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[Sammelthread] GEFAHRENZONE Film - Update: [A Serbian Film]

Fettes Review zu "Breaking Bad". Ist die Serie schon im Tv gelaufen?
Bezüglich der Plotbeschreibung bin ich mir nicht sicher, ob du da vielleicht etwas zu viel preisgibst, bzw. spoilerst. Insbesondere die Stelle, an der du verrätst, dass der Krebs eventuell heilbar sein wird.
Freue mich nun auf die Serie, da es sich wirklich nach etwas anhört, das ich so noch nicht gesehen habe (außerdem finde ich Cranston super und kann ihn mir momentan so garnicht in einer seriösen Rolle vorstellen :P).

Dann äußere ich mal noch einen Review-Wunsch, und zwar: The Nines. Die drei Vdieotheken, in denen ich Mitglied bin, haben ihn nicht. Wenn du also Lust hast, darüber was zu schreiben, würde ich mich freuen.
 
Breaking bad läuft meines Wissens noch nicht in Deutschland, obwohl ich die Ankündigung gelesen habe, dass am 21. eine Folge ausgestrahlt wird. Wo, weiß ich leider nicht. Ansonsten läuft sie nur auf dem Pay-Tv-Kanal AXN und auf dem Schweizer Sender SF2.
Aber auf bestimmten Seiten, kann man die Serie auch als Online-Stream sehen. *auf meinen vorherigen Post deut*

Ja, in meinen Reviews habe ich immer Probleme, zu verallgemeinern. In gewisser Weise sind sie damit eher für diejenigen gedacht, die die Filme und Serien bereits kennen, zu denen ich etwas schreibe. Ich gehe gerne gerade auf die kleinen Elemente ein, weswegen sich der eine oder andere Spoiler leider nicht vermeiden lässt.

The Nines klingt interessant, gibt es aber bis jetzt nur auf englisch. Und ich finde leider keine deutschen Untertitel...-_-
Die Deutsche Sub-Szene braucht echt Verstärkung... Aber so einen Thriller möchte ich mir ungerne mit englischen Untertiteln ansehen...
 
Ich sammle mehr oder weniger die Namen von Filmen die meiner Meinung nach unerwartetes bieten,Popcorn Kino oder den Menschen bis zum ende mit fiebern oder rätseln lassen.
Um diese dann bei Leuten mit der Frage "kennst du gute filme für nen DVD-Abend" die liste zu haben.

Ich hoffe es ist was dabei was du noch nicht kennst und was dir eine Review wert ist.
Toller Thread im übrigen ^^


Bin-jip,8Blickwinkel,300,Zurück in die Zukunft 1-3,Donnie Darko,Oldboy,Dämon ("Fallen" 1998),Phenomenon,Eve und der letzte Gentelman,Phantoms,The sixth Sense,Der blutige Pfad Gottes,Identity,Fight Club,Unbreakable,Thank you for smoking,
Sutter Cane,Die üblichen Verdächtigen,Magnolia, 21,The Illusionist
The Singing Detective,The signal,Cloverfield,V- For Vendetta,K-Pax,Lost in Translation,Lord of War,Charlie Wilsons War,
Butterfly Effect 1 nicht 2,Knocked Up,Octalus,Stiefbrüder,Superbad,Pineapple Express,Amok - He was a quiet man,Wasabi,Prestige - Meister der Magie,Cast Away,
American Beauty,Hidalgo,Quarantine,Zatoishi,Wenn die Geister Lieben,Gran Torino,Der-Ja-Sager,
Zimmer 1408,Joe gegen den Vulkan,Kung Fu Hustle,Watchman,
Smokin Aces,Shoot em up,Equilibrium,Hot Fuzz,Hangover,
Charlie und die Schokoladenfabrik,Catch me if you can,Herr der Ringe Trilogie,
Pleasantville – Zu schön um wahr zu sein,...................

80% Erst mit Auflösung aller Fragen am Ende des Films
60% Regen zum völligen Umdenken an.
70% Sehr sehr gute Schauspielerische Leistungen
100% Garantie von mir das 60% davon jedem gefallen werden

:hot:
 
Vielen Dank für die Liste, viele habe ich zwar noch nicht gesehen, aber so gut wie alle Namen sind mir geläufig. Bei vielen Entscheidungen kann ich nur sagen, "Ja", die versprechen auf jeden Fall einen tollen Filmabend. Du hast sowohl alte, neue als auch cineastische Klassiker drin, aber auch Popcorn-Streifen.

Hast du eine ganz besondere Empfehlung, einen Liebling aus der Liste, oder so?^^

Demnächst schreibe ich erstmal für junky2k3 eine Kritik zu "Wasabi - Ein Bulle in Japan", dem Jean Reno "Klassiker". Ich setze sehr hohe Erwartungen in den Film, da ich zugegebenermaßen noch keinen einzigen Film von ihm gesehen habe, auch den überall hochgelobten Film "Leon der Profi" nicht...
Jedes mal, wenn diese peinliche Bildungslücke zur Sprache kommt, atmen die Leute hörbar ein, als wäre es ein Sakrileg.XD
 
So, hallo Leute.

Ich wollte mal Bescheid sagen, weil sich einiges bei mir verändert hat. Ich bin seit ein paar Tagen offizielles Teammitglied der Seite "Hirnfick", einer Filmdatenbank, die sich mit dem abartigen Film beschäftigt, in all seinen grotesquen und illustren Facetten. Daher werde ich meine Schreibaktivität hier mehr oder weniger reduzieren müssen, da ich Kritiken von hier nicht dort posten kann und überhaupt von jetzt an in Filmecken graben werde, die hier wahrscheinlich die wenigsten interessieren...^^°

Die Seite ist noch im Aufbau, es sind also noch nicht alle Funktionen voll ausgereift, aber das wird noch. Die Seite hat Potential, ist optisch sehr ansprechend und bietet dem User die Möglichkeit, selber Kritiken zu schreiben, Kommentare zu Filmen abzugeben und Geld zu verdienen!
Allerdings sollte man sich registrieren, wenn man Zugriff auf die indizierten Filme haben will.

www.hirnfick-filme.net

Eines steht fest: Diese Filmdatenbank ist nichts für Jedermann. Diesen Anspruch haben wir auch gar nicht. Konventionelle Filmdatenbanken zu Mainstreamfilmen aller Art gibt es im Internet wie Sand am Meer. Was jedoch eine absolute Rarität ist und bleibt, sind Filmdatenbanken (gemeint sind nicht Blogs), die mehrheitlich nicht-mainstream Filme enthalten. Mit dem Projekt "Hirnfick" soll eine solche Filmdatenbank geschaffen werden. Nicht für Herr und Frau Normalverbraucher, welche über die Beschränktheit von abgeklatschten Hollywoodfilmen nicht hinwegkommen sondern für alle deutschsprachigen Fans unkonventionellen, speziellen Filmen.

Ich freue mich, wenn ihr uns besucht.^^
Meine erste und neueste Kritik dort ist über "Cannibal Holocaust". (Wird die Tage womöglich noch in der Vorschau erscheinen)

Meine nächste Kritik hier behandelt den Film "Avatar - Aufbruch nach Pandora", den ich heute im Cinestar IMAX 3D Berlin genießen durfte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich muss sagen das ich das schade finde. Ich habe bis jetzt viel wert auf deine Kritiken gelegt und sie häufig den Kritiken von Zeitschriften und Co. vorgezogen, weil ich sie einfach ungemein angenehm zu lesen fand. (Im Ernst und ohne zu übertreiben oder schleimen zu wollen.)

Naja whatever, ich freue mich jedenfalls auf deine Kritik zu Avatar da ich den Film persönlich gut gefunden habe, aber auch schon ganz andere Meinung gehört habe.
 
jup, das sind wirklich keine Mainstreamfilme und der Großteil fällt auch nicht in mein Metier.
Nur der Film mit der Hollywood-Ballerei klingt interessant.
Freue mich schon auf Avatar. :)

Kann mich nur Hero anschließen, ich fands sie auch angenehm zu lesen aber wenn du deine Ressourcen woanders besser einsetzen/verbessern kannst solltest du das tun. ^^
 
Ich möchte euch natürlich nicht vergraulen, indem ich euch einfach den Rücken zudrehe.^^°
Aber meine Zeit ist leider nur knapp bemessen, und die Kritiken erfordern schon eine Menge Konzentration und Freiraum. Und weil ich bei vielen Filmen die ich sehe im Endeffekt nicht mal Lust habe, eine Kritik zu schreiben, kommt es schon relativ selten vor, dass ich hier poste. Aber wenn mich ein Film beeindruckt und nicht in das Mindfuck-Modell passt, werde ich sie euch natürlich nicht vorenthalten. ;p

Und vielen, vielen Dank für das Lob, ihr streichelt mein Ego.XD
 
Update:​
Inception:

Christopher Nolan hält die Zukunft Hollywoods in seinen Händen. Mit Memento, Insomnia, Batman Begins, The Prestige, The Dark Knight und nunmehr seinem 6. Spielfilm Inception beweist er, dass sich Mainstream und Anspruch nicht gegenseitig ausschließen. Versteifen sich Regisseure wie Spielberg auf eine möglichst unterhaltsame Inszenierung und aggressive Filmkünstler wie Lars von Trier und Gaspar Noé auf ein möglichst kompliziertes, dicht gewobenes Konzept, dass den Zuschauer um jeden Preis überfordern soll, schafft Nolan immer wieder den perfekten Spagat und setzt neue Maßstäbe in punkto Inszenierung und Konzept. Seine Filme sind keine Arthaus-Schinken, kein angestrengt herausfordernder Kraftakt der Filmkunst, sondern Massenware, die aber dank seiner bekannten Besetzung und bodenständigen Inszenierung das Interesse des breiten Kinopublikums erregen. Und ohne irgendwie vom Hype der Nolan-Fans angesteckt worden zu sein, kann ich sagen, dass Inception großartig ist und Nolan ganz seiner Linie treu bleibt. Inception ist wahrhaft visionäres (Mainstream-)Kino, es hebt dass Thriller-Genre auf ein ungeahntes Niveaugefälle. Die Geschichte in Inception ist reichlich kompliziert, aber wer aufmerksam ist und weiß, was einem bei einem Nolan-Film erwartet, der dürfte keine Probleme haben zu folgen.

In der Welt von Inception ist es möglich, im Schlaf in die Köpfe anderer Menschen einzubrechen und sein eigenes Unterbewusstsein zu besuchen. In dieser "Parallelwelt", in der die Regeln der Physik keine Bedeutung mehr haben, ist es möglich, Erinnerungen und Gedanken zu entfernen. Dieser "Diebstahl" nennt sich Extraction. Das ist ein illegales und höchst riskantes Unterfangen, aber es gibt Unternehmen, die sich darauf spezialisiert haben. DiCabrio arbeitet für so ein Unternehmen. Im letzten Auftrag sollte er Pläne aus dem Kopf eines Industriellen stehlen und sie der Konkurrenz zukommen lassen. Doch der Auftrag scheitert und DiCabrio sieht sich gezwungen zu fliehen, da sein Auftraggeber kein Versagen entschuldigt. Es stellt sich jedoch heraus, dass der Industrielle, der bestohlen werden sollte, selber Interesse an DiCabrios Fähigkeiten als Extractor hat und den vorigen Auftrag nur als Test arrangiert hat. Er schlägt DiCabrio einen Tauschhandel vor. Der Gründer eines Industrie-Giganten liegt im Sterben. Sein Sohn soll die Firma weiterführen. Doch besteht das Unternehmen weiterhin, wird es den Markt dominieren und eine Monopol-Situation schaffen, die den fairen Wettbewerb unmöglich macht. Um dem vorzubeugen soll dem Spross des sterbenden Magnaten ein Gedanke eingepflanzt werden, es soll eine Inception stattfinden, die als unmöglich zu bewerkstelligen gilt. Im Gegenzug für seine Dienste wird sein Auftraggeber dafür sorgen, dass DiCabrio unbescholten zu seinen Kindern zurück kann und nicht mehr wegen seiner Vergangenheit gejagt wird. Er lässt sich auf das Geschäft ein und sucht sich ein Team, mit dem er vorhat, den Verstand des Erben zu infiltrieren und ihm den Gedankenkeim einzupflanzen, das Imperium seines Vaters aufzulösen. Auf der Reise in dessen Unterbewusstsein muss das Team nicht nur mit unerwarteten Schwierigkeiten kämpfen, sondern DiCabrio muss gleichzeitig seine Vergangenheit neu durchleben und mit ihr abschließen.

Die Story ist nicht so kompliziert, wie sie sich anhört. Sicher, ich habe viele Leute gesehen, die das Kino mit einem großen Fragezeichen im Gesicht verlassen haben, aber wer hier einen Actionfilm á la The Expendables oder seichten Politthriller erwartet, ist eindeutig schief gewickelt. Christopher Nolan macht es dem Zuschauer nicht leicht, er webt seinen Thriller so dicht, dass die Lauflänge gerade so ausreicht, alles zu erzählen. Trotzdem kommt kein Element zu knapp und als aufmerksamer Zuschauer sollten hinterher keine existenziellen Fragen offenbleiben. Trotzdem lässt es sich Nolan nicht nehmen, ein für ihn fast typisches Element einzubauen; nämlich ein letztes Aufbäumen, ein letzter Denkanstoß nochmal alles zu hinterfragen. So wird man Inception verlassen und sich sehr sicher sein, aber es trotzdem nicht wissen. Was ist Fiktion und was Realität? Nolan hinterlässt uns mit dieser Frage und bringt damit den Film kongenial auf den Punkt.

Die Inszenierung ist grandios. Sie ist nicht zu effektheischerisch, schlägt keine Kapriolen und Höhenflüge und ist trotzdem revolutionär, da sie zu einem wahrhaft großen Ganzen gehört, dass in sich ein monumentales Konzept bildet. Da sieht man sich ganze Städte verbiegen, Menschen schwerelos durch Gänge miteinander ringen, Autos in totaler Zeitlupe fliegen und all das ist auf abgedrehte Art und Weise noch absoluter Realismus. Kein Burton oder Singh kommt gegen die realistische Fantasie von Nolan an. Der Score ist von Hans Zimmer, was man dem Film auch anhört. Allerdings gibt es diesmal keinen Orchestra-Score, sondern Synthesizer-Bässe vom feinsten, die einem bis ins Mark fahren und den Film perfekt untermalen. Es ist mittlerweile normal, dass Nolan die feinste Schauspielerriege unter seinen Filmen vereint. Sowohl junge, als auch alte Schauspieltalente geben in seinen Filmen ihr Bestes. So ist es eigentlich nur ein kleiner Wehrmutstropfen, dass einige nur sehr wenig Screentime haben, oder ihr ganzes Talent nicht zur Geltung kommt. Trotzdem zeigt sich auch hier, dass Nolan nicht einen Schwachpunkt in seinen Filmen zulässt.

Fazit: Ich kann jedem nur dringendst raten, sich Inception anzugucken. Er ist ein genialer Thriller, der die Genregrenzen gewaltsam sprengt und auf einem Niveau agiert, dass Arthaus-würdig ist. Und Christopher Nolan beweist sich als wahrer Meister seines Fachs, weil er eben nicht nur die Kunstsparte bedient, sondern auch Liebling der Massen ist. Die Hoffnung des gehobenen Mainstreamkinos ist gesichert.

10/10
 
Zuletzt bearbeitet:
Hier mal wieder eine Review, die zwar vor über einem jahr geschrieben wurde, hier aber noch nicht gepostet wurde, aufgrund meiner kurzfristigen zusammenarbeit mit Gehirnfickfilme.net

Es ist so ziemlich die Einzige Rezension, mit der ich heute noch zufrieden bin:

Cannibal Holocaust - Nackt Und Zerfleischt:

Verboten, zensiert, verachtet – Noch nach 30 Jahren ist 'Cannibal Holocaust' einer der umstrittensten Filme des „Kannibalenfilm“-Genres, dass gleichsam mit diesem wichtigen Vertreter seinen Zenit erreichte und seinem Ende entgegensah. Doch in meinen Augen ist gerade seine immer noch aktuelle Botschaft und die Kontroversität, die selbst unter Horrorfans die Gemüter spaltet und hitzige Diskussionen entfacht, ein Beweis für seine Großartigkeit.

Eingeleitet mit dem konträren Score von Riz Ortolani, fährt die Kamera über den Amazonas. Sie fängt Bilder des mächtigen Regenwaldes ein und seines Flusses, der sich einer Schlange gleich durch den Urwald zieht. Der Mythos dieses dichten Dschungels ist nach wie vor ungebrochen. Was spielt sich unter den dichten Baumkronen ab, welche verborgenen Zivilisationen, mögen sich hier vor dem Fortschritt verstecken? Die Kamera fliegt über Flüsse und Wiesen, Baumgruppen und Mangroven. Dann kommt der Schnitt und wir werden hineingeworfen in die Zivilisation. Wolkenkratzer durchstoßen den Himmel, die Hintergrundgeräusche sind ein Einheitsbrei aus Verkehrsgeräuschen und Menschenmassen. In dieser, einer Vision gleichenden Metropole, die schon längst Alptraum und Realität geworden ist, erzählt uns ein Reporter vom Fortschritt der Menschheit und von den unerforschten Gebieten dieser Erde, in denen sich sogenannte „Primitive“ ihren heidnischen Ritualen hingeben. Gleichzeitig warnt er jedoch vor dem Risiko, Wissen nicht als alles antreibende Kraft zu betrachten. Denn wo beginnt und endet das Gewissen, das oft außer Acht gelassen wird, wenn es darum geht, Neuland zu erkunden? Beginnend mit dieser Fragestellung, werden dem Zuschauer vier Menschen vorgestellt. Alan Yates, Shanda Tommaso, Jack Anders und Mark Williams. Vier selbstbewusste, junge Journalisten, die sich dem „edlen“ Ziel verschrieben haben, über Missstände und Rückständigkeit in anderen Zivilisationen aufzuklären. Ihr neuestes Ziel ist der Amazonas. Sie wollen eine Dokumentation über Kannibalismus drehen und begeben sich zusammen mit einem Expeditionsleiter in das fremdartige Terrain zu den Ureinwohnern. Doch die Reise verläuft nicht nach Plan und nach mehr als zwei Monaten, als man nichts mehr von dem Expeditionsteam hört, schickt man den Anthropologen Professor Harold Monroe hinterher, der nach dem Verbleib des Teams, und vor allem dem des Filmmaterials sehen soll. Mithilfe des Expeditionsleiters Chaco Losojos und einem Gefangenen der Yakumo, der sie zu den Eingeborenen führen soll, macht er sich auf den Weg. Schon bald treffen sie auf erste Spuren der vier Journalisten. Zunächst besuchen sie die Yakumo, die ihnen zu verstehen geben, dass das Kamerateam für viel Leid gesorgt haben muss. Die freundlichen Ureinwohner führen sie zu den beiden verfeindeten Stämmen der Shamatari, dem Sumpfvolk und der Yanomamo, dem Baumvolk. Die Truppe hilft dem Baumvolk dabei, die Shamatari zu vertreiben, woraufhin die ihnen helfen. Bei dem Versuch, sich den Stammesangehörigen anzunähern, findet Monroe die Leichen des Filmteams und erreicht durch einen Tauschhandel, dass die Ureinwohner die Filmrollen herausgeben. Danach kehrt Monroe nach Amerika zurück. Ohne das Material gesichtet zu haben, beschließt der Auftraggeber der Dokumentation, der Sender ABC, die Mitschnitte unter dem Titel „Die grüne Hölle“ auszustrahlen. Monroe selber wird damit beauftragt, eine Art Portrait über die Hinterbliebenen zu drehen, mit Interviews der Angehörigen und Arbeitskollegen. Dabei stellt sich heraus, dass die vier erhebliche soziale Probleme hatten und keiner von ihnen so war, wie er zu sein schien. Auch bei der Sichtung des Filmmaterials wird deutlich, dass die vier keine Skrupel davor hatten, Leid und Schrecken in Szene zu setzen, unabhängig davon, wer darunter litt. Monroe weigert sich, an einem Projekt mitzuarbeiten, dass so menschenverachtende Aufnahmen nur für die Quote manipuliert, um dem Zuschauer eine Sensation zu bieten. Der Sender hingegen versteckt sich hinter seiner angeblichen Verantwortung, Informationen bieten zu müssen. Erst nachdem sich die Verantwortlichen die letzten Mitschnitte ansehen, erkennen sie die Verantwortung ihrem eigenen Gewissen gegenüber und sorgen dafür, dass das Material niemals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann.

"I wonder who the real cannibals are."

Mit diesem Gedanken geht Professor Monroe hinaus und die sich selbst zerfleischende Metropole, hinaus in eine Welt, die für die Informationsgewinnung weder Gewissen noch Skrupel kennt und, einem Kannibalen gleich, Menschen hemmungslos ausschlachtet und frisst.

Fazit: Ruggero Deodato hat mit diesem nonkonformistischen Meisterwerk ein Filmgenre auf ein Niveau gehoben, dass nie wieder von einem anderen Genrevertreter erreicht wurde und zum Untergang derselben Filmära führte. Sein Film ist das beste Beispiel dafür, wie man den Zuschauer perfekt manipulieren und beeinflussen kann. Denn ebenso, wie er mit diesem „Film im Film“ den Enthüllungsjournalismus kritisiert, verwendet er dessen typischen Elemente und steht am Ende nicht viel besser da, als sein Negativbeispiel. Zeigt die Dokumentation von Yates und seinen Freunden den Schrecken in seiner ganzen Pracht, lässt auch Deodato keine Gelegenheit aus, den Zuschauer darauf aufmerksam zu machen. Aber man sollte Deodato nicht allzu leichtfertig den Verwurf machen, er sei voyeuristisch, penetrant, oder ein Tierquäler. Er bringt das Opfer, das kein anderer Film gebracht hat. Denn er verurteilt seinen eigenen Film und verwendet bewusst reißerische Bilder, Sprüche und Plakate, um dem Zuschauer einen Spiegel vorzuhalten. Wenn er Gewalt zeigt, verkommt sie nicht zum bloßen Selbstzweck, sondern dient vielmehr dem geschickten Versuch, den Betrachter von der Schlechtigkeit dieses Werks zu überzeugen. Wie leicht fallen wir doch auf ebendiese Pseudo-Anspruchs-Werke herein, in denen wir gekonnt geködert werden und alles akzeptieren, was man uns vorsetzt, solange es unter dem Deckmantel des sogenannten „investigativem Journalismus“ verweilt. Die Snuff-Szenen, so kontrovers sie auch sein mögen, sind letztendlich nur „Mittel zum Zweck“ und erreichen genau das, was sie erreichen sollen. Die Schauspieler wurden im Vertrag dazu aufgefordert, sich nach dem Film ein Jahr aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen, um die Geschehnisse noch glaubhafter zu machen. Und Deodato selbst stand mehrmals vor Gericht, weil sein Film die Menschen zweifeln ließ, ob es sich nicht nur um einen Film, sondern vielmehr um wahre Begebenheiten handelte. All dieser Zündstoff ist Beweis dafür, dass Deodato geschafft hat, was nur wenige kontroverse Filmemacher erreichten. In seiner moralischen Ambivalenz ist er einzigartig, dem Betrachter wird die Entscheidung abgenommen, ob der Film gut ist, oder schlecht. Dieser Film ist schrecklich. Und ein Meisterwerk zugleich. Ein Film über Zivilisierte, die den Namen nicht wert sind, den sie tragen. Ein Film über die manipulative Kraft der Medien. Und letztendlich ein Film über das Gewissen und der Verantwortung gegenüber unserer Mitmenschen.

10/10
 
Zuletzt bearbeitet:
hehe, sehr nette Rezesion von Cannibal Holocaust... so ganz ohne negative Töne gibt es die wohl auch eher selten ^^...

Ich würde ja gerne nochmal auf Inception zurück kommen.... ich muss sagen, in den letzten 1 1/2 Jahren hat mich kaum ein Film so enttäuscht...
Ich hab ihn nicht im Kino gesehen, sondern erst auf DVD (wie das bei mir mit den meisten Filmen so ist)... dementsprechend hab ich ne Menge drüber gehört bevor ich ihn gesehen habe... oft das Wort "Meisterwerk" und sowas wie "die Brücke zwischen Kunst und Kommerz"... dazu das interessante Thema und Nolan von dem ich einiges halte... ich hab mich auf einen der besten Filme seit vielen Jahren eingestellt... und dann hab ich ihn gesehen... und er war gut, sogar herrausragend gut... aber eben nicht so gut, wie ich mir das vorgestellt habe... mich haben vorallem folgende Punkte gestört:
- die Geschichte um DiCaprio (weiß seinen Rollennamen grad nicht mehr) und seine Frau ist viel zu dominant... um es so auszudrücken, sie "versperrt die Sicht" auf die eigentliche Geschichte... und nimmt viel Zeit weg, die für diese Art von Film ohnehin schon knapp bemessen ist...
- alles neben DiCaprio verblasst.... im Grunde handelt es sich hier ja um ein typisches Heist-Movie-Szenario... eine Crew von Spezialisten zieht nen großen Coup durch... aber leider bleibt (trotz schauspielerischen Talent) die Crew komplett blass... 2 Minuten nach dem Film, wäre mir wahrscheinlich kein Name mehr eingefallen ^^... einzig der Auftraggeber bekommt ein bisschen Profil...
- Es ist ein Film, dessen Handlung in Träumen spielt.... und teilweise sind dabei wirklich beeindruckende Bilder entstanden... aber dennoch, mir fehlt insgesamt das surreale, eben das traumartige an den Bilder... okay, die Crew will dem Opfer ja vermitteln, es wäre noch in der realen Welt, daher sollte die Welt real aussehen.... aber es ist ja grade ein Charakteristikum von Träumen, dass wir unmögliches in ihnen als völlig selbstverständlich hinnehmen (wie im Film ja auch angedeutet "wie sind sie hier her gekommen...").
- Vorher habe ich öfter gehört der Filme sei so verschachtelt und komplex aufgebaut... okay, sein Hirn ausschalten sollte man während des Films nicht, aber sooo komplex ist der Film nun auch nicht und es wird einem alles was komplizierter sein könnte ja innerhalb des Films schon haarklein erklärt... zugegeben, das ist mehr ne Kritik an den Zuschauerreaktionen als am Film selbst... dennoch... ein paar Falltüren in der Geschichte wären schön gewesen (abgesehen von der wirklich vorhersehbaren Endszene ala "was ist real, was nicht?")
- Wenn man es sich genau betrachtet, sind die groß beeindruckenden Szenen wenig traumspezifisch... im Grunde ist vieles nur "normale" Actionkost, die ein wenig gegen die Gesetze der Physik verstößt... mehr Szenen wie die zusammengeklappte Stadt und weniger "Rumgeballer" und Prügeleien hätten mir mehr gegeben....
- Der Film ist mir für den Inhalt zu kurz.... ich hätte ihn mir gut als Mehrteiler vorstellen können.... dann wäre auch mehr Platz gewesen für Charakterentwicklung... und um dem Szenario ein bisschen mehr Tiefe zu verleihen...


... alles Meckern auf nem hohen Niveau... hätte ich den Film gesehen, bevor ich viel von ihm gehört hätte, wäre meine Reaktion vielleicht anders gewesen... aber meinen hohen Erwartungen im Vorfeld hat der Film leider am Ende nicht vollständig stand gehalten... so bleibt er mMn "nur" ein sehr, sehr guter Hollywoodstreifen... mehr aber auch nicht...
 
Zuletzt bearbeitet:
Kann deine Kritik nachvollziehen. Es gibt freilich noch genug, über das man meckern kann, von der offensichtlichen Schauspielerwahl bis hin zur Hollywood-Hochglanzoptik.
Es ist wie du sagst, nur ein Hollywoodstreifen und damit für die Masse konzipiert. Aber meine Ansprüche an diese waren stets sehr gering und in der Hinsicht hat mich Nolan doch mal wieder überrascht.
 
Etwas kürzere Rezensionen:

Wer den Wind sät (1960):

Amerika, 1925: Der junge Biologielehrer Cates wird vor den Augen seiner Schüler verhaftet. Der Grund lautet: Verbreitung der darwinistischen Abstammungslehre und damit einhergehender Verstoß gegen die christlich fundamental geprägte Gesetzgebung im Staat Tennessee. Die Stadt erwartet, dass an dem Gotteslästerer Cates ein Exempel statuiert wird und gewinnt den religiösen Fanatiker und Politiker Brady, der bei dem Schauprozess die Anklage vertritt. Überraschenderweise stellt sich der bekannte Anwalt Drummond als Cates Verteidiger heraus, mit dem Brady einst befreundet war.

"Wer den Wind sät", ist ein Film, der die scheinbar unbeantwortbare Frage nach der Synchronizität von Religion und Wissenschaft beantwortet. Der Film schafft es, die Seiten zu beleuchten, ohne zu verteufeln, aber auch ohne zu beschönigen. Da gibt es den Fundamentalisten Brady, der über alles an die Worte der Bibel glaubt und alles dafür tun würde, ihre Herrlichkeit zu verteidigen. Auf der anderen Seite, der etwas andere Mephisto, der Reporter Hornbeck, der sich zynisch über alles und jeden lustig macht, der in seinem Humor eine Bitternis mit sich trägt und einen Selbsthass, der an Mephisto aus Shakespears "Faust" erinnert. Und dann ist da noch Drummond, der die Wahrheit vermutlich als einziger begriffen hat; der versteht, ohne zu verdammen, der akzeptiert, ohne hinzunehmen. Nach dem Prozess (von dessen Ausgang ich ganz bestimmt nicht erzähle) verlässt er den Gerichtssaal, mit Darwins Abstammungslehre des Menschen und der Bibel unter dem Arm.
Was das bedeutet, lass ich euch gerne alleine herausfinden.

Das erste mal vor knapp 4 Jahren gesehen und es war wie ein Schlag ins Gesicht. Trotz seines Alters und seiner Länge (s/w, 123 min.), war ich von der ersten Minute an gefesselt, was wohl auch an meiner Vorliebe für Kammerspiele und Justizfilme liegen mag. Wer sich mit diesem Film anfreunden kann, ist automatisch mein Freund.^^

Jenseits aller Bewertungskriterien.
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Zeugin der Anklage (1957):

Meine Tour durch die Gerichtsfilme geht weiter. Ein Film nach einer Geschichte Agatha Christie's.
Humorvoll, gewitzt, und ein absolutes Heimspiel für Charles Laughton, der für seine Performance zurecht für einen Oscar nominiert wurde. Mit seinem Spiel steigt und fällt der Film. Trotz inhaltsloser Handlung, und einer hölzern agierenden Marlene Dietrich, macht der Film wegen seiner scharfen Dialoge Spaß. Das Ende mag damals überrascht haben, heute lockt es eher ein kleines Schmunzeln ob seiner Weltfremdheit aufs Gesicht.
Aber das war ja typisch für Filme damaliger Zeit.
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Mondo Cane (1962):

Mit Mondo Cane (Übersetzung: Hundewelt) begründen die italienischen Regisseure Gualtiero Jacopetti und Franco Prosperi das Dokumentar-Genre "Mondo". In den (guten) Vertretern dieser Gattung wird die Welt auf eine, wie mit den Augen eines Hundes, naive und neugierige Weise betrachtet, die die Schönheit zu würdigen weiß, aber die Hässlichkeit nicht ausspart. Jacopetti zeigt uns in Mondo Cane das Tier "Mensch", in seiner Absurdität, in seinen Riten, in seinem Benehmen und seiner Belastung für die Natur. Ob Tierquälereien in Europa und Asien, heidnische Rituale in sogenannter "zivilisierter" Gesellschaft, sexualisierte Bräuche oder Atomverseuchte Gegenden, die die Flora und Fauna nachhaltig verändern; die Kamera fängt es ein und zeigt uns den illustren Alltag der Welt. Ein Film, der zu begeistern weiß und sich wohltuend von anderen Dokumentationen abhebt.
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Africa Addio (1966):

Über 3 Jahre hinweg beobachten die Regisseure Jacopetti und Prosperi die Entwicklung Afrikas nach der Auflösung der Kolonialherrschaft. Ihr Zeitdokument steht im krassen Gegensatz zur Pro-Afrika-Propaganda, die damals in Europa zu hören war. "Africa Addio" (Übersetzung: Auf Wiedersehen, Afrika) zeigt die Entfremdung eines Kontinents, zerrüttet durch Rassismus und einer niemals gestatteten Unabhängigkeit. Zu sehen sind Bürgerrevolten, Äufstände, Massaker an Arabern durch Schwarze, Rassistische Bewegungen unter den Schwarzen, Tiermorde begünstigt durch die neue, grenzenlose Freiheit, etc.
Ein ganz und gar unromantischer, deprimierender Blick auf ein Afrika, dass nach Souveränität giert und dabei dem Rassismus verfällt und die Menschlichkeit vergisst.
Der Vorwurf vieler, dieser Film sei rassistisch, ist unbegründet, da er nur die Konsequenzen einer ebenso diktatorischen Kolonialzeit zeigt, die den Hunger nach Rache erst geschürt hat. Beide Seiten haben sich ganz und gar nicht mit Ruhm bekleckert.
Ein Film, der auch nach heutigen Maßstäben wirklich zum investigativen Journalismus zählt. Ein Film, der durch und durch ehrlich ist.
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Addio zio Tom (1971):

Während in Amerika um Martin Luther King getrauert wird, Malcolm X und Leroy Jones ihr rassistisches Rachegift versprühen und die Demonstrationen der Schwarzen ihren Höhepunkt erreichen, erblickt Prosperis und Jacopettis dritter und letzter Mondo-Dokumentarfilm (Mondo Cane 2 lass ich mal außen vor) das Licht der Welt. Er nimmt sich der Thematik „Onkel Tom's“ an, dem freundlichen Neger, der bereitwillig ausführt, was sein weißer Master ihm befiehlt. Der Film kennzeichnet den Höhepunkt des Filmschaffens beider Regisseure und ist gleichzeitig Karikatur und kritisches Zeitdokument. „Auf Wiedersehen, Onkel Tom“ bezeichnet die Verabschiedung jeglicher Friedfertigkeit, Geduld und Apathie, mit der Schwarze die Sklaverei erdulden mussten und zeigt uns, wie sich die Zeiten vom 18. Jahrhundert bis heute (70ger Jahre) verändert haben. Obwohl der Film auf historischen Fakten beruht, nehmen sich die Regisseure die Freiheit, zu inszenieren, zu interpretieren, was dem Film eine Intensität verleiht, die an Werke von Fellini und Pasolini erinnert. Es wird eine Epoche wieder zum Leben erweckt, die bereits in nostalgische Polster verpackt wurde, wie man vielem aus der Vergangenheit gedenkt. Scharfe Dialoge verdeutlichen den absurden Alltag von vor 200 Jahren und den Wissensstand, sowie die Überzeugung der Überlegenheit der Weißen, die die Sklaverei erst möglich machte. Aber nicht nur die Vergangenheit wird einem ehrlichen Röntgenblick unterzogen. Auch die Gegenwart wird analysiert und treffend, wenn auch politisch unkorrekt wiedergegeben. Hat sich nach Jahrzehnten der Emanzipation und Gleichheits-Bewegung irgendetwas geändert? Oder ist die Beziehung zwischen Weißen und Schwarzen noch immer einseitig dominiert und durch Missstände geprägt, die sich nunmehr subtiler denn je äußern? Wer ist heute Sklave, und wer Meister?
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Sein Leben in meiner Gewalt (1972):

Detective Johnson sucht einen Verbrecher. Einen Kinderschänder, um genau zu sein. Mehrere Mädchen hat er auf dem Gewissen und nun hat er schon wieder eines entführt, und dass trotz Warnungen der Polizei an die Bevölkerung, ihre Kinder nicht unbeaufsichtigt zu lassen. Nachdem das Mädchen gefunden wird und ins Krankenhaus gebracht wird, schnappt ein Streifenwagen einen Mann auf. Er ist verletzt, sichtlich verstört und wird mit aufs Revier genommen. Als Johnson ihn sieht, ist für ihn die Sache klar. Das ist der Mann. Er geht zu ihm in den Verhörraum, sie reden; alleine. Ein Schuss fällt. Was ist passiert?
Was Regisseur Sidney Lumet hier inszeniert, ist ein verstörendes Kammerspiel, ein grausig subtiler Schrecken, der einem tief in die Knochen fährt und nicht mehr entweicht. Wer ist dieser Polizist, der mit so einem abgründigen Hass nach dem Sexualstraftäter sucht? Was geht in seinem Kopf vor, wenn er an die Opfer denkt, wenn er die Spuren verfolgt, die zu den grausigen Verbrechen führen? „Sein Leben in meiner Gewalt“ ist ein Film von zwei verschiedenen Männern, die beide auf ihre Weise ihren Obsessionen erliegen. Der eine, ein Bürohengst mit Doppelleben, einer glücklichen Familie, Kindern. Der andere, ein seelisches Wrack, unfähig, zu verarbeiten, was sein Kopf sich vorstellt, seinen Selbsthass auf jeden projezierend, der ein Spiegelbild seiner Selbst darstellt. Wenn die Männer sich begegnen, wissen beide genau, wen sie vor sich haben. Zwei Verbrecher, der eine im Geiste, der andere im Leben, beobachten einander wie argwöhnische Tiere, sprechen das Unaussprechliche nicht aus; der Zuschauer weiß trotzdem. Wer hat wen in der Gewalt? Ist es der Seargent, der nicht vor willkürlicher Polizeigewalt zurückschreckt, der bereit ist, zu tun, was man tun muss, um die Gesellschaft zu beschützen? Oder ist es dieser Fremde, der sich schon als Sieger wähnt, der mit seinen Worten in tiefsten Abgründen wühlt und den Polizisten geschickt zu manipulieren weiß?
Ein virtuoser Film nach einem Theaterstück von John Hopkins. Eine großartige Rolle für Sean Connery.
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Im Glaskäfig (1986):

Der KZ-Arzt Klaus hat an hunderten Kindern während des 2. Weltkriegs Experimente durchgeführt. Nach dem Krieg geht er ins Exil, aber er kann nicht aufhören, Verbrechen zu begehen. Noch immer sucht er Jungs, missbraucht sie und tötet sie anschließend. Als er jedoch bei dem Versuch, sich selbst das Leben zu nehmen, vom Dach springt und dabei knapp überlebt, ist er fortan gezwungen, in einer eisernen Lunge zu leben. Dieser Apparat hält seine Lungenfunktion mühsam aufrecht und er ist nicht imstande, noch mehr zu tun, als den Kopf zu drehen. Seine Frau Griselda und Tochter Rena vereinsamen im Haus und die Mutter sucht nach einem Pfleger für ihren Mann. Da taucht der geheimnisvolle Angelo auf, der sich als Krankenpfleger ausgibt, und Klaus dazu bringt, ihn einzustellen. „Im Glaskäfig“ beschreibt die hilflose Situation von Klaus, ein Gefangener in einem Apparat zu sein, der sein Leben verlängert. Es ist ein Film über psychische und physische Dominanz und die Hilflosigkeit ihrer Opfer. Unfähig, zu handeln, einzuschreiten, muss Klaus zusehen, wie Angelo das Leben um ihn herum nach und nach zerstört. In einer Schlüsselszene öffnet Angelo die eiserne Lunge, setzt sich auf Klaus und gibt ihm selbst die Luft, die dessen kollabierte Lungen zum Atmen benötigen. Der schöne Unbekannte wird fast fließend zu dem, was Klaus einst war. Er hasst ihn, gleichzeitig begehrt er ihn aber auch, sein Körper verlangt dasselbe, nach dem Klaus verlangt. Nach und nach, wandeln sich die toten, hohen, von dunklem blau dominierten Kulissen des Hauses, in denen vorher nur das mechanische Schnaufen der eisernen Lunge zu hören war, mehr und mehr in eine Art Konzentrationslager. Angelo kann der Faszination des Schreckens nicht widerstehen und führt Verbrechen nach der Vorlage Klaus's Schilderungen durch. Dieser muss die psychische Folter tatenlos ertragen und wird Jahre nach seinen Vergehen wieder in den Strudel aus Machtmissbrauch und sexueller Perversion gezogen. So kehrt sich die Beziehung von Klaus und Angelo ins Gegenteil um; der ehemalige Täter wird zum Opfer, das Opfer verwandelt sich in den Täter.
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Ein Kind zu töten (1976):

Das Pärchen Tom und Eve wollen der kleinen Insel Almanzora einen Besuch abstatten. Sie wissen, dass sie abliegend und ruhig ist und sie wollen den kurzen Urlaub genießen, bevor Eve ihr Baby bekommt. Als sie die Insel erreichen, merken sie aber sehr schnell, dass etwas nicht stimmt. Kein einziger Erwachsener ist in dem kleinen Ort zu sehen, nur ein paar Kinder ab und an, wenn sie durch Gassen huschen und das Pärchen argwöhnisch beobachten. Bevor die beiden wissen, wie ihnen geschieht, werden sie Zeugen der Groteske, dass die Kinder sämtliche Erwachsenen auf der kleinen Insel getötet haben. Verzweifelt versuchen sie, dem Ganzen einen Sinn zu geben und mit dem Leben davonzukommen.
Sehen wir Bilder von toten Kindern, Kindern, die verstümmelt sind, bis auf die Knochen abgemagert sind und mehr einem Skelett, denn einem Menschen ähneln, sind wir schockiert. Wie kann es soetwas nur geben? Was für Menschen tun soetwas? Keiner würde je von sich behaupten, ein Kind verletzen zu wollen oder gar verletzt zu haben, weder wissentlich, noch unwissentlich. Und doch sind es die Kinder, die am meisten auf der Welt leiden, deren Opferzahlen in Kriegen am höchsten sind, die immer zuerst die negativen Auswirkungen erwachsener Handlungen zu spüren bekommen. Kriege, Abtreibung, Missbrauch; Kinder leiden am meisten in dieser kranken Welt. Regisseur Narciso Ibánez Serrador straft unsere Heuchelei Lügen, indem er uns eine verkehrte Welt zeigt, in der es nicht mehr länger die Erwachsenen sind, die Kinder töten. Nunmehr sind es Kinder, die Erwachsene ermorden, auf diesselbe unmenschliche und paradoxe Art, wie es ansonsten immer umgekehrt passiert. Als sie endlich begreifen, dass sie bei diesen Kindern nicht diesselben Maßstäbe anlegen können, wie woanders, ist es bereits zu spät. Wenn das offene Ende seine unheilvolle Kraft entfaltet, wissen wir um die Ironie, die der Titel „Ein Kind zu töten“ in sich trägt. Und vielleicht ist es doch nur die ausgleichende Gerechtigkeit, die hier ihr absurdes Werk beginnt.
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Blutiges Märchen (1975):

Der auf deutsch titelvergewaltigte Film „Blutiges Märchen“ (Original: „Mondo Candido“) ist der Abschlussfilm der Zusammenarbeit von Prosperi und Jacopetti. Basierend auf „Candide“ von Voltaire, inszenieren sie ein abstruses Märchen, gefühlvoll und opulent, philosophisch und verrückt. Der junge, naive Candide ist in Kunigunde, Tochter des Barons und der Baronin verliebt. Als er sie jedoch berührt, wird er vom Hof verjagt und gerät in die harte und grausame Welt. Auf seinem Weg durch verschiedene Zeitepochen, Länder und Völker, verliert sich seine Naivität und macht Verzweiflung und Ratlosigkeit Platz. Wer sind wir? Wohin gehen wir? Was hat das alles für einen Sinn? Die Suche nach seiner großen Liebe Kunigunde kommt der Suche nach der Wahrheit gleich. Jacopetti und Prosperi legen hier zum ersten mal die „Hunde“-Kamera weg und finden zu einer Sprache, die sehr persönlich und lebensbejahend ist.
„Denn alles was existiert, ist zu irgendeinem Zweck geschaffen und so ist es logisch, dass es notwendigerweise zum Besten ziemt.“
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Die zwölf Geschworenen (1957):

Das Spielfilmdebüt von Sidney Lumet („Sein Leben in meiner Gewalt“) ist ein Musterbeispiel für Gruppenzwang und ein faszinierender Blick hinter die Kullisse der Tätigkeit als Geschworener. Die 12 Geschworenen begeben sich nach Beendigung der Beweisaufnahme ins Hinterzimmer, um mit ihrem Urteil das Leben eines jungen Mannes zu retten, oder zu zerstören. Die Beweise sind eindeutig, die Motivation klar, der Mann hat sich klar als Täter entpuppt. Doch nur, wenn alle Geschworenen „Schuldig“ stimmen, kann der Angeklagte zum Tode verurteilt werden. Doch die Dinge sind nie so einfach. Denn Geschworener Nr. 8 stimmt als Einziger von zwölfen „Nicht schuldig“. Seine Gründe sind simpel: Er ist sich nicht sicher. Wie kann man wissentlich das Leben eines Menschen beenden, wenn nicht völlig eindeutig ist, ob er die Tat begangen hat, oder nicht? Im Laufe der Besprechung diskutieren die Geschworenen hitzig über alle Aspekte des Falls, bis sie sich schließlich, nach langen Debatten, alle einig sind.
Die Faszination von Gerichtsfilmen rührt von jeher vom fast schon spielerischen Charakter der amerikanischen Justiz her. Es ist ein Glücksspiel und die Jury ist der Pokertisch, auf dem die Partie ausgetragen wird. In Filmen wie „Die Jury“, oder anderen mittelmäßigen Grisham-Verfilmungen, wird diese Eigenart schon fast zur Karikatur überstilisiert, wenn die Anwälte zu emotionalen Phrasendreschern verkommen und die Jury auf schwer-schluckende, betroffene Voyeure reduziert werden. „Die zwölf Geschworenen“ zeigt uns einmal ein ganz anderes Bild. Es ist keine leichte Entscheidung, die hier getroffen wird und es ist eine schwere Bürde, die sie zu tragen haben. Sidney Lumet schafft es dabei, einen Großteil des Pathos komplett außen vor zu lassen, und stattdessen mit scharfen und kontroversen Dialogen zu überzeugen, die, ausgefechtet auf engstem Raum, noch mehr an Schärfe gewinnen. Verschiedenste Motivationen werden deutlich, eine schrill bunte Truppe, die alle auf ihre eigene Art der Gerechtigkeit zum Sieg verhelfen wollen. Obwohl Geschworene sich keinen guten Ruf gefallen lassen müssen, liegt vielleicht gerade in der Pluralität der Entscheidungsträger die wahre Gerechtigkeit. Hier ist die Chance potenziell höher, dass ein gerechtes Urteil gesprochen wird, weil nicht von Einzelnen beschlossen, sondern durch viele Köpfe hin und hergegangen. In diesem Film wird die Jury als der Hoffnungsträger der Gerechtigkeit gezeigt; ohne aber zu glorifizieren, denn der Geschworene ist nach wie vor, nur ein Mensch. Er sieht und hört, er denkt, er liebt und leidet; und manchmal, manchmal rettet er auch Leben.
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Inzwischen mach ich ja keine Ankündigungen mehr, damit setze ich mich selbst nur so sehr unter Druck, dass ich gar nichts geschrieben bekomme.^^
Aber ich halte mich gerade hauptsächlich mit Gerichtsfilmen auf und mit Filmen, die seehr alt sind.
Jacopetti und Prosperi habe ich abgehakt, Sidney Lumet steht noch auf dem Plan und dann mal sehen, was kommt...
 
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A Serbian Film:

Zuerst war ich auch ein bisschen ratlos, glaubte dann aber schon kurze Zeit später, den Sinn des Filmes verstanden zu haben. Um historische Vergleiche zu ziehen, fehlt mir die Kompetenz, aber ich erkenne in dem Film eine ganz eindeutige Sozialkritik, die sich in der Form äußert, dass uns hier eine absurd, nihilistisch verzerrte Karikatur der Gegenwart um die Ohren geklatscht wird, dass es nur so schallt. Vukmir ist der Mephisto, der die sexuell abartigsten Wünsche einer Konsumentenschaft erfüllt, die durch die Überreizung an Pornografie und Gewalt, die sich omnipräsent um uns herum befindet, verlernt hat, noch einfach zu 'fühlen'. So muss es immer weiter gehen, immer härter, tiefer, schneller, brutaler; schließlich kennt 'Kunst' ja keine Grenzen. Es ist der Wunsch einer deformierten Gesellschaft, die noch irgendetwas fühlen möchte. Wir sehen den 6-jährigen Jungen, der auf dem Sofa sitzt und sich Hardcore-Pornos ansieht, wir sehen den emotionslosen Sex zwischen Ehepartnern, der die distanzierte Härte eines Pornos aufweist, andererseits aber auch ein Bedürfnis nach Nähe ausdrückt, wir hören das kunstphilosophische Geschwafel Vukmirs, der die Gesellschaft als das erkennt, was es ist, ein aufgegeiltes, gewalthungriges Etwas, dass nicht mal mehr Emotionen als solche wahrnehmen kann und nur noch die Sahne ins Taschentuch abspritzen kann. Und er erkennt, dass die einfache Pornografie nicht mehr das zu leisten imstande ist, was früher einmal gereicht haben mag. Es geht nun um Leben. Es geht um Opfer. Allein in der Horrorfilm-Szene lässt sich diese Gewaltpotenzierung, diese Jagd nach dem "Mehr" gut beobachten. Terror-Kino, Torture-Porn, Amateur-Snuff, die Welt giert nach Mehr. Die logische Konsequenz wird uns nicht nur in Form des "Newborn-Porn" präsentiert, sondern auch in zahlreichen anderen Anspielungen, die für jeden Gorehound, der die Kritik verstanden hat, einen Schlag ins Gesicht darstellen.
Ein mächtiger Film, ein brutaler Film, der "Cannibal Holocaust" nicht unähnlich genau das kritisiert, was er selbst anwendet. Er klagt uns ob unserer Gewaltgeilheit an und ist selbst Objekt eben dieser Begierden. Man könnte über diese bittere Ironie lachen, wenn es nicht zu traurig wäre. Wer den Film jedoch auf seine Gewalt reduziert, verkleinert die Idee dahinter. Eine Schande und doch irgendwie ein Glück, dass der Film gerade wegen seiner Gewaltdarstellung so berühmt berüchtigt geworden ist. Ob man den Film nun gut finden darf, oder nicht, muss jeder für sich selbst beantworten.

Ich persönlich halte ihn für einen der intelligentesten und verstörendsten Horrorfilme seit "Salò - Die 120 Tage von Sodom". Anschauen auf eigene Gefahr!

9/10
 
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Also ich find deine Reviews sehr gut gelungen und lässt gut lesen! Was mich jetzt allerdings stört sind die Bewertungen. Zum einen schreibst du im Fazit: "Knallige Splatterkomödie, die keine Angst vor dramatischen Elementen hat und daher nie in die Banalität abdriftet. Sehr stilsicher und gekonnt inszeniert!" (Zombieland) und dies hört sich nach voller Punktzahl. Aber auf der anderen Seite gibt es 2 Punkte Abzug! Wieso das? Welche Faktoren sprechen zu diesem Abzug?

Eine gute Bewertung zeigt eigentlich auch die Schwächen des Films oder nicht? ^^

Übrigens, bin zufällig mal über die angesprochene Seite hirnfick-filme gestoßen. Einige der Splatter & Trash-Filme habe selbst mal gesehen und wusste nicht mal, dass es dafür Reviews gibt! Ich wünsch dir und den anderen, die dort fleißig arbeiten viel Erfolg! ^^
 
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