Eltern sollten Grundlagen beibringen. Gesprächs- und Verhaltensregeln sind etwas, dass ein Kind im Idealfall schon im Kindergartenalter erlernen sollte. Simple Dinge wie das Abziehen auf der Toilette, dass man Andere nicht schlägt, ausreden lassen und all das.
Das ist die Aufgabe der ELTERN. Aber mehr und mehr Eltern geben ihr Kind fast vollig unerzogen in die Schule, teilweise sogar mit so dollen Aussagen wie "Endlich kommt es in die Schule, wird Zeit, dass es mal endlich Benehmen lernt".
DIESE Art von Erziehung ist NICHT Aufgabe der Schule.
Das die Schule als sozialer Treffpunkt (und auch einer der vielen Mittelpunkte) der Kinder auch einen Erziehungswert hat, ist naturlich offensichtlich.
ABER wenn es z.B. grosse probleme im Verhalten des Kindes gibt, wird das nie der Lehrer ubernehmen, sondern der Sozialpädagoge. Zeigt das Kind sich sehr auffällig im Unterricht, holt man einen Kinderpsychologen zur Rate. Bei massivem Fehlverhalten werden die Eltern zur Schule bestellt. Die Lehrer haben eine Wissensvermittlung als priorität und wenn das Kind durch falsche oder gar fehlende Erziehung nicht in der Lage sind, dieses Wissen zu empfangen, dann werden die Lehrer dennoch in den seltensten Fällen tatsächlich erziehen.
Dass sie einem fortgeschrittene Konversationsregeln (z.B. während den Thematiken praktikum oder Debatte) beibringen, ist klar.
Dass sie bei kleineren Verhaltens-Fehlschritten (z.B. wenn zwei Schuler streiten) eingreifen und damit erziehen, ist ebenfalls klar.
Aber alles, was darauf hinweist, dass es deutlich an Erziehung mangelt, wird meines Wissens nach nie von den Lehrern korrigiert. Diese leiten Massnahmen in die Wege, erziehen aber selbst nicht.
Sowohl meine Dozenten wie auch die Lehrer, die ich in meinen praktikas traf, haben mir das immer wieder eingebläut. Ich bin NICHT Elternersatz.
Kein Lehrer ist Elternersatz. Was unter Anderem sogar dazu fuhrt, dass der Klassenlehrer bei einem Mobbingfall nicht in die Gespräche miteinbezogen wird, da wir nunmal WISSENSpädagogik (ich habe z.B. Schwerpunkt Dramenpädagogik) erlernen. Im Master kommt noch vorrangig Erziehungswissenschaften dran, aber auch diese sind vorrangig mit der perspektive, die Lernprozesse von Kindern zu verstehen und zu nutzen, um das Vermitteln von Dingen wie photosynthese, Shakespear und philosophie zu erleichtern. Wir lernen aber sicherlich nicht, wie man kind-psychologische prozesse analysiert, was es bedeutet wenn Kind diese oder jene seltsame Verhaltensweise zeigt.
Es gab sogar Fälle, wo Lehrer tatsächlich die Erziehung teils ubernahmen und dann angezeigt wurden, da das Ergebnis mit der Erziehungsidee der Eltern kollidierte.
Deshalb, auch wenn es manche von euch nicht wahrhaben wollen (oder mich bewusst missverstanden haben):
Die Schule ist KEIN Elternersatz. Lehrer sind KEIN Elternersatz.
Banale Dinge wie "Sollte ich wen schlagen" und "Was darf ich mir ansehen und was nicht" sind Elternsache. Wenn es da schon bei Schulantritt scheitert, dann hat das Kind einen langen Weg vor sich, an dem allerdings die Lehrer nur teilweise mitlaufen.