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[Sammelthread] 進発 (Shinpatsu) 新古 (Shinkō) - Die Reise durch Japan in Bildern und Videos - nicht nur per Eisenbahn...

Dieses Thema im Forum "Allgemein" wurde erstellt von redrooster, 29 Juli 2014.

  1. Kyokochan Ordenspriester

    Kyokochan
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    Wakayama Präfektur (和歌山県) - Kitayama Village (北山村) - Kitayamamura Log Rafting (Ikada Kudari)

    Kitayama (北山村) ist ein Dorf im Bezirk Higashimuro , Wakayama Präfektur, liegt an der Grenze zu Mie und Nara Präfektur
    und der einzige Ort in ganz Japan, wo man als Touristen Wildwasser-Holzflosstour durch unberührten Fluss- und Berglandschaften erleben kann.
    Bekannt als Ikada Kudari (traditionelles flussabwärts Rafting) mit sieben miteinanderverbundene Flösse den Fluss Kitayama herunterfahren, begann die Touristenattraktion im Jahre 1979 (Showa 54) um die Tradition zu erhalten, findet von Mai bis September mit 2 Fahrten pro Tag statt,die Gesamtlänge des Flosses beträgt 30 M,die 6 Km-Fahrt dauert fast 2 Std und wird von 4 Mann-Team begleitet, die das Floss lenken. Früher wurde hier Holz auf Flössen flussabwärts bis an die Mündung des Flusses transportiert und das schon mehr als 600 Jahren.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Präfektur_Wakayama
    https://de.wikipedia.org/wiki/Wakayama

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  2. Kyokochan Ordenspriester

    Kyokochan
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    Wakayama Präfektur (和歌山県) - Nachi Wasserfall (那智の大滝) - Kumano Nachi-Taisha (熊野那智大社)[Shintō-Schrein] - Nachi no Hi Matsuri (那智の火祭)

    Weitere Themen findet ihr hier :

    https://board.world-of-hentai.to/th...nur-per-eisenbahn.165363/page-63#post-1762980

    Der Kumano Nachi Taisha (熊野那智大社 ) ist einer der drei berühmten Kumano-Schreine und liegt nur wenige Kilometer von dem Katsuura Osen (勝浦温泉) entfernt im Landesinneren Die Verehrung der Kumano-Schreine galt als heilige Stätte des Shintoismus bevor Mitte des 6.Jahrhundert der Buddhismus Japan erreicht. Der Schrein weist eine typische Verbindung von buddhistischen und shintoistischen Einflüssen in der Region Kumano .Direkt neben den Kumano Nachi Taisha befindet sich die buddhistische Tempel Seiganto-ji (青岸渡寺) mit den dreistöckige Pagode, in unmittelbarer Nähe zum heiligen Wasserfall Nachi no Otaki (那智の大滝).Der mit 133 Meter Wasserfall gilt als höchste in ganz Japan und war die frühere religiöse Stätte in der Gegend.Noch heute werden die Besucher von der natürlichen Kraft und Schönheit der Wasserfall beeindruckt sein.


    Zusammen mit dem Kumano Hongu Taisha (熊野本宮大社), den Kumano Hayatama Taisha (熊野速玉大社), den Nachi Wasserfall und den Tempelanlagen auf dem Berg Koyasan gehört Kumano Nachi Taisha zum UNESCO Weltkulturerbe, zusammengefasst unter den Namen „Sacred Sites and Pilgrimage Routes in the Kii Mountain Range"

    https://de.wikipedia.org/wiki/Seiganto-ji
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kumano_Nachi-Taisha
    http://kumanonachitaisha.or.jp/

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    Kumano Nachi-Taisha (熊野那智大社)
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    Nachi Wasserfall (那智の大滝)
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    Nachi no Hi Matsuri (那智の火祭)

    Das Nachi no Hi Matsuri ( Nachi Feuer-Festival )findet am 14.Juli statt und ist eines der drei grössten Festival in Japan. Das Festival beginnt am Morgen mit traditionelle Musik und Tanz . Dann am Nachmittag werden die 12 Ogimikoshi ( tragbare mini Schreine,es sind 10m langen, 1 m breiten und 6 m hohen Stangen mit jeweils 32 Fächern und 8 Spiegeln beschmückt)und 12 grosse Kiefernfackeln vom Hauptschrein zum Wasserfall getragen, um eine Reinigunsritual durchzuführen.Die Fackeln repräsentieren die 12 in Kumano heimnische Göttern sowie die 12 Monate.Die Legende besagt, dass die Kumano-Götter die jährliche Reise zu ihrem ursprünglichen "Palast", dem Nachi Wasserfall, machen, um sich wieder zu beleben, bevor sie zu ihren Schreinen zurückkehren.

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  3. Akira Akarui Otakuholic
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    Akira Akarui
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    Yuru Chara (ゆるキャラ) - Maskottchen - Hiyawan

    Yuru Chara (ゆるキャラ, Yuru Kyara, dt. „leichter Charakter“) sind japanische Maskottchen. Der Begriff wurde von dem japanischen Cartoonisten Jun Miura für die seit 2007 in Japan boomenden Werbe-Maskottchen geprägt, die für öffentliche Veranstaltungen, regionale Events oder Spezialitäten werben. Allein die Stadt Kobe soll 42 Maskottchen haben.

    Maskottchen sind in Japan sehr beliebt und ihr Zahl steigt stetig, so dass es schwer ist, den Überblick zu behalten (oder überhaupt zu bekommen).

    Weil die Maskottchen so beliebt sind, finden nicht nur jährliche Yuru-Chara-Festivals statt, sondern seit 2010 wird auch das beste Maskottchen im so genannten Yuru-Chara-Grand Prix prämiert.

    2010 wurden 160 Maskottchen für diesen Grand Prix nominiert, 2012 waren es schon 865, doppelt so viele wie noch 2011, wobei 2011 Kumamon als Sieger hervorging. 2016 waren es sogar 1.727.

    Über den folgenden Link gibt es eine Übersicht über die Yuru Chara, allerdings funzt das bei mir nur in dieser Google-Translate-Form. Das Original hat bei mir lauter Sonderzeichen. Wenn ihr da einen Link findet, der besser geeignet ist, bitte melden :)


    https://translate.googleusercontent...a.html&usg=ALkJrhhzeXION1CTxUguTd2fRGzMuPc1pA

    Hiyawan, der Hund der Stadt Nabari in der Mie Präfektur, der eine Noh-Maske trägt, hat jetzt sogar einen Song aufgenommen, mit dem er hofft, Stimmen für den Grand Prix 2017 zu gewinnen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Yuru_Chara
    https://en.wikipedia.org/wiki/Yuru-chara
    https://ja.wikipedia.org/wiki/ゆるキャラ
    http://localchara.jp/
    http://kigurumisummit.org/index.html
    http://www.yurugp.jp/
    http://us.jnto.go.jp/popculture/yuru.php


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  4. Shishiza Sehr brave Fee^^ Mitarbeiter
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    Shishiza
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    Nihon Buyō Teil Eins


    Zwischendurch wieder etwas, was ich gefunden habe. Diesmal habe ich an das Tanzen gedacht. In Japan gibt es auch einige Traditionelle Tänze, die ich jetzt mal aufdecken möchte.
    Der Oberbegriff dazu ist
    Nihon Buyō ( jap. 日本舞踊, dt. „japanischer Tanz“, kurz auch Nichibu 日舞 oder Hōbu 邦舞[1]) Dieser Begriff beinhaltet nicht nur das Tanzen an sich, sondern die Geschichte, Musik und Gesang. Die ersten Formen werden grob in eine Darbietung am Hofe eingeteilt, die durch Berufstänzer vorgeführt werden und volkstümlichere die im Alltag eingebaut werden. Meist gibt es auch hier einen Vergleich, der meist in der Darstellung gezeigt wird. Die Abstrakter fast stilisierte Form, die meist sehr sparsam ist in der Bewegung. In den engeren Sinn wird die Nihon Buyō Tanzformen auf der Bühne dargeboten. Diese Formen sind ca 400 Jahre alt und werden bzw. wurde in den -Theaters entwickelt und zum ersten mal angewandt. Darin waren mindestens 5 große Schulen und die japanische Bühnenkunst verwickelt. Allerdings war auch in den Theater auch die Kabuki zu sehen. Nach dem zweiten Weltkrieg kamen zusätzliche Elemente dazu, die eine Modernisierung der traditionalistischen Tanzformen des mai (舞) und des odori (踊) führten.
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    Jetzt zur Übersicht:
    Die Bezeichnung Buyō wurde in der Meiji-Zeit von Shōyō Tsubouchi[1] und Gen'ichirō Fukuchi als Neologismus ( Weltneuschöpfung) benannt. Das ist auch das englische Wort: Dance, was dadurch geprägt war. Als Kompositum ist aus dem beiden Begriffen mai und odori, ähnlich das Wort Liebe (恋愛, ren-ai) zusammen gesetzt. Dieser Begriff wurde vor allem in dem Buch (Werk) Shingakugeki-ron (新楽劇論, dt. etwa „Abhandlung über das neue Musikdrama“) benutzt. Allerdings sollte ein gewisser Unterschied vorhanden sein, deshalb wurde in Japan das Nihon(日本) hinzugefügt. Es sollte ja traditionell japanisch bleiben.
    In dem Tanz werden vor allem ein Kimono, Schirm und ein Fächer benutzt, die letzteren werden meist als Zusatz benutzt um dem Tanz Ausdruck zu verleihen.

    Tanzformen
    (Buyō im weiteren Sinne)
    Die Formen können grob in drei Arten eingeteilt werden, dem mai, odori und furi (振り) .

    Mai;
    Diese Tanzform wird mit Musik oder Gesang verbunden dargestellt. Sie zeichnet sich vor allem mit kreisenden und ruhigen Bewegungen aus.
    A) Feierliche Darbringung am kaiserlichen Hofe mit Hofmusik Gagaku
    1; Bukagu (舞楽)
    B) Aufführung bei volkstümlichen, religiösen Festen
    1; Kagura
    2; Dengaku (田楽)
    C) Formen, die Gesang und die Tanzform mai kombinieren
    1; Sarugaku (猿楽)
    2; Shirabyōshi (白拍子)
    3; Ennen (延年)
    4; Kusamai (曲舞)
    5; Kōwakamai (幸若舞)
    D) reine Bühnenkunst
    1; Nōgaku (能楽)

    Odori
    A) als Massenunterhaltung
    1; Nenbutsu odori (念仏踊り)
    2; Bon odori (盆踊り)
    a, Ava odori (阿波踊り)
    b, Gujō odori (郡上踊り)
    c, Nishimonai odori (西馬音内踊り)

    Furi
    A) Kleine Form, das heißt, in kleinne Räumen mit Tatami-Matten und Wandschirm
    1; Kamigata mai (上方舞)
    a, Bühnenformen
    2; Kabuki buyō (歌舞伎舞踊)
    a, Shōsagoto (所作事, pantomimischer Tanz im Kabuki), hierzu zählen auch das Jōruri, der Begleitgesang zum Puppenspiel, und das Nagauta, eine Ballade mit Shamisen-Begleitung.

    Zusätzlich gibt es noch die Modernisierten Formen (Modern)

    A) an die japanischen Kampfkünste angelehnten Formen:
    1; Hō no te (棒の手)
    2; Kenbu (剣舞)
    3; Shibu (詩舞)

    B) Tanzformen der Gegenwart:
    1; Shin buyō (新舞踊)
    2; Kayō buyō (歌謡舞踊)
    3; Gin'ei kenshibu (吟詠剣詩舞)
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    Heutiger Stand:
    In der heutigen Zeit gibt es in Japan etwa 200 Schulen, die die traditionellen japanischen Tänze lernen und anwenden. Dabei wird auch hier noch zusätzlich unterschieden, da es 5 große Schulen gibt, deren Namen: (五大流派, Godai ryūha): die „Hanayagi-Schule“ (花柳流), die „Fujima-Schule“ (藤間流), die „Kawayagi-Schule“ (若柳流), die „Nishikawa-Schule“ (西川流) und die „Bandō-Schule“ (坂東流) zu nennen. Im Jahre 1852 waren auf der Liste gerade mal 14 Schulen, die drauf standen, das änderte sich schlagartig und die Zahl stieg in der Taishō-Zeit rapide an. Nach dem zweiten Weltkrieg setzte sich die Entwicklung in zwei verschiedene Richtungen fort. Insgesamt 120 Schulen traten den Nihon Buyō Kyōkai (日本舞踊協会, engl. „The Japanese Classical Dance Association“) bei. Schulen, die dem Verband noch nicht begetreten waren und auch zusätzlich die Schulen, die die modernere Art des Tanzen beibrachten (新舞踊, shinbuyō) , bildetetn eine eigene Entwicklungsrichtung, die parallel lief.

    Jetzt zu den fünf großen Schulen:

    1. Die Hanayagi-Schule wurde 1849 von Jusuke Hanayagi (花柳壽輔) gegründet, bei der Senzō Nishikawa IV. (西川扇藏, 1797-1845) Tanz und Choreographie erlernte. Die Schule wird heute in der vierten Generation von Jusuke Hanayagi IV. geführt und ist mit 15 bis 20 000 Mitgliedern die größte der fünf Schulen.

    2. Die Fujima-Schule wurde 1704 von Kanbee Fujima (藤間勘兵衛) gegründet. Im 19. Jahrhundert entwickelten sich zwei Ströme(Richtungen) eine, unter der Leitung von Kanemon Fujima (藤間勘右衛門) aus der auch die Matsumoto-Schule hervorging, die andere blieb unter Kanjurō Fujima (藤間勘十郎).

    3. Die Kawayagi-Schule wurde 1893 von Judō Wakayagi (若柳壽童) gegründet. Sein Markenzeichen ist, ist der häufige Einsatz von Handbewegungen.

    4. Die Nishikawa-Schule wurde in der Genroku-Zeit um 1700 von Senzō Nishikawa III. gegründet, womit sie mit einer Tradition von mehr als 300 Jahren als die älteste der fünf Schulen ist.

    5. Die Bandō-Schule wurde in der Bunka-Zeit um 1800 von Mitsugorō Bandō III. (坂東三津五郎) , der als Meister des pantomimischen Tanzes im edozeitlichen Kabuki gilt, gegründet.

    Im nächsten Teil werde ich ein paar traditionelle japanische Tanzformen vorstellen.


     
    Zuletzt bearbeitet: 30 August 2017
  5. Metaxylol Ordensbruder

    Metaxylol
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    Der Hochwasserschutz für Tokio

    Ich gebe hier mal eine ausführliche Darstellung der wichtigsten Anlage zum Schutz vor Hochwasser für die Hauptstadt Tokio.
    Sie war im Quiz auf Seite 31 bereits kurz ein Thema (Juni 2016).

    Es kommen Allgemeines, Details und ein RL Anime Vergleich, Links

    Es geht dabei um den sogenannten Metropolitan Area Outer Underground Discharge Channel / Shutoken gaikaku hōsuiro (首都圏外郭放水路). Auf englisch wird diese Anlage mit G-Cans oder Gcans manchmal abgekürzt, da die Internethomepage der Anlage praktisch komplett auf japanisch ist. Die Planung begann 1991 und als Baubeginn wird etwas uneinheitlich 1992 oder 1993 angegeben. Die Fertigstellung erfolge je nach Quelle 2006 oder Anfang 2009. Relativ eindeutig ist, dass die Einrichtung Mitte der 2000er bereits teilweise und spätetestens ab 2006 weitgehend einsatzfähig war. Die Baukosten betrugen etwa 230 Milliarden Yen [~ 1,8 Milliarden € : Kurs vom 12.08.2017] und es wurde eine Bauzeit von 15 bis 17 Jahren (je nach Quelle) benötigt. Es ist ein riesiges unterirdisches Hochwasserrückhaltesystem, das Tokio vor Überschwemmung durch Wasser von den Bergflüssen schützen soll. Es befindet sich in der Saitama Präfektur nördlich von Tokio bei der Stadt Kasukabe. Es nimmt die Flutwellen der Bergflüsse auf beziehungsweise senkt die Flusspegel ab, um Platz für das Regenwasser von Tokio zu schaffen. Der nördliche Bereich von Tokio liegt auf der Kanto-Ebene, welche nur 20 m über dem Meeresspiegel liegt und damit stark hochwassergefährdet ist. Die PR-Abteilung hat der Anlage den Spitznamen "Drachenfluss" verpasst.
    Die Anlage besteht aus 5 je 65 m tiefen Betonsilos mit einem Durchmesser von 32 m, welche mittels einer Betonleitung mit einem Durchmesser von 10,6 m und einer Gesamtlänge von 6,3 km verbunden sind. Zu der Anlage gehören noch weitere 50 km an sonstigen kleineren Rohrleitungen. Die Anlage kann zwar weitgehend passiv arbeiten, benötigt aber für volle Wirksamkeit die Nutzung hochkomplexer Steuerungstechnik. Es sind insgesamt 74 oder 78 Pumpen verbaut und diverse Absperrschieber. Natürlich wird alles per Video überwacht. Prunkstück ist die Kathedrale, ein Speicherbecken mit einer Länge von 177 m einer Breite von 78 m und einer Höhe von etwa 25 m (Befüllung bis maximal 18 m) Höhe. Die Betondecke wird durch 59 Säulen gestützt (siehe Quiz). Daran anschließend findet sich auch die Hauptpumpstation, in der sich unter anderem 4 Pumpen befinden, von denen jede 50 Kubikmeter Wasser pro Sekunde um je 14 m nach oben befördern können, also 200 Kubikmeter pro Sekunde (entspricht einem 25 m Schwimmbecken). Als Antrieb dient für jede Pumpe eine Gasturbine, die jeweils 10300 kW Leistung bei 4000 Umdrehungen pro min liefert. Über ein Getriebe läuft die Pumpe dann mit 145 Umdrehungen pro min.

    Hier ein paar Bilder zum Bau der Hauptleitung:
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    Hier ein paar Gesamtübersichten:
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    Hier kommen jetzt die Wassereinläufe in die Anlage einmal mit Hochwasser und einmal als Anime und ein Schieber:
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    Für die Silos beginne ich mit einem Größenvergleich, es folgt ein Blick auf den Boden eines der Silos mit einer offenen druckfesten Wartungstür, es folgt ein Blick von oben in das Silo direkt an der Pumpstation, danach gibt es eine Darstellung des Strömungsverlaufes (die Kraft des Wassers muss reduziert werden), es folgt ein Animebild mit einlaufenden Wasser in ein Silo und danach der Beweis, dass der Haupttunnel nicht schnurgerade ist:
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    Die Kraft des Wassers wird durch geschickte Steuerung minimiert:
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    Die Hauptpumpstation hat viele Tricks auf Lager auch in Verbindung mit der Kathedrale. Leider habe ich diese nicht vollständig verstanden, da alles nur auf japanisch zu finden war. Daher kommen jetzt ein paar schematische Darstellungen (Hauptpumpstation + Gesamtanlage sowie Turbine und Hochleistungspumpe)
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    Als Erholung gibt es 2 Bilder aus dem Kontrollraum in echt und eins als Anime:
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    Die Tafel rechts im Kontrollraum in groß:
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    Schaltung der Wasserwege in der Pumpstation im Modell und in echt:
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    Hier kommen ein paar Bilder von der Turbinenverkleidung mit der Oberseite der Getriebeverkleidung, die Turbine ohne Verkleidung, Turbine und Getriebe im Anime, die akustische Überwachung des Getriebes sowie das noch nicht eingebaute Pumpenrad:
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    Es folgen ein Bild der Pumpstation mit sehr schlecht lesbaren Schriftzug oben rechts seitlich am Abluftschornstein und ein Bild aus dem Anime, der sehr gut lesbar ist:
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    Während der ersten 10 Jahre des Baues hatte das Projekt zeitweise starke Kritik einzustecken. Hohe Kosten, kaum sichtbare Bauten (fast alles unterirdisch) und ein riesiger Verbrauch an Stahl und Beton führten dazu, dies als ein Vorhaben zur Förderung der japanischen Bauwirtschaft anzusehen (sicher ein gewünschter Nebeneffekt). Es wurde versucht, dem mit einer guten PR-Abteilung entgegenzuwirken. Erfolge stellten sich erst ein, als Teile der Anlage wirklich in Betrieb gingen. Als Folge gibt es ein Besucherzentrum, das hauptsächlich auf japanische Besucher ausgerichtet ist und übliche Öffnungszeiten hat. Nach vorheriger Anmeldung ist die Teilnahme an Führungen einmal in die Kathedrale und wieder zurück möglich. Als Ausländer ist die Teilnahme nur möglich, wenn man einen persönlichen Dolmetscher mitbringt. Das Personal erwartet, dass jede japanischen Anweisung umgehend befolgt wird.

    Im Besucherzentrum gibt es diverse Schaubilder Filme und sonstige Informationen sowie Modelle der Anlage, auch Auflistungen für welche Realfilme die Anlage als Kulisse diente (lesbar war für mich 2003). Für eine Verwendung der Anlage im Anime habe ich keine Liste in englischer Sprache gefunden, so dass ich nur schwache Hinweise auf eine andere Verwendung als in dem hier genutzten Anime habe. Nur ein Bild aus dem Besucherzentrum:
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    Die Wasserausläufe aus der Anlage:
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    Jetzt gibt es ein Realbild und 2 Animebilder:
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    Nun gibt es den Eingang zur Kathedrale und die Treppen jeweils Real und Anime:
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    Bilder vom Wassereinlaufpunkt in die Kathedrale 2 mal Real und einmal Anime:
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    Zum Schluss 4 reale Bilder aus der Kathedrale (Hauptspeicher) , 2 Animebilder, ein Animebild vom Wasserabfluss und 4 Realbilder von Abfluss außen:
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    Hier kommen noch 2 Links, der erste ist der offizielle Link zur Webseite (fast alles japanisch) und dann der deutsche Wikipedialink:
    http://www.ktr.mlit.go.jp/edogawa/gaikaku
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/G-Cans#cite_note-spiegel-1

    Mein Dank geht an @Akira Akarui für die Frage A24 und an @redrooster für die Vorlage im Quizbereich an der ich mich bedient habe.

    Ich entschuldige mich bei allen, die ich gelangweilt habe.
    Da der Anime ein Hentai ist (Bilder aus Folge 2 und 3) werde ich den Namen in Spoiler legen.

    Mahou Shoujo Ai San: The Anime --Tags: Cruel, Hardcore, Tentakel

    Nachtrag: Die Anlage wird allerdings nur minimal in Wort und Bild in Owari no Seraph (Seraph of the End) in Folge 3 erwähnt.
     
    Kyokochan, Akira Akarui und redrooster gefällt das.
  6. Shishiza Sehr brave Fee^^ Mitarbeiter
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    Shishiza
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    Japanische Tanzarten Nihon Buyō Teil 2

    Der Awa Odori (japanisch 阿波おどり , auf Deutsch Awa-Tanz) bezeichnet einen traditionellen japanischen Tanz (Bon Odori) zum Obon-Fest aus der Präfektur Tokushima (historisch Provinz Awa). Dieser Tanz wird vor allem mit unregelmäßigen Schritten und unterschiedlichen Tanzstil von Frauen und Männern ausgeführt. Die bekannteste Aufführung dieses Tanzes ist das viertägige Tokushima Awa Odori (徳島市阿波おどり) , das jedes Jahr vom 12. bis 15. August in der Stadt Tokushima stattfindet. Daran nehmen bis zu 100 000 Tänzern teil und 1.3 Millionen Besucher schauen sich dies an. Dadurch ist dieses Fest das größte in Japan.
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    Awa Odori, weiblicher Tanzstil

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    Awa Odori, männlicher Tanzstil

    Herkunft und Geschichte:

    Zu der Herkunft gibt es drei Theorien, wie dieser Tanz entstanden ist. Die am häufisten genannte ist, dass der Daimyō Hachisuka Iemasa , nachdem seine Burg Tokushima 1587 fertiggestellt worden war, ein Freudenfest veranstaltet wurde, bei dem er den Stadtbewohnern Sake ausgab. Diese tanzen daraufhin immer ausgelassener und aus dieser Trunkenheit entstammen die markanten Tanzbewegungen. (Ich könnte mir das sogar ganz gut vorstellen, weil, wenn ich mir die ganzen Animes anschaue, wo so viel Sake getrunken wird und bei jeder erdenklichen Situation Sake getrunken wird, dementsprechend auch gefeiert wird. Das dann natürlich jeder seine Hemmungen fallen lässt, ist fast klar.)

    Nach der zweiten Theorie hieß es, dass dieser Tanz nur eine andere Variante eines älteren Tanzes ist, der in der Region von Bon Odori getanzt wird.

    Bei der dritten Theorie zielt man auf den Charakter des Gruppentanzes ab. Man geht davon aus, dass er vom Fūryū inspiriert wurde, das auch als Quelle des -Theater angesehen wird. Die 1663 verfasste Chronik Miyoshi-ki (三好記) beschreibt, dass im Jahr 1578 vor dem Feldherrn Sogō Masayasu auf Burg Shōzui im heutigen Aizumi ein solcher Fūryū-Tanz aufgeführt wurde.

    Die Bezeichnung Awa Odori wurde erst zu Beginn der Shōwa-Zeit (1929-1989) eingeführt, als damit angefangen wurde, den Tanz touristisch zu vermarkten.
    Obwohl der Tanz seinen Ursprung in der Gegend von Tokushima hat, finden sich heute landesweit Awa-Odori-Feste, darunter das Tōkyō Kōenji Awa Odori (東京高円寺阿波おどり), das 1957 von Ladenbesitzern zur Wiederbelebung der Einkaufstrasse von Kōenji in Suginami begann und bis 2013 auf 156 Gruppen mit 10 000 Tänzern und einer Million Besuchern anwuchs.

    Tanz

    Dieser Tanz wird in zwei Stilen getanzt. Den männlichen Part und den weiblichen Part. Das sieht dann so aus: Diese besteht darin, dass abwechselnd der rechte Fuß mit den Zehenspitzen zuerst überkreuzt vor den linken Fuß gesetzt und dann der linke Fuß mit den Zehenspitzen zuerst überkreuzt vor den rechten Fuß. Gleichzeitig wird bei Vorwärtsbewegung des rechten bzw. linken Fußes auch der entsprechende rechte bzw. linke Arm nach vorne bewegt, begleitet von einer drehenden Handbewegung.
    Die männlichen Tänzer tragen einen lose angezogenen Happi/Hanten (traditionelle Arbeitsjacke) sowie einen Uchiwa (Fächer) und einen Tenugui (Handtuch) als Kopfbedeckung. Letzteres wird meistens entweder gerollt über die Stirn als Schweißfänger getragen oder die Haare bedeckend mit den Enden unter der Nase zusammengebunden. Dabei wird der Oberkörper leicht nach vorne gebeugt und die Knie sind gebeugt. Die Hände werden im Takt wechselnd zwischen Brust-und Stirnhöhe gestreckt und dabei gleichermaßen das Handgelenk auf- und abwärts bewegt.
    Die weiblichen Tänzerinnen tragen eine Yukata (Sommer-Kimono), einen Amigasa (schiffförmigen Hut) sowie Geta (Sandalen). Bei dieser Kleidung kann man nicht solche dynamischen Bewegungen machen, deshalb sind diese zurückhaltender. Die Hände bleiben dabei gegen den Himmel gestreckt, die Arme werden nur mit kurzen Schulterbewegungen zu den Beinen bewegt und die Handgelenke werden zugleich gedreht.

    Allerdings wird der männliche Part auch von den Frauen getanzt.

    Der Tanz selber wird in ren (連) genannte Gruppen von 30 bis 200, manchmal bis zu 500 Personen in form eines Festzuges getanzt. Beim Festzug bilden dabei die Tänzer beider Stile getrennte Blöcke. Hinzu kommt es, das ein weiterer Block aus Musikern oder eventuelle Sängern, die das Shamisen (Laute), Kane (Schüsselgon), Taiko (Trommel) oder Yokubue (Querflöte) spielen.
    Da die Zuschauer angehalten sind, beim Tanzen mitzumachen, gibt es zudem auch noch Ad-Hoc-Gruppen (にわか連, niwakaren) , denen man sich frei in Alltagskleidung anschließen kann. (Da muss ich echt sagen, ich würde das mal real sehen und vor allem gerne mal mitmachen, das muss echt ein Schauspiel sein. Da ich sowieso gerne Tanze und gerade in Gruppen das einfach ne tolle Sache ist, kann ich mir das mehr als gut vorstellen. )

    Musik

    Getanzt wird der Odori zu einem zomeki (ぞめき, „lärmendes Herumlaufen“) genannten und aus zwei Takten bestehenden Rhythmus. Zusätzlich gehört zum Awa Odori ein Yoshikono-bushi (よしこの節) genanntes Lied unbekannter Herkunft. Es wird jedoch angenommen, dass es auf den in der Edo-Zeit bekannten Volksliedern Haiya-bushi (ハイヤ節) aus Ushibuka (heute Amakusa) in der Präfektur Kumamoto oder Itako-bushi (潮来節) aus Itako in der Präfektur Ibaraki basiert.[3]

    Der bekannteste Vers dieses Liedes ist folgender, der auch als Motto des Awa Odori gilt:[3][8]

    踊る阿呆に Odoru ahō ni Tanzende Narren und
    見る阿呆、 Miru ahō zuschauende Narren.
    同じ阿呆なら Onaji ahō nara Wenn wir beide Narren sind,
    踊らにゃそんそん Odoranya son son warum dann nicht tanzen?



    Der Awa Odori wird daher auch als „Narrentanz“ (阿呆踊り, ahō odori) bezeichnet.[8]

    Begleitet wird dies von Anfeuerungsrufen wie eraiyatcha eraiyatcha, yoi yoi yoi yoi (エライヤッチャエライヤッチャ、ヨイヨイヨイヨイ).
     
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    Japanische Tanzarten Nihon Buyō Teil 3

    Wieder ist eine Woche vorbei und wir widmen uns die nächsten Tanzarten aus Japan. Feststeht, das viele der Arten schon sehr alt sind und das finde ich so grandios.
    Bei dem nächsten Tanzstil und Musikrichtung erkennt man, das vieles, was ich schon mal in dem Kunstbeitrag erzählt habe, nicht alles nur den Ursprung in Japan hatte, sondern auch in China als Ursprungsland genoss.

    Gagaku

    Gagaku (jap. 雅楽, „elegante Musik“) ist ein höfischer Musikstil, der seit dem 7. Jahrhundert und besonders seit der Heian-Zeit am japanischen Kaiserhaus gespielt wird. Allerdings stammt dieser Tanzstil ursprünglich aus dem Kaiserreich China. Der Stil besteht aus Kammermusik, Chor- und Orchestermusik. Teilweise hat dieser Musik in Japan kultische Aufgaben. Dieser Tanzstil wurde 2009 von der Unesco zum Immateriellen Kulturerbe ernannt.

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    Die Entstehung des Gagaku

    Gagku ist ein sino-japanische Lesung des chinesischen yayue, das sich das erste Mal im Lunyu, den Analekten des Konfuzius aus dem anfang des 5. Jahrhunderts v. Chr. nachweisen lässt. Yayue bezeichnet dort althergebrachte rituelle oder auch elegante, verfeinerte Musik. In letzterem Sinne wurde es in Japanischen übernommen und wird bis heute für die tradtionelle Musik des jap. Kaiserhofes, insbesondere der Nara- und Heian-Periode benutzt. Darüber hinaus fällt auch Ritualmusik des Shintō unter den Begriff Gagaku. Diese kagura (神楽) genannte Musik ist der wohl älteste Bestandteil des Gagaku-Repertoires und als solcher sehr wahrscheinlich autochthon japanisch.
    Wie kagura entstanden ist, ist nicht überliefert, wurde aber auf Grabfunde aus der Yayoi-Zeit (ca. 300 v bis ca. 300 n. Chr. ) gefunden, die belegen, dass Begräbnisse mit Gesang und Tanz begangen wurden. Figurinenfunde aus Tonkeramik, sogenannte haniwa, aus der Kofun-Periode ( ca. 300 - 645 n. Chr.) zeigen Musiker, die Instrumente spielen. (Flöten, Trommeln und Saiteninstrumente) Wobei die Saiteninstrumente an europäische Zithern erinnert. In den ältesten jap. Chroniken, dem Kojiki (712 n. Chr.) und dem Nihongi (720 n. Chr.), wird ebenfalls auf Musik als Bestandteil von Bestattungs - und Krönungszeremonien bezug genommen. Beide Werke betrachten Musik als eine Gabe der Götter, die zu deren Besänftigung gespielt wird. Es ist daher wahrscheinlich, dass das kagura zu jener Zeit, also zu Beginn der Nara-Periode eine langwährende musikalische Tradition besaß.

    In chinesichen Quellen aus dem 3. Jahrhundert nach Christus finden sich auch Hinweise darauf, dass japanische Gesandte nur sporadisch an den Tang-Hof kamen, jedoch rege Kontakte mit den drei koreanischen Königreichen Paekche, Silla, und Koguryō unterhielten. Dadurch sind koereanische Musiker, die in China schon einen Namen hatten, auch nach Japan geschickt worden und haben dadurch die Kunst der Zeremonien dort eingeführt. Diese werden sankangagu (三韓楽, dt. Musik der drei Korea) benannt. Dabei wurden Schulen gegründet und japanische Schüler danach unterrichtet. Etwa ab dem 5. Jahrhundert wurde sogar ein koreanisches Orchester dauerhaft in Japan unterhalten. Gegen Ende des 7. Jahrhunderts war die Macht des weitgehend konsolidiert und der Kaiserhof nahm ständige diplomatische Kontakte mit dem Hof der Tang-Dynastie in China auf. Neben den zahlreichen anderen Errungenschaften der chinesischen Kultur - darunter Schrift, Sprache und Philosophie - drangen auch die Musik und Tanz des Tang-hofes im Laufe von höchstens 200 Jahren nach Japan vor und fanden bei den Aristokratie ein breites Echo. Diese Stilrichtung, die eher als Bankettrichtung in China angesehen wird, etablierte sich auch in einer leicht veränderten Form spezielle jap. Hofmusik. Sogar Studenten wurden nach China geschickt und chinesische Musiker kamen nach Japan. Ca. 700 nach Chr. wurde das Gagakuryō oder utamai no tsukasa (kaiserliches Musikamt) von Kaiser Monmu (697 bis 707) gegründet, das für die verschiedenen Musikergruppen und deren Betreuung verantwortlich war. Es wurde ein System eingeführt, das zeigt, dass die Musik bis heute ungebrochen ist, indem man dies vererbt hat und durch Adoption fähiger Musiker bis in die verantwortlichen Sippen vorhanden war.

    Im Zuge dieser Reformen wurde auch die Instrumentierung normiert und die Stile erhielten ihre noch heute gültigen Bezeichnungen: tōgaku (唐楽) für die aus China stammende und komagaku für koreanische Musik. Wahrscheinlich finden sich unter tōgaku aber auch einige Stücke südostasiatischen und indischen Ursprungs; ähnlich sind im komagaku-Repertoire mandschurische Kompositionen und chinesische Stücke, die für die koreanischen Ensembles umgeschrieben wurden, enthalten.
    Selbst jap. Musiker komponierten dadurch ebenfalls im Stile dieser zwei großen Kategorien, so dass heute keine exakten Trennlinien mehr gezogen werden können. Von Seiten des Gagakuryō wurde sehr darauf geachtet, dass sich die Musiker nur um die Pflege ihres jeweils eigenen Musikgutes kümmerten, eine Vermischung der verschiedenen Richtungen wurde bewusst vermieden. Es gibt einzelne Quellen, die besagen, dass um 736 ein indischer und indochinesischer Mönch Japan besuchten, um Musik und Tanz ihres jeweiligen Heimatlandes vorzustellen. Ein kultureller Höhepunkt in ganz Ostasien war laut Aufzeichnungen die Augenöffnungszeremonie des Großen Buddha im Tōdai-ji in Nara im Jahre 752, bei der sowohl japanische als auch koreanische und chinesische – eventuell sogar indische und südostasiatische – Musik und Tänze aufgeführt wurden. 17 der mehr als 30 Instrumente, die bei diesem großen Ereignis benutzt wurden, sind noch erhalten und werden in der kaiserlichen Schatzkammer des Shōsōin in Nara aufbewahrt. Anhand dieser sorgfältig gearbeiteten und mit reichen Intarsien verzierten Instrumente ist es auch möglich, den hohen Stand der Handwerkskunst jener Zeit zu begutachten.

    In der nachfolgenden Zeit; Heian-Zeit, die von 794 bis 1185 andauerte, wurde das Gagaku als Sammelbegriff fungiert, das nach und nach japanisiert wurde. In dieser Zeit wurden die Repertoire und Zahl der Berufsmusiker, die sich in Sippen organisiert hatten, gestrafft und normiert. Der abgedankte Tennō Saga (786 bis 842), der von 809 bis 823 als der 52. Tennō regiert hatte, spielte bei diesen Reformen eine Schlüsselrolle. Ihm ist das Gagaku-Ensemble in der Form, die wir heute kennen, zu verdanken. Beim Adel erfreute sich das Gagaku zunehmender Beliebtheit. Man fing selbst an, Instrumente zu spielen, zu komponieren und Musik vorzutragen, was bald ein integraler Bestandteil des höfischen Lebens war. Eine Darstellung der musikalischen Aktivitäten der Adligen zu dieser Zeit gibt beispielsweise das Genji monogatari (Erzählung des Prinzen Genji) aus dem Anfang des 11. Jahrhunderts der Hofdame Murasaki Shikibu.

    In der Muromachi-Zeit (1333 bis 1573) hatte der Gagaku ihren Tiefpunkt. Durch verschiedene andere Tanzstilezum Beispiel die Musik des Nō-Theaters, die im aufkommen war, war die Konkurrenz dadurch sehr groß. Dadurch wurde die traditionelle Tanzrichtung vom Gagaku verdrängt und eine andere Stilrichtung nahm den Platz am Hofe ein. Erst der Umstand, dass Toyotomi Hideyoshi (1536 bis 1598) ein stehendes Gagaku-Orchester in Edo unterhielt, regte eine langsame, aber stetige Verbesserung des desolaten Zustands an. Hideyoshi vergab Lehen an die Musikersippen, die sich nun wieder voll auf ihre Berufung konentrieren konnten.

    In der Edo-Zeit wurde die kyūdai’e eingeführt. Das heißt, alle drei Jahre müssen sich die Berufmusiker einer Prüfung unterziehen. Nach den Ergebnissen wurden dann die Lehen verteilt.

    Heutige Zeit:
    Breite Beachtung sowohl durch die Öffentlichkeit als auch durch die Musikforschung fand das Gagaku gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Ab 1873 durfte jedermann Musikunterricht nehmen; erstmals wurden Stücke des Gagaku-Repertoires – von dem noch etwa 90 Kompositionen erhalten bzw. rekonstruierbar waren - in ihrer traditionellen Aufführungsform öffentlich vorgetragen. Das in Gagakukyoku oder gakubu umbenannte Gagakuryō vereinigte die drei Musikersippen aus Nara, Kyōto und Ōsaka und verfügte, dass jeder der kaiserlichen Musiker ebenfalls ein „europäisches Instrument zu erlernen und dieses auch ... bei höfisch-repräsentativen Anlässen zu spielen“ hatte. Infolgedessen spielen die Gagaku-Musiker heutzutage nicht nur die gesamte traditionelle Hof- und Ritualmusik, sondern geben auch Darbietungen westlicher klassischer Musik – mit großem Erfolg. Die Mitglieder des kaiserlichen Ensembles leiten ihre Herkunft noch immer von einer der drei großen Sippen und von dort weiter in die Ursprungsländer des Gagaku ab: die Sippe aus Ōsaka sieht ihre Vorfahren in China, die aus Nara in Korea und die aus Kyōto in Japan. Die Schule zum Gagaku Musiker beginnt mit etwa zwölf Jahren; der Schüler lernt in den zehn Jahren bis zu seinem Abschluss Tanz, Gesang und je ein japanisches Saiten- und Blasinstrument sowie ein westliches Instrument.

    Leider gibt es heute nur noch 90 Kompositionen aus der kompletten Werde-geschichte und ist dadurch nur noch ein Bruchteil dessen, was es mal gab.
    Um die Stücke, die nicht zur autochthon japanischen Shintō-Ritualmusik gehören, zu klassifizieren, gibt es verschiedene theoretische Ansätze. Die gröbste Unterteilung unterscheidet zwischen getanzter Musik, bugaku (Tanz und Musik) genannt, und kangen (Flöte und Saite), der Kammermusik des Gagaku, bzw. zwischen aus China stammendem Material, das unter dem Begriff tōgaku zusammengefasst wird, und dem aus Korea stammenden komagaku. Natürlich ist die Trennung selten wirklich exakt zu ziehen; in den meisten Fällen gibt es Überschneidungen. So wurden zum Beispiel Stücke des tōgaku für komagaku (und umgekehrt) umgeschrieben; Musikformen, die aus Indien, der Mandschurei oder Südostasien kamen, wurden willkürlich einer der beiden Gruppen zugeordnet. Bereits im 9. Jahrhundert wurde daher eine Unterscheidung in sahō und uhō (Links- und Rechtsmusik) eingeführt, die eine klare Differenzierung erlaubte, die weniger herkunftsbezogen war. Die Gründe für die Wahl dieser Namen können nur noch vermutet werden; wahrscheinlich beziehen sie sich auf die räumliche Anordnung des traditionellen Freiluft-Aufführungsgeländes. Der Kaiser saß dort immer nach Süden blickend, chinesische Musiker machten ihren Eingang von links, koreanische von rechts. Wie später gezeigt wird, bietet dieses System ein brauchbares Kriterium, da sich die Instrumentierung der beiden Richtungen deutlich unterscheidet.

    Den ältesten Teil des Gagaku stellen die japanischen zeremoniellen Lieder, ōuta betitelt, zu denen teilweise auch getanzt wird, dar. Ihr Ursprung geht zurück in vorgeschichtliche Zeit. Die erste schriftliche Erwähnung findet sich im Kojiki, dort in einem mythologischen Zusammenhang. Diverse Shintō-Gottheiten besänftigen dort mit Musik und Tanz die Sonnengöttin Amaterasu Ōmikami, die sich, von ihrem Bruder beleidigt, in einer Höhle versteckt und so die Welt in Dunkelheit gehüllt hatte. In diesem Text werden detailliert Instrumente beschrieben, wie sie auch heute noch bei Ritualen und Zeremonien verwendet werden. Neben der mikagura (Hof-kagura), das die zentrale Rolle innehat, fallen das yamato-uta, das azuma-asobi und das kume-uta in diese Kategorie. In den Vorstellungen des Shintō ist diese Musik ein sakrales Opfer an die Götter oder die Geister verstorbener Menschen, um sie zu preisen und ihre Hilfe zu suchen (torimono) oder sie zu unterhalten (saibari).

    Die Musik des sahō bildet die größte Gruppe von Kompositionen innerhalb des Gagaku. Von den weit über 100 Stücken sind heute noch ca. 60 erhalten. Ihr Ursprungsland war hauptsächlich China, jedoch auch Indien und Südostasien, oft in einer eigenen Kategorie namens rin’yugaku, nach einem Königreich namens Rin’yu (auch Lin-yi, chinesisch für Champa) zusammengefasst. Zu dieser Kategorie werden aus dem heutigen Repertoire acht Stücke gerechnet, die sich durch die Verwendung für japanische Verhältnisse ungewöhnlich grotesker Masken auszeichnen. Zu sahō gehören kangen- und bugaku-Musik, ebenso wie die Vokalmusikformen saibara und rōei. Saibara (zu deutsch „Pferdetreibermusik“), sind alte Volkslieder, hauptsächlich aus den Gegenden um Kyōto und Nara, die in künstlerischem Sinne neu bearbeitet wurden. Sie bestehen aus wechselnden fünf- und siebensilbigen Verszeilen und einem Refrain. Inhaltlich beschäftigen sie sich mit den Gefühlen gewöhnlicher Menschen, vorzugsweise mit der Liebe, die ungewöhnlich offen ausgedrückt wird. Saibara wurden gerne bei festlichen Anlässen vorgetragen, wie es auch an einigen Stellen im Genji monogatari geschildert wird. Sie verloren in der Kamakura-Zeit ihre Popularität an das imayō. Rōei ist ein Genre, bei dem chinesische und japanische Gedichte zu Instrumentalbegleitung gesungen werden. In der uhō- (komagaku-) Kategorie befinden sich heute ausschließlich getanzte Stücke (bugaku), sie stammen aus den drei Königreichen Paekche, Silla und Koguryō in Korea oder der Mandschurei (bokkaigaku). Früher sankangaku (Musik der drei Königreiche) genannt, gab man ihr etwa Mitte des 7. Jahrhunderts n. Chr. den noch heute gültigen Namen. Früher wurde auch Instrumentalmusik im uhō-Stil (komagaku-kangen) gespielt. Diese Stücke sind heute - wenn überhaupt - nur noch unvollständig erhalten, in der Regel werden die fehlenden Abschnitte durch Kompositionen anderer Herkunft ergänzt. Nach diesen Versatzstücken richtet sich dann auch die Klassifizierung, die meist auf tōgaku verweist.

    Die Instrumente des Gagaku:
    Shō (Mundorgel)
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    Dieses Instrument ist für uns "Wessis" sehr ungewöhnlich. Allerdings ist der Vorläufer aus dem chinesischen Bereich, der sheng, das älteste mehrstimmige Blasinstrument der Welt. Chinesische Legenden besagen, dass Form und Klang des Instruments dem Phönix und seinem Schrei nachempfunden wurden. In manchen Vokalmusikformen und in komagaku spielt das shō die Melodie; seine Hauptfunktion ist jedoch harmonischer Natur.

    Hichiriki

    Die hichiriki ist ein Doppelrohrblattinstrument, das aus mit Kirschbaumrinde umwickeltem Bambus besteht. Um das Instrument ranken sich in der japanischen Tradition zahlreiche Legenden. Minamoto no Hiromasa zum Beispiel, der in sein bis auf die hichiriki leergeraubte Haus kam, fing an zu spielen. Der Räuber hörte das und war dermaßen bewegt, dass er zurückkehrte und alle gestohlenen Gegenstände wieder an ihren Platz brachte. In einer anderen Legende sind die Götter von einer hichiriki-Darbietung in einem Tempel so bewegt, dass sie ein Gebiet, dessen Bevölkerung lange unter einer Trockenheit zu leiden hatte, endlich mit Regen beschenken. Auch die hichiriki stammt aus China, wo es in vielen Größen existiert. Das heutige Instrument, wie es derzeit im Gagaku gebraucht wird, ist mit etwa 18 Zentimetern Länge eines der kleinsten Blasinstrumente Es hat neun Löcher, zwei auf der Unter- und sieben auf der Oberseite. Durch spezielle Techniken, zum Beispiel Halbabdeckung der Löcher oder Überblasen, ist der Musiker in der Lage, die für die hichiriki typischen Ornamentierungen, Schleif- und Viertel- oder gar Achteltöne zu spielen. Die klassische Methode, dieses Instrument zu erlernen, besteht darin, das gesamte Repertoire in einem Solfège-System auswendig zu lernen, bevor man sich mit dem Instrument selbst beschäftigt. Ein ganzes Genre des Gagaku, imayo genannt, entstand daraus, dass das Solfège durch Gedichte ersetzt wurde. Der Klang der hichiriki wird mit dem der europäischen Oboe verglichen, ist jedoch, ähnlich wie die indische Shenai, wesentlich breiter, gedrungener, deutlicher und stärker. Aufgrund dessen ist die hichiriki als das Hauptmelodieinstrument das Herz des gesamten Gagaku-Ensembles.

    Begleitflöten (Ryuteki)

    Das dritte Blasinstrument ist eine Flöte, wie sie ähnlich auch im Abendland bekannt ist. Der Typ der Flöte richtet sich nach der Musik, die vorgetragen wird: im tōgaku ist es die ryūteki oder yokobue. Sie ist chinesischen Ursprungs und hat sieben Löcher. Ihr geschlossenes Ende wird von einem Stück roten Stoffes bedeckt. Sie ist die größte der Gagaku-Flöten und der Vorläufer der nō-Flöte (nōbue). Die komabue wird im komagaku verwendet. Mit sechs Löchern ist sie die kleinste Flöte des Gagaku, ihr Ende ist mit grünem Stoff bedeckt. Die Funktion der Flöten im Gagaku-Ensemble ähnelt derjenigen der hichiriki. Sie folgen der Melodie, variieren sie aber leicht. Diese voneinander verschiedenen Variationen nennt man Heterophonie, die im komagaku meist deutlicher zutage tritt als im tōgaku. Die kagurabue, die auch Bestandteil eines kagura-Ensembles ist, ist eine Bambusflöte nicht genau festgelegter Länge mit sechs Löchern. Sie ist vermutlich ein autochthon japanisches Instrument, das in der Nara- und Heian-Periode aber chinesischem Einfluss ausgesetzt war.

    Gakubiwa

    Das gakubiwa ist eine Laute mit birnenförmigem Korpus. Sie hat vier Saiten und vier Bünde. Die Saiten werden ausschließlich auf den Bünden gedrückt, nicht zwischen ihnen, und mit einem hölzernen Plektrum, bachi, geschlagen. Die Arpeggios (gebrochene Akkorde) enden mit ihrem höchsten Ton auf dem Melodieton und markieren Zeitabschnitte im Stück. Ihre Funktion ist somit in erster Linie rhythmisch.

    Gakuso (Zither)

    Das gakuso ist ein Vorläufer der populären japanischen koto. Es ist ein dreizehnsaitiges, zitherähnliches Instrument, dessen Stege variabel versetzt werden können und die Stimmung damit verändern. Die Saiten, die mit Ausnahme der untersten in ansteigender Tonhöhe angeordnet sind, werden sowohl mit Fingerplektren in Form von Lederringen mit Bambusspitzen, als auch mit den bloßen Fingern gespielt. Anders als beim koto werden die Saiten hinter den Stegen niemals heruntergedrückt, um Tonschwankungen zu produzieren. Das gakuso spielt während einer Darbietung in der Regel zwei stereotype Muster, shizugaki und hayagaki genannt, die der Zeiteinteilung des Stückes dienen und somit rhythmischer Funktion sind.

    In einigen Fällen, meistens bei den Vokalmusikformen der Shintō-Musik, kann man bei einem Gagaku-Orchester auch den Einsatz der wagon (sechssaitige Zither) beobachten. Die sechs Seidensaiten des wagon werden mit einem kurzen Plektrum angeschlagen. Wird im Freien (tachigaku, „stehende Musik“) gespielt, so halten sogenannte toneri das wagon für den Musiker.

    Kakko (Fasstrommel)

    Der Spieler der kakko (Fasstrommel) ist der Leiter des gesamten Ensembles. Seine Aufgabe ist es, das Tempo des Stückes zu bestimmen, Abschnitte zu markieren und in rhythmisch freien Passagen den Zusammenhalt zu wahren. Die Trommel selbst besteht aus einem relativ kleinen, flach gewölbten, waagrecht gelagerten Resonanzkörper, der auf beiden Seiten mit Rehfell bespannt ist. Die Felle werden wie bei der Sanduhrtrommel janggu durch Seile verbunden und gespannt. Der kakko-Spieler sitzt an der Breitseite des Instruments und spielt mit seinen Stöcken jeweils auf einem Fell. Die Spielfiguren des kakko beinhalten Trommelwirbel und Einzelschläge, die mit einem oder beiden Stöcken gespielt werden und helfen, den langsamen Rhythmus zu stabilisieren.

    Im komagaku übernimmt das etwas größere san-no tsuzumi die Rolle der kakko. Sein sanduhrförmiger Korpus ist auf Ober- und Unterseite bespannt, die Spannung wird wie bei der kakko durch Seile gewährleistet. Der Musiker schlägt mit seinen Stöcken jedoch nur eine Seite. In alten Schriften fand man Hinweise darauf, das es einst vier verschiedene Sanduhrtrommeln gab, die mit bloßen Händen gespielt wurden, übriggeblieben ist nur das san no tsuzumi.

    Shōko (Gong)

    Der Gong, japanisch shōko, tritt im Gagaku in drei verschiedenen Größen in Erscheinung, je nachdem, wo er benutzt wird. Der kleinste befindet sich im tōgaku-Ensemble, der größte (daishōko) bei bugaku im Freien. Er besteht aus Bronze und wird mit zwei Stöcken aus Hartholz gespielt. Seine Aufgabe ist es, den ersten Schlag jedes Taktes zu betonen; im vierten Takt kommt ein Aufschlag hinzu.

    Taiko (Fasstrommel)

    Das taiko ist die größte Trommel des Gagaku-Orchesters. Man findet es als ninai-daiko, das bei Paraden getragen wird, oder als tsuri-daiko, das in einem Ständer hängend gelagert gespielt wird. Obwohl zwei Seiten des schmalen Korpus bespannt sind, wird nur eine mittels zweier Stöcke mit ledernem Kopf geschlagen. Die große Trommel ist ein Kolotomieinstrument, das heißt, dass seine rhythmischen Phrasen dazu dienen, größere Abschnitte eines Stückes zu unterstreichen und voneinander abzusetzen. Im bugaku verwendet man anstatt des taiko das dadaiko, die sehr große Trommel. Sie erfüllt mehr eine choreographische als eine musikalische Aufgabe; ihr Schlag dient zur Betonung des Fußstampfens der Tänzer. Diese Trommel wird in einem großen, prächtig lackierten Gestell aufgehängt. Der Aufbau gleicht dem der taiko, nur dass die Felle nicht aus einem Stück bestehen, sondern aus mehreren zusammengefügt sind. Ein Fell alleine würde nicht genug Spannung halten können, um einen Ton zu erzeugen. Die Stimmung der Trommel geschieht durch das Drehen von Holzpflöcken, um die die Seile, mit denen die Felle auf Vor- und Rückseite des Korpus gespannt werden, gewunden sind. Geschlagen wird die Trommel mit zwei schweren Stöcken aus lackiertem Holz, und zwar immer in der Reihenfolge links – rechts.

    Das war die Musik zu dem Gagaku, jetzt kommen wir zum Tanz;

    Der Tanz selber ist in der ersten Linie immer vom Repertoires abhängig, aus welchen Land dieser stammt. Meist sitzen die Musiker auf einer Bühne, die aus Stein oder Holz ist. Die Kleidung ist meist aus schlichten Seidenroben und in dunklen Rostbraun. Ihrem Stoff sind grüne Längsfäden eingearbeitet, so dass die Roben in der Bewegung schillern.
    Wird ein bugaku-Tanzmusik vorgetragen, so sitzt das Ensemble neben oder hinter der Bühne. Die Kleidung der Musiker ist wesentlich bunter und schillender. Die Tänzer tragen freie fallende, schleppende Kostüme, die der Hofmode der Heian-Zeit nachempfunden sind.
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    "Linker Tanz" beim Gagaku

    Ihr Grundprinzip ist das Tragen mehrerer Seidenkimono, wobei die unteren am Saum als ein schmaler Streifen über die Obergewänder herausragen. In den Kriegertänzen (bu no mai) werden die weiten Ärmel und Hosenbeine abgebunden, um mehr Bewegungsfreiheit zu ermöglichen; außerdem wird ein schwarzer Brokatumhang und ein schwerer Metallgürtel getragen. Die Künstler tragen bei manchen Darbietungen Kopfbedeckungen: schwarze, gesteifte Hüte oder Kapuzen und weiße, die Tänzer weiße Seidenschuhe (shigai) und, je nach Tanz, auch Masken. Je nach Herkunft der Tänze herrschen bei den sorgfältig gewebten, reich verzierten Roben im sahō no mai rot, im uhō no mai grün vor. Nach diesem Kriterium richtet sich auch die Richtung des Eintretens auf die Bühne und mit welchem Fuß der Tanz begonnen wird. Bei einem Konzert, bestehend aus vier bis sechs Stücken, treten die Kompositionen der Links- und Rechtsmusik in Paaren auf und werden im Wechsel gespielt. Am Ende der Aufführung, nachdem Tänzer und Musiker abgegangen sind, wird im Nebenzimmer oder in einem abgetrennten Bereich, dem akunoya (grünen Zimmer), eine Musik „zum Ausklang“ (taishutsuraku) gespielt. Bei Anlässen, zu denen die sakrale Shintō-Musik, etwa das mikagura, gespielt wird, tragen die Musiker einfarbig weiße, manchmal auch rote oder blaue Roben im Stile des Heian-Hofes. Die Stimmung bei solchen Anlässen ist betont ernst und feierlich, und dementsprechend benehmen sich die Musiker. Mikagura wird ausschließlich am Hofschrein des Kaisers in dessen Anwesenheit gespielt. Die älteste Form dieser Musik sieht die Weihung eines heiligen Bereiches, die Herbeirufung der Gottheit, zeremonielles Essen und Trinken sowie die Aufführung von Tanz und Musik vor. Diese Zeremonie dauerte früher Tage, heute ist sie auf etwa sechs Stunden und insgesamt elf Lieder und Tänze verkürzt worden. Eine neuere Form des mikagura, wie sie in einer Quelle aus dem Jahre 807 n. Chr. erwähnt wird, ist ein alljährlich von Frauen aufgeführter chinkon-Tanz. Im alten Volksglauben ist es möglich, durch diesen Tanz die Seele eines kürzlich Verstorbenen wieder in dessen Körper zurückzuführen.

    Die Struktur des Gagaku

    Alle Kompositionen des Gagaku werden in einem für westliche Ohren sehr langsamen Tempo dargeboten. Die Melodie wird in erster Linie von den Blasinstrumenten beziehungsweise den Singstimmen getragen. Saiteninstrumente fungieren als eine Art Bindeglied zwischen deren Harmonien und dem Rhythmus der Schlaginstrumente, der in festgelegten, sich wiederholenden Mustern (patterns) gespielt wird, die „alle terminologisch klassifiziert sind“. Auch wenn sich die Melodieinstrumente am Rhythmus orientieren, so ist es ihnen doch möglich, sich von ihm zu lösen, also quasi asynchron zu spielen. Gegen Ende eines Stückes fallen sie aber immer wieder zurück in den vorgegebenen Takt. Die „Einbettung der Melodie zwischen darüber schwebenden shō-Klängen und darunter aus der Tiefe aufsteigendem Fundament der gerissenen Saiteninstrumente“ ist eines der zentralen Konzepte des Gagaku-Formalismus, auf dem auch ein großer Teil des Zaubers dieser Musik beruht.

    Die Werke der Shintō-Musik sind im Hinblick auf ihre formale Struktur die einfachste Materie des Gagaku. Da sie hauptsächlich Lieder sind, steht die menschliche Stimme und der gesungene Text im Vordergrund. Die Instrumente werden als Begleitinstrumente verwendet, sei es um die Tonhöhe für die Sänger festzulegen, kurze Einleitungen zu spielen oder Melodie und Rhythmus zu verankern und zu stärken. Die Harmonien sind „urjapanisch“ und wurden von festländischen Vorstellungen kaum beeinflusst.

    Wer es noch genauer wissen möchte, geht auf Wiki, und sucht sich alles noch dazu raus, aber ich denke, man kann erahnen, was das für eine Wissenschaft war, das ganze bis in die heutige Zeit zu bringen. Gleichzeitig finde ich es sehr faszinierend, das in Japan damals wesentlich erwachsener mit der Politik umgegangen wurde, wie in der heutigen Zeit, denn Japan war nicht so isoliert, wie man heute noch immer wieder denkt. China, Korea hatten großen Einfluss in der Geschichte in jeweiligen Bereichen, was man gerade hier stark sieht.

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    Glossar:
    a,Bu no mai (武の舞): „Kriegertanz“; Kategorie schneller, relativ wilder Tänze des bugaku

    b,Bugaku (舞楽): „Tanz und Musik“; Tanztheater zu Musikbegleitung, teils maskiert

    c,Bun no mai (文の舞): „ziviler Tanz“; Kategorie langsamerer Tänze des bugaku

    d,Chinkon (鎮魂): „Geister besänftigen“; Shintō-Ritual, bei dem die Seele eines Menschen daran gehindert wird, den Leib zu verlassen, bzw. dazu bewegt wird, in den Körper zurückzukehren

    e,Dōbu (童舞): Kindertanz

    f,Enkyoku (宴曲): Bankettmusik, spöttisch auch enzui („betrunkener Teich“) genannt; die Melodien sind verlorengegangen, erhalten blieben uns einige recht derbe Textsammlungen

    g,Gagaku (雅楽): „elegante Musik“; Überbegriff für japanische Konzert- und Hofmusik

    h,Gigaku (伎楽): Chinesische Maskentänze, die um 600 über Korea Japan erreichten, in der Edo-Zeit verlorengegangen, heute noch Texte, Masken und Einflüsse in volkstümlichen Löwentänzen erhalten, Instrumentalbegleitung aus Flöten, Sanduhrtrommeln und Zymbalen

    i,Hashiri-mai (走り舞): „rennender Tanz“; entspricht dem bu no mai

    j,Hira-mai (平舞): „gleichmäßiger Tanz“; entspricht dem bun no mai

    k,Imayōuta (今様歌): „zeitgenössische Lieder“; durch die Ersetzung des Solfège von Gagaku-Kompositionen durch Gedichte entstandener Liedtypus; andere Quellen benennen die Hymnen buddhistischer Priester, die unter Prostituierten missionierten, als Ursprung

    l,Kagura (神楽) „Sakralmusik“; das Hof-kagura (im Unterschied zu sato kagura, Dorf-kagura) ist die rituelle Shintō-Musik des kaiserlichen Hofes

    m,Kangen (管絃): „Blasinstrumente und Saiteninstrumente“; Kammermusik, heute ausschließlich im tōgaku-Stil

    n,Komagaku (高麗楽): Späterer Name für koreanische Musik, benannt nach Königreich Koma (Goryeo)

    o,Kudara-gaku (百済楽): Aus dem Königreich Kudara (Baekje) in Korea um 550 eingeführter Musikstil

    p,Miasobi / Gyōyu (御遊): „Hofspieler“; Amateurorchester des Heian-Hofes

    q,Rōei (朗詠): Kurze Gedichte im chinesischen Stil, die gesungen mit Instrumentalbegleitung vorgetragen werden

    r,Saibara (催馬楽): Volkslieder in abgewandelter, hoffähig gemachter Form mit einem heutzutage unverständlichen Silbentext

    s,Sankan-gaku (三韓楽): „Musik der drei koreanischen Reiche“;
    Sammelbezeichnung für Musik im koreanischen Stil

    t,Shiragi-gaku (新羅楽): Aus dem Königreich Shiragi (Silla) in Korea um 450 eingeführter Musikstil

    u,Tōgaku (唐楽): „tang-zeitliche Musik“; Sammelbezeichnung für Musik im chinesischen Stil

    v,Wagaku (和楽): „japanische Musik“; von japanischen Musikern komponierte Stücke

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    Zuletzt bearbeitet: 30 August 2017
  8. Kyokochan Ordenspriester

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    28 September 2007
    Präfektur Kyoto (京都府) - Kyoto (京都市)[City] - Daigo-ji (醍醐寺)[buddhistischer Tempel]

    Der Tempel Daigoji (醍醐寺) ist eine grosse Tempelanlage im Stadtbezirk Fushimi und erstreckt sich über den Berg Daigo-san,südöstlich von Kyoto.Gehört zum Weltkulturerbe und ist auch als " Tempel der Blumen " bekannt.Seine Halle wurde 874 auf dem Gipfel des Berges durch den buddhistischen Mönch Shōbō erbaut.Der Daigo-ji-Komplex ist in drei Teile geteilt, der Kami-Daigo (Oberteil),Shimo-Daigo (Unterteil)und Sanbō-in (Garten). Die Besucher kommen durch das Niō-Mon-Tor und gelangen zuerst zum Shimo-Daigo, wo sich die meisten wichtigen Gebäude befinden sowie die Bentendo-Pavillon und die fünfstöckige,38m hohe Pagode. Die 1.000 Jahre alte Pagode, Gojū-no-tō (五重塔) hat den Ōnin-Krieg ab 1400 überlebt und ist bis heute das älteste Gebäude in Kyoto. Der Tempel besitzt über 100.000 wertvolle historische Gegenstände,darunter vor allem Schnitzereien,Gemälde, Kunsthandwerk und alte Dokumente. Die meisten davon befinden sich im Reihōkan Museum.
    Der Name des Tempel wurde nach dem Kaiser Daigo benannt und bedeutet wie " das schönste in dieser Welt".Die Gärten von Daigo-ji sind für seine farbenfrohe Herbst und ganz besonders berühmt für seine Krischblüten, 1598 gebaut für Toyotomi Hideyoshis (豊臣秀吉) Hanami-Party.Am zweiten Sonntag im April findet jährlich das Hideyoshi Hanami Parade statt.


    http://www.daigoji.or.jp/
    https://de.wikipedia.org/wiki/Daigo-ji

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    Rice Cake Lifting Matsuri
    Dieser Event findet im Daigoji Tempel am 23. Februar statt :Frauen und Männer kämpfen gegeneinander, wer den schweren Mochis (90kg/150kg) am längsten hochhebt und somit zum Mochi-Champion wird.Als Preis winken Zertifikate und natürlich leckere Mochis.

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    Toyotomi Hideyoshi's Kirschblüten-Parade - 豊太閤花見行列
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    Bentendo-Pavillon
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  9. Akira Akarui Otakuholic
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    Kiku (キク, 菊)- Chrysantheme

    Kiku (キク, 菊), zu Deutsch Chrysantheme, ist die Pflanze, die das traditionelle Kartenspiel hanafuda (花札, „Blumenkarten“) als Blume für den Monat September anführt. Näheres zu diesem Kartenspiel habe ich hier im Thread schon geschrieben: https://board.world-of-hentai.to/th...nur-per-eisenbahn.165363/page-70#post-1777599

    "Kiku" bedeutet soviel wie "Abendsonne". Die Chrysantheme ist die japanische Nationalblume. Herbstchrysanthemen (bzw. Winterastern) symbolisieren zudem Unsterblichkeit und Vollkommenheit, da sie zu blühen beginnen, wenn andere Blumen schon welken.

    Daher ist sie auch das perfekte Symbol für das Kaiserhaus: Zum einen hat die Chrysantheme den Bezug zur Sonne und dem Mythos der Sonnengöttin, zum anderen steht sie für Unsterblichkeit, sowie auch das Kaiserhaus durch Vererbung das ewige Bestehen anstrebt. Der Thron des Kaisers wird auch als Chrysanthemen-Thron bezeichnet.
    Das Nationale und Kaiserliche Siegel Japans, ursprünglich lediglich als Kaiserliches Siegel bezeichnet, wird auf Japanisch Kiku no Gomon (菊の御紋, „Chrysanthemenwappen“) genannt. Das Siegel zeigt eine stilisierte Chrysantheme mit 16 Blütenblättern.

    Das Kaiserliche Siegel wird nur von Mitgliedern der kaiserlichen Familie verwendet. Die Meiji-Verfassung sah die alleinige Verwendung des Siegels durch den Tennō vor, aus diesem Grund benutzte jedes Mitglied der kaiserlichen Familie eine leicht veränderte Version des Siegels. Shintō-Schreine der kaiserlichen Familie verwenden ebenso die modifizierten Versionen des Siegels, und auch andere Shintō-Schreine, die in keinem Zusammenhang mit der kaiserlichen Familie stehen, dürfen die Chrysantheme als Teil ihres Siegels verwenden.

    Es existiert bis heute kein Gesetz, dass das Kaiserliche Siegel zum Staatswappen erklärt. Es wird jedoch weitestgehend als solches genutzt und ziert unter anderem die Hülle des japanischen Passes. Außerdem enthält § 154 des japanischen Strafgesetzbuches einen Tatbestand, der die Urkundenfälschung bei Verwendung eines gefälschten kaiserlichen Siegels mit lebenslangem Zuchthaus oder Zuchthaus nicht unter drei Jahren bedroht.

    Zudem ist die Blume das Symbol des Staatswappens. Es findet sich auch auf den japanischen Pässen.

    Auch in der japanischen Literaturgattung Haibun hat die Chrysantheme ihren festen Platz. Der berühmte japanische Dichter Basho schrieb:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Nationales_und_Kaiserliches_Siegel_Japans
    https://ja.wikipedia.org/wiki/キク

    "Chrysanthemen und Biene" von Katsushika Hokusai:
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    "Kiku" von Tsuchiya Koitsu
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    Das Kaiserliche Siegel:
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    Zuletzt bearbeitet: 6 September 2017
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  10. Akira Akarui Otakuholic
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    Shunga (春画)

    Shunga (jap. 春画, Frühlingsbilder) ist der japanische Begriff für Gemälde, Drucke und Bilder jeder Art, die in expliziter Weise sexuelle Handlungen darstellen.

    Obwohl Shunga auch als Gemälde, Zeichnungen, Kupferstiche oder Fotos existieren, werden darunter üblicherweise entsprechende japanische Farbholzschnitte oder Bücher der Edo- und Meiji-Zeit (17. Jahrhundert bis 1912) verstanden. Sie sind alle dem Ukiyo-e-Genre zuzuordnen, an ihrer Herstellung beteiligten sich nahezu alle bekannten Holzschnittkünstler (meistens unter Pseudonym).

    Zunächst waren während der Edo-Zeit die Bezeichnungen Makura-e (枕絵, Kopfkissenbilder), Warai-e (笑い絵, Bilder zum Lachen) oder Tsugai-e (番い絵, Kopulationsbilder) gebräuchlich. Für Bücher entsprechenden Inhalts wurde Kōshokubon (好色本, wollüstige Bücher), Waraibon (笑い本, Bücher zum Lachen) oder Enbon (艶本, bezaubernde Bücher) verwendet. Die Händler und Verleger nannten sie Kagami-e (鏡絵, Spiegelbilder) oder Wa-jirushi (ワ印, gefühlvolle Drucke). Die Bezeichnung Higa (秘画, geheime Bilder) wurde möglicherweise nur für Illustrationen sexuellen Inhalts auf den Wänden, den Schiebetüren und den Stellschirmen von für heimliche Rendezvous vorgesehenen Räumlichkeiten verwendet.

    Der Begriff Shunga (bei dem „Frühling“ eine Metapher für Sex ist) entstand während der Meiji-Zeit (1868–1912). Parallel dazu kam der Begriff Shunbon (春本, Frühlingsbücher) für Bücher sexuellen Inhalts in Gebrauch.

    Offiziell verboten waren Shunga bzw. Makura-e, wie sie am Ende der Edo-Zeit noch genannt wurden, bereits seit 1720. Von den Behörden wurden sie jedoch mit Ausnahme eines Zeitraums von 10 bis 15 Jahren nach 1720 und einiger Jahre nach den Kansei-Reformen (1788-93), wo dieses Verbot erneuert worden war, mehr oder weniger geduldet; ihr Verkauf "unter dem Ladentisch" war möglich, ohne Sanktionen fürchten zu müssen. 1869 wurden Warai-e und Enbon erneut verboten, zunächst aber weiterhin produziert und gekauft, wenn auch in geringerem Umfang als zuvor. Gegen Ende der Meiji-Zeit wurden um 1910 sowohl Herstellung und Vertrieb als auch der Besitz der inzwischen als obszön empfunden Bilder unter Strafandrohung gestellt und dies auch staatlich konsequent umgesetzt. Daraufhin wurde ein Großteil des Materials vernichtet.

    Bis 1986 war es in Japan verboten, die "kritischen Stellen" auf diesen Bildern in Büchern oder auf Ausstellungen zu zeigen. Erst 1994 kam es zur ersten unzensierten Shunga-Publikation im modernen Japan, aber die öffentliche Präsentation unterliegt weiterhin gewissen Einschränkungen.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Shunga

    https://en.wikipedia.org/wiki/Shunga

    https://ja.wikipedia.org/wiki/春画

    Und hier ein kleiner Ausschnitt entsprechender Werke:
    Hiroshige Utagawa:
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    Hishikawa Moronobu:
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    Katsushika Hokusai:
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    Keisei Eisen:
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    Kitagawa Utamaro:
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    Suzuki Harunobu:
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    Utagawa Kunisada:
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    Utagawa Kuniyoshi:
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    Yanagawa Shigenobu:
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    Shunga in Zeichnungen:
    Hasiguchi Goyo:
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    Shunga in der Malerei:
    Kangetsu Shitomi:
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  11. Akira Akarui Otakuholic
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    Akira Akarui
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    Mount Fuji im Zeitraffer

    Wunderbare Timelapse-/Zeitraffer-Aufnahmen vom Mount Fuji, zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten und aus verschiedenen Blickwinkeln ...

    Dabei nicht vergessen: Es bringt Glück, Mount Fuji zu sehe :)

    Daher versuchen die Japaner auch, zumindest einmal am Tag einen Blick auf ihn erheischen zu können und sei es nur per Foto.




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    Zuletzt bearbeitet: 17 September 2017 um 14:43 Uhr
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  12. redrooster 赤いオンドリ - 僕はオタクです! Mitarbeiter
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    Kyoto Präfektur (京都府) und Wakayama Präfektur (和歌山県) - die JR西日本 (JR West) mit der Serie 287 (287系) als Express Kuroshio (黒潮) aka Panda Kuroshio Smile Adventure Train (Smileアドベンチャートレイン) auf der Tokaido Main Line (東海道本線) und der Kishin Line (姫新線) zwischen der Kyoto Station (京都駅) und der Shingū Station (新宮駅) im Panda-Design zu Ehren des 40sten Jubiläums der Adventure World in Wakayama (アドベンチャーワール)

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    Dieser Zug macht Werbung für die Adventure World in Wakayama (アドベンチャーワール) und fährt die Fahrgäste auch (fast) dorthin, die JR West wird dieses Jahr 30 Jahre alt und die Adventure World 40 Jahre alt, eine gute Gelegenheit beide Anlässe zu verbinden.

    https://www.pandakuroshio.jp/
    https://www.westjr.co.jp/press/article/2017/07/page_10798.html

    Shingū Station (新宮駅)

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