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[Sammelthread] GEFAHRENZONE Film - Update: [A Serbian Film]

Update:

SAW - Reihe

SAW ist die einzige Horrorreihe, die heutzutage existiert und sie hat alle seine Vertreter vorher überholt und überrundet mit ihren Einnahmen. Weshalb? Wie alle Horrorreihen setzt SAW auf Blut, ein immergleiches Grundgerüst und einen Serienkiller, der sogar (oder eher gerade) die Dümmsten moralisch anspricht. Wer mit Horror nichts anfangen kann und seinen elitären Kopf schütteln muss, wenn er an Mainstream-Filme denkt, kann jetzt getrost aufhören zu lesen. Denn vieles, was ein Filmkritiker normalerweise an Filmen wie diesen bemängelt, macht SAW besonders und beweist den Erfolg der Serie.

Ich beginne mit einer kleinen Chronologie der bisherigen SAW-Teile. Alle, die den sechsten Film noch nicht kennen und nicht gespoilert werden wollen, sollten ebenfalls hier aufhören zu lesen.

John Kramer arbeitet im Baugewerbe. Er ist mit Jill Tuck verheiratet. Zusammen mit dem Rechtsanwalt Art Blank arbeitet er an einem Bauprojekt, einem Haus, in das minderbemittelte Familien einziehen sollen. Kramer entwarf dafür das Design. Das allererste Gebäude, das John entwarf wurde von einer Firma namens "Gideon" bezogen. Jill Tuck eröffnet eine Klinik für Drogenabhängige. Auf der Eröffnungsfeier der Klinik lernt John den Versicherungsmanager William Easton kennen. Zu der Zeit ist Jill bereits schwanger, sie erwartet einen Jungen, der Gideon heißen soll. Obwohl John von Anfang an gegen diese Klinik war, weil er den Abhängigen nicht traute, unterstützte er seine Frau und half ihr in der Schwangerschaft. Eines Abends überfällt der Junkie Cecil zusammen mit Amanda Young die Drogenklinik, in der Jill spät noch gearbeitet hat. Dabei verliert sie ihr Baby. John Kramer, kann sich selbst, aber vor allem ihr nicht verzeihen, weil sie so blind gefährlichen Menschen vertraute und verlässt sie. Kurz darauf erfährt er von Dr. Lawrence Gordon, dass er Krebs hat und sich ein bösartiger Tumor in seinem Gehirn breit macht. Als er eine Möglichkeit indet, seinen Krebs zu behandeln, wird die von dem Krankenkassenmanager William abgeleht, da die Heilungsrate zu gering ist. Verzweifelt über die Anhäufung persönliche Unglücke, sieht John in seinem Leben keinen Sinn mehr und versucht sich umzubringen. Der Selbstmordversuch scheitert, aber John hat eine wertvolle Lektion aus den unsäglichen Schmerzen gelernt, die in ihm toben. Die Menschen sollten jede Minute ihres Lebens schätzen und dankbar sein, für dass, was sie besitzen. Aber es bringt nichts, wenn einem andere das sagen, man muss es selber lernen und sein Leben selber in die Hand nehmen. Fortan bastelt John an Plänen, Instrumenten und Werkzeugen, die er einsetzen will, um die Menschen in seinem Umfeld zu befreien. Dabei entsteht auch die Puppe Billy in seiner heutigen Form, da sie ursprünglich als Puppe für Gideon gedacht war. Seine erste Versuchsperson ist Cecil. Cecil schafft es, aus Johns Falle zu entkommen, aber das nur, weil die Technik unausgereift war. Er stirbt dennoch, da er in ein Drahtgitter aus Stacheldraht fällt. Jill Tuck besucht John mehrmals, um sich mit ihm zu versöhnen, aber John weiß, dass er jetzt nicht mehr nur ihr Ehemann sein kann, er hat seine Lebensaufgabe darin gefunden, die Leben Anderer zu retten. Auch Blank, der Rechtsanwalt besucht ihn ein letztes mal, um ihn auf seine Verantwortung als Designer des Miethauses anzusprechen, dass beide gebaut haben. John wirft ihn hinaus, er will mit dem Haus nichts mehr zu tun haben. Während Jigsaw seine Spiele weiter spielt und unbekannt bleibt, fangen die Polizisten David Tapp, Steven Sing und Kerry an, in den Fällen zu ermitteln. John Kramer wird von den Medien als "Jigsaw" tituliert, was auf die Puzzlestücke zurückzuführen ist, die er seinen Opfern aus dem Fleisch schneidet. Der Polizist Mark Hoffman erkennt seine Chance, die die zahlreichen Serienmorde ihm bieten und baut selber eine Falle auf, in die er den Mörder seiner Schwester, Seth Baxter, steckt. Seth stirbt und Hoffman, der denkt, mit seiner Rachetour durchzukommen, findet auf seinem Schreibtisch einen Umschlag von Jigsaw, in dem steht, dass er weiß, wer er ist. Während Hoffman auf der Suche nach ihm ist, entführt Jigsaw ihn und bringt ihn selber in eine ausweglose Sitiation. Aber Hoffman besteht den provisorischen Test und Jigsaw lässt ihm die Wahl: Entweder tötet er Jigsaw und riskiert, dass die Dokumente, die beweisen, dass Hoffman Baxter getötet hat, veröffentlicht werden, oder er lernt von Jigsaw eine Art der "Rehabilitierung", bei der er den Menschen sogar hilft, indem er sie in Fallen steckt. Hoffman wird der "Schüler" von Jigsaw und sorgt im Polizeidienst dafür, in allen SAW-Fällen mitermitteln zu dürfen. Während einer Falle, die Jigsaw aufbaut, lassen die beiden einen Kugelschreiber von dem Arzt Lawrence Gordon zurück, um die Spur auf ihn zu lenken. Auch die drogensüchtige Amanda landet in einer der Fallen von Jigsaw. Aber sie überlebt als Erste einen richtigen test von Jigsaw und kann fliehen. Jigsaw ist von ihrem Lebenswillen beeindruckt und nutzt ihre Dankbarkeit, indem er sie zu seiner zweiten Schülerin macht. Hoffman bleibt von da an im Hintergrund, Amanda weiß am Anfang nicht einmal, dass Jigsaw einen Komplizen hat, der ihm unter anderem Polizei-Akten besorgt. Während der Ermittlungen gegen Jigsaw, stoßen Sing und Tapp auf das Versteck von Jigsaw und beschließen kurzerhand, ohne jegliche Verstärkung anzufordern, Jigsaw zu stellen. Ein Fehler, wie sich herausstellt, denn Jigsaw kann entkommen, Sing stirbt und Tapp wird die Kehle aufgeschlitzt. Tapp überlebt, wird aber vom Dienst suspendiert, wegen seiner Besessenheit, Jigsaw zu schnappen. Er versteift sich auf die These, dass Gordon der Killer sein muss und überwacht sein Haus, ihn und alle seine Aktivitäten. Dazu engagiert er den Privatdetektiv Adam Faulkner, der Dr. Gordon folgt und Fotos von ihm und dessen Geliebte macht. Jigsaw beschließt, Gordon und Faulkner selbst zu testen und betäubt und verschleppt sie, mit der Hilfe von Amanda. Außerdem wird Zepp, einer der Krankenpfleger, der John pflegte, als er im Krankenhaus lag, vergiftet. Er wird vor die Option gestellt, entweder an dem Gift zu sterben, oder in Jigsaws Spiel mitzuspielen, indem er Gordons Familie als Geisel hält und für emotionalen Druck bei dem Dr. sorgt, damit er das Gegengift erhält. All das, damit Dr. Gordon seine Aufgabe erfüllt und Adam tötet und sich selbst den Fuß absägt, um zu entkommen. Jigsaw selber liegt im Raum, als Leiche getarnt, um das Spiel zu überwachen. Aber Gordon tötet Adam nicht, weshalb Zepp gezwungen ist, dessen Familie zu töten. Aber das geht schief, weil seine zwei Geiseln sich freigekämpft haben und außerdem der pensionierte Cop Tapp auftaucht, der auf seinen Kameraufnahmen von Gordons Haus Schüsse gehört hat. Zepp rennt weg, auf dem Weg in das Badezimmer, in dem Lawrence und Adam liegen, um beide zu erschießen. Er wird von Tapp verfolgt. Lawrence, der den Kampf seiner Familie am Handy mitanhörte, ist verzweifelt und sägt sich doch noch den Fuß ab und schießt auf Adam. Tapp wird von Zepp bei der Verfolgung erschossen und will kurz darauf auch Gordon erschießen. Aber Adam, der nur einen Streifschuss durch die Schulter bekam, stürzt sich von hinten auf ihn und tötet ihn mithilfe des Spülkastendeckels. Gordon verlässt kriechend den Raum, um Hilfe zu holen. Während Adam wartet, erhebt sich Jigsaw, um das gescheiterte Spiel zu vollenden. Er verpasst Adam einen Elektroschock und verlässt den Raum, in dem Adam alleine sterben soll. Amanda, die einige emotionale Probleme hat, "erlöst" Adam von seinem Schmerz, indem sie ihn mit einer Plastiktüte erstickt. Im nächsten Spiel entführen Jigsaw und Amanda 7 Exknackis und den Sohn von Detective Eric Matthews, Daniel, und sperren sie in ein Haus, durch das Gift strömt, welches die Lunge innerhalb von 3 Stunden zersetzt. Unter den Gefangenen ist auch Amanda, die im Spiel unauffällig dafür sorgt, dass die Gefangenen die Grundsätze Jigsaws nicht vergessen und sich an die Spielregeln halten. 6 der Gefangenen sterben, Daniel erhält ein Gegenmittel und wird von Amanda zu Jigsaw gebracht, der ihn in einen Safe sperrt, nicht ohne die Luftzufuhr zu regulieren. Die Aufnahmen, von den Aktivitäten im Haus, bringt Jigsaw in ein anderes Haus, spielt sie dort mit einem Videorekorder ab und peilt von seinem ersten Quartier aus das Videosignal in diesem Haus an. Er lässt den Informanten Eric Matthews entführen, der seinen Test nicht besteht, und bringt am Tatort eine Nachricht an den Wänden an, die Matthews dazu bringt, sich näher mit dem Fall zu befassen. Wegen eines Krachs mit seinem Sohn wenige Tage vorher, weiß er nichts von der Gefahr, in der sein Sohn schwebte. Die Ermittler finden bald Jigsaws Versteck heraus und stürmen das Gebäude mit einem SWAT-Team. In dem Gebäude finden sie Jigsaw, der an einem Tropf hängt und sich kaum noch bewegen kann und mehrere Computer, auf denen die Video-Aufnahmen der vergangenen Ereignisse ablaufen, was die Polizisten aber nicht wissen. Eric glaubt, dass passiere gerade in dem Moment und versucht alles, um seinen Sohn zu retten. Jigsaws Spiel lautet aber, gerade nichts zu tun und abzuwarten, bis die Zeit um ist. Erst dann könne Matthews seinen Sohn wiedersehen, der ja eigentlich sicher im Safe liegt. Aber Eric kann nicht warten und er verprügelt Jigsaw und zerstört seine Pläne und Konstruktionen. Kurz bevor das SWAT-Team das Haus ortet, in dem die Aufnahmen aus dem anderen Haus abgespielt werden, gibt Jigsaw nach und bietet ihm an, ihm zum Haus zu bringen, wenn sie beide alleine fahren. Damit separiert er Matthews von den anderen Cops. Das SWAT-Team fundet nur Sekunden später heraus, wo das Haus steht und fährt los, nur um dort feststellen zu müssen, dass sie von Jigsaw verarscht wurden und die ganze Zeit nur nach dem Videosignal gesucht haben, dass die Aufnahmen abgespielt hat. Eric Matthews dagegen befindet sich im nunmehr leeren Haus, in dem sein Sohn und die anderen Gefangenen waren. Während die Zeit des Spiels abläuft und sich der Safe mit dem sich darin befindendem Daniel öffnet, landet Eric in dem Raum, in dem schon Lawrence und Adam waren. Dort wird er auch von Amanda betäubt, gefesselt und nur mit einer Lampe und einer Säge zurückgelassen. Nachdem er wieder zu Bewusstsein kommt, merkt er sehr schnell, dass er sich den Fuß absägen muss. Aber er möchte seinen Fuß nicht verlieren und bricht sich stattdessen den Fuß mithilfe des Spülkastendeckels und entkommt der Fessel. Er überrascht Amanda, die schona auf dem Weg aus dem Gebäude war und beide kämpfen. Amanda gewinnt und lässt ihn halbtot zurück. Hoffman nimmt sich Eric Matthews an und bringt ihn in ein Verlies, wo er sich viele Monate aufhält und von Hoffman am Leben gehalten wird. Die Polizei sucht weiterhin nach Jigsaw, der sich ein neues Versteck gesucht hat, in dem er seine Verletzungen kuriert. Er lässt weiterhin Amanda Fallen vorbereiten, die darauf aus sind, ihre Opfer zu töten und nicht, ihnen eine Chance zu geben. Hoffmann hält Jigsaw weiterhin mit Daten über seine Kollegen am laufenden und Kerry gibt ihre Erkenntnisse an das FBI weiter, für das sie seit Anfang an als Kontaktperson arbeitete. Art Blank, der Anwalt, wird entführt und in eine Falle gesteckt. Er überlebt, findet aber einen Umschlag zu einem weiteren Spiel, bei dem er mitspielen muss. Rigg, der SWAT-Officer, halst sich ein Verfajren wegen Körperverletzung auf, weil er einen Täter geschlagen hat, dem man nichts nachweisen konnte. Dort wird seine Obsession deutlich, jeden retten zu wollen. Hoffman hilft ihm aus der Patsche, hat aber bestimmt schon da angefangen, mit Jigsaw an dem test für Rigg zu arbeiten. Kerry wird von Hoffman entführt und landet in einer von Amandas Fallen. Sie stirbt, während sie von Amanda beobachtet wird. Die beiden Special-Agents Peter Strahm und Lindsay Perez erscheinen am Tatort, als ihre Leiche gefunden wird und offenbaren Hoffman und Rigg die neuesten Ermittlungsergebnisse. Sie sind darauf gekommen, dass Amanda und Jigsaw nicht alleine für die ganze Arbeit verantwortlich sein können und suchen nach einem weiteren Mitstreiter. Jigsaw wird darauf aufmerksam, dass Amanda die Regeln nicht befolgt und die Fallen dazu benutzt, Menschen zu töten. Schwer enttäuscht, bereitet er selbst einen letzten Test vor, ohne Amanda davon in Kenntnis zu setzen, wen er in die Fallen steckt. Amanda lässt er Jeff Reinhart und Dr. Lynn Denlon entführen, die beide verheiratet sind, was sie aber nicht weiß. Die Tochter der Beiden entführt Hoffman, der sie in ein Versteck mit begrenzter Sauerstoffzufuhr bringt. Die anderen Fallen werden ebenfalls aufgebaut. Hoffman und Amanda, die inzwischen voneinander wissen, feinden sich gegenseitig an. Hoffman richtet gegen Amanda die Drohung, dass sie sich nicht so sicher sein soll, nicht abgeschoben zu werden. Ein letztes mal sieht John Jill, die von seinen Aktivitäten weiß, aber aus Liebe zu ihm alles für sich behält. Er sagt zu ihr, dass sie sich keine Sorgen machen muss und am Ende für sie alles in Ordnung kommt. Er gibt ihr einen Schlüssel, den sie gut aufbewahren soll. Jigsaw erteilt Hoffman den Auftrag ein weiteres Spiel vorzubereiten. Hoffman steckt außerdem einen Umschlag in Amandas Schreibtisch, in dem sich ein Brief befindet, auf dem steht, dass er weiß, dass sie Cecil zu dem Überfall auf Jills Drogenklinik angestiftet hat und damit für den Tod von Johns ungeborenem Sohn mitverantwortlich ist. Er erpresst sie und verlangt von ihr, Lynn Denlon zu töten. Nur er und Jigsaw wissen, dass Lynn und Jeff verheiratet sind und das ist Hoffmans Plan, Amanda loszuwerden. Die entführte Ärztin wird dazu gebracht, den schwerkranken John am leben zu halten. Sie operiert ihn am offenen Gehirn und rettet mehrmals sein Leben. Währenddessen muss auch Jeff seine Prüfungen bestehen. Er wird mit drei Menschen konfrontiert, die eine wichtige Rolle bei dem tödlichen Unfall seines Sohnes spielten. Dreimal bekommt er die Gelegenheit, ihnen zu verzeihen und im Anbetracht des Leides, was ihnen wiederfährt und der eigenen Hilflosigkeit, verzeiht er ihnen. Dennoch sterben alle drei. Schon einige Zeit davor wird Officer Rigg in seinem Haus von Hoffman betäubt und muss selber seine Tests bestehen und sich seiner Besessenheit stellen. Als er aufwacht sieht er eine große Falle, in der Hoffman selber und der eingekerkerte Eric Matthews zu sehen sind. Rigg will sie retten und versucht seine Tests so schnell wie möglich zu bestehen. Aber Jigsaws Aufgabe lautet wieder, dass Rigg abwarten soll und er nicht versuchen soll, alle zu retten. Im Laufe der Tests zwingt Jigsaw Riggs unter anderem dazu, die Opfer selber in die Falle zu locken. Rigg, der so besessen von dem Gedanken ist, Eric und Hoffman zu befreien, lässt sich einfach benutzen. Um zu vergewissern, dass das Spiel ordentlich gespielt wird, bekommt der Anwalt Art Blank die Kontrolle über das Spiel und er befindet sich selber auch in dem Raum, in dem Matthews und Hoffman sind. Er soll dafür sorgen, dass es Rigg nicht schafft, innerhalb der vorgegebenen Zeit den Raum zu betreten. Die FBI-Agenten Perez und Strahm halten Rigg für den Mörder, weil der sich so vorschnell von Jigsaw manipulieren lässt. Sie folgen seiner Fährte. Dabei wird Perez lebensbedrohlich verletzt. Jigsaw träufelt Wachs über eine kleine Kasette und schluckt sie runter. Sie stellt die Warnung an Hoffman dar, nicht zu selbstsicher das Spiel zu spielen. Nur Jeff selber überlebt seine Tests und kommt letzten Endes mit einer Stück für Stück zusammengesammelten Pistole im Versteck Jigsaws an. Amanda, die von Eifersucht auf Lynn und der Angst, dass Hoffman sie verrät, zerfressen ist, erschießt sie, obwohl Jigsaw sie eindeutig davor warnt. Im selben Moment betritt Lynns Frau, Jeff das Zimmer und sieht, wie seine Frau getroffen wird. Er erschießt Amanda und Jigsaw klärt sie über ihren letzten Test auf. Er wollte ihren Willen, ein leben zu retten, testen. Rigg erreicht zurselben Zeit dasselbe Gebäude und stürmt nur wenige Sekunden, bevor der Timer abgelaufen ist, den Raum, in dem sich Eric und Hoffman befinden. Als Folge dessen wird Erics Kopf mit zwei Eisblöcken zermatscht. Riggs erschießt Blank, weil er denkt, dass der ihn bedroht. Peter Strahm ist nun auch in dem Gebäude eingetroffen, weil er den Spuren von Rigg gefolgt ist. Jigsaw bittet Jeff, ihm zu verzeihen, so wie er es mit den anderen Testpersonen getan hat. Dennoch schlitzt Jeff ihm den Hals auf, woraufhin Jigsaw ihm per Tonband offenbart, dass seine Frau von seinem Leben abhängig ist und seine Tochter in einem geheimen Versteck ist. Lynns Schädel explodiert, die Tür verschließt sich und Jeff ist gefangen inmitten des toten Jigsaws, Amanda und seiner Frau. Strahm, der einen Schlüssel für die verschlossene Tür von Kerry erhalten hat, öffnet sie und erschießt Jeff, weil der ihn erschießen wollte. Rigg begreift, dass Jigsaw ihn getestet hat und wird von Hoffman erledigt, der sich von seiner Fake-Falle befreit hat und nun das Spiel beendet. Hoffman sperrt auch Agent Peter Strahm ein, der in dem Raum mit den Leichen ist. Agent Strahm findet einen Geheimgang, durch den er geht. Er wird überwältigt und wacht in einer Falle auf. Er überlebt, indem er sich einen Kugelschreiber in den Hals rammt. Hoffman, der dachte, er sei der einzige, der das Spiel überlebt habe, holt die Tochter von Lynn und Jeff und gibt sich als Retter und einziger Überlebender aus. Ein Schock, als er erfährt, dass auch Strahm entgegen dem Plan überlebt hat. Jill Tuck wird von John Kramers Anwalt angerufen, dass sein testament verlesen werden soll. Sie erhält eine Videobotschaft und eine Kiste, in der sich 6 Umschläge befinden, und die modifizierte Kieferfalle. Die Polizei hält eine Pressekonferenz ab, in der Hoffman befördert und geehrt wird und das Ende der Jigsaw-Morde verkündet wird. Unter den Gästen befindet sich auch die Schwester von William Easton, die Journalistin Pamela Jenkins, die Jigsaws Morde ungehemmt ausschlachtet und sich selbst damit profiliert. Hoffman nimmt nach der Konferenz Strahms Handy aus dem Beweismittelraum und fährt ins KRankenhaus. Dort findet er Strahm an dem verlassenen Krankenbett von Agent Perez, deren letzte Worte "Detective Hoffman" waren. In dem Glauben, sie sei tot, spricht Hoffman Strahm seinen Beileid aus. Strahm selber denkt, dass Hoffman Jigsaws Gehilfe ist und möchte Jill noch einmal verhören. Aber sein Vorgesetzter Dan Erickson entzieht ihm den Fall und übernimmt selbst die Kontrolle über die Ermittlungen. Währenddessen beginnt schon das neue Spiel, in dem sich 5 Menschen befinden, die alle irgendwie miteinander zu tun haben. Am Ende wird ihnen die Verbindung klar. Es geht um einen Immobilienbetrug. Ein Gebäude wurde abgebrannt, obwohl noch mehrere Familien darin wohnten und das Gelände wurde an eine große Immobilienfirma verkauft, die dort ein neues Gebäude bauen will. Ich vermute, dass es sich bei dem abgefackelten Gebäude um das Mietshaus von John Kramer und Art Blank handelte, dass niemals fertiggestellt wurde. Hoffman ruft Erickson an und teilt ihm die Verdächtigung Strahms mit, dass es noch einen Täter gebe. Weiterhin sorgt er dafür, dass Erickson misstrauisch gegenüber Strahm wird, der weiterhin nach Beweisen sucht, um Hoffman zu überführen. Er findet in Akten heraus, dass Baxter der Mörder von Hoffmans Schwester war und sein Verdacht erhärtet sich. Als auch noch Jill Erickson besucht und ihm mitteilst, dass sie sich von Strahm verfolgt fühlt, und Erickson Strahm per Handy nicht erreichen kann, dass ja Hoffman besitzt, was aber keiner weiß, ruft er eine Fahndung aus und lässt das Handy orten, da er nun vermutet, Strahm sei Jigsaws Komplize. Hoffman fährt in sein Versteck, in dem sich die Monitore zur Überwachung der Opfer befinden und legt dort Strahms Handy auf den Tisch. Als das FBI das Handy orten kann, fährt Erickson zu dem Gebäude. Hoffman selber fährt zu einem anderen Gebäude und ist sich dabei bewusst, dass er von Strahm verfolgt wird. Er betritt das Haus und Strahm folgt ihm. Auch Erickson betritt das Versteck im anderen Haus und findet das Handy von Strahm und die Überwachungsmonitore. Währenddessen schaffen die beiden letzten Opfer ihren letzten Test, verbluten aber, da sie nicht auf Jigsaw gehört haben. Erickson ruft eine Großfahndung nach Strahm aus, während der Hoffman in ein Geheimversteck folgt und in einen Raum gerät, in dem ein gläserner Sarg voller Scherben steht. Er hört sich ein Tonband, seinen Test, halb an, hört aber auf, als er bemerkt, dass Hoffman kommt. Als Hoffman den Raum betritt, fangen die beiden an zu kämpfen und am Ende stößt Strahm Hoffman in den Glassarg und denkt, er hätte ihn gefangen. Aber als sich die Tür schließt und sich der Sarg bewegt, erkennt Strahm, dass er in die Falle getappt ist. Während der Sarg im Boden verschwindet, kommen die Wände immer dichter und zerquetschen Strahm. Hoffman in dem Sarg fährt durch einen Tunnel in den nächsten Raum, steigt aus und betritt den Raum, in dem Hoffman zuvor zerquetscht wurde. Eine Hand von Hoffmann, die sich an die Decke gekrallt hatte, ist noch nicht zerquetscht und Hoffman löst sie und steckt sie ein. Während der Jigsaw-Autopsie findet man ein Tonband in seinem Magen und lässt Hoffman rufen, der das überprüfen soll. Als der das Tonband anhört, erklingt die Stimme von Jigsaw, die ihm sagt, dass auch er nicht ungetestet davon kommt. In seiner nächsten Falle finden sich zwei Kredithaie wieder, die sich selbst Fleisch aus dem Körper schneiden müssen, um zu überleben. Als Hoffman sie in die Fallen gebracht hat, benutzte er die Hand von Hoffman dazu, Spuren zu legen und Fingerabdrücke zu hinterlassen. Die Frau überlebt und wird, und wird, als sie entkommen ist, ins Krankenhaus gebracht. Am Tatort werden die Spuren von Strahm gefunden und der Verdacht scheint sich zu bestätigen, dass Strahm Jigsaws Gehilfe war. Erickson und Agent Perez, von der Hoffman annahm, sie sei gestorben, bieten Hoffman an, zusammenzuarbeiten. Er würde Einsicht in alle Akten bekommen. Hoffman, der nun vor einem weiteren problem steht, willigt ein. William, der Krankenkassen-Manager befindet sich in einem Rechtsstreit mit einer Familie, für dessen verstorbenen Familienvater er die Behandlungskosten abgelehnt hat. Hoffman besucht derweil die Überlebende im Krankenhaus, wo er auch die Journalistin Pamela Jenkins trifft. Sie versucht, ihn dazu zu bringen, ein Interview mit ihr zu arrangieren. Im Gegenzug dazu wird sie versuchen so seriös wie möglich zu bleiben bei ihrer Berichterstattung. Bei den weiteren Autopsien wird festgestellt, dass unterschiedliche Klingen verwendet wurden, um das Puzzlestück aus den Opfern herauszuschneiden. Aber nur bei Baxter und dem Kredithai. Der Verdacht gegen Strahm wackelt langsam, obwohl er immer noch gesucht wird. Hoffman besucht Jill in ihrer Klinik und verlangt die Umschläge, die Jigsaw Jill vermacht hat. Sie gibt ihm 5 der 6 Umschläge, da der 6. Umschlag seine Prüfung enthält. Sie warnt ihn außerdem davor, dass das nicht sein Spiel ist. Hoffman entführt die Opfer, die in den Umschlägen angegeben sind. Auch Pamela Jenkins wird entführt, nachdem sie Jill besucht hat. Sie ließ ihr den Brief da, den Hoffman an Amanda schrieb, in dem er sie erpresste wegen dem verlorenen Kind. Jill lehnt eine Stellungsnahme ab, behält aber den Brief und beschließt, Jigsaws Plan zu vollenden, so, wie er es gewollt hat. William wird von Hoffman in die Falle gebracht und beginnt das Spiel, als er aufwacht. Außerdem werden die Hinterbliebenen eines Verstorbenen entführt, den William mit einer Behandlung hätte retten können. Sie sollen es am Ende sein, die über Leben und Tod von William entscheiden. Während William seine Tests durchläuft, wird Hoffman zu Erickson und Perez gerufen. Die beiden versuchen, das Tonband vom Fall Baxter zu entzerren, sodass man die Originalstimme erkennen kann. Hoffman soll dabei sein, um die Stimme zu identifizieren, wenn es geschafft wurde. Jill wirft derweil einen unbekannten Umschlag in ein Zimmer einer Klinik. Danach macht sie sich mit dem Umschlag, in dem sich Hoffmans Test befindet und der Kieferfalle auf den Weg in Hoffmans Versteck, von dem sie durch Jigsaw weiß. Erickson, Perez und Hoffman machen sich auf dem Weg zum Tonstudio, in dem das Tonband entzerrt wird. Als das Tonband entschlüsselt wird und man seine Stimme klar erkennt, nutzt Hoffman den kurzen Moment der Verwirrung und tötet Erickson, Perez und die Polizistin, die das Band entzerrt hat. Danach holt er die Hand aus dem Kofferraum seines Autos, platziert Strahms Fingerabdrücke überall und setzt das Gebäude in Brand. Perez sagte ihm als letztes, dass die ganze Abteilung über ihn Bescheid wüsste. Hoffman wird aller Wahrscheinlichkeit nach also kein weiteres Risiko eingehen, indem er zurück zur Polizei geht. Er macht sich auf dem Weg in das Versteck, um das fortschreitende Spiel von William zu überwachen. Aber vor ihm kommt schon Jill in seinem Versteck an und legt den Brief, den Pamela ihr daließ auf seinen Schreibtisch. Außerdem baut sie die Falle für Hoffman auf. Der Hauptgrund, dass sie Jigsaws Spiel selber weiterspielt, dürfte wohl sein, dass sie sich dafür rächen will, dass Hoffman ihren schweren Unfall für seine Zwecke ausnutzte, um Amanda loszuwerden. Aber Jigsaw wusste ebenfalls von dem Brief, den Hoffman Amanda schickte und wollte ihn auch testen, weil Hoffman unnötig brutal mit den Testpersonen umging. Als Hoffman das Versteck betritt und den Brief sieht, überrascht ihn Jill hinterrücks und verpasst ihm einen Stromschock, sodass er sein Bewusstsein verliert. Währenddessen erreicht William das Ziel innerhalb der vorgegebenen Zeit und landet in einem Zwischenraum. Auf der einen Seite hinter einem Gitter befindet sich seine Schwester, Pamela und auf der anderen Seite Sohn und Frau von dem Mann, dem er die Finanzierung für die Heilung untersagte. Jill baut derweil Hoffman in ihre Falle ein. Sie setzt ihm die Kiefermaske auf und schnallt ihn fest. Während Hoffman aufwacht und fassungslos auf die Falle starrt, die ihn festhält, beschließen Sohn und Mutter, William sterben zu lassen, damit er nicht weiterhin Menschen sterben lassen kann, indem er ihnen Zahlungen verweigert. Pamela muss mit ansehen, wie ihr Bruder von Säure zerfressen wird, während Hoffmans Timer losgeht und Jill den Raum verlässt. Er bricht sich mithilfe des Gewichts der Maske die Hand und kann seine Fesseln lösen. Er überlebt seinen Test, aber nicht, ohne sich die rechte Gesichtshälfte aufzureißen.
Was wird die Zukunft bringen? Was passiert mit Pamela? Wie geht es weiter mit den Hinterbliebenen? Was wird Hoffman tun, jetzt, wo er nicht sicher sein kann, dass seine Identität geheim ist, und er so stark verletzt wurde? Was für ein Brief hat Jill und das Krankenzimmer eingeworfen? Wird sie Jigsaws endgültiges Puzzle vollenden, oder war Hoffmans Test das einzige Spiel, dass sie gespielt hat?

SAW 1 war eine ziemliche Überraschung, für alle. Nicht ganz logisch und teilweise schon fast gefährlich der Wahrheit entsprechend, wie wenig die Menschen ihr eigenes Leben schätzen, wurde man als Zuschauer stets im Ungewissen gelassen, wer der Puzzlemörder ist. Und nur der erste Teil ist ein wirkliches Puzzle, in allen weiteren Teilen, werden andere Teile angefügt oder aufgedeckt. Was man an SAW bemängeln könnte, ist, dass nicht eindeutig wird, welche Position die Drehbuchautoren und Regisseure vertreten. Im Vorfilm zu SAW wird deutlich die moralische Position von Jigsaw hinterfragt. Am Ende fragt der Polizist, ob Adam froh darüber ist, überlebt zu haben? Wenn man das Leben nicht schätzt, nach Meinung Jigsaws, ist es dann wirklich eine Hilfe, sie qualvolle Prüfungen durchstehen zu lassen? Lohnt sich das Leben danach denn überhaupt noch, wenn man zu solchen Taten genötigt wird? Von daher ist SAW 0,5 der wohlt psychologisch interessanteste Teil, auch wenn er nur ein optisch mittelmäßiger Kurzfilm ist. In SAW hat man die moralischen Fragestellungen gleich außen vor gelassen, stattdessen hat man sich darauf konzentriert, den Zuschauer komplett zu manipulieren und zu verwirren, sodass man am Ende eben so geschockt ist, weil man etwas komplett anderes erwartet hat. Das Finale war in jedem Teil im Prinzip unglaublich simpel, aber man führt den Zuschauer bewusst irre. In den späteren teilen werden die Methoden zwar immer plumper und auch dreister, aber wenn man auf diese Art von Irritation steht und sich gerne überraschen lässt, kann man an jedem SAW-Teil seinen Spaß haben. Mit SAW 2 musste man sich der Aufgabe stellen, ein ebenso verworrenes Muster zu entwerfen, wie es bei Teil 1 der Fall war. Es war nun kein Rätsel mehr, wer Jigsaw war, also musste etwas anderes herhalten. Man entschied sich kurzerhand für Amanda. Die einzige Person, die seinen Test bestanden hat und dafür auch noch dankbar war. Irgendwie logisch, sie zu seiner Helferin zu machen. Aber das Prinzip der Gruppenfalle hatte erstaunlich wenig Kraft, die Charaktere waren zu platt, man ließ sich keine Zeit, den Charakteren eine Geschichte zu verleihen. Außerdem sind die Figuren die einzigen im SAW-Universum, die nahezu keine Bedeutung im Gesamtbild haben. Optisch war der zweite Teil noch raffinierter als der Erste, noch mehr auf Effekt und Irreführung aus. Auch der Plottwist am Ende konnte überzeugen, wenngleich ich Amanda als Komplizin recht lächerlich fand. Der zweite ist trotzdem unter SAW-Fans einer der Beliebtesten, was mir ein Rätsel ist. Nach dem mittelmäßigen Zweiten Teil, kam SAW III, der zu meinen Favouriten der SAW-Reihe zählt. Die SAW-Teile sprachen den Zuschauer immer auch emotional an, aber im dritten Teil trieb man es gekonnt auf die Spitze, indem man das Hauptopfer in ein moralisches Dilemma trieb und die Opfer vor seinen Augen folterte. Jeff war immer hergerissen zwischen Hilflosigkeit und Rachegedanken. Als Zuschauer fühlte man wirklich mit jeder Person mit. Außerdem stellt der Film den brutalen Höhepunkt der Reihe dar und auch, wann manche Stimmen sagen, SAW VI sei brutaler, kann ich nur wiederholen, dass SAW III der Gore-Höhepunkt ist. Der emotionale Anspruch, die überzeugenden Darsteller und die wieder sehr raffinierte Geschichte konnten den Zuschauer wieder wirklich mitreißen, spalteten das Publikum aber in zwei Lager, da viele mit den in Teil 3 auftauchenden extrem amoralischen, konträren Entscheidungen nicht viel anfangen konnten, die Jigsaw seinen Opfern aufzwang. Manche sagen, Teil III wirde "menschenverachtend", aber mit hat Teil 3 am meisten mitgenommen, da hier auch deutlich wird, dass alle Fehler machen und auch Jigsaw einiges falsch gemacht hat. Mit dem dritten Teil sollte die Reihe eigentlich enden und es wäre ein wirklich fulminanter Abgang gewesen, aber es sollte eben nicht so sein (Noch etwas nebenbei: Ich bevorzuge die ungeschnittene Kino-Version. Der Directors Cut drosselt das Tempo enorm und versaut den ganzen Höhepunkt des Films). Statt Leigh Whannell und James Wan schrieben nun Marcus Dunstan und Patrick Melton die Drehbücher und waren für die "zweite Trilogie", Teil 4-6 verantwortlich. Und Teil 4 ist der schlechteste Teil der Reihe. Darren Lynn Bousman hat mit Teil 3 bewiesen, dass er brutal und effektiv inszenieren kann, Kevin Greutert, der von Anfang an dabei ist, hat einen einzigartigen Schnittstil, für den SAW berühmt ist, entworfen, aber in Teil 4 übertreiben es beide, wie ich finde. Nicht nur, dass das Drehbuch mehr wie ein Provisorium wirkt, hatte ich im Finale noch mehr als bei SAW II das Gefühl, man wolle mich verarschen. Detective Hoffman als neuer Jigsaw? Der ganze Film wirkte in meinen Augen sehr unlogisch, hinterließ haufenweise offene Fragen und konnte von den neuen Fallen überhaupt nicht überzeugen, geschweige denn von den Darstellern. Ich hatte bei Teil 4 wirkliche Schwierigkeiten, denn ich fand ihn übertrieben brutal und diesmal tatsächlich menschenverachtend. Am Ende war der Schockmoment da, aber man verließ seltsam unbefriedigt das Kino. Teil 5 und 6 mussten nun ausbaden, was Teil 4 verbockt hat. Aber bevor es besser wird, muss es immer erst schlechter werden und immerhin ist jetzt der Sprung geschafft. Teil 5 musste nun vom überambitionierten 4. Teil wieder auf eine ruhige Schiene kommen. Das hat er gemacht und geschafft, indem er die größten Fragen aus Teil 4 beantwortete und zudem noch ein paar wenige weitere Fragen aufwarf. Leider gerieten dadurch die Fallen in den Hintergrund, es war einfach nicht genug Zeit für ein anständiges Fallengerüst. Außerdem hat schon teil 2 bewiesen, dass Gruppen in Fallen immer sehr ungünstig sind, da die Kommunikation zwischen den Leuten meist zum himmelschreien ist und den Drehbuchautoren einfach nichts besseres als Phrasen einfallen, die einfach besser zu Jigsaw passen. Dafür lieferte Teil 5 die perfete Vorlage für Teil 6, dem Finale der zweiten Trilogie. Und somit ist SAW VI seit langem wieder ein wirklich spaßiger, interessanter Film geworden, der alle restlichen Fragen vom Tisch fegt und das gesamte Storykonstrukt logisch bündelt. Die Fallen sind brutal, wenn auch ein wenig absurd, die Schauspieler sind wieder annehmbar und die Atmosphäre funktioniert. Natürlich hat der Film auch einige Schwächen, aber es zeigt sich eine deutlich steigende Tendenz, zumal das Finale einfach Klasse ist und den Zuschauer nur so nach Teil VII brüllen lässt. Das Ende der zweiten Trilogie ist nicht ganz so genial wie das der ersten Trilogie, aber es reicht, um ein die Spannung auf SAW VII mächtig anzukurbeln. Die dritte Trilogie, Teil 7-9 können kommen. Danach soll SAW in die ewigen Jagdgründe geschickt werden. Mir solls recht sein. Die Fragen, die Teil 6 aufwirft sind sowieso so marginal, dass es kaum für einen Teil reicht. Jetzt stehen die Drehbuchautoren vor der Frage, wie Jigsaws allerletztes Spiel, sein Rettungsweg für Jill nun aussieht, und wer die anderen Figuren in diesem Schachspiel sind.

Fazit: Eine großartige Horrorreihe, die zwar nicht perfekt ist, aber es nach wie vor versteht, den Zuschauer durch eingeschobene Plots und brutale Fallen zu unterhalten. Man darf gespannt sein!

SAW: 8/10
SAW II: 6/10
SAW III: 9/10
SAW IV: 4/10
SAW V: 5/10
SAW VI: 7/10
 
Zuletzt bearbeitet:
Update:

Spritztour:

Eine neue Comedy-Ära hat die Welt überrollt. Judd Apatow, Greg Mottola und Seth Rogen sind wahrscheinlich die bekanntesten Namen, die da fallen. Superbad, Adventureland, Jungfra (40), männlich, sucht, Beim ersten mal, usw. sind nur die wichtigsten Namen in dieser Liste neuartiger Komödien. In ihnen tritt Sex immer eine untergeordnete Position an, es geht mehr um Freundschaften und oft stimmen die Filme auch einen leicht sentimentalen Ton an. Die zeiten der American-Pies sind vorbei, die High School-Kids sind keine durchtrainierten Footballer mehr, sondern mehr Nerds, Geeks, die am PC hocken, bis 30 Jungfrau bleiben und zumindest leidlich intelligent sind. Auch Spritztour ist mehr oder weniger ein Vertreter dieser Richtung, wenngleich er sehr viele Parallelen zu American Pie aufweist.

Es geht um den jungfräulichen L-User (haha, versteht ihr den Witz?) Ian, der immer noch Jungfrau ist. Aber er könnte schon in naher Zukunft seine Unschuld verlieren, denn er lernt im Netz die scharfe Schnitte "Ms. Tasty" kennen, die ihn munter einlädt, sie doch einfach mal mit dem heißen Schlitten seines Bruders zu besuchen. Seine beiden Freunde, der Womanizer Lance und die Pseudo-Gothic-Tante Felicia kommen kurzerhand mit. Der Trip führt sie unter anderem zu den Amish, vielen einheimischen Idioten, denen die Klöten aus der Unterhose baumeln und anderen Verrückten.

Es lässt sich schon erahnen, worauf das hinaufläuft. Natürlich verliert er seine Unschuld nicht bei der ominösen Ms. Tasty, sondern wird sich seiner Liebe zu Felicia bewusst. Auch der Muschibeglücker Nr. 1 findet auf dieser Reise seine große Liebe und lebt fortan als ehrlich und hart arbeitender Amisch. Die Version, die ich gesehen habe, war auch noch ein seltsamer Extended Cut, der im Vorspann großartig angepriesen wird (more Tits... AND more Cocks!). Im Endeffekt gab es ein paar zusätzliche Szenen, die den Film auf eine stolze Länge von gut 2 Stunden gestreckt haben (aber nicht lustiger gemacht haben) und diverse Blue-Screen-Tussis die plötzlich nackt durch das Bild laufen. Der Film orientiert sich stets an der untersten Geschmacksgrenze und bietet wirklich nur abgewracktes, vorpubertäres Witzematerial, das mir an den guten Stellen gerade mal ein müdes Lächeln abwringen konnte. Auch mit der sogennanten "Botschaft" des Films ist es nicht weit her. Dass Jungfräulichkeit nicht das schlimmste auf der Welt ist und man seine Unschuld lieber an eine Person verschenken sollte, die man wirklich liebt. Das mag zwar stimmen, ist aber einfach nur öööde... Eine schlechte Mischung also aus American Pie und Superbad, mit schlechteren Witzen, mehr überdrehten Anspielungen und genretypischen Klischees und Karikaturen. Dazu noch einige weiße Titten und schwarze Schwänze und der Homo Erectus ist zufrieden. Der Film wurde mir von Freunden wärmstens empfohlen, aber ich wurde bitter enttäuscht. Ist zwar nicht so, dass ich gar nicht gelacht habe, aber die Witze waren einfach auf so niedrigem Niveau und ausgelutscht, dass ich mich nicht mal anstrengen musste, mir auch nur das primitivste, dümmliche Grinsen zu verkneifen.

Fazit: Der Regisseur gehört ein Glück nicht zur bekannten "Apatow-Gang", sondern ist nur ein Nacheiferer. Ist auch besser so, denn der Film reißt das sorgsam aufgebaute Gerüst des Coming-of-Age-Komödien-Genres ein, dass Mottola, Apatow and Friends so mühsam aufgebaut haben.

3/10
 
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Update:

13 Tzameti:

"Film Noir" ist ein schwer einzuschätzendes Genre. Für manche als "Thriller", "Horror", oder "Action"-Film abgetan, handelt es sich in der Ursprungsvariante des Noir-Film viel mehr um einen intelligenten, pessimistischen Krimi, der sich durch einen zynischen Erzählton und einer farblich passenden Umsetzung vom Hollywood-Kino abgrenzte. Die Optik und Bildkomposition gewann an Bedeutung, die Schauspieler agierten auf einer höheren Ebene, als der der bloßen Darstellung, wodurch die Filme schon fast den Charakter eines Theaterstücks bekamen. Einflüsse erhielt der Film auch aus dem expressionistischen Filmgenre, dass sich schon Jahre zuvor mehr auf einer metaphysischen Ebene abspielte und gekonnt Realität und Virtualität verdrehte. Über die Jahre wurde das sowieso nie eindeutig definierte Filmgenre immer mehr verwässert. Heute werden Thriller wie "Departed - Unter Feinden" als Noir-Film abgetan und auch stlistisch verkrampft, am Noir-Film angelehnte Kunstfilme wie "Sin City" glauben sich dem Genre zugehörig. Nun aber hat Regisseur Géla Babluani einen richtigen Noir-Film gedreht, der eigentlich alles besitzt, was diese Filme damals so besonders machte. Der erste abendfüllende Spielfilm lief auf in Cannes an und erhielt dort größtenteils gute Kritik.

Es geht um den jungen Dachdecker Sèbastien. Seine Familie ist aus Georgien eingewandert, hat es schwer in Frankreich und muss für jeden Euro hart arbeiten. Sèbastien repariert das Dach einer Familie, als er zufällig ein Gespräch belauscht, in dem es um eine große Summe Geld geht. Der Hausherr wartet auf einen wichtigen Brief, durch den er in der Lage sein soll, eine Menge Geld zu verdienen, wenn auch nicht ohne Risiko. Durch eine Überdosis Drogen aber stirbt der Mann und Sèbastien wird der Job gekündigt. Mehr durch Zufall fällt ihm der Brief des verstorbenen Hausmannes in die Hände. Als die hinterbliebene Frau sich weigert, ihm Geld für die bereits investierte Arbeit am Dach zu zahlen, geht Sèbastien das Risiko ein und behält den Brief für sich, in dem sich ein Zugticket, ein wenig Geld und ein Stoffstück mit der Nummer 13 befindet. Nichtsahnend, dass die Polizei ihn bereits verfolgt, geht er allen Anweisungen nach, die er durch ominöse Anrufe und Kontaktpersonen erhält. Noch ist er fest entschlossen, einfach nur das ihm zustehende Geld zu besorgen, um seine arme Familie zu unterstützen. Er wird von einer der Kontaktperson zu einem Treffpunkt gefahren, an dem er gründlich gefilzt wird und anschließend zu dem Haupttreff gefahren wird. Dort haben sich viele vorwiegend alte Geschäftsmänner versammelt, die scheinbar extrem viel Geld auf bestimmte Nummern verwetten. Obwohl sehr schnell auffliegt, dass Sèbastien gar nicht zum Kreis der Verschworenen dazugehört, wird ihm gewährt, bei dem "Spiel" mitzuspielen. Und zwar besitzt jeder der reichen Männer eine Nummer und eine Person, die die Wette austrägt, einem Pferderennen nicht unähnlich. Diese Männer, die alle eine Nummer besitzen, 13 Stück insgesamt an der Zahl, stellen sich in einem Kreis auf und erhalten jeder eine Waffe mit einer Patrone. Nachdem die Trommel gedreht wird, wird der Lauf jeweils an den Hinterkopf des Vordermannes gesetzt. Und wenn die Glühbirne leuchtet, wird abgedrückt. Hineingeworfen in dieses Spiel um Leben und Tod, muss Sèbastien sehen, wie er überlebt.

Die Thematik der dekadenten Reichen, die in ihrer Freizeit hobbymäßig Menschen töten, ist nicht neu. In "Salo - Die 120 Tage von Sodom" sind es machtbesessene Faschisten, die junge Männer und Frauen auf unvorstellbare Art und Weise demütigen und töten. In "Hostel" brachen regelrechte Auktionskriege aus, wenn es darum ging, junge amerikanische Touristen foltern zu dürfen. Nun nimmt sich ein ernst gemeinter Thriller dieser Thematik an und das Ergebnis kann durchaus überzeugen. Stilistisch eng am Noir-Film angelehnt, wurde nur in Schwarz-Weiß gedreht. Dementsprechend wirkt jede Perspektive und Lichteinstellung gleich doppelt kontrastreich und spannend. Aber auch sonst, hält sich der Film sehr eng an stilistische Vorgänger. Die Schauspieler überzeugen nicht durch besonders realistisches Spiel, sondern gewinnen mehr an Faszination durch die Verbindung von Atmosphäre und Komposition im Kamerabild. Dementsprechend fällt es leicht, einen vor Drogen und Adrenalin aufgepeitschten Schiedsrichter trotz des ausufernden Overactings ernstzunehmen. Auch die restlichen Schauspieler gewinnen und verlieren an Stärke mit den wechselnden Einstellungen. Der Film lässt sich viel Zeit, um in Fahrt zu kommen. Aber spätestens, wenn das Spiel beginnt, wird man mitgerissen von der knisternden Spannung, die unverfälscht, musikfrei präsentiert wird. Der Film bleibt stets seinen Vorbildern treu. Keine der Figuren im Film ist zufrieden, oder wird glücklicher. Vielmehr schwebt der Film in einer Stimmung der Deprimiertheit. Auch das Ende ist genretypisch und lässt den Zuschauer mit einem bitteren Nachgeschmack im Mund zurück. Wer ein Zyniker ist, oder auf solche "dunklen" Filme steht, wird bei "13 Tzameti" regelrecht begeistert sein. Dass ich den Film mag, liegt aber vor allem daran, dass mir Filme umso mehr gefallen, je sperriger sie sind. Auch dieser Film erfordert ein wenig Geduld vom Zuschauer, belohnt ihn aber am Ende mit einer klassischen Noir-Story und Atmosphäre. Bitter, deprimiert, einsam, hoffnungslos. Kleines Manko ist lediglich, obwohl für diese Art Film nicht wirklich notwendig, dass die Geschichte nicht für einen Film dieser Länge ausgelegt zu sein scheint. Aber es gibt längere Filme, die noch viel weniger Handlung beinhalten. Interessant ist die Tatsache, dass sich Brad Pitt noch vor der Veröffentlichung die Rechte für ein Remake gesichert hat. Géla Babluani soll, wie schon bei diesem Film das Drehbuch schreiben, will aber das Storygerüst grundlegend ändern. Dann wird aus dem Stoff, der eher für einen Kurzfilm gedacht ist, vielleicht ein richtiger Genre-Streifen. Schauspieler wie Ray Liotta und Mickey Rourke klingen auf den ersten Blick auch ziemlich gut. Trotzdem kann ruhig bezweifelt werden, dass Hollywood einen waschechten Noir-Thriller zustande bringt, der die ungehobelte Spannung des Originals erreicht.

Fazit: Ein langsam anlaufender, aber nachher an Fahrt aufnehmender, intensiver Noir-Thriller, der gekonnt Genre-Muster aufgreift und in eine interessante Kurzgeschichte verwebt.

7/10
 
Zuletzt bearbeitet:
das klingt zwar sehr tiefgreifend und fassettenreich, aber ich kann mich mit diesem etwas *depressiven* Genre einfach nicht anfreunden.
Trotzdem eine gute Kritik zu einem Film, den ich mir trotzdem nicht ansehen werde ;)
 
Vielen Dank.^^
Ich denke, ich muss an meinen Bewertungskriterien ein wenig feilen... Die Kritik klingt um einiges eleganter, als sich der Film überhaupt anfühlt...
Aber naja, ne 7/10 ist er schon wert.

Ich weiß gar nicht, wann mein nächster Mainstream-Film kommt. In nächster Zeit kommt ja so viel im Kino...^^°

Auf jeden Fall werde ich in nächster Zeit (an aktuellen Filmen) sehen:

Küss den Frosch
Ninja Assassin
Planet 51
Saw 6 (nur noch im Kino, Kritik kam ja schon)
Zweiohrküken (davor hab ich jetzt schon Angst)
Avatar - Aufbruch nach Pandora
Wo die wilden Kerle wohnen

Jup, soviel zu den Kinoauswertungen.^^
Und in den Weihnachtsferien packe ich wohl neben den Godzilla-Streifen noch die Disney-Filme drauf *träum*
Ich hör mir schon den ganzen Tag die Soundtracks an und bekomm einfach nicht genug. Ich fühl mich wie ein kleines Kind.^^
 
Oh doch, natürlich.XD
Was wäre ich für ein Kritiker, wenn ich einen großen Bogen um die richtigen Gefahren machen würde?^^
Und doch, eigentlich mach ich das nur für die Kritik. Aber keine Angst, das bewirkt zumindest, dass ich regelmäßig schreibe, wo ich schon in so einer kreativen Schreibdepression stecke.
Aber so schnell ich sehr aktiv im Kritiken schreiben bin, so schnell vergeht mir auch wieder die Lust daran. Alles in Phasen.^^

Ich höre den Soundtrack von "Die Schöne und das Biest", den ich für den besten Disney-Trickfilm-Soundtrack halte. Arielle die Meerjungfrau ist zwar auch toll, aber der hier gefällt mir noch besser. Und wehe, mir kommt jemand mit "König der Löwen"...-_-
 
stimmt, jetzt wo dus sagst ergibt es Sinn ^^
aber ich für meinen Teil würde einfach nur sagen: Scheiße - Schnulze - Bäh :P
eine ziemlich abgekürzte *Kritik*, aber wenn du noch beschreiben willst warum es so schlecht ist bzw. ob noch etwas gutes übrigbleibt... Respekt ^^

Tja, dann leb die Phase mal kräftig aus ;)

Ich fühl mich wie ein kleines Kind.^^
da stimm ich dir voll zu ;) aber jedem das seine.

Wie meins so aussieht?
eher in Richtung von:
Der blutige Pfad Gottes (geiler Antiheld Film)
Inside Man (super, aber man kann ihn nur einmal ansehen, weil danach die Pointe futsch ist)
Staatsfeind Nr. 1 (der, wie ich finde sehr viel Wahres über den Überwachungsstaat aussagt)
The Dark Knight (hat auf Englisch noch bessere Synchro und umwerfende Schauspieler)
V wie Vendetta und Equilibrium (Überwachungsstaat pur ;))

natürlich mit passendem Soundtrack ^^
[ame="http://www.youtube.com/watch?v=rq2YUIivLXI&feature=related"]YouTube- The Boondock Saints Soundtrack 4 Songs[/ame]
 
Es ist immer wieder lustig, zu sehen, wieviel der Filmgeschmack über einen Charakter ausagt. Und auch bei deinen genannten Filmen musste ich echt grinsen, weil es total zu dir passt (wie du hier rüberkommst).

Wenn dir "Der blutige Pfad Gottes" gefallen hat, hast du doch bestimmt schon von der Fortsetzung "Der blutige Pfad Gottes 2" gehört, oder? V wie Vendetta war typisch Wachowsky-Brüder, aber der Comic soll ja um ein ganzes Stückchen besser sein.
 
Es ist immer wieder lustig, zu sehen, wieviel der Filmgeschmack über einen Charakter ausagt. Und auch bei deinen genannten Filmen musste ich echt grinsen, weil es total zu dir passt (wie du hier rüberkommst).
sowas gehört nunmal zu den Sachen die den sogenannten Charakter ausmachen oder? :P
Kannst mir ja mal deine genaue Analyse per PN zukommen lassen ^^

über den kritikschreibenden, zeichnenden, grafisch versierten, im Modsessel hockenden Neverman will ich gar nicht erst anfangen ;)

über die Fortsetzung weis ich bescheid, aber ich denke nicht das die in Deutsch rauskommt -.- IHR SCHWEINE XDD
*stellt diese USK und BPjM Pussys an die imaginäre Wand und erlöst sie von ihrem schnödem dasein*

der Comic zu Vendetta ist noch brutaler ^^ falls das ohne Ton überahupt möglich ist :P
 
So, nach ewig langer Zeit mal wieder eine Kritik...^^°

Update:

Halloween II:

Rob Zombie ist ein Regisseur, der Gemüter spaltet. Sein Erstlingswerk „Haus der 1000 Leichen“ war ein düsterer Horror-Slasher, der viele seine Genre-Vertreter in Sachen Abartigkeit und Menschenverachtung problemlos schlug. Aus dem kleinen Independentfilm wurde schnell ein Kultstreifen, der heute in keiner Filmsammlung eines Horrorfans fehlen darf. Kein Wunder, dass bald darauf auch ein Sequel herauskam, „The Devil's Rejects“, in dem uns Rob Zombie ein weiteres mal seine finsteren Visionen von Serienmördern zeigte und außerdem bewies, dass er die einzigartige Atmosphäre auch in eine gute Story packen kann. Keine Ahnung, wer ihn darauf brachte, ein Remake zu „Halloween“ zu drehen, aber er tat es und das Ergebnis konnte sich durchaus sehen lassen. Es war ein richtiger „Zombie“-Film geworden. Die Atmosphäre war einfach klassisch, die Schauspieler sehr gut und der Blutgehalt stimmte. Das alles natürlich nur unter dem Aspekt, dass wir es hier mit einem Slasher-Film zu tun zu haben, die ja eh nicht gerade als Oscar-Kandidaten gehandelt werden. Der erste Film kam gut an und man vertraute Rob Zombie ein Sequel an, „Halloween II“. Vielleicht hat er es wegen dem Geld getan, vielleicht, weil er dazu gedrängt wurde, vielleicht aber auch, weil er selbstständig ein Horrorfranchise ins Leben rufen wollte. Aber der zweite Halloween-Teil ist ohne Leben, ein langweiliger, erbärmlicher Slasher, dem vollkommen zurecht ein Kinorelease in Deutschland entsagt wurde.

Nachdem Laurie am Ende des ersten Teils Michael Myers „getötet“ hat, flieht sie und wird von Sheriff Brackett aufgegabelt und ins Krankenhaus gebracht. Während der Transporter mit Michaels Leiche einen Unfall hat und er flieht, wird Laurie zusammen mit der einzigen anderen Überlebenden, der Tochter des Sheriffs, Annie, im Krankenhaus versorgt. Zwei Jahre später:
Laurie, deren Adoptiveltern von Michael getötet wurden, wurde von Brackett adoptiert und lebt fortan mit ihm und seiner Tochter, Annie zusammen. Aber sie wird von nächtlich wiederkehrenden Albträumen geplagt und kann einfach nicht mit den damaligen Erlebnissen abschließen, trotz diverser Besuche beim Psychologen. Myers währenddessen, läuft durch die Pampa, immer auf der Suche nach Laurie, wie es seine Mutter befiehlt. Dr. Loomis ist mittlerweile eine Art Berühmtheit geworden, der ohne Skrupel die Verbrechen Myers in Buchform verkauft und ihn, natürlich in psychotherapeutischer Mission, dämonisiert und Reden hält, um den Menschen von ihm zu berichten. Der Rest ist Slasher-Geschichte. Michael findet Laurie, tötet alle Menschen um sie herum und in einer seltsam an „Der Exorzist“ erinnernden Szene am Schluss, wird Dr. Loomis vom Saulus zum Paulus bekehrt und versucht, Laurie zu retten, die von Myers in einer Hütte festgehalten wird. Ob Laurie gerettet werden kann, ob Dr. Loomis stirbt und was es mit Michael Myers seltsamen Vorliebe für Laurie auf sich hat, erfahrt ihr im Film.

Lange zwei Stunden geht der Directors Cut des Films, gefühlte 4 Stunden lang ist er tatsächlich. Rob Zombie hat unglaubliche Kacke mit diesem Film gebaut. Vielleicht hat er sich einfach zu große Ansprüche gestellt und kommt jetzt nicht mehr damit zurecht? Im ersten Film wurde gekonnt das Innenleben von Michael Myers porträtiert, erst in der letzten halben Stunde verkam er zum Horrorslasher. Hier dagegen wird man sofort am Anfang mit einer ausgedehnten Krankenhausszene gefoltert, die im Kontext überhaupt keine Bedeutung hat, da sie ja nicht einmal real ist. Rob Zombie scheint, mangels Fähigkeiten, eine weitere psychologische Ebene in den Film hinein zu interpretieren, auf simple Slasher-Methoden zurückzugreifen. Obwohl dem Film ein größeres Budget zur Verfügung stand, als dem ersten, wirkt alles schlechter. Die Schauspieler sind allesamt Laiendarsteller, die nicht einmal ihre peinlich banalen Textpassagen überzeugend rüberbringen können, die Effekte sind mittelmäßig, die Geräusche, die bei den Gewalttaten erklingen sind immer noch das schockierendste daran, und die Atmosphäre ist größtenteils langweilig. Ich sehe Rob Zombies gute Absichten, denn er versucht hier wirklich, aus dem Halloween-Kosmos viel mehr rauszuholen, als tatsächlich drin steckt. Aber damit kann er weder Neuzugänger überzeugen, noch Fans der Originalreihe. Der sogenannte „Plot-Twist“, der bereits in der Filmmitte versteckt ist, wird einfach erbärmlich präsentiert, ein etwas unaufmerksamerer Zuschauer wird ihn gar überhört haben. Es ist nicht uninteressant, so eine Wendung zu nehmen, aber Rob Zombie scheint sich nicht bewusst zu sein, dass er damit auf Dauer „Halloween“ tötet, beziehungsweise Michael Myers. Fans werden ihm jetzt schon auf die Dächer steigen, dass er es gewagt hat, in einen guten alten Slasher soetwas wie „Story“ und „Tiefgang“ hineinzustopfen, wenngleich man herrlich wenig davon in diesem Film merkt. Aber im direkten Vergleich mit anderen Slashern, zeigt Halloween II schon ein wenig Innovation. Erwähnenswert ist noch die äußerst schlechte deutsche Synchronisation, die zwar für einige komische Momente sorgt, aber die Qualität des Films noch mehr runterzieht. Das einzige, was halbwegs funktioniert, sind die Szenen, in denen Myers tötet. Unterlegt mit dem harten Score von Tyler Bates, der sich schon für „300“ verantwortlich zeichnete, konnte ich nicht umhin, ein wenig mit den Opfern mitzufiebern, wohl auch, weil sie sich genretypisch dämlich anstellen. Dennoch beherrscht es Rob Zombie einigermaßen gut, den eigentlichen Helden der Geschichte, Michael, in Szene zu setzen. Positiv stechen auch die surrealen Traumsequenzen hinaus, die den Film zwar von seinem psychologischen Ross runterholen und in eine esotherische Ecke schubsen, aber handwerklich und inszenatorisch am meisten zu überzeugen wissen.

Fazit: Rob Zombie wird keinen weiteren Halloween-Streifen in absehbarer Zeit drehen, das prophezeie ich. Das Sequel ist in jeder Hinsicht schlechter als sein Vorgänger, es scheint fast so, als hätte Zombie selber nicht wirklich Lust dazu gehabt. Ich bin ziemlich enttäuscht, er kann das eigentlich besser. Einen Punkt für eine teilweise gediegene Inszenierung, einen Punkt für die Gewalt.

2/10
 
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Update:

Gamer:

Kino unterliegt einem steten Wandel. Kein Genre wird als solches auf festen Sockeln stehen, sondern wird immer wieder von Querdenkern und Kreativen neu definiert. Brian Taylor und Mark Neveldine zählen zu diesen Querdenkern. Und das Genre, das sie neu definieren, ist das Action-Genre. Mit einem herkömmlichen Actionfilm kann ich nicht viel anfangen. Aber die beiden haben schon mit Crank bewiesen, dass sie gar kein Interesse an herkömmlichen Filmen und Herangehensweisen haben, sondern dass sie die „Regeln“ brechen und ausloten wollen. Zurecht. Ihr abgedrehter Stil, ihre kreativen, regelrechten Vulkanausbrüche und ihr rasanter Inszenierungsstil, gilt bereits als „trendig“ und wird eine neue Generation Kinogänger und Filmemacher maßgeblich beeinflussen. Ich hasse es, auf Wellen mitzuschwimmen, aber ich liebe die Ideendichte und künstlerische Vielfalt ihrer Filme. Auch ihr dritter Spielfilm ist wieder so ein wilder Stil-Cocktail geworden, der viele abschrecken wird, aber genauso viele auch in die Kinos locken wird.

Der Programmierer Ken Castle entwickelt eine neue Software und revolutioniert über Nacht den Online-Kommunikationsmarkt und wird in Rekordzeit Milliardär. Sein neuestes Meisterwerk: „Slayers“. In diesem Spiel werden real existierende Menschen in einem Spiel gesteuert, in dem sie sich durch Schlachtfelder kämpfen müssen, um zum Speicherpunkt zu kommen. Schafft es ein Gamer, seinen zu kontrollierenden Slayer 30 Matches überleben zu lassen, erhält die Figur seine Freiheit wieder. Das Programm wird von der Regierung unterstützt und beruht auf der freiwilligen Teilnahme aller Slayer. Sie alle sind Todgeweihte, zum Tode Verurteilte, die nichts mehr zu verlieren haben. Kable ist auch einer von ihnen. 27 Matches hat er bereits bestritten, gelenkt von dem Jugendlichen Simon. Jetzt fehlen ihm nur noch 3 Matches, damit er seine Frau und sein Kind wiedersehen kann. Aber Personen an höchster Stelle wollen verhindern, dass er das Spiel überlebt.

„Crank“ war noch Actionfilm. „Crank 2“ war postmodernes Actionkino, von dem man sich berieseln lassen konnte, ohne viel nachzudenken. „Gamer“ ist jetzt Thriller, Actionfilm und postmodern in einem. Ein wenig anstrengend, aber es funktioniert. Hier wird ein futuristisches Utopia gezeichnet, ein Mischmasch aus Verschwörungstheorie, Wunschdenken und Wirklichkeit. Das ist zwar kein neuer Aufguss, wird aber in einer individuellen, volkommen neuen Form präsentiert. Damit meine ich nicht nur das neue Kamera-System, das verwendet wurde, sondern die Vielfalt an Stilen, mit denen der Film inszeniert wurde. Wenn Kable mit seinem Gewehr durch zerstörte Lagerhallen rennt und andere Menschen erschießt, hat man das Gefühl, tatsächlich in einem Computerspiel zu stecken. Die Szenen in der Online-Welt von „Society“ erinnern an Pop-Art, Die Sims und Second Life, woran es auch deutlich orientiert ist. Lediglich die Szenen in der realen Welt sind im halbwegs „normalen“ Stil gehalten und fallen daher auch nicht so auf, wie der Rest. Und das großartigste steckt wie immer, im Detail. Wenn man das Second-Life-Pendant betrachtet, in dem alles möglich ist, jede Perversion und jeder Fetisch ohne Hemmungen ausgelebt werden kann, während die Personen dahinter unsoziale, bemitleidenswerte Kreaturen sind, die ohne die Online-“Droge“ gar nicht mehr leben können. Wenn man die Gleichgültigkeit sieht, mit der man sich selbst im Internet „verschenkt“, wie leichtsinnig mit den Leben Anderer gespielt wird und was wir für eine Distanz zum echten Leben haben, dann gewinnt „Gamer“ an wirklicher Bedeutung und ist unter seiner unterhaltsamen Fassade Tatsachenbericht und Kritik zugleich. Gekonnt wird der Medienrummel nachinszeniert, der Hype, ohne wirklich zu übertreiben. Als Betrachter fragt man sich, wann es mit uns tatsächlich so weit ist? Die wahren Absichten von Castle kommen zwar erst zuletzt zutage, stellen aber keine wirkliche Überraschung dar, da ja so etwas kommen musste. Leider ist die ungeheure Vielfalt an kreativen Einfällen auch eine Schwäche des Films. Nicht nur, dass man sich sehr schnell an die schnellen Schnitte und die Rasanz vieler Szenen gewöhnt, wodurch die ruhigeren Szenen deutlich abflauen und man unaufmerksam wird, ist auch ein nicht gerade geringes Risiko für Kopfschmerzen nach dem Genuss des Films vorhanden. Eine weitere Schwäche ist das Skript. Die Idee ist toll, die Umsetzung großartig, aber besonders im letzten Drittel lässt der Film zugunsten des Tempos einige wichtige Fragen weg. Wäre man es ein wenig ruhiger angegangen, wäre der Film womöglich länger, ein wenig ruhiger und um einiges logischer. Auch das Ende ist ein wenig idealistisch. Aber das ist das große Problem, bei ihren Filmen. Bei „Crank 2“ war es nicht wirklich wichtig, da der Film selber wie Chev ist: Adrenalin Pur. Die Story gerät in den Hintergrund, es geht nur noch darum, den Zuschauer bei der Stange zu halten und sein Adrenalin so lange wie möglich hochschießen zu lassen. Bei Gamer muss jetzt ein schlüssiges und befriedigendes Ende rein. Und das steht dem Film nicht wirklich gut zu Gesicht. Aber wer „Crank 2“ schon mochte und an experimentellen und visuell herausfordernden Filmen interessiert ist, muss „Gamer“ gesehen haben. Ich persönlich habe mich gut amüsiert und war wieder mal sehr beeindruckt von den Fähigkeiten des Regie-Duos.

Fazit: Ein, besonders durch das Tempo, mehr oder weniger schlüssiger Thriller, der visuell viel experimentiert, aber nie wie ein Experiment aussieht, sondern absolut professionell und anspruchsvoll eine Geschichte erzählt.

8/10
 
Update:

Breaking Bad:

Bei Serien bin ich extrem kritisch. Grund dafür sind die vielen schlechten Beispiele aus vergangenen Jahren, inklusive dem heimischen TV-Konsum, die deutlich machten, dass Fernsehen keinerlei Anspruch besitzt, Schauspieler und Regisseure bestenfalls mittelmäßig sind und Innovation höchstens in den Träumen der Zuschauer vorkommt. Basierend auf den vielen schlechten Erfahrungen, weigere ich mich mittlerweile schlichtweg, viele amerikanische Serien zu sehen, besonders dann, wenn sie kommerziell erfolgreich sind. Mittlerweile sind Serien aber nicht mehr nur Trivial-Kost für Minderbemittelte, sondern erreichen eine Ebene, die für das Medium TV (besonders in Deutschland) undenkbar ist. Amerikanische Serien sind inzwischen unglaublich teure Produktionen, die die Ausgaben eines einzelnen Kinofilmes bei weitem übersteigen. Die Macher haben erkannt, welches Potential das negativ vorbelastete Genre „Serie“ bietet. Volle Charakter-Entwicklung, bis ins letzte Detail ausbaufähige Handlungszweige und vor allem Experimentierfreiheit. Fernsehen ist der Indikator Nummer 1, wenn es darum geht, die Vorlieben der Massen herauszufinden und (natürlich) zu manipulieren. Manipulation ist dabei nicht unbedingt als negativ zu werten. Die Gesellschaft wird durch dieses Medium vorbereitet, sie bekommt durch außergewöhnliche Serien nicht nur Hunger auf anspruchsvolle Filmkost, sondern erweitert außerdem ihren Horizont. Natürlich ist nicht jede Serie so ein postmodernes Werk, aber ich zähle Breaking Bad dazu.

Es geht um den überqualifizierten Chemie-Lehrer Walter White, der zusammen mit seiner schwangeren Frau Skyler und seinem behinderten Sohn Walter Junior, aka Flynn in New Mexico, Albuquerque lebt. Er muss neben seinem Job als Lehrer auch noch in einer Autowaschanlage arbeiten, um halbwegs über die Runden zu kommen. Doch eines Tages bricht er zusammen und der Arzt stellt bei ihm Lungenkrebs im finalen Stadium fest. Von einem Moment zum anderen bricht Walters Welt zusammen. Verzweifelt über den Gedanken, wie es mit seiner Familie nach seinem Tod weitergeht, fängt er an, Drogen zu „kochen“ und zu verkaufen, um seiner Familie genug Geld zu hinterlassen. Zusammen mit seinem Partner, Jesse Pinkman, ein Kleinganove, der bereits Crystal Meth auf der Straße verkauft hat, kochen sie das reinste Crystal, dass je den Drogenmarkt erblickt hat und ziehen sowohl die Aufmerksamkeit des Drogendezernats, als auch die des Drogenkartells auf sich.

Kaum eine Serie hat mir so viel Spaß gemacht, wie Breaking Bad. Obwohl die Inszenierung sehr ruhig, an manchen Stellen geradezu langweilig ist, wird man durch die Erzählung ständig auf Trab gehalten. Walter, der seinen Krebs und seine illegalen Aktivitäten vor seiner Familie geheimhält, dessen Schwager bei ebendiesem Drogendezernat arbeitet, die auf der Suche nach Walters Alter Ego „Heisenberg“ sind, und der er immer wieder unangenehme Entscheidungen treffen muss und auch vor Gewalt nicht zurückschreckt, seiner Familie zuliebe, ist dabei Dreh- und Angelpunkt der Serie. Er führt die Serie in ihre Aufs und Abs und ist mit Bryan Cranston, der schon in „Malcolm Mittendrin“ als paranoider Familienvater Hal brillierte, hervorragend besetzt. Er spielt sehr ernst und erweckt gekonnt das Mitleid der Zuschauer, sorgt aber ebenso für Jubelstürme, wenn er als knallharter Drogenbaron sein Revier markiert. Aber auch die anderen Schauspieler sind überzeugend, auch wenn sie gegenüber Cranston ein wenig verblassen. Die Serie gilt als „Drama-Serie“, kommt aber mit einigen schwarz-humorigen Elementen daher. In gewisser Weise „In China essen sie Hunde“ im Serienformat und mit einer etwas größeren Prise Ernst. Denn obwohl der Gedanke erheiternd sein mag, dass ein Familienvater zum Crystal-Guru mutiert, nachdem bei ihm Krebs festgestellt wird, macht der psychologische Aspekt stets ein großen Teil der vorhandenen Dramatik aus und wird nie vernachlässigt. Besonders in der zweiten Staffel wird das deutlich, als Walter sich zum Entsetzen Aller nicht darüber freut, dass sein Krebs evt. entfernt werden kann. Er schiebt seine Aktivitäten auf den Krebs und seinen bevorstehenden Tod, aber das auch nur aus der Not heraus. Crystal ist eben illegal, aber der einzige Weg, mit dem er seiner Familie in absehbarer Zeit eine Menge Geld hinterlassen kann. Aus der Not heraus geht er diesen Weg, merkt aber sehr bald, dass mehr hinter dem Verkauf von Drogen steckt, als nur das Geld. Er lernt wieder zu leben. Er verlässt die Routine und schätzt wieder das, was er nur noch kurze Zeit genießen kann. Wer kann da nicht nachvollziehen, dass Walter enttäuscht über seine womögliche Genesung ist? Sein Ziel wäre damit wertlos, seine intensiven Ausflüge in das Leben würden wieder an Bedeutung verlieren. Ironisch, aber genial, dass der Tod Walters das einzige Element ist, das zwingend dazugehört. Er selber will seinen Tod, weil er gerade in der Kürze seines Verbleibs den Ansporn sieht, so intensiv wie möglich zu leben.
Die erste Staffel fängt sehr ruhig an und bleibt es auch. Wegen dem Autoren-Streik letztes Jahr, hat die Staffel leider nur 7 Episoden, aber es sind keine Story-Löcher vorhanden und die Staffel wird auch mehr oder weniger befriedigend abgeschlossen. Ein wiederkehrendes Element ist, dass Ausschnitte aus dem Ende gezeigt werden und dann quasi in einem großen Flashback erklärt wird, wie es dazu kam. Das steigert nicht nur die Vorfreude und Spannung, sondern ist auch in der Form selten zu sehen. Die Macher bedienten sich in der zweiten Staffel ausführlicher dieses Elements und wurden ein wenig freier und ungebundener und probierten ein wenig aus, was nicht in jedem Fall am Ende gut aussah. Obwohl die zweite Staffel gekonnter inszeniert ist und es dort auch mehr zur Sache geht, ist der „Clou“ leider nur ein wenig mehr als heiße Luft. Erst in der letzten Minute der letzten Folge wird gezeigt, wie es dazu kam, was vorher in vielen Episoden groß ausstaffiert und angedeutet wurde. Und dieses Element, das finale, abschließende Element, ist leider das schwächste in der ganzen Staffel, da es nur irgendein x-beliebiger Zufall ist. Dennoch werden diese „Zukunftsblicke“ gekonnt genutzt, den Zuschauer zu verwirren und irrezuführen und tragen grundlegend zur Spannung bei. Bei vielen Kritikern fiel der Vergleich zu „Die Sopranos“. Ich kann den Vergleich nachvollziehen und bestätigen. Auch bei den Sopranos geht es um ein wohlgehütetes Geheimnis, dass die Familie auf keinen Fall erfahren darf. Und auch dort wird die psychologische Tiefe nicht vernachlässigt und man nutzt und bricht geschickt Klischees, sowie gesellschaftliche Konventionen, indem man ihnen Verbrecher sympathisch präsentiert.

Normalerweise sollten Filme und Serien ja immer in Originalsprache gesehen werden. Aber ich begnüge mich auch gerne mit der deutschen Synchronisation, wenn sie nicht allzu schlecht ist. Bei Breaking Bad musste ich leider feststellen, dass seine vorherige Synchronstimme, die ihn bei Malcolm Mittendrin gesprochen hat, nicht mehr bei Breaking Bad dabei ist. Stattdessen wird er von der Stimme von Fettsack James Belushi synchronisiert, was ich persönlich ein wenig schade finde. Außerdem zügelt die Serie ihr Tempo hoffentlich ein wenig an und gerät nicht zu sehr in den Sumpf aus Telenovela-Elementen, wie die sich offensichtlich anbahnende Beziehung zwischen Walters Frau Skyler und ihrem Chef Ted, oder die zerbrochene Liebesbeziehung zwischen Walter und der Frau seines ehemaligen Arbeitspartners Elliott Schwartz.

Fazit:
Eine großartige, schwarzhumorige Drama-Serie, die gekonnt psychologische Tiefe mit einer anspruchsvollen und Konventionen brechenden Geschichte vermischt. Ich erwarte noch viel von ihr und kann es kaum bis zum März diesen Jahres aushalten, wenn die dritte Staffel veröffentlicht wird.

Bis jetzt 8/10



EDIT:
Ach ja, bevor ichs wieder vergesse...
Kommentare sind natürlich immer erwünscht.^^
Ich freue mich ebenfalls über Kritik, Diskussionen und Kritikwünsche. Wenn ihr wollt, dass ich einen speziellen Film für euch rezensiere, dann immer raus damit. ;p
 
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wuhuu ^^ endlich was neues :P

bei Halloween II kann ich mich nur anschließen, das wird Rob wohl in nächster Zeit nicht nochmal machen

Gamer finde ich auch sehr gut, ein ziemlich frischer Film der (zumindest mich) zum Nachdenken gebracht hat, man sieht so einige Perspektiven des "Gamers" etwas anders als "nur" vor der Konsole oder dem PC.

Breakin Bad habe ich noch nicht gesehen, werde es aber wenn ich mal Zeit habe nachholen.

Kannst ja mal ne Kritik zu Avatar (finde den Film ziemlich gut, soll ja ne Trio werden..) schreiben, deine Meinung würde mich sehr interressieren.
 
Ah, Swordsman ist wieder online. ;p
Willkommen zurück.

Ich würde auch liebend gerne Avatar rezensieren, aber es dauert noch ein paar Wochen, bis ich den im Kino sehe...
Am Montag sehe ich SAW 6 im Kino, aber den habe ich ja schon mehrmals rezensiert...
Ich habe aber ein paar neue interessante Filme, mal sehen, ob ich dazu etwas schreibe. Vielleicht schreibe ich auch noch eine Kritik über The Big Bang Theory.

EDIT: Zu den Filmen und Serien, die ich rezensiere... sage ich nur *hust*Kino.to*hust*...
 
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