Irgendwie war es schon seltsam. Vorhin noch hatte Lilith Kain darauf hingewiesen, dass sie ihre Tracht nicht ändern würde und nun stand sie in einem Klamottengeschäft und sah sich die neuste Mode an. Da gab es Dinge, die wären vor 1000 Jahren höchstens noch als obszön bezeichnet worden. Trotz all dieser Vielfalt war sich Lilith ziemlich sicher, dass sie bei ihren alten Sachen bleiben würde. Es ging doch nichts über Altbewährtes. Nur einen Hut fand sie, der sie so sehr ansprach, dass sie ihn mitnehmen wollten.
Sie wollte gerade schon mit dem Hut auf dem Kopf den Laden verlassen, da hielt sie ein Mitarbeiter auf,
"Wie siehts mit zahlen aus?"
Das hatte Lilith ganz vergessen. Ihr war zuvor schon aufgefallen, dass man heute ein wenig anders bezahlte, als früher. Ungünstigerweise besaß Lilith kein modernes Geld.
Sie machte gerade den Mund auf, um mit dem 'Wort'
"Öhm..." zu beginnen, da tauchte ein Mann neben ihr auf, der dem Verkäufer etwas Geld reichte und sagte,
"Bitte sehr. Verzeihen sie die Umstände."
Etwas verwirrt zog der Verkäufer ab. Der Mann, der Lilith aus der Klemme geholfen hatte, war in Begleitung eines weiteren Mannes. Sie waren beide groß gewachsen, hatten kurzes, blondes Haar und stahlblaue Augen und sahen sich zu allem auch noch so ähnlich, dass ein Mensch sie für eineiige Zwillinge gehalten hätte. Lilith erkannte allerdings auf Anhieb worum es sich handelte.
Da sie keinerlei Verlangen danach empfand sich mit zwei von Metatrons Boten zu unterhalten, drehte sie sich um und wollte in Richtung Ausgang verschwinden. Doch kaum hatte sie sich umgedreht, stand ihr auch schon einer der beiden Engel im Weg.
"Lilith, wir haben eine Botschaft vom Rat der Seraphime für dich.", erklärte der Engel hinter Lilith.
Mit einem Lächeln auf dem Gesicht drehte Lilith sich zu dem Engel um, dabei schob sie mit der rechten Hand den Hut auf ihrem Kopf zurecht. Sie hätte nicht gedacht, das man so schnell von ihrem Erwachen erfahren würde und das man direkt zwei Boten - die zudem auch zwei ziemlich passable Kämpfer waren - schickte.
"Wenn es denn sein muss. Dann lasst hören was euer Rat mir zu sagen hat. Den Hut werde ich aber nicht wieder hergeben..."
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Die vier kamen nur langsam voran, da sie immer wieder stehen blieben und sich auf ihr Gespräch mit Metatron konzentrierten. Zum Teil schien ihnen nicht klar zu sein, an was für einem gefährlichen Ort sie sich befanden und dass sie selbst mit göttlichem Beistand in größter Gefahr schwebten. Doch von dieser war auch noch nicht viel zu sehen.
Das änderte sich allerdings, als irgendwann der Kopf eines Höllenhundes um die Ecke (hinter der Gruppe) des Ganges luckte. Das Monster machte keine Anstalten anzugreifen, sondern beobachtete einfach nur was die Leute dort taten.