerne, die die Produkte herstellen in die Pflicht genommen werden. Man muss nicht jedem Produkt zusätzlich zum bereits enthaltenen „Naturzucker“, noch Glucose, Mono- und Oligosaccharide beizugeben. Wenn man etwas Süßen möchte, dann kann man auch selber natürliche Süßungsmittel dazugeben, wie Rohrzucker oder Honig.
 

MangaEngel

archeolügenialkohöllisches Chaosvieh
VIP
Ich bin ehrlich:
Eine Fett- und Zuckersteuer finde ich eine gute Idee.

Es ist mittlerweile erwiesen, dass mit geringerem Einkommen der Konsum von Fleisch, Fast Food und Süßkram expotentiell ansteigt (mitunter um bis zu 190%). Während ein Doktor sich vielleicht einmal im Monat aus Jux nen Döner gönnt, essen Leute unterer Steuerklassen durchaus zwei bis viermal die Woche etwas vergleichbares.
Darunter leiden allen vorran die Kinder. Fleisch und Zucker sind nunmal genauso günstig bis sogar günstiger als Gemüse und andere gesunde Alternativen. Für einen Apfel kann ich mir auch ne Tüte Gummibärchen kaufen.
Sowas macht diese Produkte so verführerisch und so schrecklich leicht käuflich.

Das unsere Gesellschaft täglich Fleisch isst, in rauen Mengen Zucker und Süßstoffe vertilgt und Geschmacksverstärker bereits normal sind, sind ja gerade bedrohliche Zeichen.

Durch Steuererhebungen auf den Gebieten könnte man dagegen diese Produkte teurer machen und damit unattraktiv.
Kinder und Jugendliche müssten mehr investieren, was sie wohl eher verweigern würden.
Sie könnten auch nicht mehr die rauen Mengen auftreiben, die derzeit Standart sind.
Zumal man sie mit Schock-Nachrichten eh nicht davon los kriegt. Als die Gammelfleisch-Misere oder die ersten BSE-Fälle kamen, da sind vorrangig die gut Verdienenden vom Fleisch weg bzw auf andere Fleischsorten umgestiegen. Die ärmere Bevölkerung dagegen hat es kaum bis gar nicht interessiert nach dem Motto "Irgendwann sterben wir doch eh". Die muss man schlagen, mit Angst machen geht es nicht.

Denn es ist zwar durchaus richtig, dass jeder Mensch eine andere Verdauung hat, solche Produkte anders verträgt und Diabetes auch durch andere Dinge entstehen können.
Fakt ist aber nunmal, dass mit dem sinkenden gehalt der Eltern das Gewicht der Kinder steigt. Und Diabetes hin oder her, dass sollte JEDEN hier eigentlich mal verdammt gut nachdenken lassen, wenn 13jährige bereits 100 Kilo auf die Waage bringen, was nichtmal die meisten großgewachsenen Männer zwingend hinkriegen. Scheiß auf Diabetes, die Kinder werden Herz- und Kreislaufprobleme bekommen, ihre Niere könnte versagen, ihre Muskeln und Knochen überlastet werden, die Gedärme zerquetscht werden, ganz zu Schweigen von der psychischen Belastung.

Mir egal, wie man den etwas schwächeren Verdienern unserer Gesellschaft den Geschmack auf Fett und Zucker nimmt, aber es muss gemacht werden, damit deren Kinder sich diese gefährliche Vorliebe gar nicht erst aneignen können!
 

Ramazoddl

Gläubiger
Ich bin ehrlich:
Eine Fett- und Zuckersteuer finde ich eine gute Idee. [...] Mir egal, wie man den etwas schwächeren Verdienern unserer Gesellschaft den Geschmack auf Fett und Zucker nimmt, aber es muss gemacht werden, damit deren Kinder sich diese gefährliche Vorliebe gar nicht erst aneignen können!
Also ich finde du hast sehr Recht damit, dass man den Kindern den Reiz sowas zu essne nehmen sollte nur ich bin da nicht so sicher ob der Zwang also eine Steuer hilft. Ich meine es gibt ja shcon genug Länder in Europa die eine solche Steuer haben z.B Dänemark & Frankreich aber nur aus dem Grund mehr Gelld in die Staatskasse zu bekommen. Also meiner MEinung nach ist so eine Steuer nur sinnvoll wenn man den Leuten auch ALternativen aufzeigt z.B in Form von KOchunterricht bzw. Ernährungsunterricht damit sie lernen gesund und lecker zu kochen ;)
Ein großes Problem ist natürlich auch das viele ständig unterwegs sind und nicht kochen können auch hier muss eine Lösung gefunden werden wie diese Menschen gesund und schnell was essen können :D
 

xXDante7Xx

Dämonenkiller mit Style
Otaku Veteran
hmm naja ich weiß nicht ich Trinke eigentlich fast nix mit Zucker also ist mir das eigentlich egal ,aber das die gleich ne Steuer machen wollen naja ^^
 

Anusha

Verschollen im Void
Otaku Veteran
Ich muss mich Dante anschliessen.
Ich trinke zwar nur Wasser, aber für was soll das gut sein?!
Eine Steuer für Getränke is schwachsinn, immerhin haben wir ja schon den Pfand.
Da musst du ja auch extra bezahlen. (auch wenn du´s wiederbekommst)
 

hazydawn

Gläubiger
ich bin dafür das zigaretten 20€ pro schachtel kosten und die flasche bier 10€.
Denn ich brauche das ja nicht!

wow gute begründung oder?^^

also wenn dann einen warnhinweis "übermäßiger verzehr von zuckerhaltigen getränken kann negative langzeitfolgen haben" oder sowas.
eine neue Steuer brauchen wir gewiss nicht!

Der Arzt sollte lieber bessere aufklärung fordern als neue besteuerung!
Sehe ich genauso. Diese Bevormundung fängt bei Zigaretten an und jetzt denken die Leute man muss sie vor sich selbst schützen? Wo soll das Aufhören? Wie Aluax geschrieben hat wäre das erste, auf was ne viel höhere Steuer müsste der Alkohol, dann viel zu fetthaltiges essen, wie Pizza, Döner, Burger, Pommes, Chips usw. dann die ganzen Süßwaren Schokolade, Gummibärchen, Kekse...
Die Sache liegt hier klar bei den Eltern und auch in der Schule könnte man einiges machen.
 

Eternalgamer

Liebesknecht
ich finds eine frechheit, das man so den leuten aufzwingen will, weniger zu essen oder rauchen. ich halte von sowas grundsätzlich nichts. jeder hat seinen eigenen willen und den sollte man bis zu einem rechtlich möglichen punkt auch respektieren! wie siehts aus? nicht alle leute trinken süße getränke, aber alle brauchen luft....kann man da nicht diese einfach versteuern? so könnte man doch besser abzocken!
 

MangaEngel

archeolügenialkohöllisches Chaosvieh
VIP
]KÖNNT IHR MAL MIT EURER KÜNSTLICHEN AUFREGEUNG WEGEN STEUERERHÖHUNG AUFHÖREN?!
Ja, es geht um Steuern, aber der Vorschlag kam von einem ARZT. Keinem Politiker oder sonst wem, der die theoretisch einsacken kann.
Nein, von einem Arzt, der in der von ihm vorgeschlagenen Theorie genauso drauf zahlen darf wie jeder Andere.
Wie soll wer euch ausnehmen, wenn er nichtmal nen Cent von den Steuern sieht, die er euch vorschlägt?!
Sagt es mir bitte, ich fühle mich hier grad so dumm
Oder denkt ihr etwa, dass die Entzugskliniken irgendwas von der Alkohol- und Tabaksteuer sehen, die Verbraucher zahlen?
Das Amazon die Importsteuern bekommt, wenn ihr euch Schuhe im Ausland kauft?
Das ein Notar was von der Erbschaftssteuer kriegt?

Wieso also sollte ein Kinderarzt IRGENDWIE nen Nutzen für so eine Steuer haben?
Höchstens die Politiker, die die Idee super finden und es umsetzen, DIE haben da dann diese gierigen Gedanken!

Dann will ich sehen, wie manche hier gewaltige, kostspielige Programme einrichten, bei denen Kinder regelmäßig Ess-Sozialisation und Kochkurse bekommen, Eltern Einkaufshilfen bez. günstigem Einkaufen, ebenfalls Kochkurse und am besten noch einen pädagogischen Leitfaden zum Weitergeben an die Kinder bekommen.

Die paar Millionen Euro, die das kosten würde, die zahlt ihr doch sicherlich total gern. Genauso, wie sich schon alle darüber gefreut haben, dass die Aufstockung von Hartz4 und Rente auf den Arbeitenden abgewälzt wurde.

Das Problem ist garantiert nicht die Tatsache, dass Eltern und Kinder nicht Bescheid wissen. Sie wissen es ist ungesund. Sie wissen, es gibt gesunde Alternativen. Ich bin mir sogar verdammt sicher, dass sie sogar wissen, dass es mitunter günstiger ist, gesund zu kochen als nicht.
Das Problem ist der Teufelskreis dabei!
Fett und Zucker zieht an. Wer an einer Pommesbude vorbeiläuft, der bekommt Megahunger, weil das Fett einen intensiven, schmackhaften Geruch ausstrahlt. Der Geruch von süßer Schokolade ist natürlich sowieso anziehender als der einer Banane. Erwiesenermaßen sind Erdbeeren das einzige Obst, dass sich wirklich verdammt viele "Unterschichtler" kaufen. Weil es eben sehr süß riecht und schmeckt. Ne Banane, einen Apfel oder gar sowas eher saures wie Ananas fassen die dagegen höchstens an, wenn sie grad ihren seltsamen Tag haben oder in der Tafel ein paar dabei waren. Sie WISSEN, dass Äpfel besser sind als Chips und Schokolade. Aber Äpfel haben die als Kind ja auch nicht gegessen und "geschadet hat es mir ja auch nicht".
Das ist so extrem tief in deren Charakter und Gewohnheit eingeflossen, dass man es nur auf zwei Arten wegbekommt: Das Verlockende abschreckend machen oder eine grundlegende Neu-Erziehung.

Nur, um ein konkretes Beispiel zu bringen, dass es NICHT am fehlenden Wissen liegt:
Wer mit einer gesunden Diät abgenommen hat, weiß natürlich, was er essen SOLLTE und was nicht.
Wegen Gewohnheit verfallen sie dann aber letztlich meist doch dem Döner, der Tiefkühlpizza und dem Magnum-Eis. Obwohl sie es besser wissen.

Wie macht man diese Nahrungsmittel also abschreckend?
Vier Möglichkeiten:
1)
Man macht es teurer.
Diese Leute sind vorrangig Menschen mit wenig Geld. Auch, wenn sie sich das Meiste "erlauben", so verzichten sie mitunter auf eigentlich bessere Dinge, damit sie ihre Tüte Chips haben können.
Wenn die Preise dann aber so gesalzen sind, dass sie theoretisch 3-4 Tage von dem Geld essen könnten, dass so ne Tüte dann kostet, dann würden auch sie zur gesunden Variante greifen.

2)
Man hemmt das Angebot.
Irgendwie regelt man, wieviel an Süßigkeiten, Fleisch und Tiefkühlkost pro Markt erlaubt ist.
Nur als Beispiel: In meinem Real gibt es sechs lange Regale voller Süßzeug, ein sehr langes Regal voller Chips, zwei lange Tiefkühlreihen nur für Fleisch und zwei lange Tiefkühlreihen nur für Tiefkühlfutter a la Pizza, Lasagne und Pommes.
Wenn man das deftig einschneiden würde, dann wäre die Verlockung weniger präsent. Ob es funktioniert, dass sie nicht dennoch gezielt danach suchen, weiß ich nicht, aber es wäre eine Möglichkeit.

3)
Man versteckt die Produkte.
Es gibt Märkte, da lachen einem alle paar Meter Süßkram an (natürlich sowieso nochmal an den Kassen) und es gibt welche, da hocken die Süßigkeiten in ihrem Bereich, der nichtmal zwingend durchquert werden muss und auch durchaus übersehen werden kann.
Letzteres würde vor allem gegen "Nebenbei-Einkäufer" helfen, die "wo man grad da ist" eben schnell den Wagen voll machen. Zusätzlich könnten unauffälligere Verpackungen helfen, denn leuchtend rote Chipstüten und neongrüne Gummibärchen-Verpackungen sind einfach ein Blickfänger.

4)
Man zwingt die Hersteller zu weniger Fett/Zucker.
So würde zumindest diese extreme Gefahr verloren gehen, denn wenn eine Pizza nicht mehr trieft vor Fett sondern eher wie eine spärliche, vegetarische Pizza gerade mal angedeutet glänzt, dann ist es zwar nicht gesund, aber wesentlich besser für Kinder.
Allerdings geht dabei natürlich der Geschmack flöten, etwas, dass sowohl Hersteller als auch bereits gewöhnte Verbraucher mit Fackeln und Heugabeln bekämpfen wollen würden.

Letztlich sind aber alle theoretischen Gedanken umsonst.
Die Nahrungsmittelindustrie (und da allen vorran die Süßwaren und die landwirtschaftlichen Erzeugnisse) haben einfach nicht nur einen riesigen Marktwert sondern sicherlich auch ein paar mehr Rechte und Hintertürchen als das man irgendwas davon durchkriegen könnte.
Die Eltern der Kinder würden sich natürlich sowieso erbosten und höchstens einer Kinderpizza zustimmen (und ihren eigenen dann wohl trotzdem die normale, besonders fettige Version holen, weil die billiger ist).
Und ein riesiges Infoprogramm mit Kochschulung würde gewaltig ins Geld gehen für Staat und Steuerzahler.


Übrigens, nur als Nebeninfo:
Ein Professor für Marktforschung hatte mal ne witzige Beobachtung gemacht:
Gymnasiasten (vorrangig Kinder aus der Mittel- und Oberschicht) kommen im Schnitt an einem Kiosk direkt vorbei und an zwei Fast Food-Anbietern indirekt (sie müssten vom Schulweg in mindestens eine Seitenstraße einbiegen).
Hauptschüler (95% Unterschicht) laufen an ca. 6 Kiosks, 20 Fast Food-Anbietern, 2 Supermärkten und einem Restaurant vorbei.
Einfach, weil sowohl die Schulen als auch die Wohnungen der Schüler ganz offensichtlich dem Essverhalten angepasst sind. Sehr zur Tragik der noch nicht mit fertigem Essverhalten ausgestatteten Kinder unter 10, die von klein auf McDonald-Schilder, Burger King-Eingänge und Currywurst-Stände sehen und riechen und nie wirklich die Wahl haben werden...
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

hazydawn

Gläubiger
]KÖNNT IHR MAL MIT EURER KÜNSTLICHEN AUFREGEUNG WEGEN STEUERERHÖHUNG AUFHÖREN?!
Ja, es geht um Steuern, aber der Vorschlag kam von einem ARZT. Keinem Politiker oder sonst wem, der die theoretisch einsacken kann.
Nein, von einem Arzt, der in der von ihm vorgeschlagenen Theorie genauso drauf zahlen darf wie jeder Andere.
Wie soll wer euch ausnehmen, wenn er nichtmal nen Cent von den Steuern sieht, die er euch vorschlägt?!
Sagt es mir bitte, ich fühle mich hier grad so dumm
Oder denkt ihr etwa, dass die Entzugskliniken irgendwas von der Alkohol- und Tabaksteuer sehen, die Verbraucher zahlen?
Das Amazon die Importsteuern bekommt, wenn ihr euch Schuhe im Ausland kauft?
Das ein Notar was von der Erbschaftssteuer kriegt?

Wieso also sollte ein Kinderarzt IRGENDWIE nen Nutzen für so eine Steuer haben?
Höchstens die Politiker, die die Idee super finden und es umsetzen, DIE haben da dann diese gierigen Gedanken!

Dann will ich sehen, wie manche hier gewaltige, kostspielige Programme einrichten, bei denen Kinder regelmäßig Ess-Sozialisation und Kochkurse bekommen, Eltern Einkaufshilfen bez. günstigem Einkaufen, ebenfalls Kochkurse und am besten noch einen pädagogischen Leitfaden zum Weitergeben an die Kinder bekommen.
Ich rege mich gar nicht auf und erst recht nicht künstlich, denn so eine neue Steuer wird ja nichtmal richtig diskutiert, sondern ist nur ein Vorschlag eines Arztes ^^
Wie ich vorher schon geschrieben habe sehe ich nicht ein, dass ich von jeder Seite bevormundet werde um "gesund" zu leben und wieso es dann hier aufhören sollte, wenn Fast Food und Alkohol garantiert größere Probleme darstellen. Man könnte auch anfangen die Leute dazu zu verpflichten regelmäßig Sport zu treiben.
Es müssen auch keine gewaltigen Programme sein, ich aber habe in meiner gesamten Schulzeit keinen Beitrag zu gesundem Essen gehört, Kindergarten mitinbegriffen.
 

MangaEngel

archeolügenialkohöllisches Chaosvieh
VIP
Wie ich vorher schon geschrieben habe sehe ich nicht ein, dass ich von jeder Seite bevormundet werde um "gesund" zu leben und wieso es dann hier aufhören sollte, wenn Fast Food und Alkohol garantiert größere Probleme darstellen. Man könnte auch anfangen die Leute dazu zu verpflichten regelmäßig Sport zu treiben.
Bevormundet werden wir doch eh schon lange. Wir haben zu arbeiten, Steuern zu zahlen, keine Verbrechen zu verüben, zur Schule zu gehen, mittlerweile nicht mehr in öffentlichen Gebäuden zu rauchen, nicht mehr nach 24 Uhr mit (Glas-)Alkoholflaschen herumzulaufen, etc.
Das ist für den einen eine freche Bevormundung, für den Anderen ist es Schutz.
Sicherheit von Außen beginnt da, wo die Freiheit enden muss. Und da ist dann halt die Frage, wieviel Sicherheit will man und wieviel Freiheit.
Ich mein, ich kann voll verstehen, dass vielen so eine Steuer nicht gefallen würde.
Ich hab selbst ne Freundin, die wegen ner rasanten Verdauung ohne drei fetten Hamburgern verhungern würde, da sie kaum Fett und Nährstoffe aufnehmen und verdauen kann. Sie würde unter den Preisen allerdings gesundheitlich massiv leiden, weniger auf der Ebene, die mit Suchtverhalten vergleichbar ist.
Und wie gesagt, ich finde, man sollte auch erkennen, dass es für Erwachsene nunmal entweder schon normal ist oder nicht im Blickpunkt steht, dass Kinder da aber sehr anfällig sind.
Also ICH noch Kind war, gabs die einzigen erschwinglichen Süßigkeiten im Kiosk um die Ecke. Da konnte ich mir dann einmal die Woche (oder seltener) ein Tütchen besorgen mit selbst ausgesuchtem Zeug. Normal ist heute, dass man sich auch die Sachen selbst aussucht. Nur sind dann am Ende sechs 100g-Tüten im Einkaufswagen und das evtl. mehr als nur einmal die Woche. Kinder verfetten einfach zu schnell in diesem Land. Der Luxus, Luxuswaren günstig zu bekommen, wird uns massiv zum Verhängnis (wenn man überlegt, das Fleisch und Zucker bis vor 20/30 Jahren nur was für die Wohlhabenden war und es mittlerweile so ist, dass die mit Geld wesentlich weniger Fleisch essen als die ganz unten...)

Es müssen auch keine gewaltigen Programme sein, ich aber habe in meiner gesamten Schulzeit keinen Beitrag zu gesundem Essen gehört, Kindergarten mitinbegriffen.
Kann dir auch sagen, wieso.
Ich werde Lehrerin. Meine Ausbildung kostet den Staat sicherlich ne Menge (denn ohne Studiengebühren kommt ja nichts rein). Insofern ist mein Studium durchsetzt mit dem Einpeitschen von Lehrmaterial, pädagogischen Ansätzen und praktischen Mitteln für meine Lernfächer. Wenn ich jetzt noch "nebenbei" ne Weiterbildung zur Ernährungsberaterin, Medienvermittlerin, Fremdsprachensprecherin und was weiß ich alles machen würde, dann hätte zwar garantiert kein Kind aus meiner Klasse massive Probleme (denn gesunde Ernährung, Vorerfahrung und Ausdifferenzierung von Medien sowie Gleichberechtigung in einer heterogenen, mehrsprachigen Klasse gelten heute als Best-Vorraussetzung für den Start ins eigene Leben), aber ich müsste noch MINDESTENS ein bis zwei Semester drauf packen. Womit meine Gestamt-Ausbildungzeit von 6 Jahren (3 Jahre Bachelor, 1 Jahr Master, zwei Jahre Referndariat) problemlos auf 7 bis 8 Jahre ansteigen kann, ich noch später ins Arbeitsleben komme, noch länger auf den Kosten sitze, sowieso noch mehr Leute ihr Studium abbrechen müssten und wohl auch immer weniger potentielle Lehrer überhaupt den Beruf anstreben.

Die Schule soll vieles vermitteln, aber wann? Wo? Durch wen? Und wie?
Wir sind nicht die Eltern der Kinder. Was man essen sollte und was nicht sollten eigentlich die Eltern vermitteln.
Mehr als Haushaltslehre und evtl. ein paar AGs zum Thema kann die Schule nicht anbieten ohne das die eigentlichen Schulfächer darunter leiden würden (die ja gerade seit dem verkürzten Abitur so dringend durchgepaukt werden müssen).
Höchstens ein gutes, ausgeglichenes Mensa-Essen könnte die Schule da als Unterstützung bieten, damit wenigstens einmal am Tag was Gesundes auf den Tisch kommt. Aber aufgrund von Geldmangel an den Kommunen ist auch das ne absolute Seltenheit und die meisten wurden zu Kiosks, wo man auch wieder nur Pommes, Bratwurst im Brötchen und Haribo kriegt.

Nach dem Motto kann ich mich auch beschweren, wieso mich die Schule nicht auf Führerschein oder Frauenarzt-Termine eingestimmt hat. Aber das sind halt Sachen, die die Schule nichts angehen. Mehr als Sexualkunde und evtl. der Mofa-Ag gibts da nicht, denn das ist Sache der Familie und da vor allem der Eltern. Die Schule ist schließlich kein Eltern-Ersatz, wir sollen nicht erziehen sondern lehren.
Oder soll dir dein Ausbilder, wenn du z.B. Landschaftsgärtner wirst, nebenbei auch zeigen, wie man seine Abgaben Steuerabgaben macht oder wo bei der Bank der Schufa-Eintrag ist? Nein, das ist nicht seine Aufgabe.
 

hazydawn

Gläubiger
Bevormundet werden wir doch eh schon lange. Wir haben zu arbeiten, Steuern zu zahlen, keine Verbrechen zu verüben, zur Schule zu gehen, mittlerweile nicht mehr in öffentlichen Gebäuden zu rauchen, nicht mehr nach 24 Uhr mit (Glas-)Alkoholflaschen herumzulaufen, etc.
Das ist für den einen eine freche Bevormundung, für den Anderen ist es Schutz.
Sicherheit von Außen beginnt da, wo die Freiheit enden muss. Und da ist dann halt die Frage, wieviel Sicherheit will man und wieviel Freiheit.

Die Schule soll vieles vermitteln, aber wann? Wo? Durch wen? Und wie?
Ja wir werden bereits Bevormundet, wobei man wohl kaum Gesetze die Verbrechen verhindern mit Steuererziehungsmaßnahmen, die einen gesünder leben lassen sollen, vergleichen kann.
Bei dem Rauchverbot kann man noch damit argumentieren, dass Nichtraucher den Qualm mit einatmen, also geschädigt werden. Das ist aber nicht der Fall wenn ich mir zu Hause 3l Kola reinziehe.
Du hast recht, man muss abwägen wie viel Freiheit man für seine "Sicherheit" aufgeben will und bei mir hört es da eben auf und wird zu frecher Bevormundung. Das ist dasselbe wie bei der Zensur von Videospielen oder Filmen, die ja unzensiert auch für erwachsene Menschen schädlich sind (nicht meine Meinung). In anderen Ländern *hust*Japan*hust* werden dann noch die Pornos zensiert, weil es nicht für die Allgemeinheit gut ist. Worauf ich hinaus will, ist, dass jeder die "Sicherheit" der Gesellschaft wo anders angegriffen sieht, wenn wir einmal damit anfangen die Freiheiten so richtig einzuschräncken wo andere dadurch nicht einmal wirklich gefährdet werden, wer weiß wo das enden soll. Außerdem bezweifle ich, dass die Menscheit irgendwann exorbitant fettleibig wird.
Und um nochmal den Vorschlag des Arztes zu kritisieren, es ist vollkommen sinnlos es nur auf diese Getränke abzuzielen. Wenn man es richtig machen will muss so etwas auch alles Betreffen, was ich bereits oben aufgezählt habe und noch mehr... ich mach jetzt nicht nochmal ne Liste. ^^
Aber wie es scheint wärst du ja auch dafür... einigen wir uns darauf uns nicht einig zu sein. :p

Die Schule soll vieles vermitteln, aber wann? Wo? Durch wen? Und wie?
Lernt man sowas wie gesunde Ernährung nicht als Sportlehrer? Ich würde auch keinen regelmäßigen Unterricht fordern, sondern eben ein paar längere Aufklärungsunterrichte über die Schullaufbahn verteilt, auch wie man effektiv Fett verbrennt. Und jetzt sag mir nicht das kann man nicht irgendwo zwischenreinquetschen ^^
 

MangaEngel

archeolügenialkohöllisches Chaosvieh
VIP
Lernt man sowas wie gesunde Ernährung nicht als Sportlehrer? Ich würde auch keinen regelmäßigen Unterricht fordern, sondern eben ein paar längere Aufklärungsunterrichte über die Schullaufbahn verteilt, auch wie man effektiv Fett verbrennt. Und jetzt sag mir nicht das kann man nicht irgendwo zwischenreinquetschen ^^
Ja, ein Sportlehrer lernt sowas.
Aber der Lehrplan sieht sowas nicht vor.
Kannst dir gern die Richtlinien durchlesen, die Sportlehrer einhalten müssen. Pro Schluljahr müssen (je nach Schuljahr) am Ende zwischen zwei und fünf Sportarten beherrscht werden. Das ist verdammt viel Arbeit und da passen so thematisch meist eher unrelevante Dinge wie Ernährung nicht ganz rein.

Erstmals im Lehrplan als Pflicht taucht es erst für die 11. Klasse auf. Und auch da ist es so, dass es drei Lehrpläne gibt, von denen einer durchgezogen werden muss.
Namentlich:
- der Kreative (Tanz, Stunts sowie so Dinge wie Balkenfiguretten, Trampolinfiguretten, etc)
- der Sportliche (quasi der Erweiterungs-Kurs, wo die sehr sportlichen voll ausgelastet werden mit anspruchsvollem Sport und wo knallhartes Training gemacht wird (z.B. Rugby unter realistischen Vorraussetzungen)
- der Gesunde (man macht Fitness-Training, klärt über gesunde Ernährung auf, macht z.B. diverse Tests wie den BMI- und Fettspiegeltest)

Und wenn sich nicht mehrere Lehrer zusammen tun, um jeden dieser Wege anzubieten, bleibt der Gesunde durchaus meist auf der Strecke.
Ich selbst hatte in der Oberstufe alle drei als Angebot, der Gesunde hatte 11 Schüler, der Sportliche 25 und der Kreative sogar 74 und musste deshalb nochmal geteilt werden.
Ganz zu Schweigen davon, dass es dann eh schon zu spät ist und dass die Meisten, die den gesunden Kurs gebraucht hätten diesen wohl nicht genommen haben/hätten.

Ich mein, ich könnte als zukünftige Klassenlehrerin theoretisch nen Infotag anbringen.
Aber das wird weder einmalig Wirkung zeigen, noch könnte ich es ab der 7. Klasse aufwärts überhaupt anbieten ohne eines meiner Fächer dafür aufzugeben (denn bis zur 6. Klasse gibt es meist sowas wie "Hausaufgaben-Stunden", die man dann dafür zweckmissbrauchen könnte).

Ding ist halt, dass Schüler heute wesentlich mehr in wesentlich weniger Zeit lernen müssen.
Die Themen werden dabei sogar immer anspruchsvoller (musst dir z.B. nur den Lektüre-Kanon von heute und von vor 10 Jahren für das Fach Deutsch ansehen, um das nachzuvollziehen, vor 10 Jahren waren recht einfache Barockgedichte in der achten Klasse, heute sind da sogar Dada-Gedichte, die man einfach nicht ordentlich bearbeiten kann). Die Zeit immer knapper bemessen. Die Lehrer sowieso immer fachinterner ausgebildet (im Sinne, dass wir ausser unseren eigenen Fächern von Ausbildungsseite her keine Kenntnis bekommen). Die Lehrpläne immer verrückter (Sechstklässler sollen z.B. innerhalb von zwei Wochen erlernen, wie man einen fachlich korrekt ausgeschriebenen Sachtext auf hohem Niveau schreibt). Die Prüfungen immer härter.
Der Lehrer, der dann (evtl. halt fachfremd, wenns nicht der Sportlehrer ist) seinen Unterricht dafür einmalig oder auch mehrfach opfert, der riskiert schlicht, dass sein Notendurchschnitt dann in seinem Fach (wegen weniger aktiver Lehrzeit) sinkt und er deshalb versetzt werden könnte.

Die einzigen Lehrer, die das fachlich kompetent und wirkungsvoll einbringen können, sind die Hauswirtschaftslehrer.
Problem ist nur, dass dieses Fach an verdammt vielen Schulen ein Wahlfach ist und damit vor allem an den kochdesinteressierten Kindern (was meist gerade die Fast Food-Konsumenten sind) und vor allem an den Jungen vorbei geht.
Dann lernen die Kinder, die eh schon Interesse an gutem Essen und Kochen haben, wie es noch besser geht und die Kinder, die es bräuchten, dümpeln in Technik und Französisch rum.

Ich mein, du kannst gern einen Brief an das Kultusministerium deines Bundeslandes schicken und die danach fragen.
Die werden es garantiert als unrelevant bezeichnen, da es nicht Aufgabe der Schule sei.

Aber, falls es dich erleichtert:
Soweit ich informiert bin, ist es zumindest in Bayern so, dass ein gewisses Minimum an Ernährungsaufklärung Pflicht in den Schulen ist.
Und das in Berlin derzeit Studien im Gang sind über die Wirkung von Kochunterricht bei stark verfettenden Kindern.
Aber bis das woanders ankommt, kann es noch ewig dauern...

(Ich schreibe übrigens vor allem über die Schulsituation in NRW, falls es da Nachvollziehungsprobleme gibt)
 
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