Etwas kürzere Rezensionen:
Wer den Wind sät (1960):
Amerika, 1925: Der junge Biologielehrer Cates wird vor den Augen seiner Schüler verhaftet. Der Grund lautet: Verbreitung der darwinistischen Abstammungslehre und damit einhergehender Verstoß gegen die christlich fundamental geprägte Gesetzgebung im Staat Tennessee. Die Stadt erwartet, dass an dem Gotteslästerer Cates ein Exempel statuiert wird und gewinnt den religiösen Fanatiker und Politiker Brady, der bei dem Schauprozess die Anklage vertritt. Überraschenderweise stellt sich der bekannte Anwalt Drummond als Cates Verteidiger heraus, mit dem Brady einst befreundet war.
"Wer den Wind sät", ist ein Film, der die scheinbar unbeantwortbare Frage nach der Synchronizität von Religion und Wissenschaft beantwortet. Der Film schafft es, die Seiten zu beleuchten, ohne zu verteufeln, aber auch ohne zu beschönigen. Da gibt es den Fundamentalisten Brady, der über alles an die Worte der Bibel glaubt und alles dafür tun würde, ihre Herrlichkeit zu verteidigen. Auf der anderen Seite, der etwas andere Mephisto, der Reporter Hornbeck, der sich zynisch über alles und jeden lustig macht, der in seinem Humor eine Bitternis mit sich trägt und einen Selbsthass, der an Mephisto aus Shakespears "Faust" erinnert. Und dann ist da noch Drummond, der die Wahrheit vermutlich als einziger begriffen hat; der versteht, ohne zu verdammen, der akzeptiert, ohne hinzunehmen. Nach dem Prozess (von dessen Ausgang ich ganz bestimmt nicht erzähle) verlässt er den Gerichtssaal, mit Darwins Abstammungslehre des Menschen und der Bibel unter dem Arm.
Was das bedeutet, lass ich euch gerne alleine herausfinden.
Das erste mal vor knapp 4 Jahren gesehen und es war wie ein Schlag ins Gesicht. Trotz seines Alters und seiner Länge (s/w, 123 min.), war ich von der ersten Minute an gefesselt, was wohl auch an meiner Vorliebe für Kammerspiele und Justizfilme liegen mag. Wer sich mit diesem Film anfreunden kann, ist automatisch mein Freund.^^
Jenseits aller Bewertungskriterien.
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Zeugin der Anklage (1957):
Meine Tour durch die Gerichtsfilme geht weiter. Ein Film nach einer Geschichte Agatha Christie's.
Humorvoll, gewitzt, und ein absolutes Heimspiel für Charles Laughton, der für seine Performance zurecht für einen Oscar nominiert wurde. Mit seinem Spiel steigt und fällt der Film. Trotz inhaltsloser Handlung, und einer hölzern agierenden Marlene Dietrich, macht der Film wegen seiner scharfen Dialoge Spaß. Das Ende mag damals überrascht haben, heute lockt es eher ein kleines Schmunzeln ob seiner Weltfremdheit aufs Gesicht.
Aber das war ja typisch für Filme damaliger Zeit.
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Mondo Cane (1962):
Mit Mondo Cane (Übersetzung: Hundewelt) begründen die italienischen Regisseure Gualtiero Jacopetti und Franco Prosperi das Dokumentar-Genre "Mondo". In den (guten) Vertretern dieser Gattung wird die Welt auf eine, wie mit den Augen eines Hundes, naive und neugierige Weise betrachtet, die die Schönheit zu würdigen weiß, aber die Hässlichkeit nicht ausspart. Jacopetti zeigt uns in Mondo Cane das Tier "Mensch", in seiner Absurdität, in seinen Riten, in seinem Benehmen und seiner Belastung für die Natur. Ob Tierquälereien in Europa und Asien, heidnische Rituale in sogenannter "zivilisierter" Gesellschaft, sexualisierte Bräuche oder Atomverseuchte Gegenden, die die Flora und Fauna nachhaltig verändern; die Kamera fängt es ein und zeigt uns den illustren Alltag der Welt. Ein Film, der zu begeistern weiß und sich wohltuend von anderen Dokumentationen abhebt.
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Africa Addio (1966):
Über 3 Jahre hinweg beobachten die Regisseure Jacopetti und Prosperi die Entwicklung Afrikas nach der Auflösung der Kolonialherrschaft. Ihr Zeitdokument steht im krassen Gegensatz zur Pro-Afrika-Propaganda, die damals in Europa zu hören war. "Africa Addio" (Übersetzung: Auf Wiedersehen, Afrika) zeigt die Entfremdung eines Kontinents, zerrüttet durch Rassismus und einer niemals gestatteten Unabhängigkeit. Zu sehen sind Bürgerrevolten, Äufstände, Massaker an Arabern durch Schwarze, Rassistische Bewegungen unter den Schwarzen, Tiermorde begünstigt durch die neue, grenzenlose Freiheit, etc.
Ein ganz und gar unromantischer, deprimierender Blick auf ein Afrika, dass nach Souveränität giert und dabei dem Rassismus verfällt und die Menschlichkeit vergisst.
Der Vorwurf vieler, dieser Film sei rassistisch, ist unbegründet, da er nur die Konsequenzen einer ebenso diktatorischen Kolonialzeit zeigt, die den Hunger nach Rache erst geschürt hat. Beide Seiten haben sich ganz und gar nicht mit Ruhm bekleckert.
Ein Film, der auch nach heutigen Maßstäben wirklich zum investigativen Journalismus zählt. Ein Film, der durch und durch ehrlich ist.
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Addio zio Tom (1971):
Während in Amerika um Martin Luther King getrauert wird, Malcolm X und Leroy Jones ihr rassistisches Rachegift versprühen und die Demonstrationen der Schwarzen ihren Höhepunkt erreichen, erblickt Prosperis und Jacopettis dritter und letzter Mondo-Dokumentarfilm (Mondo Cane 2 lass ich mal außen vor) das Licht der Welt. Er nimmt sich der Thematik „Onkel Tom's“ an, dem freundlichen Neger, der bereitwillig ausführt, was sein weißer Master ihm befiehlt. Der Film kennzeichnet den Höhepunkt des Filmschaffens beider Regisseure und ist gleichzeitig Karikatur und kritisches Zeitdokument. „Auf Wiedersehen, Onkel Tom“ bezeichnet die Verabschiedung jeglicher Friedfertigkeit, Geduld und Apathie, mit der Schwarze die Sklaverei erdulden mussten und zeigt uns, wie sich die Zeiten vom 18. Jahrhundert bis heute (70ger Jahre) verändert haben. Obwohl der Film auf historischen Fakten beruht, nehmen sich die Regisseure die Freiheit, zu inszenieren, zu interpretieren, was dem Film eine Intensität verleiht, die an Werke von Fellini und Pasolini erinnert. Es wird eine Epoche wieder zum Leben erweckt, die bereits in nostalgische Polster verpackt wurde, wie man vielem aus der Vergangenheit gedenkt. Scharfe Dialoge verdeutlichen den absurden Alltag von vor 200 Jahren und den Wissensstand, sowie die Überzeugung der Überlegenheit der Weißen, die die Sklaverei erst möglich machte. Aber nicht nur die Vergangenheit wird einem ehrlichen Röntgenblick unterzogen. Auch die Gegenwart wird analysiert und treffend, wenn auch politisch unkorrekt wiedergegeben. Hat sich nach Jahrzehnten der Emanzipation und Gleichheits-Bewegung irgendetwas geändert? Oder ist die Beziehung zwischen Weißen und Schwarzen noch immer einseitig dominiert und durch Missstände geprägt, die sich nunmehr subtiler denn je äußern? Wer ist heute Sklave, und wer Meister?
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Sein Leben in meiner Gewalt (1972):
Detective Johnson sucht einen Verbrecher. Einen Kinderschänder, um genau zu sein. Mehrere Mädchen hat er auf dem Gewissen und nun hat er schon wieder eines entführt, und dass trotz Warnungen der Polizei an die Bevölkerung, ihre Kinder nicht unbeaufsichtigt zu lassen. Nachdem das Mädchen gefunden wird und ins Krankenhaus gebracht wird, schnappt ein Streifenwagen einen Mann auf. Er ist verletzt, sichtlich verstört und wird mit aufs Revier genommen. Als Johnson ihn sieht, ist für ihn die Sache klar. Das ist der Mann. Er geht zu ihm in den Verhörraum, sie reden; alleine. Ein Schuss fällt. Was ist passiert?
Was Regisseur Sidney Lumet hier inszeniert, ist ein verstörendes Kammerspiel, ein grausig subtiler Schrecken, der einem tief in die Knochen fährt und nicht mehr entweicht. Wer ist dieser Polizist, der mit so einem abgründigen Hass nach dem Sexualstraftäter sucht? Was geht in seinem Kopf vor, wenn er an die Opfer denkt, wenn er die Spuren verfolgt, die zu den grausigen Verbrechen führen? „Sein Leben in meiner Gewalt“ ist ein Film von zwei verschiedenen Männern, die beide auf ihre Weise ihren Obsessionen erliegen. Der eine, ein Bürohengst mit Doppelleben, einer glücklichen Familie, Kindern. Der andere, ein seelisches Wrack, unfähig, zu verarbeiten, was sein Kopf sich vorstellt, seinen Selbsthass auf jeden projezierend, der ein Spiegelbild seiner Selbst darstellt. Wenn die Männer sich begegnen, wissen beide genau, wen sie vor sich haben. Zwei Verbrecher, der eine im Geiste, der andere im Leben, beobachten einander wie argwöhnische Tiere, sprechen das Unaussprechliche nicht aus; der Zuschauer weiß trotzdem. Wer hat wen in der Gewalt? Ist es der Seargent, der nicht vor willkürlicher Polizeigewalt zurückschreckt, der bereit ist, zu tun, was man tun muss, um die Gesellschaft zu beschützen? Oder ist es dieser Fremde, der sich schon als Sieger wähnt, der mit seinen Worten in tiefsten Abgründen wühlt und den Polizisten geschickt zu manipulieren weiß?
Ein virtuoser Film nach einem Theaterstück von John Hopkins. Eine großartige Rolle für Sean Connery.
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Im Glaskäfig (1986):
Der KZ-Arzt Klaus hat an hunderten Kindern während des 2. Weltkriegs Experimente durchgeführt. Nach dem Krieg geht er ins Exil, aber er kann nicht aufhören, Verbrechen zu begehen. Noch immer sucht er Jungs, missbraucht sie und tötet sie anschließend. Als er jedoch bei dem Versuch, sich selbst das Leben zu nehmen, vom Dach springt und dabei knapp überlebt, ist er fortan gezwungen, in einer eisernen Lunge zu leben. Dieser Apparat hält seine Lungenfunktion mühsam aufrecht und er ist nicht imstande, noch mehr zu tun, als den Kopf zu drehen. Seine Frau Griselda und Tochter Rena vereinsamen im Haus und die Mutter sucht nach einem Pfleger für ihren Mann. Da taucht der geheimnisvolle Angelo auf, der sich als Krankenpfleger ausgibt, und Klaus dazu bringt, ihn einzustellen. „Im Glaskäfig“ beschreibt die hilflose Situation von Klaus, ein Gefangener in einem Apparat zu sein, der sein Leben verlängert. Es ist ein Film über psychische und physische Dominanz und die Hilflosigkeit ihrer Opfer. Unfähig, zu handeln, einzuschreiten, muss Klaus zusehen, wie Angelo das Leben um ihn herum nach und nach zerstört. In einer Schlüsselszene öffnet Angelo die eiserne Lunge, setzt sich auf Klaus und gibt ihm selbst die Luft, die dessen kollabierte Lungen zum Atmen benötigen. Der schöne Unbekannte wird fast fließend zu dem, was Klaus einst war. Er hasst ihn, gleichzeitig begehrt er ihn aber auch, sein Körper verlangt dasselbe, nach dem Klaus verlangt. Nach und nach, wandeln sich die toten, hohen, von dunklem blau dominierten Kulissen des Hauses, in denen vorher nur das mechanische Schnaufen der eisernen Lunge zu hören war, mehr und mehr in eine Art Konzentrationslager. Angelo kann der Faszination des Schreckens nicht widerstehen und führt Verbrechen nach der Vorlage Klaus's Schilderungen durch. Dieser muss die psychische Folter tatenlos ertragen und wird Jahre nach seinen Vergehen wieder in den Strudel aus Machtmissbrauch und sexueller Perversion gezogen. So kehrt sich die Beziehung von Klaus und Angelo ins Gegenteil um; der ehemalige Täter wird zum Opfer, das Opfer verwandelt sich in den Täter.
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Ein Kind zu töten (1976):
Das Pärchen Tom und Eve wollen der kleinen Insel Almanzora einen Besuch abstatten. Sie wissen, dass sie abliegend und ruhig ist und sie wollen den kurzen Urlaub genießen, bevor Eve ihr Baby bekommt. Als sie die Insel erreichen, merken sie aber sehr schnell, dass etwas nicht stimmt. Kein einziger Erwachsener ist in dem kleinen Ort zu sehen, nur ein paar Kinder ab und an, wenn sie durch Gassen huschen und das Pärchen argwöhnisch beobachten. Bevor die beiden wissen, wie ihnen geschieht, werden sie Zeugen der Groteske, dass die Kinder sämtliche Erwachsenen auf der kleinen Insel getötet haben. Verzweifelt versuchen sie, dem Ganzen einen Sinn zu geben und mit dem Leben davonzukommen.
Sehen wir Bilder von toten Kindern, Kindern, die verstümmelt sind, bis auf die Knochen abgemagert sind und mehr einem Skelett, denn einem Menschen ähneln, sind wir schockiert. Wie kann es soetwas nur geben? Was für Menschen tun soetwas? Keiner würde je von sich behaupten, ein Kind verletzen zu wollen oder gar verletzt zu haben, weder wissentlich, noch unwissentlich. Und doch sind es die Kinder, die am meisten auf der Welt leiden, deren Opferzahlen in Kriegen am höchsten sind, die immer zuerst die negativen Auswirkungen erwachsener Handlungen zu spüren bekommen. Kriege, Abtreibung, Missbrauch; Kinder leiden am meisten in dieser kranken Welt. Regisseur Narciso Ibánez Serrador straft unsere Heuchelei Lügen, indem er uns eine verkehrte Welt zeigt, in der es nicht mehr länger die Erwachsenen sind, die Kinder töten. Nunmehr sind es Kinder, die Erwachsene ermorden, auf diesselbe unmenschliche und paradoxe Art, wie es ansonsten immer umgekehrt passiert. Als sie endlich begreifen, dass sie bei diesen Kindern nicht diesselben Maßstäbe anlegen können, wie woanders, ist es bereits zu spät. Wenn das offene Ende seine unheilvolle Kraft entfaltet, wissen wir um die Ironie, die der Titel „Ein Kind zu töten“ in sich trägt. Und vielleicht ist es doch nur die ausgleichende Gerechtigkeit, die hier ihr absurdes Werk beginnt.
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Blutiges Märchen (1975):
Der auf deutsch titelvergewaltigte Film „Blutiges Märchen“ (Original: „Mondo Candido“) ist der Abschlussfilm der Zusammenarbeit von Prosperi und Jacopetti. Basierend auf „Candide“ von Voltaire, inszenieren sie ein abstruses Märchen, gefühlvoll und opulent, philosophisch und verrückt. Der junge, naive Candide ist in Kunigunde, Tochter des Barons und der Baronin verliebt. Als er sie jedoch berührt, wird er vom Hof verjagt und gerät in die harte und grausame Welt. Auf seinem Weg durch verschiedene Zeitepochen, Länder und Völker, verliert sich seine Naivität und macht Verzweiflung und Ratlosigkeit Platz. Wer sind wir? Wohin gehen wir? Was hat das alles für einen Sinn? Die Suche nach seiner großen Liebe Kunigunde kommt der Suche nach der Wahrheit gleich. Jacopetti und Prosperi legen hier zum ersten mal die „Hunde“-Kamera weg und finden zu einer Sprache, die sehr persönlich und lebensbejahend ist.
„Denn alles was existiert, ist zu irgendeinem Zweck geschaffen und so ist es logisch, dass es notwendigerweise zum Besten ziemt.“
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Die zwölf Geschworenen (1957):
Das Spielfilmdebüt von Sidney Lumet („Sein Leben in meiner Gewalt“) ist ein Musterbeispiel für Gruppenzwang und ein faszinierender Blick hinter die Kullisse der Tätigkeit als Geschworener. Die 12 Geschworenen begeben sich nach Beendigung der Beweisaufnahme ins Hinterzimmer, um mit ihrem Urteil das Leben eines jungen Mannes zu retten, oder zu zerstören. Die Beweise sind eindeutig, die Motivation klar, der Mann hat sich klar als Täter entpuppt. Doch nur, wenn alle Geschworenen „Schuldig“ stimmen, kann der Angeklagte zum Tode verurteilt werden. Doch die Dinge sind nie so einfach. Denn Geschworener Nr. 8 stimmt als Einziger von zwölfen „Nicht schuldig“. Seine Gründe sind simpel: Er ist sich nicht sicher. Wie kann man wissentlich das Leben eines Menschen beenden, wenn nicht völlig eindeutig ist, ob er die Tat begangen hat, oder nicht? Im Laufe der Besprechung diskutieren die Geschworenen hitzig über alle Aspekte des Falls, bis sie sich schließlich, nach langen Debatten, alle einig sind.
Die Faszination von Gerichtsfilmen rührt von jeher vom fast schon spielerischen Charakter der amerikanischen Justiz her. Es ist ein Glücksspiel und die Jury ist der Pokertisch, auf dem die Partie ausgetragen wird. In Filmen wie „Die Jury“, oder anderen mittelmäßigen Grisham-Verfilmungen, wird diese Eigenart schon fast zur Karikatur überstilisiert, wenn die Anwälte zu emotionalen Phrasendreschern verkommen und die Jury auf schwer-schluckende, betroffene Voyeure reduziert werden. „Die zwölf Geschworenen“ zeigt uns einmal ein ganz anderes Bild. Es ist keine leichte Entscheidung, die hier getroffen wird und es ist eine schwere Bürde, die sie zu tragen haben. Sidney Lumet schafft es dabei, einen Großteil des Pathos komplett außen vor zu lassen, und stattdessen mit scharfen und kontroversen Dialogen zu überzeugen, die, ausgefechtet auf engstem Raum, noch mehr an Schärfe gewinnen. Verschiedenste Motivationen werden deutlich, eine schrill bunte Truppe, die alle auf ihre eigene Art der Gerechtigkeit zum Sieg verhelfen wollen. Obwohl Geschworene sich keinen guten Ruf gefallen lassen müssen, liegt vielleicht gerade in der Pluralität der Entscheidungsträger die wahre Gerechtigkeit. Hier ist die Chance potenziell höher, dass ein gerechtes Urteil gesprochen wird, weil nicht von Einzelnen beschlossen, sondern durch viele Köpfe hin und hergegangen. In diesem Film wird die Jury als der Hoffnungsträger der Gerechtigkeit gezeigt; ohne aber zu glorifizieren, denn der Geschworene ist nach wie vor, nur ein Mensch. Er sieht und hört, er denkt, er liebt und leidet; und manchmal, manchmal rettet er auch Leben.
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Inzwischen mach ich ja keine Ankündigungen mehr, damit setze ich mich selbst nur so sehr unter Druck, dass ich gar nichts geschrieben bekomme.^^
Aber ich halte mich gerade hauptsächlich mit Gerichtsfilmen auf und mit Filmen, die seehr alt sind.
Jacopetti und Prosperi habe ich abgehakt, Sidney Lumet steht noch auf dem Plan und dann mal sehen, was kommt...